Wo liegt das Grab von Alexander dem Großen?

Dieses Thema im Forum "Antikes Griechenland" wurde erstellt von Alex der Grosse, 7. Juli 2005.

  1. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Dem 2. Absatz des Artikels zufolge scheint es eher Spekulation zu sein, dass dort Roxane und Alexander IV. begraben liegen könnten.
     
  2. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Der Sarkophag Alexanders des Großen stand in einer Grabkammer, die sich inmitten einer Nekropole befand, die als Grabstätte der ptolemäischen Könige diente. In dieser "Sema" genannten Nekropole fasste König Ptolemäus IV. die Gräber seiner Vorfahren zusammen. Überliefert ist, dass Caesar, Augustus und Caracalla das Alexandergrab besuchten, wonach sich die Spur der Grabstätte und des Leichnams verliert. Kriege, Erdbeben und Überschwemmungen sind dafür verantwortlich und vielfach wird angenommen, dass der Bereich des Sema inzwischen am Grund des Mittelmeers liegt, wie das gesamte königliche Viertel.

    Heute sind einige Archäologen fest davon überzeugt, dass sich das Alexandergrab unter dem Lateinischen Friedhof Alexandrias befindet: Alexander-Grab: Auf der Spur des Gottkönigs - SPIEGEL ONLINE
     
  3. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Ein bisschen tendenziös scheint mit der Artikel zu sein, wenn die Ägypter als Banausen hingestellt werden, denen Alexander egal ist. ("Dabei mag auch das grundlegende Desinteresse der heutigen Elite Ägyptens an einer Periode mitgespielt haben, die zwischen dem Ende der Pharaonen-Dynastien und der Ankunft des Islam lag:") Immerhin wurde vor einigen Jahren auch eine neue große "Bibliothek von Alexandria" in bewusster Anlehnung an das hellenistische Original eröffnet.
     
  4. Okeanios

    Okeanios Gesperrt

    Mir kommt diese Behauptung auch seltsam vor, von wegen, die meisten Berichte über die ägyptischen Behörden in Themen was Ausgrabungen hellenistischer Denkmäler angeht sind sehr positiv. Also ich habe ein Eindruck dass Ägypten sowohl Staat als auch die breite Masse sehr positiv eingestellt ist zum Thema Antike ob ägyptisch pharaonische oder hellenistische Epoche usw.
    Laut einer griechischen Archäologin ist der Grab Alexanders in der Wüste von Shiwah in Ägypten, ihre Arbeit wurde gestoppt und boykotiert, vom inneren des griechischen Staates selbst und nicht von Ägypten wie die heute noch behauptet.

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-9158139.html

    Hier ein Artikel auf deutsch, hat genauso ein lächerlich machenden und aroganten Still wie vieles in der modernen Presse dass dazu dienen soll unangenehme Wahrheiten ins dunkle zu halten und die Massen davon wegzuhalten bzw abzulenken.
    Diese Frau bleibt standfest in ihrer Meinung 20 Jahre dannach und ihre Schilderung über die Ereignisse ist ganz anders.

    Habe auch ihre Seite entdeckt, es existiert auch eine englische Sprachversion:

    http://www.souvaltzi.gr/index_eng.html
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. Januar 2013
  5. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Eine neue Verschwörungstheorie?
    Dass Frau Liana Souvaltzi selbst nicht zugeben will, sich geirrt zu haben, ist verständlich. Aber wer sollte denn bitte ein Interesse haben, ihre Entdeckung zu vertuschen? Das würde nur dann Sinn machen, wenn bereits andernorts ein Alexander-Grab gezeigt würde und man dort jetzt durch die Neuentdeckung um den Tourismus fürchten würde, was aber nicht der Fall ist. Und wieso sollte der griechische Staat ihre Arbeit in Ägypten boykottieren? (Mal abgesehen von der Frage, wann die ägyptische Regierung eine willfährige Vasallin der griechischen war.)
     
  6. Okeanios

    Okeanios Gesperrt

    Wieso wo habe ich noch über Verschwörungstheorien was geschrieben, mir kommt es so vor alles was dem etablierten gefährlich wird, ist gleich eine Verschwörungstheorie.
    Ich habe ein Interview der Frau gesehen die erklärt da alles sehr detailreich. Schaue mal auf ihrer Website, die erklärt da die Vorfälle zwar nicht aber paar interessante Details sind da schon zu sehen.
    Weil der griechische Staat und die meisten Staaten auf der Erde nicht wirklich unabhängig sind so wie ich das sehe.
    Soviel ich mich erinnern kann, hat die Frau in ihren Interview ganz klar und deutlich die Vorkomnisse geschildert und der Boykott kam vom inneren des griechischen Staates und nicht von Ägypten, weiss nicht mehr wie und was genau.
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. Januar 2013
  7. Thristan

    Thristan Neues Mitglied

    Da kann ich ein Buch empfehlen, das ich im Regal stehen habe, dünn, spekulativ, aber gut:

    Dirk Husemann, Mythos Alexandergrab, ISBN-10: 3-7995-0164-9
     
  8. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Das glaube ich gerne, dass sie überzeugend sein kann. Wenn man Leuten wie Däniken oder Illig zuhört bzw. liest, klingen sie auch überzeugend. Bloß darf man hinterher nicht beginnen, etwas zu hinterfragen ...

