Anne Boleyn

Dieses Thema im Forum "Persönlichkeiten in der Neuzeit" wurde erstellt von Desdemona, 2. Dezember 2005.

  1. rinoabutzile

    rinoabutzile Neues Mitglied

    @Caro
    Weisst du zufällig wer dieses andere Portrait von Anna von Kleve gemalt hat, oder weisst du vielleicht sogar einen Link dazu? Ich hab jetzt gerade bei der google-Suche kein anderes Bild von ihr gefunden, möchte mir das aber sehr gern ansehen.
     
  2. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Ich habe von dem Zeitschnitt nicht sehr viel Ahnung. Tut mir leid.

    Es ist aber klar, dass man bei den Gemälden exakte Datierungen kennen müsste, um aus ihnen überhaupt etwas abzulesen. Desweiteren müsste man wissen, in wessen Auftrag sie entstanden und ob die jeweilige Dame dafür tatsächlich Modell saß.

    Das mit der Datierung ist oftmals schon schwierig, da scheinbar die Künstlerbiographien der Maler dieser Zeit heute nicht mehr so minutiös nachvollziehbar sind, dass man diesen exakte Datierungen der Gemälde über das Datum der schriftlich erhaltenen Vergabe des Auftrages zuordnen könnte. Die beiden Porträts der Anna von Kleve und der Amalia von Kleve von Hans Holbein d.Ä. von 1539 sind durch die besonderen Umstände der Brautschau von Henry VIII. besonders gut dokumentiert - wie ja auch das Bild der dänischen Prinzessin. Überhaupt sind Hofmaler offenbar in der Hinsicht ergiebiger, aber auch immer je nach dem, in wie weit sie in der Gunst des Herrschers oder der Herrscherfamilie standen.
     
  3. Caro1

    Caro1 Neues Mitglied

    Es gibt ein Bild von Holbein, bei dem wohl nicht ganz sicher ist, WEN es tatsächlich darstellt. Bei einem Eintrag in Wiki steht dazu wenn man Bilder von der Kleve sucht, "vermutlich Catherine Howard", klickt man das Bild an, ist das durchgestrichen und es steht Elizabeth Seymor. Zumindest sieht es Anna von Kleve so ähnlich, dass es sie selbst sein könnte.
    Es fällt überhaupt auf, dass Henrys Frauen äusserlich ähnlich und damit austauschbar waren.
    "Anna von Kleve" - Google Bilder
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. November 2009
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  4. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Ich finde, dass die Frau auf dem Bild garnicht wie Anna von Kleve aussieht. Vor allem wäre erstaunlich, dass sie auf zwei Bildern des selben Malers komplett unterschiedlich ausschaut. Normalerweise ist zumindest beim selben Maler ein gewisser Wiedererkennungswert einer speziellen Porträtierten vorhanden.

    Dass sich die Frauen des Königs ähneln, mag verschiedene Gründe haben. Katharina würde ich übrigens ausnehmen.
    Anne Boleyn und Jane Seymour ähneln einander ziemlich, finde ich.

    Schön übersichtlich sieht man hier die Königinnen übereinander: Wives of Henry VIII - Wikipedia, the free encyclopedia

    Aber nun zu den Gründen: zum einen malten die Maler in ähnlichem Stil. Wir haben viele Brustbilder und selbst die Full-lenght-Portraits sind nicht sehr aussagekräftig. Die Mode dieser Zeit ist natürlich auch daran schuld, dass man kaum Unterschiede sieht. Damit meine ich nicht nur die Hauben (auch "Tudorhauben"), sondern auch die Kleider.
     
  5. rinoabutzile

    rinoabutzile Neues Mitglied

    Danke für die Antwort Caro!

    Dieses Bild von Catherine Howard (?) kenne ich natürlich, eine Ähnlichkeit zu Anna von Kleve ist mir aber nie aufgefallen. Ich verwechsle eher die junge Elizabeth mit Lady Jane Grey :)

    Zur Ähnlichkeit aber finde ich, dass sich Anne Boleyn und Katherine Howard sehr ähnlich sehen... aber das ist wohl immer subjektive Wahrnehmung und liegt sicher auch, wie Brissotin schon meinte, am ähnlichen Stil der Gemälde (das Frontalportrait von Anna von Kleve ist ja schon fast eine Ausnahme, die meinsten Portraits sind im Halbprofil geneigt nach rechts gemalt). Da stimm ich zu, das trägt sicher zur äußerlichen Ähnlichkeit bei.
     
