Wenn man annimmt, dass die germanischen Stämme nicht immer einhellig handelten, dass sich manche Germanen nicht an Absprachen gebunden fühlten, die andere (Stammesführer) geschlossen hatten: Ich kann mir vorstellen, dass das nicht so leicht war. Besonders wenn man berücksichtigt, dass die Römer nach Arminius Verrat wohl etwas verunsichert waren, welchen Germanen sie trauen konnten und welchen nicht.
Wenn X und Y Stämme waren, haben sich vielleicht manche Sippen oä Untergrupen an dem Aufstand beteiligt, manche nicht. Selbst in den einzelnen Sippen mag es über dies zum Bruch gekommen sein (wie ja vermutlich auch in Arminius Familie...), und manche nahmen an dem Aufstand teil, andere nicht. Wie gut war das Informationsnetz der Römer, um über diese Fraktionierungen bescheid zu wissen, im Zweifelsfall bis auf die Ebene von (wichtigen) Individuen?
Ihr kennt die Quellen sicher besser als ich, aber sprechen die Feldzüge des Germanicus ein paar Jahre später dafür, dass die Römer gut darüber informiert waren, auf welche Germanen sich man evtl noch verlassen kann, und auf welche nicht? Mir sieht es eher danach aus, dass die nach den gemachten Erfahrungen nicht mehr groß differenzierten...