Welthauptstadt Germania

Dieses Thema im Forum "Das Dritte Reich" wurde erstellt von Toffi, 20. Januar 2009.

  1. Toffi

    Toffi Neues Mitglied

    Hallo Leute,
    folgender Punkt. Ich schreibe gerade eine Facharbeit mit dem Thema *Welthauptstadt Germania*. Ich möchte dabei besonders auf die Repräsentationsarchitektur eingehen. Man findet dazu ja schon einiges im Internet doch...
    1. sind einige Aussagen über den Architekturstil (neoklassizismus,...) ziemlich widersprüchlich. Da ich mich jetzt mit Architektur nicht gut auskenne kann das ganz schnell fatal enden wenn ich darüber schreibe
    und 2. finde ich, dass man bei einer guten Recherche um Literatur nicht drum rum kommt.

    Habe bereits Hans J. Reichhardt und Wolfgang Schäche - Von Berlin nach Germania.
    Ich lebe in Berlin und hier gibts ja nun wirklich einige Bücherein. Leider sind es soviele das sich meine Suche nach passender Literatur echt schwer gestaltet.

    Daher würde ich mich freuen wenn sich vielleicht schonmal jemand mit diesem Thema beschäftigt hat und mir da ein paar Bücher empfehlen kann die ich mir ausleihen sollte.

    Also schonmal vielen Dank im Vorraus!!!

    Gruß
    Toffi
     
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Schau doch mal ob, Du nicht an die Erinnerungen von Albert Speer kommst. Du musst ihm zwar nicht alles glauben, was er schreibt - er hat sehr geschickt seine Legende gewoben -, aber im architektonischen Bereich stand er an erster Stelle.
     
  3. Toffi

    Toffi Neues Mitglied

    Erstmal danke für die schnelle Antwort :).

    Wenn du sagst das er im architektonischen Bereich an erste Stelle stand. Meinst du dann sein Know-How im architektonischen Bereich oder dass das Buch was Informationen über die Architektur angeht an erster Stelle steht?
     
  4. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Speer war "Hitlers Architekt". Er war derjenige, der mit Hitler die Planung von Germania besprach, mit dem Hitler fachsimpeln konnte. Und Speer hat in dieser Hinsicht Hitler auch im Nachhinein noch für fähig angesehen, obwohl er sich ideologisch sonst von ihm distanzierte.
     
  5. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

  6. Toffi

    Toffi Neues Mitglied

    ohhhh peinlich ^^. sorry wenn der eindruck entstand ich wüsste nicht wer Speer ist. Nee über Speer hab ich in meiner Arbeit auch schon 2 Seiten verfasst.
     
  7. urvo

    urvo Aktives Mitglied

    Hallo Toffi,
    Städtebaulich betrachtet war Speers Plan keineswegs der große Bruch mit der Tradition, sondern ein letzter Versuch in klassischem Städtebau – wenn auch gigantisch überhöht. Die meisten historischen Ensembles und weite Teile der Innenstadt Berlins wären dabei unangetastet geblieben. Die Nord-Süd-Achse hätte, abgesehen vom Alsenviertel im Spreebogen und der Gegend am heutigen Kulturforum, wenig bedeutsame Stadtviertel verdrängt, etwa die Hälfte der beanspruchten Fläche betraf Bahngelände. Ausgehend von einem riesigen Südbahnhof am Flughafen Tempelhof sollte eine Via Triumphalis bis zu einem neuen Nordbahnhof im Wedding reichen. Als Kulminationspunkt war die 290 Meter hohe „Große Halle“ im Spreebogen geplant. Ihr Scheitelpunkt wäre so hoch geworden wie die Kugel des Fernsehturms am Alexanderplatz.

    Wer die Pläne Speers abseits der monumentalen Nord-Süd-Achse betrachtet, findet den Geist des 19. Jahrhunderts, etwa beim vergleichsweise moderaten Straßendurchbruch durch das Herz der Stadt nach Osten, bei dem in der Manier des Pariser Stadtplaners Haussmann die neuen Gebäude mit der älteren Bebauung verknüpft werden sollten. Es wäre die bis dahin größte Umgestaltung Berlins geworden.
    Aber wer diese Pläne mit den Visionen der Nachkriegsplanung eines Hans Scharoun oder Le Corbusier vergleicht, wird erkennen, dass die Großmeister der Moderne – hätte man sie gelassen – viel mehr traditionelle Stadt abgerissen hätten als Speer.
    Aus der Zeit des Nationalsozialismus stammen außerdem mit dem Olympiastadion und dem Flughafen Tempelhof zwei bis heute populäre Großbauten und zwei herausragende Bespiele für den steinernen Neoklassizismus, der damals in vielen Ländern gepflegt wurde. Die Architektur des New Deal in den USA hat Bauwerke ganz ähnlicher Prägung hervorgebracht.
     
