Wann wurden die Prinzipien der UNO-Charta erfolgreich angewendet?

Amnesty International verwendet bewusst Apardheits-Definitionen der UN

Die geltendes Völkerrecht darstellt, siehe die Internationale Konvention über die Bekämpfung und Bestrafung des Verbrechens der Apartheid. Deutschland hat sich ua mit Art 25 GG verpflichtet, dieses zu achten.

Is schon iwie seltsam, wie oft man sich Völker- und Menschenrecht auf die Fahne schreiben kann, nur im dann, die das ernst nehmen (AI, Human Right's Watch, B'Tselem) zu Antisemiten zu erklären...
 
Die geltendes Völkerrecht darstellt, siehe die Internationale Konvention über die Bekämpfung und Bestrafung des Verbrechens der Apartheid. Deutschland hat sich ua mit Art 25 GG verpflichtet, dieses zu achten.

Is schon iwie seltsam, wie oft man sich Völker- und Menschenrecht auf die Fahne schreiben kann, nur im dann, die das ernst nehmen (AI, Human Right's Watch, B'Tselem) zu Antisemiten zu erklären...

Amnesty International, Human Rights Watch, PETA und andere NGOs stehen seit langem in der Kritik. Und Amnesty International steht insbesondere auch wegen seinen Apardheits-Vorwürfen in der Kritik, es wurde AI vorgeworfen, dass der Bericht, eine Reihe von Ungereimtheiten, Lügen, Unterstellungen und ungeprüften Behauptungen wie der Historiker Michael Wolfsohn feststellte.

Der Psychologe und Autor Ahmad Mansour, selbst Palästinenser äußerte sich zum AI-Bericht und sagte dazu, "Die Lage in Israel, im Westjordanland und im Gaza-Streifen ist weit komplexer, als es sich die Verfasser des AI-Berichts es sich offenbar vorstellen können."
 
Hast du den Bericht gelesen, bzw einen der drei? Alle drei Menschenrechtsorganisationen haben jahrelang unabhängig daran gearbeitet, mit der entsprechenden Expertise, unter Einbeziehung von Betroffenen (Israelis und Palästinenser) und aller erforderlichen Sorgfalt, und sind 2021 zu dem Schluss gekommen, das die Definition des Völkerrechts erfüllt ist. Nicht nur in den besetzten Gebieten, sondern auch in Israel selbst. Da finde ich lapidare Hinweise ohne Belege, oder den Verweis auf einen einzelnen Talkshowgast nicht besonders zwingend, sry.
 
Weder sind irgendwelche in Deutschland lebenden Menschen(wer immer sie auch sein mögen) für die Politik der israelischen Regierungen (wie immer man auch dazu stehen mag) verantwortlich zu machen, noch ist kollektiv die Bevölkerung Israels dafür verantwortlich zu machen.
Die Bevölkerung Israels hat in freien Wahlen entschieden, wer sie regiert.* Deswegen ist sie verantwortlich für das, was ihre Regierung tat, tut oder unterlässt.

Das gleiche gilt auch für Hamas. Sie wurden gewählt. Dass Hamas danach keine Wahlen hat mehr stattfinden lassen, steht auf einem anderen Blatt.

Die Israelis und Palästinenser ob ihrer Schicksale zu bedauern, bringt uns nicht weiter – sie haben sich das selbst eingebrockt.

Dass es auch anders gehen kann, haben Jitzchak Rabin und Jassir Arafat bewiesen. Das ist jetzt 40 Jahre her und fast alles damals Erreichte haben Nachfolger auf beiden Seiten zunichte gemacht.

Jedenfalls mit Netanjahu und Hamas wird es keinen Frieden geben - es braucht einen neuen Rabin und einen neuen Arafat.

* Es ist völlig egal, wie diese Netanjahu-Regierung zustande gekommen ist: Es war ein demokratischer Prozess, kein Putsch. Jedenfalls haben die Gegner Netanjahus zuvor ihre Chance gehabt, aber nicht genutzt.
 
