Welche FORTSCHRITTE brachte Industrielle Revolution für die Frau?

Dieses Thema im Forum "Die Industrielle Revolution" wurde erstellt von Kayla123, 7. Januar 2009.

  1. Kayla123

    Kayla123 Neues Mitglied

    Hallo ihr, genau zu diesem Thema habe ich bisher nichts genaues gefunden..
    Es geht um Deutschland, noch dazu aber sollen wir das Ganze dann mit Pakistan vergleichen!
    In jedem Artikel wird beschrieben dass die Frau weiterhin unter dem Mann war etc aber es muss doch auch Fortschritte gegeben haben, oder!?

    Hat irgendjemand eine Ahnung über Pakistan? Liege ich richtig in der Annahme, dass es dort noch garkeine Indurstielle Revolution gab, daher alles noch so ziemlich so ist, wie bei uns damals bzw es kaum Fortschritte für die Frauen dort gibt?

    Lg, Kayla
     
  2. Klaus

    Klaus Neues Mitglied

    *nervtöt* Wann geht die 68er-LehrerInnenGeneration mit ihrem gynozentrischen Weltbild endlich in den Ruhestand ?
     
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  3. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Na gut, dass wir keine Feindbilder haben. ;)
     
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  4. Cephalotus

    Cephalotus Aktives Mitglied

    Hallo,

    ich bin in der Thematik gerade nicht drin, aber wenn du Zugang zu einer Bibliothek hast könntest du dir mal das Buch: "Frauen-Geschichte. Zwischen Bürgerlicher Verbesserung und Neuer Weiblichkeit" von Ute Frevert ausleihen.

    Da wird deine Frage zumindest für Deutschland auch mit angesprochen.

    Zu dem damaligen Pakistan möchte ich nur sagen, dass es das meines Wissens "damals" noch gar nicht gab. Wenn ich das recht im Kopf habe (wenn nicht, möge man mich da korrigieren), dann spaltete sich Pakistan erst 1947 von Indien ab. Ein zeitlich paralleler Vergleich ist also m. E. gar nicht möglich.

    Man müsste also prüfen welche Entwicklung Pakistan ab 1947 genommen hat. Ich könnte mir da durchaus auch eine Art industrielle Revolution vorstellen (immerhin ist Pakistan heute ja eine "Atommacht"). Da müsste man aber nachlesen...

    Was man als Unterschiede zwischen Deutschland und Pakistan auf jeden Fall ausmachen kann, ist, dass Pakistan ein islamisches Land ist. Die Stellung der Frau ist dort also traditionell nicht so gleichberechtigt wie wir das heute bei uns kennen. Ich will damit nicht unbedingt sagen, dass eine Frau dort "weniger Wert" ist als ein Mann, aber die Rollenverteilung ist sicherlich deutlicher ausgeprägt als bei uns.

    Mehr fällt mir aus dem Stegreif nicht ein.

    Viele Grüße,

    Bernd
     
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  5. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Verbesserung der Lage der Frau durch die Industrielle Revolution?
    Ich hätte zuerst spontan gesagt: Es gab keine Verbesserung. Denn die Mehrheit der Menschen lebte im Zeitalter der Industriellen Revolution im Elend. Die Industrielle Revolution schuf erst eine neue soziale Schicht von Besitzlosen (Proletarier), dadurch, dass die Aussicht auf Arbeit Menschen in die Städte zog, in denen eine Industrie bestand. Menschen die eben nicht mehr besaßen, als ihre Arbeitskraft, sobald sie den elterlichen Hof verließen, denen aber die Möglichkeit unabhängig zu sein attraktiv erschien.

    Aber: Vorher war es einer Frau in vielen Gegenden - insbesondere auf dem Land - nicht möglich, einen eigenen Hausstand zu gründen. Man lebte in Großfamilien auf dem elterlichen Hof, den meist der älteste Sohn erbte. Jüngere Geschwister blieben u.U. als Kneche und Mägde auf dem Hof. Wer als Frau verheiratet werden konnte, hatte - je nach Mann - Glück. Wer als Magd auf einen fremden Hof geschickt wurde, musste damit rechnen, auch sexuell ausgebeutet zu werden (was nicht heißt, dass alle Eheleute glücklich waren und Unverheiratete sexuelle Kontakte nur in Ausbeutungssituationen gehabt hätten).
    Mit der industriellen Revolution löst sich die Großfamilie langsam auf. Man geht in die Stadt, versorgt sich selbst, gründet viel eher einen eigenen Hausstand. Die Stadt kann wachsen, wenn aus einer Familie mehrere Familien hervorgehen, aber das Ackerland schrumpft, wenn es unter den Kindern einer Familie aufgeteilt werden muss.
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. Januar 2009
  6. Klaus

