Kalkriese als Ort der Varusschlacht zweifelhaft

Und vor allem: Man hat Münzhorte von hohem Wert und eine Befundzusammensetzung, die über das hinausgehen was in einem überraschten Lager zu finden ist, und eine Vexillation oder eine Strafexpedition mit sich herumschleppen.

Oder hatte Germanicus keine aktuellen Münzen dabei ("Jungs, hier sind die von Varus, frischen Sold bekommt Ihr später, großes Indianerehrenwort..."), dafür aber seine geliebte Kline?
 
Zuletzt bearbeitet:
Zumindest fand jemand noch Zeit und Gelegenheit, die Horte zu vergraben. Je nach Bodenbeschaffenheit und Tiefe kein leichtes Unterfangen während laufender Angriffe.
 
Bis 2001 wurden die Reste von 8 Pferden und 30 Maultieren nachgewiesen.[1] Damit war der Tross anwesend. Je ein Muli trug die unentbehrliche Drehmühle für eine 8-köpfige Zeltgemeinschaft. In Kärnten wurde jetzt ein defekter Mahlstein (Ausbruch) aufgefunden. Er war wertlos, wie auch zerbrochene Steine in Kalkriese. Wo sind sie? Leider lassen sie sich messtechnisch nicht orten. Aber dass bei den Mulis nicht einmal ein Bruchstück auftaucht, ist seltsam..Sollten die Mühlen vielleicht gerade im Gebrauch (Lager) gewesen sein?
 
Bis 2001 wurden die Reste von 8 Pferden und 30 Maultieren nachgewiesen.[1] Damit war der Tross anwesend. Je ein Muli trug die unentbehrliche Drehmühle für eine 8-köpfige Zeltgemeinschaft. In Kärnten wurde jetzt ein defekter Mahlstein (Ausbruch) aufgefunden. Er war wertlos, wie auch zerbrochene Steine in Kalkriese. Wo sind sie? Leider lassen sie sich messtechnisch nicht orten. Aber dass bei den Mulis nicht einmal ein Bruchstück auftaucht, ist seltsam..Sollten die Mühlen vielleicht gerade im Gebrauch (Lager) gewesen sein?
Oder die Mühlen wurden als Beute mitgenommen.:)
 
Zumindest fand jemand noch Zeit und Gelegenheit, die Horte zu vergraben. Je nach Bodenbeschaffenheit und Tiefe kein leichtes Unterfangen während laufender Angriffe.
Schwierigkeitsgrade beim Vergraben der Horte lassen sich nur spekulieren. Festhalten lässt sich bestenfalls, dass Legionäre in puncto buddeln über reichlich Erfahrung verfügten, sicherlich auch unter Gefechtsbedingungen.
Ob es Angriffspausen gab, ob trotz laufender Angriffe Schanzarbeiten wie Hortvergrabungen befohlen waren, das wird sich eben so wenig rekonstruieren lassen, wie autonome Buddelaktionen in Nacht u. Nebel.
 
Über den möglichen Verbleib von möglichen Mühlsteinen lässt sich ebenfalls alles Mögliche vermuten.

Faszinierend ist, dass überhaupt Puzzleteile auf uns gekommen sind, und im Zuge weiterer Grabungen ergänzt werden. Vermutlich werden diese jedoch nie präzise Aussagen über etliche Details eines mehrtägigen und mit großer Wahrscheinlichkeit zunehmend chaotischen Schlachtgeschehens erlauben.
Die Verlockung fehlende Mosaiksteine einfügen zu wollen um ein aussagekräftigeres Bild zu gewinnen kann ich nachvollziehen, es ist leider nicht wissenschaftlich.
Drum schließe ich mich fett unterstrichen an:
Immer wieder staune ich über die viel zu große Erwartungshaltung: Orte wie Tollense, Maiden Castle, Kalkriese sind Ausnahmen, Glücksfälle für die Archäologie. Seid einfach dankbar!
 
Zuletzt bearbeitet:
Viele, sehr viele Funde sind nur dem Zufall zu verdanken. Das war auch bei uns am Ort so, als bei Bauarbeiten ( Umwandlung eines Bahndamms in einen Radweg) eine römische Hafenkommandantur an unerwarteter Stelle gefunden wurde ( Notgrabung, nun wieder überbaut).
 
Natülich finden sich Bruchstücke vorrzugsweise im Fundamentmauerwerk. Man müsste Bauherren und Abrissfirmen benachbarter Orte entsprechend sensibilisieren
 
Zwischen der Varusschlacht und den Fundamenten und Mauern von abzureissenden Bauwerken, die für eine Untersuchung in Frage kommen, liegen 1.800 Jahre...

Und, die Gegend um Lübbecke, um die es hier geht, ist reich an hochwertigem Baumaterial. Selbst als Zuschlagstoff im Mörtel und in der Hinterfüllung von Mauerverblendungen wirst Du den Mayener Tuff nicht mehr finden. Abgrenzbar gegenüber einem neuzeitlichen Import Mayener Ware wäre er ohnehin nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ja und? Jetzt?
Natülich finden sich Bruchstücke vorrzugsweise im Fundamentmauerwerk. Man müsste Bauherren und Abrissfirmen benachbarter Orte entsprechend sensibilisieren
Das kann nicht dein Ernst sein! Du bist dir nicht über die Dimension deiner Forderung!! klar.
Das ist letztendlich das gleiche Problem wie bei deinem sondeln der Marschroute.
 
Zurück
Oben