    Also gut, ich spiele einmal mit: Welche Gründe sollen die CIA, der Mossad, der Vatikan, die Illuminaten, die Reptilienmenschen, der MIK oder wer auch immer die Weltherrschaft hat, haben, Griechenland zu zwingen, die Arbeit einer Ausgräberin in Ägypten zu behindern, damit sie nicht das Alexander-Grab findet? (Und warum zwingen die Weltherrscher nicht Ägypten direkt?)

    Aber, um mal wieder ernsthaft zu werden: Aus den antiken Quellen (deren Zuverlässigkeit gerade Du ansonsten nie infrage stellst) geht ganz eindeutig hervor, dass sich das Grab in Alexandria befand und nicht in Siwa.
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. Januar 2013
  9. Thristan

    Thristan Neues Mitglied

    Husemann schreibt in seinem Buch, dass es ein griechisches Gesetz gibt, welches Wissenschaftlern verbietet an einer Ausgrabung zu arbeiten, die ein anderer Forscher entdeckt hat, solange sich der Entdecker dagegen sperrt.

    Seit Jahren soll Liana Souvaltzi sich weigern, dass andere an "ihrer" Stelle graben dürfen - das ist laut Husemann der Hintergund (Seite 111/112).
     
  10. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Dieses griechische Gesetz kann aber doch wohl nur für das Gebiet des griechischen Staates Gültigkeit haben, nicht auch für ägyptisches Territorium. Allenfalls mag es noch griechische Wissenschaftler binden, die im Ausland graben wollen, aber es kann unmöglich auch für ägyptische, amerikanische, deutsche etc. Archäologen gelten, die in Ägypten irgendwo graben wollen, wo zuvor schon eine Griechin gegraben hat, bzw. kann es unmöglich den ägyptischen Staat verpflichten, es auf seinem Gebiet anzuwenden. (Es sei denn natürlich, es gibt ein entsprechendes bilaterales Abkommen zwischen Griechenland und Ägypten, aber warum sollte sich Ägypten eine solche Beschränkung seiner Souveränität gefallen lassen?)
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. Januar 2013
  11. Thristan

    Thristan Neues Mitglied

    Nach Husemann hat die Frau die Erstgrabung als Privatperson gemacht - und das sei illegal, weil die Ausgrabung von "nationalem Interesse" für Griechenland und Ägypten sei.

    Das ist angeblich irgendeine Patt-Situation, die es Privatpersonen nun verbietet dort zu graben... - rechtlich gesehen alles in der Schwebe, allerdings habe ich Husemanns Buch in der Auflage von 2006.

    Da ist schon wieder viel Wasser den Nil runtergeflossen...
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. Januar 2013
  12. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    @Thristan:
    So ganz verstehe ich das jetzt nicht ...
    Wenn Frau Liana Souvaltzi ihre Ausgrabung illegal gemacht hat, kann sie doch erst recht keinen auf ein griechisches Gesetz gestützten Anspruch darauf haben, dass niemand sonst an ihrer Stelle graben darf.
     
  13. Thristan

    Thristan Neues Mitglied

    Die Erstgrabung soll wohl 1989 in Siwa gewesen sein, danach gab sie der Welt bekannt, dass sie Alexanders Grab gefunde habe.

    Danach großer Presseauflauf 1995, bis sich erste Zweifler meldeten.

    Zitat Husemann Seite 111: "Doch als Liana Souvaltzi die Grabung in Siwa 1996 fortsetzen wollte, verweigerten die Ägypter die Erlaubnis. Die Archäologin war entsetzt. Die Grabungspapiere waren bereits vom ägyptischen Generalsekretär für Altertümer gegengezeichnet, als die Behörde die Genehmigung wieder zurückzog. Begründung: Die griechische Regierung habe interveniert. Liana S. wurde aufgefordert, nach Griechenland zurückzukehren, um die Angelegenheit mit den dortigen Behörden zu klären. In Athen wurde die Frage nach dem Alexandergrab zu einem Politikum. Hartnäckig stellte die Oppositionspartei im griech. Parlament die Frage nach dem Grund für das Grabungsverbot und beschuldigte die Regierung, willkürlich zu handeln. Weder habe es ein Expertenteam gegeben, das die Ausgrabungen besichtigt habe, noch eine offizielle Einladung von ägyptischer Seite. Eine Debatte um gesetzeskonformes Vorgehen bei Ausgrabungen entspann sich. Das Kultusministerium wies darauf hin, dass Liana S. als Privatperson keine Ausgrabung unternehmen dürfe, die von nationalem Interesse für Griechenland und Ägypten sein. S. wehrte sich und verwies auf den Status der Ausgrabungen als offizielle ägyptisch-griechische Kampagne - das Siegel der Legalität habe sie von den ägyptischen Behörden erhalten...."
    Zitat Ende

    Und so weiter - klingt nach Kleinkrieg
     
  14. Okeanios

    Okeanios Gesperrt

    So schildert die die Situation auch im Großen und Ganzen doch mit viel mehr Details, keine der Regierungen danach hat ihr die Erlaubniss erteilt da weiter zu machen. Die meint auch dass die ägyptischen Behörde zu ihr gesagt haben, sowas passiere zum ersten Mal, also ein Boykott ,eine Blockade von der eigenen Regierung (griechischer Staat), Sie solle nach Griechenland gehen es dort regeln und dann weiter machen.
     
