Kreationismus

Das passt nicht, das würde bedeuten, die "Kreationisten" haben eine andere "Wissenschaft", eine die andere Parameter benutzt, eine " Wissenschaft" die nicht die selben Methoden anwendet.
Keine Ahnung wie du es geschafft hast das aus meiner Aussage abzuleiten... "Wissenschaft" ist eine Methode und diese kann sowohl von Evolutionstheoretikern, als auch von Kreationisten angewendet werden.
Gott als alles Erschaffender? Bei der Grundannahme brauche ich keine wissenschaftlichen Methoden mehr. Wozu?
Um das Erschaffene zu erforschen und zu verstehen natürlich. Wenn wir von einem Schöpfer ausgehen, hat dieser natürlich auch die Naturgesetzte und die natürlichen Mechanismen erschaffen. Gott ist unsere Erklärung für den Ursprung dieser Welt. Diese Schöpfung dann zu erforschen - wie die von Ihm geschaffenen Mechanismen funktionieren, ob / welche Hinweise es für einen intelligenten Ursprung gibt, usw - ist ganz normale Naturwissenschaft.

Nicht zu vergessen, dass die modernen Naturwissenschaften maßgeblich von Christen (mit)gegründet wurden. Eben weil sie an einen Schöpfer glaubten, glaubten sie auch dass die Schöpfung rational erforschbar und beschreibbar ist:
  • Isaac Newton gilt als Vater der klassischen Physik, war maßgeblich an der heutigen wissenschaftlichen Methode beteiligt und gilt als einer der bedeutendsten Naturwissenschaftler der Geschichte und er glaubte an Gott.
  • Johannes Kepler gilt als Vater der mathematischen Astronomie und er glaubte an Gott.
  • Galileo Galilei gilt als Vater der modernen Astronomie und er glaubte an Gott.
  • Max Planck gilt als Begründer der Quantenmechanik und er war gläubig.
  • Gregor Mendel gilt als Vater der Genetik und er war gläubiger Mönch.
  • Louis Pasteur gilt als Vater der Mikrobiologie er glaubte an Gott.
  • Francis Bacon war Philosoph, Wegbereiter der wissenschaftlichen Methode und er glaubte an Gott.
So konnte ich jetzt zum Schluss sogar doch noch auf etwas Geschichtliches zurück kommen.
 
"Wissenschaft" ist eine Methode und diese kann sowohl von Evolutionstheoretikern, als auch von Kreationisten angewendet werden.
Theoretisch richtig. Praktisch scheint es bezüglich der Anwendung seitens der Kreationisten methodisch etwas zu hapern...

Gott ist unsere Erklärung für den Ursprung dieser Welt.
Was ist die Erklärung für den Ursprung Gottes? So dieser keine Erklärung bedarf, wieso braucht es eine Erklärung für den Ursprung der Welt?

Nicht zu vergessen, dass die modernen Naturwissenschaften maßgeblich von Christen (mit)gegründet wurden. Eben weil sie an einen Schöpfer glaubten, glaubten sie auch dass die Schöpfung rational erforschbar und beschreibbar ist:
Aber keiner hat Gott für diese Erklärungen herangezogen. Das ist auch nachvollziehbar, denn Gott erklärt gar nicht; nicht dem Gläubigen, noch weniger dem Ungläubigen. Die Evolutionstheorie erklärt das Vorhandensein von Fossilien, weit besser als irgend ein Kreatonist das bisher getan hat. Hätte Newton so gedacht wie die Kreationisten, hätten wir heute keine Gravitationstheorie, sondern Intelligent Falling...
 
Bei den Schöpfungstagen wiederum lässt die Bibel nur die wörtliche Bedeutung zu. Zum einen durch die Abgrenzung durch Abend und Morgen sowie die Nummerierung von 1-6 (überall sonst in der Bibel sind damit gewöhnliche Tage gemeint) und zum anderen wie die übrige Bibel auf ihre ersten Kapitel Bezug nimmt (nämlich immer wörtlich). Andere Deutungen sind Anpassungen an den Zeitgeist ohne biblische Grundlage.
Sonne & Mond wurden am 4. Tag geschaffen, richtig? Wieso gab es vorher schon Abend & Morgen? Die Frage, wie das zu den Erkenntnissen der Astronomen passen soll, stell ich besser erst gar nicht...