  6. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Das kann ich auch noch erkennen. :winke:

    Ich würde sagen, alle drei (Anne, Catherine und Jane) wirken, wenn man den Bildern folgt, hinsichtlich Nase und Mund etwas ähnlich.
     
  7. Philionar

    Philionar Neues Mitglied

    Man muss aber schon erwähnen, dass die Ehe mit Katharina von Aragon am Anfang sehr glücklich gewesen sein soll. Die Ehe ist daran gescheitert, dass sie Heinrich VIII keinen Prinzen schenkte und Mary, später Bloody Mary, war das einzige Kind, was das Erwachsenenalter erreicht hat. Ich war erstaunt darüber wie man nach so vielen Fehlgeburten noch eine gesunde Tochter zur Welt bringen kann. Später hat Heinrich alles in die Wege geleitet, um seine Ehe scheiden zu lassen, weil er eine Stelle in einem Buch gefunden hat worin es heißt, wenn man die Witwe seines Bruders zum Weib nimmt gilt dies als inzesteriöses Verhältnis und man wird mit Kinderlosigkeit bestraft. Er steigerte sich darin so stark hinein, dass seine Liebe zu Katharina sehr stark verblasste.
    Ich bin aber davon überzeugt, dass Katharina so viele Fehlgeburten hatte wegen einer Blutgruppenunverträglichkeit, da Heinrich mit Elisabeth Blount einen gesunden Sohn hatte mit dem Namen Heinrich Fitzroy.
     
  8. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Äh ja... Dieses Buch heißt Bibel und wenn man gewollt hätte, hätte man das auch vor der Eheschließung schon wissen können (abgesehen davon dass die Bibel in dieser Frage widersprüchlich ist, man siehe Onan).
    Diese psychologisierende Erklärung würde ich daher verwerfen. Die Bibelstelle war Argument, nicht Grund für die Scheidung.


    Das dürfte die Art von Thesen sein, die auf ewig unbeweisbar sind.
     
  9. FoxP2gen

    FoxP2gen Neues Mitglied

    Meines Wissens HAT man das sogar gewusst. :) Soviel ich weiß musste Heinrichs Vater für die Ehe zwischen seinem Sohn und Katharina extra einen Dispens aus Rom einholen, wobei ziemlich viel Geld geflossen sein soll.
    Entsprechend entsetzt war man, als Heinrich sich dann von einer Frau scheiden lassen wollte, nachdem erst kirchlich "nachgewiesen" wurde, dass die Ehe in Ordnung war - da zog dann das Argument mit der Bibel nicht mehr wirklich, weshalb schlussendlich die Teilung der Kirchen unvermeidbar wurde.
     
  10. Philionar

    Philionar Neues Mitglied

    Sorry, wenn ich nicht sofort auf die Bibel gekommen bin, weil die ständig geändert wurde. Es soll auch Exemplare gegeben haben, die parallell zur Bibel wieder das Gegenteil sagten. Na muss mal wieder genauer gucken.:red:

    Klar kann man es nicht mehr beweisen, weil damals war die Medizin auch nicht so fortgeschritten und damals kannte man wahrscheinlich das Thema Blutgruppe noch gar nicht, aber es ist auch richtig, dass Syhpilis ein Risiko für den Fötus ist.
     
  11. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Seit Hieronymus galt in der lateinischen Christenheit die Vulgata. Eine andere Übersetzung mit Autorität gab es nicht. Die anderen Übersetzungen (wie etwa die Itala oder die Afra) unterschieden sich aber nur in unwesentlichen Punkten. So stritten z.B. Hiernonymus und Augustinus um Kürbis oder Efeu in der Jona-Geschichte. Die Afra schrieb nämlich Kürbis und die Neu-Karthager waren diesen Kürbis gewohnt und machten einen Aufstand, als erstmalig die Jona-Geschichte in der Version der Vulgata vorgelesen wurde, wohingegen Hieronymus argumentierte, dass die gemeinte Pflanze weder Kürbis noch Efeu sei, aber dem Efeu noch am meisten ähnele. Die Urtexte, bzw. die Septuaginta war aber damals schon festgelegt und sind/ist es bis heute. Heinrich hatte die Vulgata als Grundlage, möglicherweise auch die Septuaginta und eine englische Übersetzung einer der beiden Fassungen.
     