  15. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Jetzt sehe ich etwas klarer. Freilich hat das nichts damit zu tun, dass der griechische Staat nicht unabhängig wäre. In Griechenland war man offenbar nicht so recht überzeugt von Liana Souvaltzi, weswegen man bei der ägyptischen Regierung intervenierte, die, im Bemühen um gute Beziehungen mit Griechenland, willfahrte.
    Davon, dass es sich um eine "offizielle ägyptisch-griechische Kampagne" gehandelt habe, kann aber wohl keine Rede sein; anscheinend gab es stets nur ägyptische Genehmigungen, während die griechische Regierung anscheinend gleich intervenierte, als sie von Souvaltzis Grabungen erfuhr.
     
  16. aquilifer

    aquilifer Aktives Mitglied

    Dieter und Der Korinther gefällt das.
  17. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied


    Vom Besuch Augustus in Alexandria überliefert Sueton eine nette Anekdote: Augustus sah sich ausgiebig das Grab Alexanders an, als man ihn fragte, ob er auch die Gräber der Ptolemäer besichtigen wollle, antwortete er brüsk: "Er wolle das Grab eines Königs, nicht aber Leichen besichtigen."
     
  18. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Es gibt seit Jahrhunderten die wildesten Hypothesen und Spekualationen um das Alexandergrab. Ich denke, dass das Grab verloren ist und vermutlich wie das ganze königliche Viertel Alexandrias auf dem Grund des Mittelmeers liegt. Dort ruht Alexander gut und ungestört, falls er sich denn dort befinden sollte.
     
  19. Thristan

    Thristan Neues Mitglied

    @Dieter

    Tja, niemand kann etwas Genaues sagen. Ebenso kann die Mumie Alexanders in Gelsenkirchen begraben liegen, wir werden es wohl nie wissen.

    Vor einiger Zeit las ich Robin Lane Fox´ Biografie über Alexander und besonders das Nachwort, sprich die Anmerkungen (zur Quellenlage) empfehle ich jeden wärmstens, der den Versuch unternimmt so etwas wie eine Verifikation beim Thema Alexander vorzunehmen:

    Zitat Fox: "Wie es angemessen ist, führe ich im ganzen Buch Zitate und Ansichten unter dem Namen jener Historiker an, die als erste über Alexander berichtet haben: Kallisthenes, Ptolemaios, Aristobulos, Nearchos und Onesikritos. Ich muss aber sehr deutlich betonen, dass alle diese Zitate und Ansichten nur aus zweiter oder dritter Hand bekannt sind und zwar so, wie sie von anderen antiken Autoren oft bis zu vierhundert Jahren später neu formuliert wurden, manchmal sogar in Werken über Gastmähler, Geographie oder Grammatik. Kein Wort, kein Satz kann als aus dem Originaltext stammend gelten, zumal man weiß, dass die makedonischen Autoren keine glänzenden Stilisten waren. Manchmal aber geben die Sekundärautoren ihre Originalquellen an, und bei anderen lassen sich die Originalquellen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit durch Vergleiche oder verschiedene, einander ergänzende Schlussfolgerungen ermitteln..." Zitat Ende

    In Wolfgang Wills Nachwort zu Lane Fox´ Buch überspitzt er [Will] die ganze Problematik mit der Quellenlage in seinem letzten Satz:

    Zitat Will (in Lane Fox´ Alexander-Biografie): "Wenn richtig ist, dass die kürzeste Biografie - Seriösität vorausgesetzt - die wenigsten Fehler enthält, so schrumpft die korrekte Alexandergeschichte auf einen Satz: Der Makedone Alexander zog in den Osten und starb dort. Vermutlich." Zitat Ende
     
    Zuletzt bearbeitet: 22. Januar 2013
  20. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Diese kritische Einschätzung zur Quellenlage über Alexander hat aber nur wenig mit seinem Grab zu tun. Denn zu letzterem haben wir übereinstimmende Berichte von zeitgenössischen Autoren aus einer Zeit, als das Grab und die Mumie in Alexandria noch besichtigt werden konnten.

    @ aquilifer:
    Danke für den Link zum erhellenden Text. Frau Souvaltzi und ihre Arbeitsmethoden scheinen tatsächlich reichlich dubios zu sein. Kein Wunder, dass mit ihr niemand (mehr) zusammenarbeiten will.

    Das Grab scheint bereits im (zumindest späten) 4. Jhdt. nicht mehr existiert zu haben. Es ist also wohl nicht erst verschwunden, als und weil die Gegend im Meer versank.
     

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