Aussterbende Wörter - vergessene Wörter

Nachdem es hier im Thread eigentlich um aussterbende Wörter geht, will ich da mal weitermachen und das schöne Wort "Kranzgeld" einwerfen.

Wir Älteren erinnern uns... ;-)

Kranzgeld - Wikipedia

(Hier bei wiki steht auch der schöne §1300 BGB im vollen Wortlaut. Ach wie herrlich ist doch die Juristensprache!)


Aus einem Kirchenbuch:

"wegen frühem Beischlaf wurde ihr Kranz und Spiel verweigert" (Bei der Hochzeitsfeier)

ich habe es damals aus dem Kirchenbuch abgepaust, Kopierer gabs noch kaum. Papa habe ich es erzählt und gezeigt. Mama ging nicht, hat über sowas mit ihrem Jüngsten nicht geredet. Aber Papa wirds ihr auch erzählt haben.
 
Ja. aber das Kranzgeld war als Entschädigung gedacht, wenn der Verlobte sie nicht geheiratet hat.

Eine entjungerte Braut durfte früher nicht mit Kranz und Schleier heiraten, deshalb der Eintrag so im Kirchenbuch..
 
Ja. aber das Kranzgeld war als Entschädigung gedacht, wenn der Verlobte sie nicht geheiratet hat.

Eine entjungerte Braut durfte früher nicht mit Kranz und Schleier heiraten, deshalb der Eintrag so im Kirchenbuch..


I know my dear! (it´s terrible - but make it like me with Edward, close your eyes and think of England)

gibt aber natürlich auch noch die Möglichkeit, dass der Schlawiner mit seinen fleischlichen Gelüsten ein ganz anderer war. Was ebenfalls zur Verweigerung von "Kranz und Spiel" geführt hätte. Vom Schleier steht nichts drin. War aber auch schon im 18. Jahrhundert.
 
Hallo Repo,

meinst Du es hilft, wenn ich die Augen schließe und an England denke ?

Gruß


Woher soll ich wissen was Du "terrible" findest und was nicht.


Die Empfehlung einer viktorianischen englischen Mutter an ihre Tochter am Tag der Hochzeit.
Der ganze Satz klingt doch wie "Britannia rules the sea"

Das Pathos als solches ist, "Thanks God", nicht nur deutsch.
 
Na ja, ich würde vielleicht die Version der Beatles vorziehen, die gesungen haben:

Close Your eyes and I kiss You, tomorrow I miss You.....

schönen Abend..
 
Und wie immer hast Du recht Mercy,

weder schönen noch Abend sterben aus, aber die Wortwahl erinnert mich an Goethe's Gretchen, die weder schön noch Fräulein war und dies ist ein aussterbendes Wort, denn die heutigen Frauen wollen zwar schön, aber keine Fräuleins mehr sein.....

Danke für die Aufmerksamkeit ....
 
weder schönen noch Abend sterben aus, aber die Wortwahl erinnert mich an Goethe's Gretchen, die weder schön noch Fräulein war und dies ist ein aussterbendes Wort, denn die heutigen Frauen wollen zwar schön, aber keine Fräuleins mehr sein.....

Mein schönes Fräulein, darf ich wagen...

Dieses Fräulein stirbt nicht aus und wird auch heute noch hofiert.
 
bin weder Fräulein noch schön, kann ungeleitet nach Hause gehn.:motz:

Die Botschaft hör ich wohl, allein es fehlt der Glaube.:still:



Und ewig lockt das Weib.


Dementsprechend stirbt hier nix aus, es wird nix gemordet (eher im Gegenteil:red:) ist also alles OT
 
Hallo Mercy,

bin leider kein Fräulein mehr, ansonsten würde ich mich gerne geleiten lassen, :scheinheilig:

auch wenn Repo der Glaube fehlt - bloß ich frage mich, welcher Glaube, dass er kein Fräulein ist, mhh.... :grübel:
 
Zuletzt bearbeitet:
Tja, das "Fräulein" hatten wir schon weiter hinten (170 ff) abgehandelt.

