und da die germanischen (cheruskischen, chattischen, markomanischen usw) Gesellschaften nicht bettelarm waren, wird es doch insgesamt weniger wundersam, dass sie es hin und wieder fertig brachten, genügend Truppen aufzustellen, um einigen Legionen Paroli bieten zu können.
Truppen spontan zusammen zu trommeln ist nach wie vor ganz etwas anderes, als ein stehendes Heer zu unterhalten, nicht nur im Hinblick auf finanzielle Aspeekte, sondern im Besonderen auch im Hinblick auf Versorgunginfrastruktur, Unterbringungskapazitäten, befestigte Wege, auf denen sich Truppen dieser Größenordnung auch einigermaßen effizient bewegen konnten, etc.
Ich kenne mich mit der römischen Geschichte nicht so gut aus, dass ich sagen könnte, wann das römische Reich seinen Höchststand an Legionen erreicht hatte, aber so weit ich das überblicke scheint sich die Größe des Heeres während der julisch-claudischen und der flavischen Dynastie irgendwo zwischen 20 und 30 Legionen mit einer Sollstärke von ca. 6.000 Mann bewegt haben (lassen wir die Auxiliar-Truppen mal außen vor).
Heißt das gesamte römische Reich, mit allen Ressourcen des Mittelmeerraums und Westeuropas konnte im Regelfall wohl irgendwas zwischen 120.000 und 180.000 Mann reguläre Armee unterhalten und vernünftig ausrüsten.
Die Leistungsfähigkeit diverser kleinerer römischer Provinzen dürfte nicht ausgereicht haben, auch nur eine einzige Legion aufzustellen und zu unterhalten und da reden wir von einer Sollstärke von gerade einmal 6.000 Mann regulär und möglicherweise eher 5.000-5.500 de facto oder etwas in dem Dreh.
Ich denke, da braucht man überhaupt nicht mit mittelalterlichen Panzerreitern herum zu jonglieren.
Wenn man an anderer Stelle kürzlich diskutierte Annahme, dass sich das in den Legionen verwendete Metall in einer Art dauerhaften Kreislaufwirtschaft befand (metallurgischer Fingerabdruck der Legion) und dadurch Beschaffungkosten für Material möglicherweise nicht so sehr ins Gewicht fielen, wie man sich das sonst denken könnte (jedenfalls in the long run), gibt das, meine ich einen realistischen Eindruck davon, was so ein stehendes Heer der Gesellschaft ressourcentechnisch abverlangte.
Selbst wenn man den germanischen Gruppen in ihren Gebieten ein gewisses Maß an Fähigkeit und Wohlstand zugesteht, da kamen sie nicht heran.
Überlege einmal was ein Mensch am Tag allein an Nahrungsmitteln verbraucht, was das im Jahr bedeutet und was dementsprechend 5.000 oder 10.000 im Jahr verbrauchen, oder welcher Infrastruktur es eigentlich im Grunde bedarf, wenn man diese 10.000 Mann geschlossen über eine längere Strecke irgendwo hin bewegen möchte und welcher infrastruktur das eigentlich bedürfte.