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  8. Toffi

    Toffi Neues Mitglied

    Hey urvo,
    vielen Dank für deine interessante Antwort. Ich muss zugeben, dass ich zuweilen auich dazu neige die ganze Architektur und Neugestaltung zu dramatisieren. Der Punkt mit der Umgestaltung Berlins fiel mir bei den Recherchen auch auf. Vorher dachte ich auch das berlin völlig umgekrempelt wird. Aber bei viele der Planungen galten mehr dem Schein als dem sein. So wie zum Beispiel die Veränderungen von Fassaden, die nur aus repräsentativen Zwecken umgestaltet werden sollten. Dahinter waren sie ja noch genauso.
    Ich hab in dem Bericht über die Welthauptstadt Germania auf Arte gesehen was Le Corbusier vorhatte. Ziemlich heftig.

    Habe mir heute von Speer - Erinnerungen ausgeliehen. Außerdem ein Buch über Neoklassizismus und Architektur in Berlin von 1933 - 1945. Bin mal gesapnnt wie die mich weiterbringen.

    Da wäre noch was: Es werden bestimmt noch ein Paar Fragen auftauchen. Darf ich die dann auch hier stellen oder soll ich dafür irgendwo einen neuen Thread aufmachen. Also nur so fern ihr mir noch helfen wollt :)
     
  9. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Die Buchhandlung Berlin Story, Unter den Linden 26, verkauft eine Karte von Germania. Dazu gibt es auch noch ein Begleitheft, ist sehr interessant und hilft dir vielleicht weiter.

    Ueber uns - Berlin Story
     
  10. Toffi

    Toffi Neues Mitglied

    Danke für den Tipp ursi. Ich hoffe ich schaff es die Woche noch da vorbeizuschauen :)
     
  11. Anish

    Anish Aktives Mitglied


    Du darfst und hier ist sicher der optimale Ort dafür.:winke:

    PS: In dem entsprechenden Wikipediaartikel
    Welthauptstadt Germania ? Wikipedia gibt es auch Literaturtipps und Links u.a. zu einer Ausstellung. Da Du ja in Berlin wohnst, dürfte ein Besuch ja kein Problem darstellen.

    Aber das wußtest Du bestimmt schon alles :)
     
  12. Arcimboldo

    Arcimboldo Aktives Mitglied

    .:grübel:....bei den "Erinnerungen " von 1969 solltest Du mit der gebotenen Vorsicht und kritischer Distanz vorgehen. Abgesehen von im Nachinein gefärbter , tendentiös schönfärberischer Rückschau auf die eigene Biographie von Verwicklung und Mitschuld im 3.Reich , sind auch die architekturtheoretischen Teile mit Vorsicht zu genießen in Hinblick auf seine "eigenen Vorbilder " und Theorie... . Hierzu ein erhellender Link aus :
    Geschichte der Architekturtheorie ... - Google Buchsuche
     
  13. Toffi

    Toffi Neues Mitglied

    Hey Anish,
    ja ich war tatsächlich schon in der Ausstellung *Mythos Germania*. Ich muss allerdings sagen das ich ziemlich enttäuscht war. Da hingen einige Bilder und Karikaturen und ein paar alte Utensilien rum und das fand ich alles nicht so toll gemacht. Das Model von Germania fand ich ganz gut auch wenn ich da nicht wirklich was neues sehen konnte. Richtig gut fand ich die Karten die nochmla ganz genau gezeigt ahben was alles betroffen wäre in Berlin und die Bilder von Bauten die nicht so wie die große Halle im öffentlichen Interesse stehen.

    Falls das hier gerade so rüberkommt als wenn ich eh schon alles wüsste dann möcht ich mich dafür entschuldigen denn dem ist definitiv nicht so :). @Anish *Aber das wußtest Du bestimmt schon alles*. Hört sich eine spur kritisch an ;)

    Nun zu dir Arcimboldo:
    Also habe jetzt schon paar Kapitel gelesen und ich muss zugeben das so wie er die Situation schildert, sich das für mich ganz gut nachvollziehen lässt. Ich verlier mich da recht schnell in seinen Wörtern weil sich das zum Teil mehr wie ein Roman list als eine Biographie. Ich werde mich den *erinnerungen* schon als Quelle bedienen aber werde das später nochmal überlesen und kontrollieren ob es sich mit anderen *Fakten* überschneidet.

