Wenn wir als Historiker einen Sachverhalt klären wollen, suchen wir uns die geeigneten Quellen dazu. Im Prinzip wird ein Dokument oder Monument erst dann zur Quelle, wenn wir die richtigen Fragen an das Dokument (Überrestquelle) oder das Monument (Traditionsquelle) stellen.
Nun diskutieren wir gerade in einem anderen Thread seit Tagen über die Geographie (Γεωγραφικὴ Ὑφήγησις - Geographike Hyphegesis) des alexandrinischen Gelehrten Klaudios Ptolemaios bzw. Claudius Ptolemäus.
Die Quellenkritik bzgl. der Geographike Hyphegesis muss dabei auf mehreren Ebenen erfolgen.
Zunächst einmal die Äußere Q-Kritik: Die Geographike Hyphegesis entstand um 150 n. Chr. in Alexandria. Exemplare von ihr bestanden offensichtlich noch im 6. Jhdt. in Italien, danach haben wir keine Nachricht über die Geographike Hyphegesis aus Westeuropa. Vermutlich gingen existierende HSS in den folgenden Jahrhunderten verloren, weil sie eben nur auf griechisch vorlagen und Griechischkenntnisse im lateinischen Mittelalter selbst unter den gelehrten Mönchen selten bis exotisch waren. Griechische HSS würden also auch nicht kopiert werden.
(Womöglich wird man an der einen oder anderen Stelle noch Fragmente entdecken, als Palimpsest z.B., also ein rasierter Text, der mit modernen Mitteln wieder lesbar gemacht wird, oder durch anderweitige Nutzung kaputter Pergamente - so sind etwa Teile des Nibelungenliedes als Umschlagmaterial für andere Codices auf uns gekommen.)
Um 1290 entdeckte der griechische Mönch Maximos Planoudes (WIkipedia: Maximus Planudes) im Kloster Chora in Konstantinopel eine Ausgabe der Geographike Hyphegesis. Diese stellt den Archteyp der heute bekannten spätmittelalterlichen griechischen und lateinischen HSS der Geographike Hyphegesis (Planoudes besorgte auch eine lateinische Übersetzung der Geographike Hyphegesis) dar. Unser terminus ante quem (taq, also der Zeitpunkt bevor dem diese HS entstand) ist also das späte 13. Jhdt. Über 1000 Jahre nachdem Ptolemaios seine Daten sammelte und ordnete. Archetyp heißt nicht, dass keine früheren Exemplare existiert hätten, sondern, dass dies die älteste Fassung ist, auf die alle heute bekannten Fassungen zurückgehen.
Nun ist die Äußere Q-Kritik hier auf die Überlieferungsgeschichte beschränkt, da nun weder der Archetyp vorliegt, noch eine HS von Planoudes. In der Äußeren Q-Kritik würde man auch über das Material und die Beschaffenheit bzw. den Zustand der HSS schreiben (also ist die einzelne HS vollständig, oder fehlen Seiten, sind Seiten beschädigt, wodurch sind sie beschädigt (verlaufene Tinte durch Wasserschaden, Tierfraß (Motten, Mäuse...), wie ist die HS paläographisch zu datieren, sind mehrere Hände zu identifizieren....)
Die Innere Quellenkritik befasst sich mit den Inhalten. Was war Ptolemaios' Interesse? Wie kam Ptolemaios an seine Informationen, lässt sich etwas über seine Informanten herausfinden? Ist durch Übersetzungen und andere Stille-Post-Effekte eine Information verderbt? Also, wenn wir über ein Gebiet außerhalb des römischen Reiches sprechen, sind etwa Ortsnamen aus der lokalen Sprache phonetisch korrekt ins Lateinische übertragen worden (das ist kaum feststellbar) und wie verhält es sich mit der Übertragung aus dem Lateinischen ins Koiné-Griechisch?
