dekumatland
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Wie kommst du darauf? Falls du Marx/Engels "dialektischen Materialismus" meinst, so genügt ein kurzer Blick in Tante Wiki, dass in diesem Denkgebäude das Gegenteil der Fall ist:Denn wenn das Bewusstsein die Triebfeder ist, dann kann, wie bereits in einem der obigen Postings angemerkt, die Revolution und der Fortgang der Geschichte nach Marxscher Vorstellung potentiell bis in die Ewigkeit ausfallen oder aber, da nicht an die materielle Entwicklung gebunden einen völlig wilden von den marxschen Annahmen abgehenden Verlauf nehmen.
undDemnach besteht die Einheit der Welt in der sich stets bewegenden Materie, die ewig und unendlich ist und den Menschen in ihrer praktischen Lebenstätigkeit gegeben ist, indem sie dort Lebensgrundlage und Erkenntnisquelle der menschlichen Gesellschaft darstellt. Mit dieser philosophischen Weltanschauung ist es möglich, die Unterschiede von Bewusstsein und Sein, von belebten und unbelebten Dingen anzuerkennen und trotzdem an einem materiellen Ursprung aller Dinge festzuhalten.
beides aus Dialektischer Materialismus – WikipediaMarx dreht die hegelsche Dialektik um (stellt sie „vom Kopf auf die Füße“) und postuliert, dass sich die Welt, die objektive Wirklichkeit, aus ihrer eigenen materiellenExistenz erklären lässt und keinesfalls die Verwirklichung einer göttlichen, absoluten Idee oder gar des menschlichen Denkens ist, wie im Idealismus behauptet. An die Stelle der absoluten Idee Hegels tritt bei Marx die ewig sich bewegende und entwickelnde Materie und mit Blick auf die Gesellschaft das Materiell-Ökonomische des Produktionsprozesses bzw. der Arbeit als Grundlage und Triebkraft der gesellschaftlichen Wirklichkeit.[1] Die objektive Realität, die Mensch und Natur umfasst, existiert außerhalb und unabhängig vom menschlichen Bewusstsein. Zusammengefasst werden diese Ideen u. a. in Marx’ berühmtem Satz: „Es ist nicht das Bewußtsein der Menschen, das ihr Sein, sondern umgekehrt ihr gesellschaftliches Sein, das ihr Bewußtsein bestimmt.“[2] Dieser Satz ist eine zentrale These der Marxschen Philosophie. Marx wählt also bei der Beantwortung der philosophischen Grundfrage – was ist primär, das Denken oder das Sein – die zu Hegel gegensätzliche Antwort. Dabei wird nicht geleugnet, dass in der gesellschaftlichen Praxis auch umgekehrt das Denken das Sein bestimmt, aber in der Wechselwirkung zwischen Denken und Sein hat letztlich das Sein das Primat.
Was den philosophischen Unterbau, das Fundament also, betrifft, so sind Marx/Engels die Abkehr von der idealistischen Dialektik, und das auf der Grundlage des philosophischen Materialismus. Über letzteren ist das schon erwähnte Buch von F. A. Lange aufschlussreich.