    Klaus Neues Mitglied

    Ein technischer Fortschritt wie z. B. die neolithische oder die industrielle Revolution ermöglicht es, eine höhere Bevölkerungsdichte zu ernähren - Menschen, die anderenfalls wahrscheinlich ebenfalls geboren aber dann irgendwie wieder verschwunden, sprich verhungert, wären.

    Die Konsequenz ist eine Bevölkerungsexplosion und eine soziale Destabilisierung, weil die zusätzlichen Menschen sich nicht in die existierenden sozialen Strukturen einbinden lassen.

    Diese Bevölkerungszunahme hat es in Europa gegeben, sie ist dann später zum Stillstand gekommen. Letzteres geschah keineswegs zwangsläufig und auch nicht, weil die Grenzen des neuen Nahrungsangebots erreicht gewesen wären, sondern über die Senkung der Geburtenrate. Der Mechanismus' war mMn der, dass sich für die Frauen mehr Berufs-, Geld-, Freizeit- und Konsumalternativen bzw -zwänge ergaben, die im Konkurrenz zur Kinderaufzucht standen.

    In Pakistan sind die praktischen Konsequenzen, also Steigerung der verfügbaren Nahrungsmenge, erst später, über die Briten, angekommen, so dass sie sich jetzt mitten in der Phase der Bevölkerungszunahme (in den letzten 50 Jahren um den Faktor 3) befinden.

    Ob sich hier auch eine konstante Population einstellen wird, bleibt abzuwarten. Die kulturellen Voraussetzungen sind sicherlich andere als in Europa. Es wäre durchaus mit dem Islam vereinbar, wenn die Frauen auch weiterhin eine hohe Zahl an Kindern zur Welt brächten und nicht von den Alternativen Gebrauch machten. Es kömmt also im Zukunft darauf an, ob die Pakistani es wollen und auch schaffen, die traditionellen Geschlechterrollen zu verteidigen.
     
  7. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Hier möchte ich für die industrielle Revolution widersprechen: Bis die Industrialisierung die Landwirtschaft erreicht hat, hat es ja doch ein Weilchen gedauert. Sprich: die Nahrungsmittelproduktion ist durch die industrielle Revolution zunächst nicht berührt worden.
     
  8. Kayla123

    Kayla123 Neues Mitglied

    Hallo ihr, erstmal vielen lieben Dank für eure schnellen Antworten!
    Zum Glück haben wir noch einmal Geschichte bevor wir unser Referat dann halten müssen, aber ich bin gerade richtig froh, dass ihr mir da zustimmen könnt, dass kein wirklicher Fortschritt für Frauen zu erkennen ist. Komisch ist und bleibt aber, dass der Lehrer selbst uns die Fragestellung gegeben hat..
    naja danke euch!
    Kayla
     
  9. Caro1

    Caro1 Neues Mitglied

    @ Kayla 123
    Nun ja, die industrielle Revolution brachte zumindest mit sich, dass Frauen nun mehr Arbeitsmöglichkeiten hatten. Mehr als die Wahl als Dienstmagd oder Mätresse bestiegen zu werden, drastisch und überspitzt gesagt.
    Sie hatte mehr Möglichkeiten für sich allein oder ihre Familie zu sorgen. Bekanntermassen arbeiteten in den ersten Textil-Fabriken überwiegend Frauen. Ein Vorteil, der gleichzeitig ein Nachteil ist, weil durch die Fabrikarbeit auch das familiäre Leben litt.