Nur leider war es bisher fast immer so, dass, wenn Israel nachgab (z.B. Abzug aus dem Gaza-Streifen, Abzug aus Südlibanon), das zu seinem Nachteil ausschlug. Schon deshalb, weil die Feinde Israels dieses Nachgeben für sich als ihren "Sieg" proklamieren (also damit werben, sie hätten Israel dazu gezwungen). Solange Israel es mit Gegnern zu tun hat, deren erklärtes Ziel die Auslöschung Israels ist, wird sich daran auch nichts ändern. Jede (vermeintliche) Schwäche (d.h. alles, was sich propagandistisch als Zeichen von Schwäche interpretieren lässt) ermutigt seine Gegner, die nach Möglichkeit die neu gewonnenen Räume übernehmen und ihren Kampf gegen Israel fortsetzen.
 
Amnesty International verwendet bewusst Apardheits-Definitionen der UN, und es ist natürlich die Assoziation mit der rassistisch motivierten Apardheit in Südafrika ganz bewusst gewählt, um Israel zu diskreditieren, um Israel zu diffamieren,
Naja, an der Stelle wäre die Frage zu stellen, ob es sinnvoll kritisierbar ist, dass sich Organisationen, die sich der Überprüfung der Einhaltung von Menschen- und Völkerrecht widtmen, Definition der UN bedinenen?

An dieser Stelle ist, das Problem wahrscheinlich vor allem, dass die bewusste UN-Definition sehr schwammig zu sein scheint oder jedenfalls wohl öffters deswegeen kritisiert wurde, so dass es hier möglicherweise Nachbesserungsbdarf gäbe.

Einerseits kann man natürlich NGOs vorwefen, wenn sie sich auf schwammige Definitionen stützen, dass sie damit damit versuchten, gegen ihnen unangenehmen Akteure vorzugehen und Definitionen auf diese und deren Handeln anzuwenden, die eigentlich für etwas ganz anderes gedacht waren.

Andererseits, wenn das Arbeitsgebiet der entsprechenden NGOs verstärkt mit dem Völkerrecht und seinen Konventionen zu tun hat und die gemeinsame Plattform hierfür die UN ist, welche anderen Möglichkeiten haben, sie dann, als sich dabei auf Definitionen der UN zu berufen?
Beriefen sie sich auf irgendwas anderes, könnten die UN und ihr Mitglieder jegliche Beschwerden solcher NGOs mit der Begründung zurückweisen, dass die in den Berichten angewandten Definitionen, nicht den Definitionen der UN und denen entsprächte, die im Völkerrecht Anwendung finden und daher eine Beschwerde unwirksam sei, weil die UN und ihre Mitglider eben nur den entsprechenden eigenen Definitionen verpflichtet seien.

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Ich denke, man wird NGOs, die sich mit Völkerrecht und Menschenrechten befassen durchaus zugestehen müssen, dass sie mit den in diesem Bereich gängigen Definitionen arbeiten.
Änderungen hier könnten sie allenfalls anregen und bei Thema "Apardheits-Definition" scheint es diese Diskussion wohl schon länger zu geben.


Historisch betrachtet, ist der Vergleich der Verhältnisse innerhalb Israels mit den inneren Verhältnissen des damaligen Südafrikas und Südrhodesiens natürlich Quatsch, braucht man sich nicht drüber zu unterhalten.
Das Problem dürfte aber sein, dass sich Gerichte, die UN, etc. in aller Regel nicht für die Plausibilität historischer Vergleiche zu interessieren haben, sondern für rechtliche Sachverhalte auf Basis der im Völkerrecht gängigen Definitionen, mit allen Mängeln, die dise haben.

Ich muss zugeben, dass ich die Berichte der oben genannten Organisationen nicht im Einzelnen kenne, so dass ich ad hoc nicht beurteilen kann, ob die Definitionen aus Verlegenheit verwendet wurden, weil es die einzigen sind, die entsprechende Vorgänge abdecken könnten (dazu fehln mir offen gesagt auch die Kenntnisse in Sachen Völkerrecht selbst) oder ob das gezielt propoagiert wird.