Da fällt einem doch glatt der Begriff der "Mamsell" ein, eine Eindeutschung aus dem französischen Mademoiselle.
(Kennt noch jemand den Begriff "kalte Mamsell"?)
 
Ohne offtopic werden zu wollen, aber warum unterliegt das "Fräulein" eigentlich einer derartigen "Ächtung"?
 
Ohne offtopic werden zu wollen, aber warum unterliegt das "Fräulein" eigentlich einer derartigen "Ächtung"?

Fräulein:
So konnte man zu frühen Zeiten feststellen, welche Frau "rein" und "unbefleckt" war. War den Männern anscheinend sehr wichtig. In einigen katholischen Gegenden ist es noch üblich.
 
Fräulein:
So konnte man zu frühen Zeiten feststellen, welche Frau "rein" und "unbefleckt" war. War den Männern anscheinend sehr wichtig. In einigen katholischen Gegenden ist es noch üblich.

Saudomms Gschwätz:D
Gesucht waren immer die Holden, wo was gelaufen ist, doch nicht die "mit dem Gesangbuch zwischen den Beinen".
Sowas von einem Theoretiker!:yes:


Zu meiner Zeit ist man mit den Fräuleins im Käfer ins "Café Waldweg" getuckert und nicht beten gegangen. (Kacke war nur, dass der Käfer keine vernünftige Heizung hatte) Und wenn die Bibelverse oder Mao Zitate brauchte, was hats gejuckt, konnte sie alles bekommen. Auch mit Freud konnte man sich für ne heiße Braut befassen, damit war ja sowieso alles zu erklären.

Ich hatte einen Kumpel der hat sich auf die "Betschwestern" spezialisiert und hat steif und fest behauptet die seien die schärfsten.


So und jetzt war schön und gut und OT.
Aber so ein Geschwätz "in katholischen Gegenden"...........

Tschuldigung war nicht persönlich gemeint. bin eh Lutheraner.
 
Fräulein:
So konnte man zu frühen Zeiten feststellen, welche Frau "rein" und "unbefleckt" war.
Ich würde eher sagen, so konnte man feststellen, welche Frau unverheiratet war.

Tekker schrieb:
Ohne offtopic werden zu wollen, aber warum unterliegt das "Fräulein" eigentlich einer derartigen "Ächtung"?
Weil es sich dabei um eine Verniedlichung der des Wortes "Frau" handelt und das laut Frauenbewegung der 70er impliziert, dass man erst durch eine Heirat zur "ganzen Frau" wird, als Fräulein also keine richtige Frau ist.... Übrigens hat sogar mal eine Feministin einzuklagen versucht, dass unverheiratete Männer als "Herrlein" angesprochen werden sollen. :)
Im offiziellen Schriftverkehr darf (oder sollte) der Ausdruck "Fräulein" schon seit längerem nicht mehr verwendet werden, nachdem es einige Diskriminierungsklageversuche gegen diese Anrede gab.
 
Fräulein:
So konnte man zu frühen Zeiten feststellen, welche Frau "rein" und "unbefleckt" war. War den Männern anscheinend sehr wichtig. In einigen katholischen Gegenden ist es noch üblich.

:abgelehnt:

Ich schließe mich Repos schwäbischem Kommentar an. =)

Wie willst Du an der Anrede festgestellt haben, ob ... *kicher*
Und da, wo ich großgeworden bin, waren einst alle unverheirateten Frauen, unabhängig von ihrer Konfession, "Fräuleins".

Ich hab' im zarten Alter von 30 Jahren einen fast nicht enden wollenden Kampf mit der Personalabteilung meiner damaligen Universität ausgefochten, weil ich in amtlichen Schreiben nicht mit "Fräulein", sondern mit "Frau" angeredet werden wollte. Die baden-württembergische Landesregierung hatte das im Zuge der Frauenemanzipation weiblichen Bediensteten zugebilligt, die über 30 Jahre alt waren: aber nur auf Antrag! Irgendwelche Erhebungen bezüglich "Reinheit" und "Unbeflecktheit" haben damals nicht stattgefunden.

:D
 
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