Da wir einen sehr späten Archetypen haben, ist auch der Inneren Q-Kritik hier eine Grenze gesetzt, wir können also Abweichungen in verschiedenen HSS um dem ptolemaiischen Original näher zu kommen, nicht untersuchen. Wir haben also keine voneinander abweichenden Traditionen. Hätten wir diese, so gäbe es zwei Methoden, das Alter festzustellen. Die eine wäre über die Paläographie, also dass man die Handschrift anhand der Buchstabentypen datieren würde. Nun kann es allerdings sein, dass man von einem Text eine HS aus dem 9. und eine aus dem 12. Jhdt. hat, die jünge HS aber die ältere Fassung birgt. Also {ältere HS = ältere Fassung} funktioniert leider nicht. Hier haben die Theologen eine Methode entwickelt, die auch in der Geschichtswissenschaft angewandt wird: die lectio dificilior potior - die schwierigere oder sperrigere Lesung ist die bessere. Das hat folgende Bewandtnis: Man geht davon aus, dass beim Abschreiben die Kopisten unübliche Worte durch gängigere Worte ersetzen, grammatisch schwierige Parts geglättet haben. Diese Prozesse können sowohl absichtlich als auch unbeabsichtigt passiert sein (euch ist es sicherlich schon mal passiert, dass ihr einen Text abgeschrieben habt und bei der Kontrolle festgestellt habt, dass ihr ihn zwar sinngemäß korrekt kopiert habt, aber die grammatikalische Struktur leicht angepasst habt, ohne dies gewollt zu haben.) Daher geht man davon aus, sofern nicht offensichtliche Kopierfehler vorliegen, dass die schwieriger zu verstehende Fassung dem Original näher ist, als die offensichtlich geglättete.
Nun ist der originale Klaudios Ptolemaios, also seine Geographike Hyphegesis, ziemlich trockener Stoff. Von Menschen, dem eigentlichen Sujet des Historikers (Marc Blochs Credo war, dass der Historiker nicht die Vergangenheit studiert, sondern den Menschen in seiner Zeit) ist hier keine Rede. Stattdessen verortet Klaudios Ptolemaios Orte (πόλεις), Berge oder Gebirge - wobei er oft nur einen Punkt eines Gebirges nennt (καὶ τὸ Μηλίβοκον, οὗ τὰ πέρατα ἐπέχει μοίρας - und der Melibokus, dessen weitest entfernten Teile liegen bei) - und Flussquellen und Mündungen, selten aber den Verlauf.
Hier kommen wir nun zu einer weiteren Ebene der Q-Kritik, die speziell auf die Geographike Hyphegesis angewandt werden muss. Ob Ptolemaios je selbst Karten gezeichnet hat, ist unklar. Von ihm überliefert sind nur die Gradangaben der genannten Orte. Bereits Planoudes hat aber nach den Gradangaben Kartenzeichnungen gemacht. Anders, als etwa die tabula Peutingeriana, die eine spätmittelalterliche Abschrift einer karolingerzeitlichen Abschrift eines römischen Originals darstellt, sind also alle vormodernen Kartendarstellungen nach Ptolemaios nicht antiken, sondern spätmittelalterlich/frühneuzeitlichen Ursprungs.
Wenn wir uns die Karten nach Ptolemaios ansehen, dann sehen wir, dass diese erstaunlich gut sind (man erkennt, welche Region gezeigt werden soll), aber eben stark verzerrt:
Die moderne Großbritannienkarte von Reginald Land Poole (Albion/Großbritannien und Hibernia/Irland 1902) und die hyperverlinkte Karte von Bill Thayer (nur Großbritannien) stellen dabei dar, wie Ptolamaios Karte aussähe, wenn man sie 1:1 von den Gradangaben auf Papier übertragen würde.
Oder auch die Karte der Magna Germania:
Die Flüsse sind - mit Ausnahme der Donau, von der Ptolemaios mehrere Verlaufspunkte nennt - als gerade Linien dargestellt. Spätmittelalterliche/Frühmoderne Kartographen haben sich aber nicht an Ptolemaios gehalten, sondern versucht, Ptolemaios Angaben mit ihrem geographischen Weltbild zu vereinen. Sie haben also Flüsse nicht als Linien gezeichnet, sondern, wie es der geographisch erfahrbaren Realität entspricht, mäandernd.