Deswegen würde ich persönlich mich da mit dem Vorwurf des Antisemitismus eher zurückhalten, kann aber durchaus sein, dass ich hier irre.

Was ich allerdings persönlich schwierig finde, ist nicht namentlich genannten NGOs (also so dass das nicht überprüfbar ist, da nicht daraus hervorgeht, auf wen und welche Aktionen sich das nun stützt), dass Ettikett "antisemitisch" zu verpassen, weil ich da die Gefahr sehe, dass solche Vorwürfe das große Feld der NGOs an und für sich in Misskredit bringen können.
Das würde ich, persönlich sehr ungerne sehen.
 
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Die Bevölkerung Israels hat in freien Wahlen entschieden, wer sie regiert.
Die Mehrheit der Bevölkerung ja, oder jedenfalls ein so großer Teil, dass sich damit eine Regierungsmehrheit zusammenbringen ließ.

Auf der anderen Seite, ist bekannt, wie umstritten die Regierung Netanyahu ja auch in Israel selbst ist.

Da kann man kaum behaupten, die israelische Bevölkerung wäre pauschal dafür verantwortlich was diese Regierung tut oder würde auch nur in ihrer Gesamtheit hinter der jetztigen Regierung stehen und man könne somit quasi jeden Israeli für mitverantortlich dafür erklären.
Ein großer Teil der israelischen Bevölkerung hat sich bei den letzten Wahlen für andere Parteien ausgesprochen und diesen Leuten kann man nicht vorwerfen an der Regierungspolitik die Verantwortung zu haben oder sie zu goutieren und mitzutragen.
 
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Nur leider war es bisher fast immer so ...
... dass es von beiden Seiten immer um Vergeltung für irgendetwas geht. Man könnte auch sagen: Es geht um Rache. Oder gemäß der Bibel: „Entsteht ein dauernder Schaden, so sollst du geben Leben um Leben, Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß, Brandmal um Brandmal, Beule um Beule, Wunde um Wunde.“
 
Huiuiui - kaum hat da jemand das böse Wort "Palästina" gesagt, segelt die Debatte gaanz, gaanz weit weg von der ursprünglichen Fragestellung. Ich verspreche daher mich dieses Begriffes im folgenden zu enthalten (auch ähnlich anrüchige Begriffe wie "Fluß" und "Meer" werde ich nicht einsetzen). Genug der halbseidenen Polemik, zum Thema UNO mit ein paar Vorbemerkungen:

Staaten
Die Welt ist aufgeteilt in Staaten; für andere Objekte gibt es zumindest kein Land, auf dem sie sich ausbreiten könnten. Die "freie Republik XY" müsste - wenn überhaupt - bestenfalls auf einem Floß außerhalb der 12-Meilen-Zone stattfinden: Nicht sehr erbaulich. "Staatenlose" (also Menschen) gibt es zwar ab und an, dieser Zustand ist aber - nach allen Berichten - nicht anzustreben.
Ein bißchen in Anlehnung an die "Realist-School" der Politikwissenschaften (in diesem Punkt erscheint sie mir treffend) ist die wesentliche Eigenschaften von Staaten ihre Souveränität: Nach innen ist diese - revolutionäre Umbruchszeiten und Staatszerfall einmal vorgelassen - ohnehin klar zu sehen: Auf seinem Staatsgebiet hat ein Staat absolute Autorität, die sich u.a. in seinem "Gewaltmonopol" ausdrückt.
Nach außen ist die Sache diffiziler, weil jedem Staat andere, genauso Souveränität einfordernde Gebilde (andere Staaten) gegenüberstehen, mit denen nicht in jedem Fall "gut Kirschen essen" ist. Im wesentlichen herrscht zwischen Staaten eine nicht immer leicht einzuhegende Konkurrenz (vielleicht sogar ein anarchisches Verhältnis). Obwohl Staaten sich als Gleiche sehen, gibt es doch erhebliche Unterschiede, was die ökonomischen, politischen und militärischen Möglichkeiten der einzelnen Staaten unterscheidet (z.B. Andorra- China) und eine dementsprechende internationale "Hackordnung", die bestimmt was sich der Einzelstaat leisten kann ("Quod licet USA, non licet Jordania" oder so ähnlich...).
Um sich zu schützen oder - was oft das selbe ist - bei den "Größeren" zu liebdienern, gehen Staaten temporär Verpflichtungen ein, treten Bündnissen und Konventionen bei oder versuchen sich auf andere Weise ("Neutralität") vor fremden Avancen zu immunisieren. Wesentlich ist allerdings, daß alle diese "freiwillig" eingegangenen Verpflichtungen nur temporär sind und jederzeit zurückgenommen werden können, wiewohl sie ursprünglich vielleicht auch als "ewig" bezeichnet wurden. Neutralität (Beispiel Schweden), "Schutz und Trutzbündnisse" (historisch eine fast endlose Beispielkette) oder internationale Verpflichtungen (wenn ich richtig informiert bin etwa Nordkorea - Atomwaffensperrvertrag) stehen - sobald es opportun ist - jederzeit zur Disposition; denn Staaten sind nun mal - siehe oben - souverän und können - solange man sie nicht unterbuttert - auf der internationalen Bühne agieren, wie sie wollen. Das einzige, das sie einhegen kann, ist letztlich Gewalt (vorerst diplomatische und ökonomische und - wenn das nicht hilft - militärische).