    Aber danke euch beiden :)
     
  14. Anish

    Anish Aktives Mitglied

    @ Toffi
    es war eher andersrum gemeint. Ich bin davon ausgegangen und das zeigen Deine Beiträge zum Thema, dass Du Dich intensiv mit der Thematik beschäftigt hast und so einen Hinweis zur Ausstellung von mir nicht brauchst. Und das ich Dich richtig eingeschätzt habe, zeigte sich doch. Also keine Kritik, sondern Lob.

    Erwähnen wollte ich es aber doch, vielleicht war ja noch wer anders in
    der Ausstellung oder hätte mal Interesse...
     
  15. Toffi

    Toffi Neues Mitglied

    @Anish: Ach sooo
    Na wenns ein Lob war fühl ich mich mal geehrt :). Ich hoffe mal es lässt sich jetzt niemand von der Ausstellung abhalten nur weil ich es da nicht so toll fand. Ich war bisher kaum auf Ausstellungen. Vielleicht hatte ich da eine zu hohe oder falsche Erwartungshaltung.

    Ach ja was ich vorhin schon erwähnen wollte. Ich habe 2 weiter Bücher gefunden.
    Architekturführer 1933 - 1945 - Matthias Donath --> fand ich sehr hilfreich
    Klassizismus - Dieter Dolgner --> noch nicht reingeschaut aber ich befürchte es könnte recht schwer zu verstehen sein

    Ich zähle die Bücher auf damit jemand der Sie auch kennt evtl. Lob oder Kritik üben lann
     
  16. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Gehen wir mal von der Eingansfrage aus,
    "Representationsarchitektur"
    Damit kann ich gar nichts anfangen.
    Die Römer haben bei ihren Aquadukten Bögen eingestzt, um Material zu sparen, nicht weil es schön aussah.
    Dann kamen Kuppelbauten dazu, die die selbe Lastrechnungen wie Bögen beinhalteten.
    Wenn da einer etwas baut und nimmt diese Kenntnisse zusammen und hat das Geld dazu, gut, ein Reprensatzionsbau.
    Anders herum könnte man auch sagen, die haben einfach gerechnet.

    Ich vergass, es ging ja um Germania.
    Das macht doch jedes Land der Welt. Guckt euch doch mal das Wettrennen an, wer baut den höchsten Turm.
     
    Zuletzt bearbeitet: 23. Januar 2009
  17. Toffi

    Toffi Neues Mitglied

    Hey florian17160,
    äh ich frag mich gerade was du mir sagen willst?!? Also ist jetzt das was Hitler geplant und gebaut hat keine Representationsarchitektur sondern reprensatzionsbau? Also ehrlich gesagt weiß ich nicht was Reprensatzionsbau ist.

    Das mit den Wettrennen wer den höchsten Turm baut stimmt. Da versuchen sich die versch. Länder immer wieder gegenseitig zu übertreffen. Aber ich finde trotzdem das Hitler mit Speer da in ner anderen Liga gespielt hat. Wie oben schon urso meinte. So Künstler wie Le Corbusier haben echt extreme Vorstellungen gehabt. Da kommen nichtmla Hitler und Speer ran. Aber Hitler und Speer spielten damals trotzdem in nder anderen Liga als die das Wettrennen wer den höchsten Turm baut. Außerdem sollen die höchsten Türme Leute ja begeistern wenn sie sie sehen. Die große Halle sollte Besucher eher einschüchtern. Finde das ist recht schwer zu vergleichen.
     
  18. Arcimboldo

    Arcimboldo Aktives Mitglied


    Hier mal zur Erinnerung, was schon vor 1800 geplant oder angedacht war...Hallen für 300.000 Besucher....u.a. Boullee war nach Aussagen von Speer für Ihn ein Vorbild.

    boullee - Google Bilder
     
  19. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Das eine schliesst das andere doch nicht aus.
    Repräsentationsbau sagt es doch. Es ist gedacht um anzugeben.
    Dieser Bau hat keinen Nutzbringenden Wert, wie zB ein Kraftwerk.
     
  20. Petra_44

    Petra_44 Neues Mitglied

    Hallo Toffi,

    am Mittwoch, 28.01.09 kommt von 1:00 bis 1:45 auf N24 die Doku "Germania - Hitlers Größenwahn" und von 16:10 bis 17:00, ebenfalls am 28.01.09, eine Wiederholung.

    Schöne Grüße

    Petra
     

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