  12. rinoabutzile

    rinoabutzile Neues Mitglied

    Ich zitiere hier schnell aus dem rororo-Buch "Heinrich VIII." von Uwe Baumann (3. Auflage, 1998, S. 17):"Aber nicht nur die noch zu zahlende Mitgift stand zwischen einer Ehe Heinrichs und Katharinas: da Katharina zuvor mit Arthur, dem Bruder Heinrichs, verheiratet war, bedurfte es nach kanonischem Recht einer päpstlichen Dispens, bevor eine neue Ehe zwischen Heinrich und seiner Schwägerin geschlossen werden konnte. (...) Der spanische Botschafter in London (...), De Puebla, (...) stimmte mit den Engländern überein, beim Papst um eine Dispens vom Ehehindernis der Schwägerschaft ersten Grades, des sogenannten impedimentum affinitatis primi generis, zu ersuchen, eines Ehehindernisses, das nur durch geschlechtliche Vereinigung entstehen kann, also in diesem Falle zur Voraussetzung hatte, daß die Ehe zwischen Arthur und Katharina wirklich vollzogen worden war."

    Es wurde also sogar eine Dispens angefordert, die besagte, dass Arthur und Katharina die Ehe vollzogen haben (was Katharina selber und ihre Hofdame Donna Elvira allerdings von Anfang an geleugnet haben - auch auf S. 17 nachzulesen). Und ich habe jetzt die Gerichtsszenen im Sinn, bei denen sie befragt wird, ob die Ehe vollzogen wurde... Schon komisch, bei der Heirat hats nicht gestört, und dann auf einmal... :grübel:
     
  13. FoxP2gen

    FoxP2gen Neues Mitglied

    Naja, man kann es ja zumindest versuchen, dachte sich Heinrich wohl... :D
     
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  14. Biribibi

    Biribibi Neues Mitglied

    Anne Boleyn...

    Hey,
    ich schreibe momentan eine Facharbeit in Englisch über Anne Boleyn und ihr Leben.
    Jetzt meine Frage an euch, wie fandet ihr Anne Boleyn???
    Wenn ihr den Film "Die Schwester der Königin" kennt, dann könnt ihr euch ja auch darauf beziehen und mir eure meinung zum film sagen =))...mache nämlich einen Vgl.

    mein besonderes Augenmerk ist auf Beziehungen gerichtet (zwischen den geschwistern oder mit henry =)))

    Danke schonmal,
    lg
     
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  15. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Wie man eine historische Persönlichkeit "findet", ist eine Wertungsfrage und somit nicht gerade wissenschaftlich. Ich bin skeptisch, ob so eine Wertung wirklich in eine Facharbeit gehört.
    Keinesfalls ist aber ein Spielfilm eine geeignete Grundlage für eine Beurteilung, da er erstens historisch nie hundertprozentig korrekt ist und zweitens aus dramaturgischen Gründen Personen sympathisch oder unsympathisch erscheinen lässt.
     
  16. rinoabutzile

    rinoabutzile Neues Mitglied

    Hat dein Lehrer/deine Lehrerin das schon abgesegnet? Weil, wie Ravenik schon meinte, wissenschaftlich ist das überhaupt nicht.
     
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  17. Vercingetorix01

    Vercingetorix01 Gesperrt

    Bemitleidenswert ‒ ich finde Köpfen schrecklich.
     
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  18. Rurik

    Rurik Aktives Mitglied

    Wenn es um die persönliche Meinung geht, dann war Anne nicht eine, die mit gewissen geistigen Gaben gesegnet war.
    Eine Frau konnte Heinrich IIX. durchaus nehmen, wenn sie denn wusste, was sie wollte. Das beweist z.B. Anna von Kleve.
     
  19. AnneB

    AnneB Neues Mitglied

    Was haltet ihr von Anne Bolyn? Mutige Frau, due wusste waas sie wollte und dadurch eine neue Kirche schuf oder intrigante, machtversessene Mätresse, die Katharina von Aragon die Krone gestolen hat?

    Mich begeistert die Person Anne Boleyn total (und nein, ich bin nicht im Tudors-Serien-Wahn).
     
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  20. Rovere

    Rovere Premiummitglied

    Ich finde sie war am Ende etwas kopflos....
     
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