UN
Die UNO wurde 1945 gegründet und trägt in ihrer Konstruktion die Ergebnisse des 2. Weltkrieges in sich. Bei allen löblichen Absichten ist doch die Tendenz, das damalige politische Kräftegewicht widerzuspiegeln (insb. in der Konstruktion des Sicherheitsrates dessen weitreichende Kompetenzen durch die Veto-Power der Siegermächte konterkariert wird) evident. Man kann das kritisieren, wie das allerortens auch häufig gemacht wird, ich sehe das allerdings hauptsächlich als Selbstschutzklausel: Gäbe es die angesprochenen Veto-Rechte nicht, so hätte sich die Organisation schon bald aufgelöst (bzw. wäre ihrer Weltgeltung verlustig gegangen), weil ein in einer wichtigen Frage überstimmte "große Nation" (und mit ihr ihr Orbit) über kurz oder lang ausgetreten wäre: Je nachdem, welche Seite im kalten Krieg "die Reißleine gezogen" hätte, wäre die UN danach zum "politischen Beiwagerl" der NATO oder des Waschauer Pakts verkommen. Diese Notwendigkeit, die Interessen der Großen auszubalancieren, sehe ich persönlich heute immer noch und wäre bei allzu euphorischen Diskussionen um eine UN-Sicherheitsrats-Reform skeptisch: Eine in vielen Fällen paralysierte UN ist mir in den meisten Fällen immer noch lieber als gar keine.
Natürlich war und ist die UN unter diesen Umständen nicht in allen Fällen ein ehrlicher Makler und eine große Hilfe, und nur in Krisen, in denen sich die "Großen" entweder halbwegs einig sind oder sie zumindest keine "heißen Eisen im Feuer" haben, brauchbar und effizient; aber auch von diesen sekundären Fragen gibt es ja eine Menge...
Einstein soll einmal sinngemäß gesagt haben, solange es souveräne Staaten gibt, seien Kriege immer möglich. Wenns mit UN ein paar weniger sind: Bitte gerne.
 
Es ist doch völlig klar, dass der Staat Israel eine historische Realität ist nun nach dem Ereignissen von 1933 bis 1945 und inbesondere von 1941 bis 1945 alternativlos war. Alternativen wie einen jüdischen Staat in Patagonien zu gründen waren von vornherein Unsinn.
Man darf aber, selbst wenn man die Gründung des Staates Israel auf dem Gebiet des historischen Judäa als alternativlos anerkennt, trotzdem nicht vergessen, dass damit die Verdrängung von mehreren Millionen Palästinensern einherging. Ob diese sich als Palästinenser bezeichneten, spielt dabei keine Rolle. Spätestens seit der Nakbah gibt es eine palästinensische Identität. Es ist völlig unerheblich, ob es sie vor der Nakbah gab oder ob die Nakbah sie erst geschaffen hat.
Hat es eigentlich während oder nach dem WK II Ideen gegeben, den Juden auf dem Staatsgebiet des Deutschen Reiches einen eigenen Staat zu geben? Da schließlich Deutschland für die Ermordung von Millionen Juden verantwortlich war, hätte man auf diese Idee kommen können. Zum Beispiel Schleswig-Holstein oder Ostfriesland.
 
