Wieviel Platz gibt es auf der Erde ?

Dieses Thema im Forum "Völkerwanderung und Germanen" wurde erstellt von Klaus, 7. März 2009.

  1. Klaus

    Klaus Neues Mitglied

    Das "verheerende" Ereignis, das die Völkerwanderungen letztlich ausgelöst hat, ist wohl ein vorausgegangenenes Klimaoptimum.
    Katastrophen können also dadurch ausgelöst werden, dass durch überdurchschnittlich gute Bedingungen (hier : Klima) besonders wenige Kinder verhungern und somit die Bevölkerungsdichte steigt. Wenn anschließend die Umweltbedingungen wieder das Normalmaß erreichen, entsteht automatisch schlagartig eine Überbevölkerung - mit verheerenden Folgen.

    Dies wäre also ein Beleg für die Sichtweise, dass sich über einen großen Teil der Menschheitsgeschichte hin die Bevölkerungsdichte ständig an der Obergrenze der Möglichkeiten bewegt hat, ohne dass es einen "Puffer" nach oben gegeben hätte.
     
  2. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Die germanische Völkerwanderung ist nicht monokausal erklärbar, sondern auf ein Ursachenbündel zurückzuführen. Dazu zählen neben einem Bevölkerungsüberschuss und der damit verbundenen Bodenknappheit auch klimatische Veränderungen sowie kriegerische Auseinandersetzungen zwischen germanischen Stämmen mit Dominoffekten.

    Einen starken Wanderungsschub erzeugte schließlich der Hunneneinbruch im Jahr 375, der zahlreiche germanische Völker in Bewegung setzte und andere dabei mitriss.
     
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  3. Klaus

    Klaus Neues Mitglied

    Genau diesen Dominoeffekt sehe ich gerade als Indiz für eine Bevölkerungsdichte an der Sättigungsgrenze
     
  4. beorna

    beorna Neues Mitglied

    Das ist sicher eine gute Überlegung. trotzdem sollte, wie Dieter schon andeutete, auch soziale Ursachen nicht außer Acht lassen. Reichtumsverteilung, Erbteilung, Gefolgschaftswesen, Einführung moderner Techniken, neuer Wirtschaftsweisen etc.
     
  5. Klaus

    Klaus Neues Mitglied

    Der Artikel Ozeanien: Fortschritt durch Bevölkerungswachstum - spektrumdirekt passt ganz gut in diesen Thread. Hier dient Ozeanien als Beispiel für die Aussage :
    Hier landen wir allerdings wieder beim Henne-Ei-Problem, denn wenn man die Kausalität umdreht
    , kommt ebenfalls eine sinnvolle Aussage heraus.

    Welche der Aussagen ist nun richtig ? Ich meine : Beide !
     
  6. Syene

    Syene Neues Mitglied

    Etwas Interessantes und gleichzeitig Erschreckendes habe ich vor kurzem gelesen.

    Da hieß es, es gäbe diverse Organisationen die speziell auf das Auslöschen von Bewohnern der Erde ausgerichtet sind, um das Gleichgewicht auf unserem Planeten beizubehalten. Um die Bevölkerung nicht ansteigen zu lassen.

    Diese Organisationen warten nur darauf bis die nächste Katastrophe eintritt und viele Menschen in den Tod reißt. Denn so würde ja wieder Platz entstehen auf der Erde.
    Einfach nur schrecklich was es da draußen für Menschen gibt...
     
  7. rinoabutzile

    rinoabutzile Neues Mitglied

    Wie zuverlässig war diese Quelle?

    Grundsätzlich gebe ich dir natürlich Recht, falls es so wäre, wäre es furchtbar. Nur, abgesehen von diversen Terrororganisationen, die ja bekanntermaßen andere Ziele verfolgen, und dabei Menschenleben für ihre Sache "opfern" (bitte nicht falsch verstehen, ich will die Tätigkeit der Terroristen in keiner Weise schön reden), kann ich mir einfach nicht vorstellen, dass es solche Organisationen wirklich geben soll. Ich meine, das ganze klingt mir einfach eine Spur zu reißerisch. Es klingt irgendwie nach BILD-Zeitung.