Das ist schöner als die nüchternen Darstellungen Lande Pools oder Thayers, zeitigt aber Probleme: Es handelt sich eben nicht mehr um die Darstellungen Ptolemaios', sondern um Interpretationen davon, wie berechtigt diese auch immer sein mögen. Wenn ein Fluss in einer Darstellung mäandert, verfestigt sich z.B. viel stärker der Eindruck, dass ein Ort links oder rechts des Flusses läge, als wenn dieser die unnatürlich statische Gerade einnimmt, für die uns Ptolemaios die Daten - nämlich Quelle und Mündung - liefert.
Aber auch Küstenverläufe. Wenn wir uns mal die Ptolemaios-Interpretation einer Hispanienkarte aus dem SpätMA ansehen:
Wir sehen in der spätmittelalterlichen Karte Hispanien, können vielleicht im Norden in dieser fast gleichschenkligen Aussparung den Ártabro-Golf (A Coruña) ausmachen. Interssant ist auch die Darstellung der Balearen, die sehr nah an ihrer tatsächlichen Form sind, gleichwohl es dafür bei Ptolemaios keine HInweise gibt.
In der Escorial-Fassung der ptolemaiischen Karte, die bzgl. der Umrisse der iberischen Halbinsel (PI) fast identisch ist, sehen die Balearen eher aus wie Brotlaibe.
Lenken wir unsere Aufmerksamkeit in den Südwesten. Das Vinzenzkap (Cabo de São Vicente) bei Sagres (West-Algarve*) ist hier überdeutlich zu sehen und auch zu erkennen, auch wenn es anstatt nach Südwesten nach Westen zeigt, ist es unzweifelhaft zu erkennen. Aber was sagt uns das über die Zeichnung? Sie sagt uns, dass der Zeichner dieser Karte Portolane kannte und diesen realen Extrempunkt einerseits mit den Daten des Ptolemaios wiedergegeben hat, sich aber andererseits an die Darstellung ihm bekannter Portolankarten gehalten hat.
*Funfact: Algarve kommt von arabisch al-gharb, was mit dem Sonnenuntergang (ergo Westen) zusammenhängt.
Nun diskutieren wir gerade in einem anderen Thread seit Tagen über die Geographie (Γεωγραφικὴ Ὑφήγησις - Geographike Hyphegesis) des alexandrinischen Gelehrten Klaudios Ptolemaios bzw. Claudius Ptolemäus.
Die Quellenkritik bzgl. der Geographike Hyphegesis muss dabei auf mehreren Ebenen erfolgen.
Zunächst einmal die Äußere Q-Kritik: Die Geographike Hyphegesis entstand um 150 n. Chr. in Alexandria. Exemplare von ihr bestanden offensichtlich noch im 6. Jhdt. in Italien, danach haben wir keine Nachricht über die Geographike Hyphegesis aus Westeuropa. Vermutlich gingen existierende HSS in den folgenden Jahrhunderten verloren, weil sie eben nur auf griechisch vorlagen und Griechischkenntnisse im lateinischen Mittelalter selbst unter den gelehrten Mönchen selten bis exotisch waren. Griechische HSS würden also auch nicht kopiert werden.
(Womöglich wird man an der einen oder anderen Stelle noch Fragmente entdecken, als Palimpsest z.B., also ein rasierter Text, der mit modernen Mitteln wieder lesbar gemacht wird, oder durch anderweitige Nutzung kaputter Pergamente - so sind etwa Teile des Nibelungenliedes als Umschlagmaterial für andere Codices auf uns gekommen.)
Um 1290 entdeckte der griechische Mönch Maximos Planoudes (WIkipedia: Maximus Planudes) im Kloster Chora in Konstantinopel eine Ausgabe der Geographike Hyphegesis. Diese stellt den Archteyp der heute bekannten spätmittelalterlichen griechischen und lateinischen HSS der Geographike Hyphegesis (Planoudes besorgte auch eine lateinische Übersetzung der Geographike Hyphegesis) dar. Unser terminus ante quem (taq, also der Zeitpunkt bevor dem diese HS entstand) ist also das späte 13. Jhdt. Über 1000 Jahre nachdem Ptolemaios seine Daten sammelte und ordnete. Archetyp heißt nicht, dass keine früheren Exemplare existiert hätten, sondern, dass dies die älteste Fassung ist, auf die alle heute bekannten Fassungen zurückgehen.