    Mein Tip: Versuche zu eruieren, welche Einstellung dein Lehrer hat und liefere ihm dann entsprechende Argumente ... :pfeif::scheinheilig:
     
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  10. Arcimboldo

    Arcimboldo Aktives Mitglied

    :grübel:....die beginnende Industriealisierung verdrängte immer mehr Berufe, in denen Frauen tätig waren und seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts lösten sich die überkommenen Sozialstrukturen auf. Die wachsenden Städte schienen bessere Möglichkeiten zu bieten, aber die Lebensbedingungen der städtischen Dienstmädchen waren häufig miserabel. Die o.g. Abhängigkeiten aus feudalen Zeiten wechselte mit der Abhängigkeit von schlechtbezahlten Arbeiten und deren "Arbeitgeber".
    " Insbesondere bei alleinstehenden Frauen reichte der knappe Lohn kaum dazu aus, den Lebensunterhalt zu bestreiten.
    Von ihren männlichen Kollegen wurden die Arbeiterinnen meist nicht unterstützt. Arbeiterorganisationen ließen Frauen von vorneherein nicht als Mitglieder zu oder schlossen sie aus, als Ende des 19. Jahrhunderts der politische Druck auf die Gewerkschaftsbewegung zunahm...."
     
  11. Caro1

    Caro1 Neues Mitglied

    Interessant. Welche Berufe waren das? :grübel:
    Ich meinte ja gerade, das alleinstehende Frauen durch die entstehenden Fabriken mehr Möglichkeiten hatten, als nun gerade Dienstmagd, Gouvernante, Mätresse oder Prostituierte zu werden, wenn die Familie sie nicht versorgen konnte oder wollte.

    Die schlechten Arbeitsbedingungen trafen ja nun nicht nur die Frauen, sondern auch die Männer. Und schon vor der Industrialisierung wurden Männer besser bezahlt, denn sie galten ja stets als Versorger. Wie in der Steinzeit: Der Mann kümmert sich ums Fleisch, die Frau um die Höhle ... hat sich nüscht geändert, zumindest in Deutschland nicht, jetzt mal im Vergleich zum übrigen Europa.
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. Januar 2009
  12. Themistokles

    Themistokles Aktives Mitglied

    Vorsicht: Manche Lehrer verlangen eigene Ansichten, da kann dies ganz leicht nach hinten losgehen.

    Vor der Industrialisierung begegnet uns kaum Lohnarbeit. Die meisten arbeitenden Menschen verkaufen ihre Arbeitsprodukte um den Lebensunterhalt zu bestreiten.
    In der Altsteinzeit kümmerten sich Frauen sicherlich nicht um die Höhlen, denn man wohnte in Zelten oder Hütten (weniger dunkel, transportabel, ohne Höhlenbären). Als Sammlerinnen leisteten auch Frauen einen wichtigen Beitrag zur Ernährung.
     
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  13. Hulda

    Hulda Gast

    Zunächst war die Industrielle Revolution für Frauen (und Kinder) eine Katastrophe, konnten Mütter doch nicht mehr- wie in der Regel bisher- parallel zur Arbeit ihre Kinder beaufsichtigen, wie z. B. auf einem Bauernhof.
    Schwanger wurden sie nach wie vor permanent...

    Jedoch entstand im Zuge der Industriellen Revolution eine breitere Fächerung von Arbeitsmöglichkeiten für Frauen, da Maschinenkraft nicht vorhandene Muskelkraft ersetzte.

    Ein modernes Beispiel dazu ist die Befähigung von Frauen, durch technischen Fortschritt Lastkraftwagen zu führen, das wäre noch vor einigen Jahren nicht möglich gewesen...

    Ein wirklicher Fortschritt hinsichtlich der Arbeitsmöglichkeiten ist erst durch die Methoden einer sicheren Schwangerschaftsverhütung erzielt worden, aber auch die hat nicht nur positive Seiten, was zu erörtern mE diesen Thread aber sprengen würde.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 12. Januar 2009
  14. Caro1

    Caro1 Neues Mitglied

    Schon vor der Entstehung von Fabriken arbeiteten Männer oder Jungen als Lehrlinge, Gesellen oder Hilfskräfte in Werkstätten, im Handel und in anderen Bereichen. In einem größeren Laden erhielt eine männliche Hilfskraft auch mehr als eine weibliche, bei gleicher Tätigkeit. Da stand schon immer der Gedanke dahinter, ein Mann müsse seine Familie verorgen, selbst wenn er alleinstehend war. Auch auf dem Bauernhof erhielten Knechte mehr Lohn als Mägde.