Du setzt dabei Evolution als gegeben voraus.
Ja, tue ich. Weil diese Theorie funktioniert, ihre Voraussagen bisher zutreffen. Um Theodosius Dobzhansky zu zitieren: "Nichts in der Biologie ergibt Sinn, außer im Licht der Evolution“.

Um der Evolutionstheorie noch nachhaltig am Zeug zu flicken, müsste man sie falsifizieren. Daran versuchen sich Kreationisten seit 150 Jahren oder so, mWn bisher ohne Erfolg. Dabei wäre es eigentlich ganz einfach: Ein Fossil in einer falschen geologischen Schicht, das die Evolutionstheorie nicht erklären kann, und die Biologen sind in großen Schwierigkeiten. Aber so etwas ist bisher nicht gefunden worden.

Das ist kein unabhängiges Argument. "Konvergente Evolution" bezeichnet den Prozess und der ist nicht allgegenwärtig. Allgegenwärtig sind nur die Ähnlichkeiten (Das Ergebnis des hypothetischen Prozesses), die als Analogien / Konvergenzen gedeutet werden.

Es geht darum zu was die postulierten Evolutionsmechanismen zu leisten fähig wären, nicht welche "Endergebnisse" beobachtbar sind. Evolution soll ziellos und ungerichtet verlaufen. Zu behaupten es sei plausibel, dass sie so mehrfach unbhängig zum selben Ergebnis führt, ist etwa so als würde man behaupten, es sei zu erwarten, dass 10 Menschen, die blind und ziellos drauf los laufen, alle am selben Punkt stehen bleiben.

Konvergenzen wurden einfach in die ET übernommen, doch es ändert nichts an der Tatsache, dass sie evolutionstheoretisch nicht zu erwarten sind.
Natürlich sind sie zu erwarten. Wenn zwei Arten dem gleichen Problem gegenüberstehen, ist es möglich (wenn auch nicht zwingend), dass sie gleiche oder ähnliche Lösungen dafür entwickeln. Denn Evolution ist zwar ziellos, aber nicht willkürlich. Torpedoförmige Körper haben im Wasser den geringsten Widerstand, deswegen haben Haie, Knochenfische, Ichthyosaurier, im Meer lebende Säugetiere und im Meer lebende Vögel solche Körper entwickelt. Das ist nicht geplant, aber die Entwicklung ist folgelogisch; und kann (bei eingigen Entwicklungslinien) anhand des Fossilienmaterials anschaulich gemacht werden.

Manchmal findet die Evolution auch verschiedene Wege zum gleichen Ziel. Spechte und Aye-Ayes leben von Insektenlarven unter Baumrinde. Beide haben Wege entwickelt, sich diese Insektenlarven zu holen, aber die einen nutzen dafür Schnabel und eine lange Zunge, die anderen einen extrem langen Mittelfinger.

Der Vergleich passt nicht. Wären die Newtonschen Gesetze falsch, würde der Motor nicht funktionieren. Deshalb kann der funktionierende Motor die Gesetze bestätigen. Der funktionierende Motor hängt also zwingend von der Richtigkeit der Newtonschen Gesetze ab.
Die Newtonschen Gesetze sind falsch; bzw: Sie gelten nicht universell. Hat Einstein gezeigt. Sie funktionieren bei niedrigen Geschwindigkeiten, aber nähert man sich der Lichtgeschwindigkeit, kann man sich auf Newtons Formeln nicht mehr verlassen.

[mod]Einen Satz entfernt. Ich musste zugegebenermaßen schmunzeln und finde es schade, dass ich andere darum bringe, aber den Satz konnte ich nicht stehen lassen.[/mod]
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Du, Falschbehauptungen werden auch durch stumpfe Wiederholung nicht richtiger. Zu dem Begriff "raqia" habe ich dir bereits eine Wortstudie, bzw. eine Deutung auf Basis des gesamtbiblischen Kontextes (und eben nicht auf Basis kreationistischer Lehre) verlinkt.

Wie bereits gesagt, sind mir diese Klimmzüge bekannt. Auch Hilbrands kommt nicht darum herum, dass nach dem Schöpfungsbericht Gott ganz klar einen Hohlraum mittels einer "Feste" schafft, oberhalb derer sich gewaltige Wassermassen stauen. Zum Material wird natürlich nichts gesagt, und ob man sich diese Feste als runde Kuppel oder als Zelt vorstellen soll, ist hier im Text auch nicht weiter ausgeführt. Du kannst ja selber mal eine Zeichnung vorlegen, wie wir uns Himmel und Erde streng nach dem Wortlaut des Schöpfungsberichts vorstellen sollen.