Nun ist die Äußere Q-Kritik hier auf die Überlieferungsgeschichte beschränkt, da nun weder der Archetyp vorliegt, noch eine HS von Planoudes. In der Äußeren Q-Kritik würde man auch über das Material und die Beschaffenheit bzw. den Zustand der HSS schreiben (also ist die einzelne HS vollständig, oder fehlen Seiten, sind Seiten beschädigt, wodurch sind sie beschädigt (verlaufene Tinte durch Wasserschaden, Tierfraß (Motten, Mäuse...), wie ist die HS paläographisch zu datieren, sind mehrere Hände zu identifizieren....)
Die Innere Quellenkritik befasst sich mit den Inhalten. Was war Ptolemaios' Interesse? Wie kam Ptolemaios an seine Informationen, lässt sich etwas über seine Informanten herausfinden? Ist durch Übersetzungen und andere Stille-Post-Effekte eine Information verderbt? Also, wenn wir über ein Gebiet außerhalb des römischen Reiches sprechen, sind etwa Ortsnamen aus der lokalen Sprache phonetisch korrekt ins Lateinische übertragen worden (das ist kaum feststellbar) und wie verhält es sich mit der Übertragung aus dem Lateinischen ins Koiné-Griechisch?
Da wir einen sehr späten Archetypen haben, ist auch der Inneren Q-Kritik hier eine Grenze gesetzt, wir können also Abweichungen in verschiedenen HSS um dem ptolemaiischen Original näher zu kommen, nicht untersuchen. Wir haben also keine voneinander abweichenden Traditionen. Hätten wir diese, so gäbe es zwei Methoden, das Alter festzustellen. Die eine wäre über die Paläographie, also dass man die Handschrift anhand der Buchstabentypen datieren würde. Nun kann es allerdings sein, dass man von einem Text eine HS aus dem 9. und eine aus dem 12. Jhdt. hat, die jünge HS aber die ältere Fassung birgt. Also {ältere HS = ältere Fassung} funktioniert leider nicht. Hier haben die Theologen eine Methode entwickelt, die auch in der Geschichtswissenschaft angewandt wird: die lectio dificilior potior - die schwierigere oder sperrigere Lesung ist die bessere. Das hat folgende Bewandtnis: Man geht davon aus, dass beim Abschreiben die Kopisten unübliche Worte durch gängigere Worte ersetzen, grammatisch schwierige Parts geglättet haben. Diese Prozesse können sowohl absichtlich als auch unbeabsichtigt passiert sein (euch ist es sicherlich schon mal passiert, dass ihr einen Text abgeschrieben habt und bei der Kontrolle festgestellt habt, dass ihr ihn zwar sinngemäß korrekt kopiert habt, aber die grammatikalische Struktur leicht angepasst habt, ohne dies gewollt zu haben.) Daher geht man davon aus, sofern nicht offensichtliche Kopierfehler vorliegen, dass die schwieriger zu verstehende Fassung dem Original näher ist, als die offensichtlich geglättete.
Nun ist der originale Klaudios Ptolemaios, also seine Geographike Hyphegesis, ziemlich trockener Stoff. Von Menschen, dem eigentlichen Sujet des Historikers (Marc Blochs Credo war, dass der Historiker nicht die Vergangenheit studiert, sondern den Menschen in seiner Zeit) ist hier keine Rede. Stattdessen verortet Klaudios Ptolemaios Orte (πόλεις), Berge oder Gebirge - wobei er oft nur einen Punkt eines Gebirges nennt (καὶ τὸ Μηλίβοκον, οὗ τὰ πέρατα ἐπέχει μοίρας - und der Melibokus, dessen weitest entfernten Teile liegen bei) - und Flussquellen und Mündungen, selten aber den Verlauf.
