Somit dürfte vor allem die Christianisierung Skandinaviens, die eng mit dem Aufstieg der Dänenkönige zusammenhängt, der Hauptgrund gewesen sein, dass Wiking- Fahrten aufhörten. Und damit hätte es auch keine "Wikinger" bei den Kreuzzügen gegeben, aber (mehr oder weniger) christliche Nordmänner oder Skandinavier.
Ich würde da anndere Gründe am Werk sehen:
- Plündern ist natürlich nicht nachhaltig, weil es dauert, bis sich die ausgeplünderte Gesellschaft davon erholt hat, somit dürfte im Besonderen in der näheren Umgebung der Profit, den diese Unternehmungen abwarfen tendenziell rückläufig gewesen sein.
Das ließ sich sicherlich auch nur bedingt durch Ausweichen in weiter entfernte Gebiete lösen.
Zudem, war damit zu rechnen, dass Regionen, die bereits einmal oder mehrfach überfallen worden waren dazu übergehen würden sich effektive Gegenmaßnahmen einfallen zu lassen und ihre Verteidigung entsprechend den Anforderungen zu organisieren.
Es musste sich also wahrscheinlich das Geschäftsmodell hin zur Erpressung regelmäßiger Tributleistungen oder Begründung eigener Herrschaftskomplexe (Danelag, Normandie, Sizilien) weiterentwickeln um dauerhaft attraktiv zu bleiben.
- Ergänzend zu
@muck
Das Christentum dürfte vor allem auch eine Festigung der entstehenden skandinavischen Königtümer/Monarchien nach innen herbei geführt haben.
Z.B. durch die Möglichkeit die Verwaltung effektiver zu organisieren, überhaupt erstmal in größerem Stil Informationen über die eigenen Herrschhaftsgebiete zusammen zu tragen etc.
Das dürfte sich auf die Wiking-Unternehmungen tendenziell negativ ausgewirkt haben, denn das waren ja keine zentral gesteuerten Unternehmungen, sondern in der Regel wohl solche Projekte, zu denen sich die Bewohner einer bestimmten Region verabredeten. So lange es in den skandinavischen Gebieten kein größere Gebiete beherrschendes Gesamtkönigtum gab und die regionalen Gemeinschaften und großen relativ störungsfrei autonom aggieren konnten, ging das natürlich.
In dem Moment aber, in dem das mit dem Christentum verbundene Königtum als größere Räume organisierendes System hoch kam, entstand so etwas wie eine rudimentäre Zentralgewalt, die diesen Unternehmungen tendennziell feindlich gegenüberstehen musste, nicht wegen irgendwelcher christlicher Lehren, sondern weil diese Unterehmungen dem neuen Königtum keinen Profit brachten, dafür aber potentiellen Ärger mit möglicherweise überfallenen Nachbarn.
Also musste Interesse bestehen, zunehmend auch von dieser Seite darauf hin zu wirken, ein Ende der Plünderungsfahrten- und Züge herbei zu führen um das Königtum von außenpolitischen Problemen zu entlasten und entstehende Handelsverbindungen nach den anderen Teilen Europas hin nicht zu gefährden.