    Sorry, in diesem Zusammenhang (mein Spruch bezüglich der Steinzeit) macht es für mich keinen großen Unterschied, ob sich die Frau um die Höhle kümmerte, das Zelt oder einen Bretterverschlag. Die hauptsächliche Tätigkeit blieb ähnlich. *smile*
     
    Zuletzt bearbeitet: 13. Januar 2009
  15. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    In einem Kleinbetrieb gehören Knechte und Mägde zur Familie, sind somit in einem sozialen Netz. Dies geht mit der Industrialisierung verloren: Keine Unterkunft beim Arbeitgeber, keine Teilnahme an den Mahlzeiten...
     
  16. Caro1

    Caro1 Neues Mitglied

    Arbeitsmöglichkeiten alleinstehender Frauen

    Ich weiss nicht, ob die Stellungsnahme hier reinpasst oder einen eigenen Thread verdient:

    Im Grunde haben wir uns hier immer nur über die unterste Gesellschaftsschicht unterhalten. Völlig auer Acht gelassen haben wir dabei die Problematik der verwitweten Bürgerfrau oder Tochter, und auch des verarmten Adels. Sie durften nicht arbeiten, ohne in der Sozialhierarchie abzusteigen. Was konnten Sie also tun, wenn es keinen Versorger gab und die liebe Verwandtschaft zu geizig war, oder selbst nur über ungenügende Geldmittel verfügte?

    Gerade zur Zeit der industriellen Revolution wurde es auch in Deutschland Usus dass Töchter des niedrigen oder verarmten Adels als Gouvernanten entweder in der Aristokratie oder auch im gehobeneren bzw. reichen Bürgertum ihr Auskommen fanden. Im Gegenteil, es wurden auch im Bürgertum so viele Gouvernanten zur Erziehung der Töchter gesucht, dass sie aus Frankreich rekrutiert werden mussten.

    Grund hierfür war sicher auch das beginnende Umdenken bezüglich der Ausbildung und Weiterbildung der Mädchen. Es war ja noch so, dass die erste Ärztin Deutschlands heimlich promovieren musste.
    Mehr dazu unter Die erste Ärztin Deutschlands musste heimlich promovieren | Deutschland | Deutsche Welle | 05.01.2006
    und GRIN - Die Gouvernante im bürgerlichen Haushalt des 19. Jahrhunderts - Seminararbeit*
     
    Zuletzt bearbeitet: 14. Januar 2009
  17. belisarius

    belisarius Neues Mitglied

    Kann man diese Entwicklungen nicht auch nach Ländern spezifizieren?
    Denn als Dtld. längst industrialisiert war, lebten die Vorfahren meiner Familie immer noch als Großfamilie auf dem gemeinsamen Hof, Frauen hatten im Dorf nur klassische Rollen inne, die Männer "schafften an".
    Oder ist diese Entwicklung lediglich auf die dt. Landbev. zu begrenzen?

    Auf alle Fälle aber muss man die Perioden der Industrialisierung berücksichtigen.
    Denn in der Frühperiode waren vornehmlich die Städte stärker in die Industrialis. involviert, weniger das Land. Das gilt es auf alle Fälle zu berücksichtigen.
     
  18. Caro1

    Caro1 Neues Mitglied

    Nein, es war grundsätzlich Usus, dass der Gatte oder ein männlicher Verwandter "anschaffte". Bestandteil des Betreuungsrechts von 1900 war der Satz, dass bei einem Streit zwischen Eheleuten der Mann das letzte Wort habe. Entscheidungen oblagen also ihm. Die Frau hatte ein Mitsprachrecht, aber keine Entscheidungsfreiheit.
    Elterliche Gewalt​
    Sie war eine väterliche Gewalt. Bei Meinungsverschiedenheiten hatte der Vater stets das „letzte Wort". Die Mutter nahm „nur" die Personensorge war.​
    Ehefrau​
    Formal stand die Ehefrau nicht mehr unter der Gewalt des Mannes. Allerdings, durch die Eheschließung, verlor sie einen Teil der Geschäftsfähigkeit (z.B. Wohnort), Letztentscheidung aller Angelegenheiten oblagen dem Mann​

    Aus: http://www.kfhnw.de/koeln/bindata/hub.doc
     
  19. Eber

    Eber Gesperrt

    Warum so kompliziert wenn es auch einfacht geht?
    Waschmaschine
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    Moulinexprodukte
    künstliche Befruchtung
    Strumpfhosen
    das goldene Blatt
    Fernseher
     
  20. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    So langsam hab ich den Verdacht, dass es du kein Interesse an einer historischen Diskussion hast, sondern einfach einwenig Spam verbreiten möchtest.
     

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