Hier kommen wir nun zu einer weiteren Ebene der Q-Kritik, die speziell auf die Geographike Hyphegesis angewandt werden muss. Ob Ptolemaios je selbst Karten gezeichnet hat, ist unklar. Von ihm überliefert sind nur die Gradangaben der genannten Orte. Bereits Planoudes hat aber nach den Gradangaben Kartenzeichnungen gemacht. Anders, als etwa die tabula Peutingeriana, die eine spätmittelalterliche Abschrift einer karolingerzeitlichen Abschrift eines römischen Originals darstellt, sind also alle vormodernen Kartendarstellungen nach Ptolemaios nicht antiken, sondern spätmittelalterlich/frühneuzeitlichen Ursprungs.
Wenn wir uns die Karten nach Ptolemaios ansehen, dann sehen wir, dass diese erstaunlich gut sind (man erkennt, welche Region gezeigt werden soll), aber eben stark verzerrt:
Die moderne Großbritannienkarte von Reginald Land Poole (Albion/Großbritannien und Hibernia/Irland 1902) und die hyperverlinkte Karte von Bill Thayer (nur Großbritannien) stellen dabei dar, wie Ptolamaios Karte aussähe, wenn man sie 1:1 von den Gradangaben auf Papier übertragen würde.
Oder auch die Karte der Magna Germania:
Die Flüsse sind - mit Ausnahme der Donau, von der Ptolemaios mehrere Verlaufspunkte nennt - als gerade Linien dargestellt. Spätmittelalterliche/Frühmoderne Kartographen haben sich aber nicht an Ptolemaios gehalten, sondern versucht, Ptolemaios Angaben mit ihrem geographischen Weltbild zu vereinen. Sie haben also Flüsse nicht als Linien gezeichnet, sondern, wie es der geographisch erfahrbaren Realität entspricht, mäandernd.
Das ist schöner als die nüchternen Darstellungen Lande Pools oder Thayers, zeitigt aber Probleme: Es handelt sich eben nicht mehr um die Darstellungen Ptolemaios', sondern um Interpretationen davon, wie berechtigt diese auch immer sein mögen. Wenn ein Fluss in einer Darstellung mäandert, verfestigt sich z.B. viel stärker der Eindruck, dass ein Ort links oder rechts des Flusses läge, als wenn dieser die unnatürlich statische Gerade einnimmt, für die uns Ptolemaios die Daten - nämlich Quelle und Mündung - liefert.
Aber auch Küstenverläufe. Wenn wir uns mal die Ptolemaios-Interpretation einer Hispanienkarte aus dem SpätMA ansehen:
Wir sehen in der spätmittelalterlichen Karte Hispanien, können vielleicht im Norden in dieser fast gleichschenkligen Aussparung den Ártabro-Golf (A Coruña) ausmachen. Interssant ist auch die Darstellung der Balearen, die sehr nah an ihrer tatsächlichen Form sind, gleichwohl es dafür bei Ptolemaios keine HInweise gibt.
In der Escorial-Fassung der ptolemaiischen Karte, die bzgl. der Umrisse der iberischen Halbinsel (PI) fast identisch ist, sehen die Balearen eher aus wie Brotlaibe.
Lenken wir unsere Aufmerksamkeit in den Südwesten. Das Vinzenzkap (Cabo de São Vicente) bei Sagres (West-Algarve*) ist hier überdeutlich zu sehen und auch zu erkennen, auch wenn es anstatt nach Südwesten nach Westen zeigt, ist es unzweifelhaft zu erkennen. Aber was sagt uns das über die Zeichnung? Sie sagt uns, dass der Zeichner dieser Karte Portolane kannte und diesen realen Extrempunkt einerseits mit den Daten des Ptolemaios wiedergegeben hat, sich aber andererseits an die Darstellung ihm bekannter Portolankarten gehalten hat.
*Funfact: Algarve kommt von arabisch al-gharb, was mit dem Sonnenuntergang (ergo Westen) zusammenhängt.