H
hyokkose
Gast
Ich weiß nicht, für wie viele Einzelpersonen weltweit Gen-Daten gleicher Qualität vorliegen, ich vermute einen Promille-Wert, d.h. ich habe aus Belgien z.B. 1000 Werte, aus Deutschland 200.000 aber nicht gleichmäßig verteilt und aus Ägypten vielleicht 20 Werte. Diese absoluten Einzelwerte werden dann aber in Beziehung zur Gesamtbevölkerungszahl gesetzt, das kann eigentlich nur ein schiefes Bild ergeben und so verstehe ich @deSilvas Tortenerklärung.
Daß aus Ägypten 20 und aus Belgien 1000 Werte vorliegen, kommt allerdings nicht davon, daß Ägypten so klein und bevölkerungsschwach und Belgien so groß und bevölkerungsreich ist. Insofern zählst Du nur ein weiteres statistisches Problem auf, das gar nie zur Diskussion stand. Mit dem ursprünglich von DeSilva thematisierten Problem "Staatsgrenzen sind problematisch, weil sie keine natürlichen Populationen begrenzen" und dem nachgeschobenen Problem "Daten aus bevölkerungsreichen und bevölkerungsschwachen Gebieten wild gemischt" hat das eigentlich nichts zu tun.
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Man sieht daran, was alles vorkommt (in diesem kleinen Staat), aber diese Hervorhebung ist wegen der Kleinheit dieser Gruppe durch nichts gerechtfertigt.
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Ein Beispiel: Will man nachweisen, dass es "Friesen" gibt, dann wäre es ungeschickt, klitzekleine Zahlen aus Deutschland und den Niederlanden zu betrachten. Sinnvoller wäre es, in der Region Friesland eine Untersuchung vorzunehmen.
Wenn ich mir die Logik des oberen Satzes zu eigen mache, wäre allerdings eine Untersuchung, die nachweisen will, daß es "Friesen" gibt, wegen der Kleinheit dieser Gruppe durch nichts gerechtfertigt.
Im Ernst: Man kann doch eine Statistik nicht nach etwas beurteilen, was sie gar nicht aussagen will. Wenn es in der Aussageabsicht der Statistik läge, die Haplotypenverteilung in Relation zur gesamteuropäischen Bevölkerung zu zeigen, müßten entweder nur Gebiete mit gleichgroßer Bevölkerung verglichen werden oder die Größe der Torten der absoluten Bevölkerung angepaßt werden.
Solange die Statistik jedoch nur Unterschiede in der regionalen Verteilung deutlich machen will, ist es unerheblich, wie bevölkerungsstark die Regionen sind. Und wie man die Regionen abgenzt, ist Definitionssache. Man kann Staatsgrenzen, Provinzgrenzen oder Längen- und Breitengrade nehmen. Wobei erstere noch am ehesten als Grenzen "natürlicher Populationen" anzusehen sind, zumindest weiß man, wer mit "Franzosen", "Deutschen", "Schweizern" und "Belgiern" gemeint ist; die "Bevölkerung zwischen dem 4. und 8. Längen sowie dem 48. und 52. Breitengrad" wäre demgegenüber eine ausgesprochen "unnatürliche" Population.
Ich habe ja nie behauptet, dass eine andere Darstellung einfacher ist, sondern nur auf die Schwächen der vorliegenden hingewiesen, hoffentlich nun etwas erfolgreicher....
Wir haben nun reihum alle möglichen statistischen Probleme angesprochen, bis hin zur Stichprobengröße und jüngst auch noch zu Erhebungen im Intimbereich. Zu dem, was ich eigentlich wissen wollte, muß ich mich wohl mit der im ersten Satz gegebenen Auskunft Deines Beitrags begnügen.