    Aber vielleicht bin das einfach nur ich, weil ich grundsätzlich an das Gute im Menschen glauben will...
     
    Zuletzt bearbeitet: 14. April 2010
  8. Syene

    Syene Neues Mitglied

    Solche eine Organisation wird im Buch "100 Stunden" von Jean-Christophe Rufin beschrieben. Im Nachwort erklärt er, dass es tatsächlich solche Gruppierungen gibt.

    Grüße

    Syene
     
  9. Liborius

    Liborius Aktives Mitglied

    Darf man wohl unter "Verschwörungstheorie" abhaken und du darfst zumindest in der Hinsicht weiter an das Gute im Menschen glauben.
    Das Auslöschen von Bevölkerung zur Schaffung von "Lebenraum" und die Absicht dazu gab es allerdings durchaus, in den USA, in Namibia ("Deutsch-Südwest'"), durch die Nazis in Osteuropa.

    Noch ein Stichwort, das mMn in diesen Thread gehört
    Ökologischer Fußabdruck ? Wikipedia


    Weil ich vermutlich nicht der Einzige bin, der Rufins Buch nicht gelesen hat, darf vielleicht der Hinweis auf eine Rezension sein:
    http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/735942/
    Gedankenspiele in einem Buch sollte man aber nicht mit der Realität verwechseln-
     
    Zuletzt bearbeitet: 14. April 2010
  10. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Mod-Hinweis

    Bitte die Forenregeln beachten:

    "Für Diskussionen über aktuelle politische Themen ist das Geschichtsforum nicht der richtige Platz. Ebensowenig ist das Forum eine Plattform für politische, religiöse und sonstige weltanschauliche Glaubensbekenntnisse."

    Vielen Dank, die Moderation.
     
  11. Liborius

    Liborius Aktives Mitglied

    Hallo silesia, ich will mich keinesfalls mit dir streiten. Aber der Thread wurde nicht erst durch meinen Beitrag politisch-weltanschaulich, sondern er war es schon beginnend mit der Überschrift. Wie man vom halb vollen/leeren Glas weiß, hängt die Antwort auf so eine Frage sehr vom Standpunkt des Betrachters ab.
    "Wieviel Platz" heißt hier ja ... für Menschen, und leer = menschenleer. Menschen gibt es aber erst seit ein paar Millionen Jahren und solche wie uns noch kürzer. Insofern war die Erde die meiste Zeit leer und es gab jede Menge Platz.
    Will man einigermaßen historisch-sachlich-objektiv mit der Fragestellung umgehen, dann mMn am ehesten, indem man untersucht, wie zu verschiedenen Zeiten darüber gedacht wurde.
    Wie es einer, der hoffentlich "historisch" genug ist, in seinem historischen Horizont gesehen hat, kann man da lesen. Thomas Robert Malthus ? Wikipedia
    :friends:
     
  12. megatrend

    megatrend Aktives Mitglied

    Die logische Konsequenz wäre dann, den Thread zu schliessen oder gar zu löschen, denn schon die Fragestellung zielt auf aktuelle Politik...
     
  13. Syene

    Syene Neues Mitglied



    Das stimmt.
    Doch ich glaube ich bin mit meinem Beitrag über diese Organisationen wohl etwas aus dem Diskussionsrahmen des Forums gefallen.
    Ich entschuldige mich dafür...:autsch:

    Grüße
    Syene
     
  14. Klaus

    Klaus Neues Mitglied

    Das ist nicht richtig ! :motz:

