FoxP2gen
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Ja und genau da liegt ja auch das Problem.
Es gibt nämlich bereits genügend Gerüchte und Verschwörungstheorien zum Thema "William Shakespeare hat gar nicht selbst geschrieben".
So ein Film ist in meinen Augen auch nicht glaubwürdiger als ein Buch von der Päpstin - es wird halt eine "Sensation" ausgeschlachtet, die an sich nicht zu beweisen ist.
Wie ich vor etlichen Monaten schon einmal ausführte, entstanden die Streitereien darum, ob William Shakespeare tatsächlich Urheber seiner Werke war, hauptsächlich darum, weil gerade die ganz alten Erstausgaben seiner Werke voll von Fehlern und teilweise durcheinander und unvollständig abgedruckt wurden.
Hinzu kommt die Überzeugung, dass William Shakespeare eben WEIL er ja so gebildet war, nicht solche Schnitzer in seinem Werk hinterlassen hätte.
Ersteres ist der Tatsache geschuldet, dass William Shakespeare seine Werke niemals irgendwo vollständig hinterließ, sondern das Meiste von ehemaligen Schauspielern und Theaterintendanten beigesteuert wurde (und zwar mehr oder weniger frei aus der Erinnerung, wo kein Text mehr vorlag). Somit sind die Schnitzer und Fehlpassagen leicht zu erklären.
Zweites ergibt sich zum Einen aus den oberen Ausführungen und zum Anderen aus der Tatsache, dass es zu Shakespeares Zeiten noch kein einheitliches "Hoch" Englisch gab. Es war erst in der Entwicklung, und es wurde Vieles ausprobiert und neu geschrieben und neu definiert, sowohl was Rechtschreibung als auch was Grammatik angeht.
Das Thema "Great Vowel Shift" ist einfach zu groß, um es hier in Kürze niederzuschreiben.
Einen Spielfilm zum Thema würde ich allerdings nicht als glaubwürdige Quelle betrachten, da künstlerische Freiheit oft den Rahmen des Forschungsstandes prägt, um eben ein Interesse am Film wachzuhalten.
Mit Sicherheit wird es einen oder zwei Zuschauer geben, die das Thema danach tatsächlich näher interessiert, allerdings glaube ich, diese Wenigen werden spätestens beim Thema des Great Vowel Shift aussteigen, da es sich hierbei um ein recht dröges und spezifisches Phänomen handelt, das tief in den Gefilden der Sprachwissenschaft eingebettet ist.
Ob nun tatsächlich alle bekannten Stücke Shakespeares wirklich aus dessen Feder stammen, sei dahingestellt - wenn es einen sog. "Ghostwriter" gegeben hat, so ist dieser sicher nur für einen kleinen Bruchteil des Shakespearischen Werks verantwortlich.
Das ist allein schon an Stil und Schreibweise zu erkennen, denn Shakespeare hat ja Gottseidank nicht nur Dramen, sondern auch eine Fülle an Gedichten und Sonetten hinterlassen, die wiederum durchaus einwandfrei ihm zuzuordnen sind.
Aus der Diskussion um einzelne Dramen Shakespeares also eine Diskussion um dessen Existenz oder Urheberschaft anzuzetteln, ist in meinen Augen ein wenig albern. Denn niemand hat bis Dato behauptet, dass Shakespeare KEIN EINZIGES seiner Dramen verfasste. Es geht lediglich um einzelne Dramen, bzw. sogar nur Teile der Dramen, wo man sich unsicher ist.
Und selbst wenn sich eines Tages herausstellen sollte, dass tatsächlich eines oder zwei Dramen jemand anderem zuzuordnen sind... so bleibt doch noch genug Shakespeare übrig, um Generationen von Schülern damit zu traktieren =)
Meistens ist es ja eh so, dass man die Klassiker erst lange nach seiner Schulzeit zu schätzen weiß, wenn man sie einfach nur lesen darf, anstatt sie auseinanderzupflücken und theoretisch zu durchleuchten.
