Wobei ein "limes" nicht unbedingt eine Grenze sein muss, gerade auch Schneisen durch den Wald zum Zweck des Vormarschs werden als "limites" bezeichnet
"Betrachtet man den Begriff
limites unter milit. Gesichtspunkt, so umschreibt er die zur Erschließung unzugänglicher Gebiete von röm. Seite aus in Feindesland geschlagenen Bahnen, bes. in Wälder und Gebirgsgegenden..."
Reallexikon der germanischen Altertumskunde
Auch an der zitierten Stelle wären die Wörter "Grenze" und "Grenzscheide" besser durch "Schneise" zu ersetzen:
(
at Romanus agmine propero silvam Caesiam limitemque a Tiberio coeptum scindit, castra in limite locat, frontem ac tergum vallo, latera concaedibus munitus.)
Als Domitian 83 n. Chr. gegen die Chatten zog, ließ er die Wälder großräumig mit Schneisen durchziehen:
"Imperator Caesar Domitianus Augustus, cum Germani more suo e saltibus et obscuris latebris subinde impugnarent nostros tutumque regressum in profunda silvarum haberent,
limitibus per centum viginti milia passum actis non mutavit tantum statum belli, sed et subiecit dicioni suae hostes, quorum refugia nudaverat."
=
"Als die Germanen nach ihrer Gewohnheit aus Waldschluchten und dunklen Verstecken heraus die Unseren immer wieder überfielen und dabei einen sicherien Rückzug in die Tiefen der Wälder hatten, ließ Kaiser Domitian mehrere
Schneisen über 120 Meilen hinweg anlegen, und hierdurch veränderte er nicht nur den Zustand des Krieges, sondern er unterwarf auch die Feinde unter seinen Befehl, deren Schlupfwinkel er bloßgelegt hatte."
(Frontin. strateg. 1.3.10, zitiert nach: Marcus Nenninger, Die Römer und der Wald, S. 148)