Hat es eigentlich während oder nach dem WK II Ideen gegeben, den Juden auf dem Staatsgebiet des Deutschen Reiches einen eigenen Staat zu geben? Da schließlich Deutschland für die Ermordung von Millionen Juden verantwortlich war, hätte man auf diese Idee kommen können. Zum Beispiel Schleswig-Holstein oder Ostfriesland.
Mir ist eine solche Idee nicht bekannt und ich kann mir kaum vorstellen, dass, wenn es eine solche Idee gegeben haben sollte, dass sie viele Anhänger gefunden hätte unter den Juden Europas.
Die Zionisten (in der ursprünglichen Bedeutung des Wortes) waren ja letztlich eine (linksgerichtete) säkulare Gruppierung unter den europäischen Juden, ihre Vision, "zurück" nach Israel zu gehen, wurden von den meisten Juden zunächst nicht geteilt, unabhängig davon, ob sie religiös/orthopraktisch lebten oder säkular. Gershom Sholem etwa versuchte Walter Benjamin dazu zu bewegen, nach Palästina zu kommen, der aber floh vor den Nazis nach Paris, schaffte aber den Sprung nach Amerika nicht rechtzeitig. Als seine Gruppe auf der Flucht von Frankreich nach Portugal an der spanisch-französischen Grenze von spanischen Grenzern aufgehalten wurde, um am kommenden Tag den deutschen Besatzungsbehörden übergeben zu werden, brachte Benjamin sich um - die spanischen Grenzer ließen daraufhin den Rest seiner Gruppe passieren.
Eigentlich erst mit der fortschreitenden Entrechtung während der dreißiger Jahre, die dann ab 1941 im Massenmord kulminierte rangen sich immer mehr Juden durch, nach Israel zu gehen, solange sie noch konnten bzw. nachdem sie es wieder konnten - was wiederum von der britischen Mandatsmacht argwöhnisch beäugt wurde. Migrationen bilden oft Netzwerke. Erste Migranten (hier die linksgerichteten säkularen Zionisten) ziehen gewissermaßen Freunde und Bekannte hinterher, wenn die Pull- und Pushfaktoren nur stark genug sind. Für die Pushfaktoren sorgte der europäische Antisemitismus und insbesondere die allmähliche Entrechtung der Juden in Deutschland. Je mehr Personen den ersten Auswanderern folgen, desto attraktiver wird das Auswanderungsziel für die anderen Mitglieder der Gruppe. Während die ersten Zionisten vielleicht gar keine echten Pullfaktoren (außer ihrem eigenen Idealismus) kannten, konnten sich - je mehr Zionisten sich in Palästina befanden -, nachkommende Juden auf ein Netzwerk verlassen, sie würden ihre Sprachen sprechen können, kulturell angeschlossen sein (man muss ja bedenken, dass es sich um Europäer handelte).

Ich glaube, 1945 ff. war für europäische Juden, auch solche, die keinerlei zionistisches Gedankengut vertraten, ein Staatsgebiet auf dem Gebiet Deutschlands nicht denkbar. Die jüdische Siedlung in Palästina war hingegen eine Realität geworden.