Es gibt nämlich bereits genügend Gerüchte und Verschwörungstheorien zum Thema "William Shakespeare hat gar nicht selbst geschrieben".
So ein Film ist in meinen Augen auch nicht glaubwürdiger als ein Buch von der Päpstin - es wird halt eine "Sensation" ausgeschlachtet, die an sich nicht zu beweisen ist.
Wie ich vor etlichen Monaten schon einmal ausführte, entstanden die Streitereien darum, ob William Shakespeare tatsächlich Urheber seiner Werke war, hauptsächlich darum, weil gerade die ganz alten Erstausgaben seiner Werke voll von Fehlern und teilweise durcheinander und unvollständig abgedruckt wurden.
Hinzu kommt die Überzeugung, dass William Shakespeare eben WEIL er ja so gebildet war, nicht solche Schnitzer in seinem Werk hinterlassen hätte.
Ersteres ist der Tatsache geschuldet, dass William Shakespeare seine Werke niemals irgendwo vollständig hinterließ, sondern das Meiste von ehemaligen Schauspielern und Theaterintendanten beigesteuert wurde (und zwar mehr oder weniger frei aus der Erinnerung, wo kein Text mehr vorlag). Somit sind die Schnitzer und Fehlpassagen leicht zu erklären.
Zweites ergibt sich zum Einen aus den oberen Ausführungen und zum Anderen aus der Tatsache, dass es zu Shakespeares Zeiten noch kein einheitliches "Hoch" Englisch gab. Es war erst in der Entwicklung, und es wurde Vieles ausprobiert und neu geschrieben und neu definiert, sowohl was Rechtschreibung als auch was Grammatik angeht.
Das Thema "Great Vowel Shift" ist einfach zu groß, um es hier in Kürze niederzuschreiben.
Einen Spielfilm zum Thema würde ich allerdings nicht als glaubwürdige Quelle betrachten, da künstlerische Freiheit oft den Rahmen des Forschungsstandes prägt, um eben ein Interesse am Film wachzuhalten.
Mit Sicherheit wird es einen oder zwei Zuschauer geben, die das Thema danach tatsächlich näher interessiert, allerdings glaube ich, diese Wenigen werden spätestens beim Thema des Great Vowel Shift aussteigen, da es sich hierbei um ein recht dröges und spezifisches Phänomen handelt, das tief in den Gefilden der Sprachwissenschaft eingebettet ist.
Ob nun tatsächlich alle bekannten Stücke Shakespeares wirklich aus dessen Feder stammen, sei dahingestellt - wenn es einen sog. "Ghostwriter" gegeben hat, so ist dieser sicher nur für einen kleinen Bruchteil des Shakespearischen Werks verantwortlich.
Das ist allein schon an Stil und Schreibweise zu erkennen, denn Shakespeare hat ja Gottseidank nicht nur Dramen, sondern auch eine Fülle an Gedichten und Sonetten hinterlassen, die wiederum durchaus einwandfrei ihm zuzuordnen sind.
Aus der Diskussion um einzelne Dramen Shakespeares also eine Diskussion um dessen Existenz oder Urheberschaft anzuzetteln, ist in meinen Augen ein wenig albern. Denn niemand hat bis Dato behauptet, dass Shakespeare KEIN EINZIGES seiner Dramen verfasste. Es geht lediglich um einzelne Dramen, bzw. sogar nur Teile der Dramen, wo man sich unsicher ist.
Und selbst wenn sich eines Tages herausstellen sollte, dass tatsächlich eines oder zwei Dramen jemand anderem zuzuordnen sind... so bleibt doch noch genug Shakespeare übrig, um Generationen von Schülern damit zu traktieren =)
Meistens ist es ja eh so, dass man die Klassiker erst lange nach seiner Schulzeit zu schätzen weiß, wenn man sie einfach nur lesen darf, anstatt sie auseinanderzupflücken und theoretisch zu durchleuchten.