Und zu "Fenster des Himmels" hatte ich dir eine Parallelstelle genannt, die auch du nur bildlich deuten kannst. Ich bevorzuge grundsätzlich die wörtliche Bibelauslegung, aber es gibt nunmal auch Verse, die offensichtlich bildlich sind. Ich könnte den Spieß also auch umdrehen: Du deutest diese Verse nur wörtlich, da du aufgrund deiner atheistischen Weltsicht nicht der Ansicht bist, dass die Bibel Gottes Wort ist.

Um den Spieß umzudrehen, müsstest Du meine Weltsicht kennen. Ich vertrete allerdings hier überhaupt keine Bibelauslegung, sondern stelle fest, dass Du die Bibel mal wörtlich, mal symbolisch ausdeutest, je nachdem, wie es Deiner Weltsicht besser passt. Du kannst aber gern mal erläutern, ob die Sintflutgeschichte wörtlich zu nehmen ist oder ob Du zu dessen Interpretation Hypothesen benötigst, die sich keineswegs aus dem Bibeltext ergeben.

Labeling. Indem du gegnerische Argumente pauschal mit einem negativ behafteten Begriff "ettiketierst", steckst du sie in einer vorgefertige Schublade. - Unredliche Diskussionstaktik. Im Übrigen kreirst jetzt du ein Feindbild.
Polemik bezeichne ich als Polemik, ob sie von Zeugen Jehovas kommt, ob sie von Dir kommt, oder ob sie von sonst jemand anderem kommt. Den Schuh "unredliche Diskussionstaktik" ziehe ich mir nicht an. (Den Aufsatz von Walter Hilbrands würde ich übrigens keineswegs als Polemik bezeichnen, die Vorträge und Bücher eines Werner Gitt - so weit sie mir bekannt sind - hingegen schon.)


Um das Erschaffene zu erforschen und zu verstehen natürlich. Wenn wir von einem Schöpfer ausgehen, hat dieser natürlich auch die Naturgesetzte und die natürlichen Mechanismen erschaffen. Gott ist unsere Erklärung für den Ursprung dieser Welt. Diese Schöpfung dann zu erforschen - wie die von Ihm geschaffenen Mechanismen funktionieren, ob / welche Hinweise es für einen intelligenten Ursprung gibt, usw - ist ganz normale Naturwissenschaft.

Nicht zu vergessen, dass die modernen Naturwissenschaften maßgeblich von Christen (mit)gegründet wurden. Eben weil sie an einen Schöpfer glaubten, glaubten sie auch dass die Schöpfung rational erforschbar und beschreibbar ist:
  • Isaac Newton gilt als Vater der klassischen Physik, war maßgeblich an der heutigen wissenschaftlichen Methode beteiligt und gilt als einer der bedeutendsten Naturwissenschaftler der Geschichte und er glaubte an Gott.
  • Johannes Kepler gilt als Vater der mathematischen Astronomie und er glaubte an Gott.
  • Galileo Galilei gilt als Vater der modernen Astronomie und er glaubte an Gott.
  • Max Planck gilt als Begründer der Quantenmechanik und er war gläubig.
  • Gregor Mendel gilt als Vater der Genetik und er war gläubiger Mönch.
  • Louis Pasteur gilt als Vater der Mikrobiologie er glaubte an Gott.
  • Francis Bacon war Philosoph, Wegbereiter der wissenschaftlichen Methode und er glaubte an Gott.
So konnte ich jetzt zum Schluss sogar doch noch auf etwas Geschichtliches zurück kommen.

Da könnte man noch eine Reihe Persönlichkeiten auch aus jüngerer Zeit anführen, etwa den Priester Georges Lemaître, den Begründer der Urknalltheorie, gegen die von vielen Kreationisten ebenso scharf polemisiert wird wie gegen die Evolutionstheorie (Werner Gitt: "Den Urknall hat es nie gegeben!")
 