Warum waren die Zionisten säkulare Juden und nicht die Orthopraktiker?
Nach traditionellem jüdischen Glauben in der Diaspora läge der Zeitpunkt der Rückkehr nach Israel, der immer mit dem Satz "Nächstes Jahr in Jerusalem" in der ausgedrückten Hoffnung der Menschen nahe war, allein bei Gott und ließ sich nur durch Einhaltung der Gebote erreichen (daher Orthopraktiker). Die religiösen Juden erwarteten, dass der Messias den Tempel wieder errichten würde. Dann würde das jüdische Volk nach Israel zurückkehren. Daher war die Siedlung in Palästina eben kein reliöses, sondern ein säkulares Projekt. Und bis 1991 stellten die säkularen Juden in Israel die Mehrheit, was sich auch darin ausdrückt, dass Mapai/ha-Avod bis 2001 die meisten Regierungen stellte.

Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion wanderten viele sowjetische Juden nach Israel aus - damals interessanterweise auch nach Deutschland, man denke da z.B. auf den antisemitisch motivierten Wehrhahn-Anschlag, der als nicht aufgeklärt gelten muss (ein mutmaßlicher Täter wurde aus Mangel an Beweisen freigesprochen) oder an die ehemalige Parteichefin der Piraten, die aus der Ukraine stammt.

Die aus der SU stammenden Juden, die oftmals zwangssäkularisiert waren, sind heute oft stark religiös und haben dafür gesorgt, dass Mapai/ha-Avod seit 2001 eigentlich keinen Fuß mehr auf den Boden bekommt.
 
Es dürfte jedenfalls schwerfallen, Quellen zu finden, in denen vor 1900 von einem palästinensischen Volk, von einer palästinensischen Geschichte, einer palästinensischen Literatur, Musik, Architektur die Rede ist. Außerhalb Europas wurde der Begriff Palästina als Name einer Region schon seit Jahrhunderten kaum mehr verwendet.

Seit der islamischen Eroberung und der Auflösung der byzantinischen Provinz Palaestina Prima gab es keine Provinz, kein Vizekönigreich oder einen Sandschak dieses Namens.

. Die byzantinische Provinz Palaestina prima wurde als Militärbezirke Dschund Urdun (Jordan) und Dschund Dimasq (Damaskus) verwaltet. Im Osmanischen Reich gab es im Nahe Osten um 1900 die Provinzen Kudus i Sherif, Beyrut, Dimashk Hijaz.

Über Jahrhunderte wurde der Begriff Palästina fast nur in Europa verwendet als Name für eine Region. Die Briten haben den Namen Palestine sozusagen reanimiert, als sie dem von ihnen verwalteten Mandatsgebiet den Namen Palästina gaben.

Das palästinensische Volk in der Vorstellung einer reinrassig arabischen Bevölkerung hat 1964 Jassir Arafat gegründet und wenn man dieses palästinensische Volk, das ja laut der Palästinensischen Nationalcharta "untrennbarer Teil der gesamtarabischen Nation für ein geistiges Konstrukt hält, dann ist das sicher nicht rechtsradikal.
Darn it. Bei diesem Thema schreibt 'Scorpio' Beitraege an denen nichts zu ruetteln ist. Ein bisschen 'tweaking' vielleicht. Sieht man selten. Chapeau.
EQ kann, obwohl er es tapfer versucht, seine Parteilichkeit schwerlich verbergen. Alas, jedem Tierchen sein Plaesierchen.
Bei diesem Thema sind die Meinungen so fest eingegossen, dass es eigentlich vergeudete Zeit ist darauf einzugehen. Auch wenn mit Fakten confrontiert, gleich kommt eine Kakophonie von unqualifizierten Protesten. Isso.
 
EQ kann, obwohl er es tapfer versucht, seine Parteilichkeit schwerlich verbergen.
Oh, ich verberge meine Parteilichkeit überhaupt nicht. Sie ist nur nicht so einfach gestrickt, wie du infam unterstellst, in dem du einen Beitrag zitierst, in denen Scorpio sich den Narrativ der rechtsgerichteten in Teilen faschistischen Regierung Israels aneignet, der die Existenz der Palästinenser negiert und damit das Recht der Menschen die in Palästina gelebt haben.
Natürlich kann man das Dilemma ignorieren, aber Ignoranz hat noch nie etwas gebracht.

Ja, ich bin parteiisch. Aber völlig anders, als in deiner infamen Unterstellung!