    Die Frage nach der Ernährung der Menschen und nach den Konsequenzen, wenn diese knapp wird, zieht sich wie ein roter Faden durch die Menschheitsgeschichte. Wichtige historische Entwicklungen, wie die Besiedlung bisher von Menschen unbewohnter Gebiete, die Konkurrenz um Siedlungsgebiete (dieser Thread läuft nicht umsonst im Unterforum "Völkerwanderung") - also letztlich Krieg & Frieden - die Bildung von Hochkulturen, die Effektivierung der Jagd und später der der Landwirtschaft, überhaupt alle gesellschaftlichen Organisationsformen, Sozialordnungen und Religionen, all das berührt die Frage, wie hoch die Bevölkerungsdichte unter welchen Voraussetzungen denn überhaupt sein kann.

    Dass auch heute - und unter welchen Vorzeichen - über dieses Thema diskutiert wird, ist daher normal. Die Ausdehnung der Diskussion auf die Gegenwart oder Zukunft möge getrost unterbleiben.

    Die gedankliche Kopplung des Themas an historische Genozide ist abwegig - keiner der "großen" Massenmörder hat tatsächlich eine langfristige Verringerung der Gesamtbevölkerung angestrebt.
     
  15. megatrend

    megatrend Aktives Mitglied

    Doch, das ist schon richtig. Ansonsten hätte man die Fragestellung ändern müssen.

    Klar ist, dass es Klimaeinbrüche, Hungersnöte und Völkerwanderungen gab (und auch heute noch gibt). Aber der Titel 'wieviel Platz gibt es auf der Erde' ist (ohne weitere Ergänzungen/Eingrenzungen) klar tagespolitisch zu verstehen. Das hat ja mittlerweilen der Threadinitiator selbst eingeräumt.
     
  16. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Mod-Hinweis

    Bitte nochmals den Hinweis in #30 beachten.

    Ein Metadiskussion über die Themenstellung führt nicht weiter. Beiträge wie zB von Dieter oder rena8 sind klar auf eine historische Fragestellung bezogen. Wenn es nicht gelingt, tagespolitische Bekenntnisse hier herauszuhalten, muss das Thema geschlossen werden.

    Vielen Dank für die Beachtung, die Moderation.
     
  17. Klaus

    Klaus Neues Mitglied

    Der Threadinitiator bin ich und ich räume nicht ein !
     
  18. rena8

    rena8 Aktives Mitglied

    Nun muß ich wegen der alten DNA noch einen alten Thread wiederbeleben.
    In http://deposit.d-nb.de/cgi-bin/dokserv?idn=977079090&dok_var=d1&dok_ext=pdf&filename=977079090.pdf werden alle von Maglor bereits genannten Gründe für den Bevölkerungsanstieg im 18. Jhdt aufgeführt. Ein weiterer Grund wird auf Seite 2 genannt und den finde ich erwähnenswert. Durch die Verbreiterung der Nahrungsgrundlage durch die Kartoffeln und verbesserte Mühlentechnik beim Getreide fiel die Verunreinigung des Mehls duch Mutterkorn und andere Getreideunkräuter weg. Diese giftigen Beimengungen hätten die Fortpflanzungsrate vorher reduziert, ungewollte chemische Empfängnisverhütung, wobei die Wirkung des Mutterkorn ? Wikipedia zum Schwangerschaftsabbruch bekannt war.

    Zusätzlich wird der 4-fache Ertrag der Kartoffel im Vergleich zum Getreide und der Vitamin-C-Gehalt als Skorbut-Prophylaxe angeführt. Also höhere Erträge und positiver Einfluß auf die Gesundheit durch die Kartoffel.
    Der Nachweis von Steroiden in den Skeletten der betreffenden Zeit gelang jedoch nicht.
     
  19. Apvar

    Apvar Premiummitglied

    Nicht nur das. Mit einem weiteren Aufbruch in den Wissenschaften, ging es auch mit der Medizin im 18/19 Jhrdt. weiter, so das die Leute plötzlich länger leben konnten.
    Medizingeschichte ? Wikipedia

    Apvar
     

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