Langsam langt´s mir. Das ist nichts als Scheinheiligkeit. Wenn es dir wirklich um das Forumsthema geht, sei so korrekt und lösche das ganze Diskussionsthema. Die meisten hier schreiben nichts zu Geschichte, doch ich als Kreationist bin der einzige, bei dem du löschst. Deine eigentliche Motivation mich zu zensieren ist, dass du mit meiner Ansicht nicht einverstanden bist.
Ich zensiere nicht, sondern ich schütze das Forum davor, von dir als Verlinkungsplattform ausgenutzt zu werden, um Algorithmen zu verbessern. Wenn du mich hinter's Licht führen willst, muss du ein wenig früher aufstehen!

Zum Glück hatte ich mir den Text kopiert.
Was mir sagt, dass du denselben Flunsch schon anderswo durchgezogen hast und so deine Erfahrungen mit Regelverstößen in Internetforen und ihren Sanktionierungen hast. Dass du dich als Opfer von Zensur darstellst, ist mangelnde Einsicht, die ich von Missionaren aller Art kenne. Ob das nun Atheisten, Muslime oder Christen sind, oder Vertreter bestimmter politischer Ideale ist dabei unerheblich. Alle die, welche versuchen, das Geschichtsforum für ihre Agenda zu missbrauchen, werden hier gleich behandelt und alle versuchen sich als Opfer von Zensur darzustellen.

Dass ich einen deiner Beiträge wiederhergestellt habe, weil ich einen Fehler gemacht habe, ist dir taktischerweise natürlich "nicht aufgefallen". Da würde ja das Lamentieren über Zensur verpuffen.
 
Die erwähnten Links um weniger schreiben zu müssen und letzterer als Quellenangabe:
Ich halte das für Links zu eigenen Seiten, und fühle mich durch SEO-Praktiken manipuliert.

Ich sehe nicht ein, neuen Mitgliedern, die hier ganze Lastwagenladungen von klaren und provozierenden Regelverstößen ablassen, im Geschichtsforum Raum zu geben.
Das ist nicht Zensur, sondern Selbstachtung.

Ich zensiere nicht, sondern ich schütze das Forum davor, von dir als Verlinkungsplattform ausgenutzt zu werden, um Algorithmen zu verbessern. Wenn du mich hinter's Licht führen willst, muss du ein wenig früher aufstehen!


Was mir sagt, dass du denselben Flunsch schon anderswo durchgezogen hast und so deine Erfahrungen mit Regelverstößen in Internetforen und ihren Sanktionierungen hast. Dass du dich als Opfer von Zensur darstellst, ist mangelnde Einsicht, die ich von Missionaren aller Art kenne. Ob das nun Atheisten, Muslime oder Christen sind, oder Vertreter bestimmter politischer Ideale ist dabei unerheblich. Alle die, welche versuchen, das Geschichtsforum für ihre Agenda zu missbrauchen, werden hier gleich behandelt und alle versuchen sich als Opfer von Zensur darzustellen.
Diese Einschätzung und Erklärung von @El Quijote ist m.E. noch zu freundlich.

Ich bin dafür, selbsternannten und übergriffigen Missionaren die Axt wegzunehmen, bevor sie weiter Kleinholz machen.

Und: SEO-Taktiken betrachte ich als klaren Regelverstoß, dieses "Ätsch-ätsch-Du-kriegst-mich-ja-doch-nicht, und wenn dann ist es Zensur!" Ist eine persönliche Beleidigung.

Ich bin Christ, und ich halte diese fundamentalistische Ideologie für zutiefst unchristlich.
 
Wenn ein Gott die Naturgesetze erschaffen hat, dann unterliegt er ihnen also nicht. Ein Gott ist einfach nur eine menschliche Vorstellung für Dinge/Ereignisse, die ihm sonst nicht erklärbar waren/sind. Das kann man als "mentale Krücke" sehen um z.B. das Leben erträglicher zu machen.
Daran sehe ich zunächst einmal nichts negatives.
Hier allerdings eine solche Abstraktion mit "wissenschaftlichen Methoden" zu untersuchen ist ohne Naturwissenschaft nicht möglich. Wenn ein Gott der Naturwissenschaft nicht unterliegt, kann ich ihn auch nicht untersuchen. Also ist für mich jede weitere Erforschung, auch der ET, auf der Grundlage dieser Abstraktion sinnlos.
 
In der langen Reihe der christlichen Wissenschaftler hat es nie einen inneren Konflikt gegeben zwischen dem was sie als Wissenschaftler als kausal erkannten und dem eigenen Glauben. Warum auch?