Ich behaupte sogar: Wer sich an der ethnisch-religiösen Konfliktlinie orientiert und daran seine Parteilichkeit festmacht, legitimiert die Gewalt, jeweils der Seite, für die er Partei ergreift!!!!
Ich hingegen ergreife Partei gegen die Täter und für die Opfer, ihre ethnische Zugehörigkeit ist dabei irrelevant! Ob die Islamisten von Ḥamās oder Faschisten von Ben Gvirs 'Oṣmah Jehudit - das ist alles dieselbe exterministisch orientierte Mischpoke! Die einen wie die anderen möchten anstelle eines friedlichen Nebeneinanders den anderen ausradieren! Wer da Partei für eine der beiden Seiten ergreift, ist schlicht und ergreifend dumm oder selber ein Rassist bzw. Islamist (nebenbei ist der Islamismus nichts anderes als eine Spielart des Faschismus, der lediglich rassistische Elemente durch religiöse ersetzt).


täter-OPfer.png
 
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Oh, ich verberge meine Parteilichkeit überhaupt nicht. Sie ist nur nicht so einfach gestrickt, wie du infam unterstellst, in dem du einen Beitrag zitierst, in denen Scorpio sich den Narrativ der rechtsgerichteten in Teilen faschistischen Regierung Israels aneignet, der die Existenz der Palästinenser negiert und damit das Recht der Menschen die in Palästina gelebt haben.
kann man das Dilemma ignorieren, aber IgnoranzNatürlich hat noch nie etwas gebracht.

Ja, ich bin parteiisch. Aber völlig anders, als in deiner infamen Unterstellung!

Ich behaupte sogar: Wer sich an der ethnisch-religiösen Konfliktlinie orientiert und daran seine Parteilichkeit festmacht, legitimiert die Gewalt, jeweils der Seite, für die er Partei ergreift!!!!
Ich hingegen ergreife Partei gegen die Täter und für die Opfer, ihre ethnische Zugehörigkeit ist dabei irrelevant! Ob die Islamisten von Ḥamās oder Faschisten von Ben Gvirs 'Oṣmah Jehudit - das ist alles dieselbe exterministisch orientierte Mischpoke! Die einen wie die anderen möchten anstelle eines friedlichen Nebeneinanders den anderen ausradieren! Wer da Partei für eine der beiden Seiten ergreift, ist schlicht und ergreifend dumm oder selber ein Rassist bzw. Islamist (nebenbei ist der Islamismus nichts anderes als eine Spielart des Faschismus, der lediglich rassistische Elemente durch religiöse ersetzt).


Anhang anzeigen 25570

I
Man hätte auch sagen können: Ja, ich bin parteiisch aber im Gegensatz zu all den Dummköpfen, Ignoranten, Rechtsradikalen und Faschisten bleibe ich dennoch objektiv dabei. Ich stelle mich auf Seite der Opfer ganz egal, ob es sich dabei um Israeli oder Palästinenser, Juden oder Muslime handelt, Ich ergreife Partei für die Opfer, aber ich bleibe dennoch neutral dabei.

Ich ergreife Partei und zwar für die "richtige Sache und aus den richtigen Motiven.





Auch ich bin parteiisch, und wie so oft ergreife ich Partei für die falsche Seite, die falsche Sache, so wie ich meistens im Leben auf das falsche Pferd gesetzt habe, denn ich bin so dumm, so ignorant und faschistoid.

Es muss die falsche Seite sein, denn man bekommt Absagen, Drohungen, auch Morddrohungen dafür. Man ist nicht mehr willkommen, kann sich vielerorts nicht mehr blicken lassen, wird angepöbelt und angegriffen. Man wird abgesetzt und gecancelt dafür wie die Schauspielerin und Podcasterin Sarah Maria Sander, die von der Besetzung einer Hauptrolle gestrichen wurde. Ich traue mir auch nicht zu, die Täter und die Opfer immer so sicher identifizieren und auseinander halten zu können.

