Warum keine Sklavereigegner in der Unionsarmee?

Dieses Thema im Forum "USA | Kanada" wurde erstellt von Trojan, 30. Juli 2013.

  1. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    Das würde ich so nicht stehen lassen. Als Amerikaner fühlten sich auch die Bewohner der Südstaaten, als Amerikaner hatten ihre Vorfahren die Unabhängigkeit erklärt und nach einem langen Krieg durchgesetzt und als Amerikaner schlossen sich die Südstaaten zu den Konföderierten Staaten zusammen. Staaten, die sich gegen die Sezession entschieden oder sich nicht gegen die Sezession entscheiden konnten, weil dort so viele Unionstruppen stationiert waren wie Maryland, Kentucky Missouri und das heutige West Virginia mal außen vor gelassen.
    Es hatten sich allerdings die Nord- und Südstaaten im Laufe der Zeit sehr entfremdet nicht zuletzt auch weil sie unterschiedliche Interessen hatten. Staaten wie New York, Pennsylvania und Massachusetts waren beteits in starkem Maße industrialisiert. <die Politiker dieser Staaten waren für Schutzzölle, um die heimische Industrie gegen Importe aus GB zu schützen. Staaten wie Virginia, Georgia, die Carolinas, Alabama, Louisiana waren vor allem agrarisch geprägt, GB war ein wichtiger Absatzmarkt für Tabak, Reis, Baumwolle und Zucker, und diese Staaten hatten kein Interesse an Schutzzöllen, da abzusehen war, dass GB im Gegenzug Schutzzölle auf Agrarprodukte aus dem Süden erheben konnte. Im Kongress hielten sich sklavenhaltende Staaten und freie Staaten am Vorabend des Bürgerkriegs noch die Waage, dieses Gleichgewicht drohte sich aber zu Gunsten des Nordens zu verschieben, mit jedem neuen Territorium, das als Bundesstaat in die Union aufgenommen wurde. Die Pflanzeraristokratie des Südens erschwerte sehr die Wettbewerbsfähigkeit von kleinen Farmern und Handwerkern. Viele Amerikaner suchten in den West-Territorien eine neue Zukunft, und wollten daher keinesfalls die Sklaverei dulden.

    Vielen Gründervätern war durchaus bewusst, dass die Institution der Sklaverei ein großer Widerspruch zur Unabhängigkeitserklärung war. Das Wort Sklaverei kommt darin kaum vor. Tatsächlich gab es während der Amerikanischen Revolution noch in manchen Nordstaaten Sklaverei. In New York, Massachusetts wurde sie in den 1790er Jahren abgeschafft. Rassismus war auch im Norden verbreitet, und die Abolitionisten eine zahlenmäßig kleine Gruppe. In Washingtoner Zeitungen wurde ganz offen für Auktionen in Maryland oder Virginia geworben, und New Yorker Banken gewährten Kredite für Sklavenkauf oder versichterten Sklaven gegen Diebstahl. Manche Yankees besaßen sogar Plantagen oder waren über Strohmänner daran beteiligt. In Harriet Becher-Stowes Bestseller Uncle Tom´s Cabin ist der Südstaatler Augustinj St. Clare ein Gegner der Sklaverei, und die Plantage die er erbte, wird von seinem Zwillingsbruder aus Vermont bewirtschaftet. Der fieseste Sklavenhalter von allen ist in diesem Roman Simon Legree aus Neuengland, der eine heruntergekommene Plantage am Red River besitzt. Erst als durch den Fugitive Slave Act von 1850 willkührlich auch freie Schwarze im Norden gekidnappt wurden, schlug die Stimmung allmählich um im Norden gegen die Sklaverei. Missouri, Kentucky, Delaware, Maryland und ein Teil Virginias, der heutige Bundesstaat West-Virginia blieben aber als sklavenhaltende Staaten in der Union. In Kansas Stichwort Bleeding Kansas kam es bereits von 1861 zu bürgerkriegsähnlichen Tumulten zwischen Gegnern und Anhängern der Sklaverei.
     

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