Die gesehene Wirklichkeit aber verbiegen, um sie in ein selbst erschaffenes Zeitraster zu pressen, das ist so absurd, dass ich es mir nur durch Steigerung des Selbstwertgefühls durch missionarischen Fundamentalismus erklären kann.

Ich bin in einer pietistisch bis evangelikal geprägten Region aufgewachsen, und habe etliche dieser kleinen Gemeinden kennengelernt. Sehr stark fiel mir die Ichbezogenheit, einfordernde Zentriertheit auf den jeweiligen Schriftkundigen auf. Bei aller Sympathie für diese Gläubigen und auch ihre Prediger bin ich aufmerksam und wachsam gegenüber diesen Ideologien.

Aber, "Kreationisten" sind eine besondere Spezies.
 
In der langen Reihe der christlichen Wissenschaftler hat es nie einen inneren Konflikt gegeben zwischen dem was sie als Wissenschaftler als kausal erkannten und dem eigenen Glauben. Warum auch?
Ich finde ja persönlich interessant, dass wenn von christlich oder christlich beeinflusster Seite versucht wird herauszustellen, dass Wissenschaft und Religion durchaus im Einklang miteinander stehen könnten, exeptionell immer nur auf die Wissenschaftler aus dem eigenen religiösen Lager verwiesen wird.
Könnte sonst womöglich noch jemand auf die Idee kommen, dass wenn Wissenschaft und Christliche oder christlich beeinflusste Lehre miteinander vereinbar wären, Wissenschaft möglicherweise noch mit ganz anderen religiösen Vorstellungen vereinbar wäre.
 
Nur eine Frage nebenbei, wie definiert man denn Atheist?
Jemand der nicht an einen Gott glaubt oder jemand der einen Gott "leugnet"? Oder gilt für den beides?
 
Ein Freund von mir sagte immer, er sei 'Heide'. Er meinte aber entweder Atheist oder Agnostiker.
Also ein Atheist ist jemand, der das Konzept von Gott ablehnt. Ein Agnostiker kann hingegen ohne zu heucheln in die Kirche/Synagoge/Moschee oder sonstige Kultstätte gehen, denn er weiß es einfach nicht, ob Gott existiert.
 
  • Galileo Galilei gilt als Vater der modernen Astronomie und er glaubte an Gott.
Bekanntlich kam es zu einem Konflikt zwischen Galilei und den kirchlichen Autoritäten seiner Zeit. Knackpunkt war hier die Interpretation der Bibel.
Ich habe in anderen Diskussionen darauf hingewiesen, dass die kopernikanische Lehre dem Vatikan seit spätestens 1533 bekannt war, Kopernikus' Hauptwerk De revolutionibus orbium coelestium wurde ab 1543 publiziert; es war Papst Paul III. gewidmet und blieb viele Jahrzehnte von kirchlicher Seite unbeanstandet. Mit einer fundierten naturwissenschaftlichen Hypothese, die dem Wortlaut der Bibel widersprach, konnte die Theologie gut leben. Der Konflikt entzündete sich, als Galilei forderte, die Interpretation der Bibel - sofern es sich um wissenschaftliche Aussagen ginge - müsse sich naturwissenschaftlichen Erkenntnissen unterordnen.

Galilei, ein überzeugter Christ und auch kirchengläubiger Mann, hatte in Schreiben an seinen ehemaligen Schuler Castelli und an die GroBherzogin Christina von Toskana im Jahre 1613 die Frage des kopernikanischen Weltsystems nicht nur aufgeworfen, sondern auch vom exegetischen Standpunkt interpretiert. Das war zwar in damaliger Zeit etwas unvorsichtig, geschah aber durchaus nicht in kirchenfeindlicher Absicht, sondern in der Überzeugung, daß das kopernikanische Weltbild mit dem christlichen Glauben und auch der damaligen herrschenden Ansicht vereinbar sei. Allerdings, so führte der Verfasser in jenen Schreiben aus, müsse man sich davon überzeugen lassen, daß die Heilige Schrift keine naturwissenschaftlichen, sondern Fragen des Glaubens behandele. Sofern sie Aussagen über naturwissenschaftliche Dinge mache, seien diese nach Maßgabe der Resultate der Wissenschaft zu beurteilen."​
Gerhard Hennemann, Der Fall Galilei: Ein Beitrag zum Verhältnis von Wissen und Glauben

Die maßgeblichen Theologen wollten sich das nicht bieten lassen und meinten, mit der Keule "Die Bibel irrt sich nie" zum Gegenschlag ausholen zu können. Ein folgenschwere Fehlentscheidung! Die großen Kirchen haben zumindest aus diesem Fehler gelernt und verzichten mittlerweile darauf, mit Hilfe der Bibel naturwissenschaftliche Theorien zu bekämpfen.
 
