Ausfuhrverbote und Lizenzherstellung von Maschinen aus GB

Dieses Thema im Forum "Die Industrielle Revolution" wurde erstellt von mate, 17. November 2010.

  1. Köbis17

    Köbis17 Gesperrt

  2. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Na gut, das Wort kommt sogar im Text vor. Allerdings erst im Schluss-Satz.:still:

    da hat sich der Anfrager mMn lediglich falsch ausgedrückt. Er meinte sicher "Rückstände".


    letztendlich schon.
    Aber ich schrieb ja:
    Die Intention für die Kommission, die Briten haben bemerkt, dass aufgeholt wird, und wollten näheres wissen.


    Es ist wirklich wahr, die Deutschen haben hundert Jahre vorher genau so ungeniert kopiert und "geklaut" wie später die Ostasiaten.
    Sie wurden darin lediglich von den Schweizern übertroffen.:devil:
     
  3. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Melchior hat oben schon sehr zu recht auf die Quellenkritik, insbesondere den Kontext hingewiesen.

    Ausfuhrverbote für Maschine und Ausreiseverbote für erfahrene Arbeitskräfte und Maschinenbauer kann man parallel zu den Innovationen und der Technisierung der Produktion verfolgen, starke Bemühungen ab dem Ende des 18. Jahrhunderts. Ein erstes Ziel schon im 18. JH war Frankreich, auch hier fanden sich englische Maschinen und Arbeiter (-> Seé, Wirtschaftsgeschichte Frankreichs), danach Deutschland.

    Die Quelle ist mE auch eine Spiegelung der Krisen (anhand derer solche Tendenzen Aktualität gewannen oder verloren) sowie des innerenglischen Streits in diesen Dekaden zwischen den Free-Tradern und den Protektionisten.

    Kennt das hier jemand, nach dem Titel passt es genau:
    Damming the Flood: British Government Efforts to Check the Outflow of Technicians and Machinery, 1780-1843
    David I. Jeremy
    The Business History Review
    Vol. 51, No. 1 (Spring, 1977), pp. 1-34

    siehe auch:
    http://books.google.com/books?id=_Z...ransfer technology eighteenth century&f=false
    ab S. 123.

    Die Anhörung 1841 müßte Teil einer Kampangne gewesen sein, wiederum mit dem Ziel "prohibition against emigration and export of machines"; der Ursprung, das Problem und die Zielsetzungen sind erheblich älter.
     
    Zuletzt bearbeitet: 17. November 2010
  4. Liborius

    Liborius Aktives Mitglied

  5. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Seit den 1780ern gab es in England die "Society of Arts" (Scot Russell) eine Vereinigung von "Maschinenbauern".
    Wesentlich später (aber vor 1840) entstand die "British Ass. of Advancement of Sience" (Charles Babbage) die nicht Müde wurde den britischen Rückstand (1840) in den Wissenschaften und der Erziehung zu geißeln.
    Insbesondere bei der Ausbildung bemühte zB Preussen aber auch die anderen dt. Staaten sich seit 1820 sehr.

    Die Zollschranken/Freihandelsdiskussion in den Jahren in England wurde schon genannt.

    Ich denke, dass die Kommission aus diesem Kontext heraus nach Deutschland geschickt wurde.
    Vielleicht gehört noch ins Bild:
    Albert, Gatte der Königin Victoria, besuchte 1844 die Zollvereinsausstellung in Berlin.
     
  6. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Bestimmt.

    1836/37 waren zudem wirtschaftlich von einer starken Krise geprägt, inkl. Landwirtschaft. Gegen Ende des Jahrzehnts wird daher das Gejammer über Technologieklau und abgekaufte Arbeitskräfte Konjunktur gehabt haben.

    Aber, wie gesagt, das findet sich ähnlich auch 100 Jahre zuvor.
     
  7. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Natürlich.
    Aber inzwischen gab es Eisenbahnen die den Reiseverkehr sehr erleichterten, und Reisen bildet.
    Wissenstransfer.

    Die Industrie- und Gewerbeausstellungen sind vor allem vor dem Hintergrund zu sehen.
     
  8. Repo

    Repo Neues Mitglied



    Der Anfrager hat es verm. inzwischen in der Prophyläen TG Band 3 Seite 472-479 nachgelesen.

    Um für die Anderen das Rätselraten auch zu beenden:

    Seit dem Ende des 17. Jahrhunderts gab es britische Verbote des Exports von Produktionsmitteln. Das letzte derartige Gesetz datiert von 1798. So weit gefasst, dass alle später erfundenen Maschinen darunter fielen.
    Ausgenommen waren, anders als hier vermutet, Kraftmaschinen d.h. Dampfmaschinen.

    1825 wurde vergeblich versucht, diese Exportverbote aufzuheben. Allerdings wurde die Möglichkeit geschaffen, Ausfuhrlizenzen für Einzelfälle zu beantragen. Gleichzeitg fiel die Einschränkung der Freizügigkeit von Facharbeitern.
    In Deutschland gab es seit etwa 1820 die Gewerbeämter, (das in Stgt. heißt heute noch so) deren Ausfuhranfragen von den Briten (ging ja faktisch von Monarch an Monarch) in aller Regel genehmigt wurden. Die so bezogenen Maschinen standen allen Interessierten zur in Augenscheinnahme usw. usf. zur Verfügung.
    Gleichzeitig wurde in großem Umfang geschmuggelt, waren eben die "Frachtkosten" höher.

    Die englischen Maschinenbauer bemühten sich deshalb verstärkt ab Ende der 1830er um Aufhebung dieser Gesetze. Für deren Beibehaltung zB die englischen Textilhersteller eintraten.
    Dies führte 1841 zur Einsetzung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses. Das in der Anfrage genannte Protokoll stammt daraus.
    In der Folge wurden die Exportverbote 1842 aufgehoben.
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. November 2010
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