Wie oft hat man nicht schon im Palästinakonflikt eine Täter-Opfer-Umkehr präsentiert. Einige der Opfer waren in Wirklichkeit Täter, und auf Palästina-Demos trifft man regelmäßig auf "Opfer", die sich prächtig die sich prächtig in der Opferrolle eingerichtet haben, die sich aber nichts sehnlicher wünschen, als endlich Täter zu werden, und die ganz schnell gewalttätig werden, wenn sie mit nicht genehmen Positionen konfrontiert sind.


Abgesehen davon halte ich ein Geschichts- und Politikverständnis das die Akteure eines Konflikts in Täter und Opfer einteilt mindestens so problematisch wie die inflationäre Verwendung von Begriffen wie Faschismus" und "rechtsradikal"

So sehr scheint die Einteilung in Täter und Opfer ja auch nicht zur Trennschärfe beizutragen, wenn dann am Ende die demokratisch gewählte Regierung eines nach wie vor demokratischen Staates und eine Terrororganisation auf eine Stufe gestellt werden und so getan wird, als sei das ein nicht mehr zu unterscheidender Einheitsbreiauseinanderzuhaltender Einheitsbrei. Nicht nur das Gleiche, sondern diesselbe exterminatorische Mischpoke.

Da gibt es schon noch gewaltige Unterschiede, auch wenn ich ohne weiteres der These zustimmen würde, dass der Regierung Netanjahu im Grunde nichts Besseres passieren konnte.
 
Wer Partei an der ethnisch-religiösen Konfliktlinie ausgerichtet ergreift, wird immer die einen Opfer bagatellisieren und die Gewalt der anderen legitimieren. Wenn man in diese Falle hineintappt, lässt man sich leicht vor den Karren der jeweiligen Partei spannen. Ob nun vor den Karren rechtsgerichteter Israelis oder islamistischer (also ebenfalls rechtsgerichteter) Palästinenser. Wenn man ein wenig darüber nachdenkt, dann ist das eigentlich offensichtlich.
 
damit ist derzeitige Regierung Israels gemeint und mir stellt sich die Frage, ob ist als historische Tatsache oder als tagespolitisches Einsprengsel zu verstehen ist?
Natürlich ist die gegenwärtige israelische Regierung gemeint. Es ist zugegebenermaßen ein tagespolitisches Einsprengsel, allerdings aufbauend auf dem geschichtsverfälschenden Narrativ, dass die Palästinenser eine Erfindung seien, um zu verdeutlichen, woher dieser Narrativ kommt und wem er nützt.
 
damit ist derzeitige Regierung Israels gemeint und mir stellt sich die Frage, ob ist als historische Tatsache oder als tagespolitisches Einsprengsel zu verstehen ist?
Ich weiß ja, dass das mit den Zeitzeugen problematisch ist, aber da ich selbst mit manchen der gebotenen "Narrative" seit 35+ Jahren konfrontiert bin: Das is Geschichte. Nur leider nicht im Sinne des "Das ist vorbei"...

Abseits von Erzählungen weist die Politik Israels die Besatzung betreffend ebenfalls seit Dekaden eine große Kontinuität auf, unter allen Regierungen und Parteikonstellationen.
 
allerdings aufbauend auf dem geschichtsverfälschenden Narrativ, dass die Palästinenser eine Erfindung seien
mit Erstaunen habe ich gerade gelesen, dass schon Golda Meir dieses Narrativ verwendete, und das ist recht lange her:
Laut dem australischen Historiker Martin Bunton bestand unmittelbar vor dem Ersten Weltkrieg Palästina nicht als Verwaltungseinheit, sondern war in die Bezirke Jerusalem, Nablus und Akkon geteilt. Später habe dieser Sachverhalt dazu beigetragen, dass einige politische Führer die Existenz von „Palästinensern“ bestritten. So bemerkte die israelische Premierministerin Golda Meir 1969: „Wann gab es ein unabhängiges palästinensisches Volk mit einem palästinensischen Staat?“[13]
und jetzt frage ich mich, ob schon Meir - wegen dieses Narrativs - als "rechtsgerichtet und in Teilen faschistisch" gesehen werden sollte.
 
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