Sonne & Mond wurden am 4. Tag geschaffen, richtig? Wieso gab es vorher schon Abend & Morgen? Die Frage, wie das zu den Erkenntnissen der Astronomen passen soll, stell ich besser erst gar nicht...


Wenn wir uns einen Moment lang die Erde von außen gesehen vorstellen, sind "Abend" und "Morgen" überhaupt keine zeitlichen Kategorien. Auf der Erde ist es zu jeder Zeit gleichzeitig Morgen, Mittag, Abend und Nacht.

In einem Geschichtsforum halte ich es für angemessen, bei einem Jahrtausende alten Text den Kontext seiner Entstehungszeit zu berücksichtigen. Damals war die babylonische Astronomie maßgeblich, und die war untrennbar mit der Astrologie verknüpft. Den Himmelskörpern waren Gottheiten zugeordnet, und diese bestimmten, was auf der Erde passierte. Aus heutiger Sicht wird man die Versuche, aus dem Lauf der Gestirne das Schicksal der Menschen deuten zu wollen, als Pseudowissenschaft bezeichnen müssen.
Und da ist die Position des Autors der biblischen Schöpfungsgeschichte durchaus bemerkenswert: Sonne, Mond und Sterne haben nur nachrangige Bedeutung. "Zeit" und "Licht" sind zunächst völlig unabhängig von den Himmelskörpern. Letztere werden von Gott konstruiert, damit man daran Festzeiten, Tage und Jahre ablesen kann. Der Himmel als riesige Uhr, als riesiger Wandkalender. Etwas anderes haben die Gestirne uns nicht zu sagen.

Von der tatsächlichen Ausdehnung des Universums, von Lichtgeschwindigkeit, Lichtjahren, Rotverschiebung, Hubble-Lemaître-Gesetz etc. wird der Autor und seine damaligen Leser natürlich ebensowenig geahnt haben wie die babylonischen Astrologen oder die Erbauer der Pyramiden.
 
Könnte sonst womöglich noch jemand auf die Idee kommen, dass wenn Wissenschaft und Christliche oder christlich beeinflusste Lehre miteinander vereinbar wären, Wissenschaft möglicherweise noch mit ganz anderen religiösen Vorstellungen vereinbar wäre.

Du weißt aber, dass ich Ulugh Beg auch schon hier im Geschichtsforum vorgestellt habe? Wenn auch falsch geschrieben, da ich vermutlich dem Gott der Rechtschreibung falsch geopfert habe.

Und da ist die Position des Autors der biblischen Schöpfungsgeschichte durchaus bemerkenswert: Sonne, Mond und Sterne haben nur nachrangige Bedeutung. "Zeit" und "Licht" sind zunächst völlig unabhängig von den Himmelskörpern. Letztere werden von Gott konstruiert, damit man daran Festzeiten, Tage und Jahre ablesen kann. Der Himmel als riesige Uhr, als riesiger Wandkalender. Etwas anderes haben die Gestirne uns nicht zu sagen.

Von der tatsächlichen Ausdehnung des Universums, von Lichtgeschwindigkeit, Lichtjahren, Rotverschiebung, Hubble-Lemaître-Gesetz etc. wird der Autor und seine damaligen Leser natürlich ebensowenig geahnt haben wie die babylonischen Astrologen oder die Erbauer der Pyramiden.

Und das ist ein Aspekt, den ich so noch nie betrachtet hatte.
 
Zuletzt bearbeitet:
Du weißt aber, dass ich Ulugh Beg auch schon hier im Geschichtsforum vorgestellt habe?
Verzeihung, wenn du dich angesprochen gefühlt haben solltest, dass war gar nicht intendiert. Bezog sich mehr auf den ersten Post dieser Seite, mit der entsprechenden Auflistung von Personen aus der Wissenschaft, oder nennen wir es mit Rücksicht auf die FNZ lieber Leute, denen wir naturwissenschaftliche Erkenntnisse verdanken.
 
Zurück
Oben