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Eigentlich dreht sich die wirtschaftswissenschaftliche und historische Diskussion ja häufig auch genau darum: Weshalb entwickelte sich aus einem Börsenrutsch - den man grundsätzlich erwarten muss, selbst wenn er in diesem Fall recht stark ausfiel - eine derart langanhaltende, weltweite politische und wirtschaftliche Krise?a) Natürlich ist ziemlich egal, was ich denke, aber meines Erachtens wurde aus dem Fall der Aktienkurse im Herbst 1929 erst aufgrund falscher wirtschaftspolitischer Reaktionen die Große Depression. Das betrifft insbesondere die Geldpolitik (das haben Friedman und Schwarz für die USA gezeigt) und die protektionistische Handelspolitik der damaligen Zeit. Diese Fehler sind in der Weltfinanzkrise 2008/09 vermieden worden.
b) Der wohl immer noch führende Experte für das Thema ist Harold James (the German Slump; the end of globalization).
Im Bezug auf Deutschland mag es auch durchaus sein, dass hohe Konsumneigung und etwas sorgloser Umgang mit Verschuldung der vorrangegangenen Inflationserfahrung der frühen 1920er Jahre geschuldet war.Background dieser Entwicklung war natürlich die ökonomische Euphorie in Boom-Zeiten: Die Schulden-Peanuts ließen sich, glaubten allzuviele, doch leicht (die Börsenkurse explodierten gerade) durch kluges Investment des eigenen Taschengeldes an der Börse wettmachen.
Das dürfte sehr davon abhängen, welche Märkte überhitzen und zusammenbrechen.M.M.n. nicht wirklich. Von wenigen Ausnahmefällen (möglicherweise der Hollang-Blumen-Markt - Stichwort "Tulpen" - des 17. Jahrhunderts) abgesehen kommt es zu Börsencrashs selten in einer vollständig "gesunden" ökonomischen Situation. Ohne - mangels historischer Detailkenntnis - die Frage, warum der 1929er-Crash so schwere und langwierige Folgen hatte, ausreichend beantworten zu können, nur ein kleines, aber wahrscheinlich aufschlußreiches Detail:
Möchte darauf hinweisen, daß das von mir zitierte Argumentations-Mosaiksteinchen ausschließlich auf die Situation in den USA gemünzt war. Inwieweit Überschuldung durch Konsumkredite auch in Europa ein Problem war entzieht sich derzeit meiner Kenntnis.Im Bezug auf Deutschland mag es auch durchaus sein,...
Ich wollte immer mal Harold James' Buch über die Große Depression lesen, bin irgendwie nie dazu gekommen. Was das Konsumentenkreditvolumen betrifft, habe ich auf die Schnelle keine Datenreihe gefunden, die bis in die 20er zurückreicht. Jordá und Schularick bringen aber das Volumen von Krediten an private Haushalte und nichtfinanzielle Unternehmen, das man sinnvollerweise in Relation zum Bruttoinlandsprodukt setzt. Tatsächlih zeigt sich ein drastischer Anstieg bis 1929 und danach ein noch drastischerer Absturz.Möchte darauf hinweisen, daß das von mir zitierte Argumentations-Mosaiksteinchen ausschließlich auf die Situation in den USA gemünzt war. Inwieweit Überschuldung durch Konsumkredite auch in Europa ein Problem war entzieht sich derzeit meiner Kenntnis.
Wo stammt diese Info eigentlich her? Oberflächliches, aber nicht ganz unkundiges Suchen ergab nur die oben gezeigten Zeitreihe (die allerdings vielleicht sogar noch aussagekräftiger ist).Im Dezenium vor 1929 wuchs die Kreditverschuldung für den Ankauf von Konsumgütern in den USA um 700% (von 100 Mio. auf 7 Miard. US-Dollar) !
Wo stammt diese Info eigentlich her?
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