Wissen über Empfängnis und Schwangerschaft

Dieses Thema im Forum "Antikes Griechenland" wurde erstellt von Blinky, 5. Juni 2020.

  1. Reinecke

    Reinecke Aktives Mitglied

    Kann man dem kontext i-was mit der sage von castor & pollux anfangen? Ich mein, zwillinge mit unterschiedlichen vätern klingt doch spannend, und müsste biologisch eigentlich machbar sein.
     
  2. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Naja, das ganze war schon etwas absonderlich. Es kursierten doch völlig verschiedene Versionen über ihre Abstammung:
    Entweder waren beide Zwillingssöhne von Zeus und Leda.
    Oder beide waren Söhne von Tyndareos und Leda (bei Homer), dann war alles ganz normal.
    Oder Polydeukes war der Sohn von Zeus und Leda, Kastor hingegen der Sohn von Tyndareos und Leda. In diesem Fall waren es aber eher Vierlinge: Polydeukes und Helena von Zeus, Kastor und Klytaimnestra von Tyndareos, alle in derselben Nacht gezeugt.
     
  3. Traklson

    Traklson Aktives Mitglied

    Wobei ein Gott und ein sterblicher Vater keine so ungewöhnliche Vorstellung ist, jedenfalls bei den alten Griechen. Zwillinge wurden ursprünglich mit dem Einwirken eines Gottes oder eines Gottes und eines Sterblichen erklärt. Laut Rathmayr als Zwischenschritt. Erst soll ein Gott als Ursache der Zwillingsgeburt gegolten haben, dann gab es die gemischte Vorstellung und dann die Idee zweier sterblicher Väter.

    Es soll auch eine Art Tabu bei Zwillingen gegeben haben, weil sie mit dem Göttlichen in Kontakt kamen. Einige Naturvölker setzen Zwillinge und Mutter aus. Rathmayr führt das auf die Gottesvaterschaft zurück.

    Zwillinge in der griechisch-römischen Antike von Reinhard Rathmayr
     
  4. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Zumindest bei den Dioskuren war die Entwicklung aber eher andersherum:
    Bei Homer (Odyssee 11,298-300) galten Kastor und Polydeukes beide noch als Söhne von Tyndareos.
    Hesiod (7. Jhdt., "Katalog der Frauen") und Terpandros (7. Jhdt.) bezeichneten beide als Söhne des Zeus.
    Die Version mit den unterschiedlichen Vätern scheint sich erstmals bei Pindar zu finden.
     

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