Auswirkungen der Einwanderung der Jamnaja-Kultur/Indoeuropäer

Dieses Thema im Forum "Frühzeit des Menschen" wurde erstellt von Ratisbona, 17. September 2021.

  1. Ratisbona

    Ratisbona Neues Mitglied

    In "Die Reise unsere Gene" von J. Krause wird beschrieben, dass die Zuwanderer aus der Steppe vor ca. 5.000 Jahren (hauptsächlich Männer) "...die hiesige genetische Struktur komplett umgekrempelt haben."

    Ich schließe daraus, dass die Zuwanderer somit die "Eliten" gestellt haben (Import der Nutzung von Pferd und Wagen etc.).

    Folgende Frage hätte ich dazu: Ist das "Steppengen" Mal'ta auch bei den Eliten späterer Kulturen (Kelten, Germanen) dominant nachweisbar?

    Ich habe vor Jahren gelesen, dass sich dies nach der Eroberung Britanniens durch die Normannen so verhalten haben soll und bis in die Neuzeit der britische Adel auf normannische Wurzeln zurückverfolgen läßt.

    Vielen Dank schon mal vorab!
     
  2. Heine

    Heine Aktives Mitglied

    Mal'ta ist ein paläolithischer Fundort (24.000-21.000 Jahre vor heute). Die Kelten und Germanen sind der Eisenzeit/Antike/Frühmittelalter zuzuordnen. Die Eroberung Englands (1066) durch Wilhelms Normannen gehört dann schon ins Hochmittelalter. Es gibt kein Steppengen Mal'ta, das die Jahrtausende unverändert überstanden hätte. Es gibt eine Entwicklung und Ausdifferenzierung der Haplogruppe R, die man zunächst hier nachlesen kann.

    Die Träger der Jamnaja-Kultur haben ihren Nimbus als Europa erobernde Indoeuropäer aus der pontischen Steppe etwas verloren. Im Fokus der aktuellen Forschung stehen die Schnurkeramiker, die sich in Familienverbänden in ein vermutlich siedlungsarmes Europa ausbreiteten.

    Über dieses Thema haben wir bereits in diesem Thread diskutiert.
     
    Zuletzt bearbeitet: 17. September 2021
  3. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

  4. Ratisbona

    Ratisbona Neues Mitglied

    Vielen Dank für die Hinweise von Heine und silesia!

    Den entsprechenden Thread fand ich nicht, da ich unter dem Schlagwort "Indoeuropäer" statt "Indogermanen" gesucht habe.

    Das Problem bei diesem Thema ist, dass es anscheinend kein aktuelles Buch gibt, dass die von Krause präsentierten Ergebnisse der Genforschung berücksichtig. Haarmanns Buch ist aus 2016 und das von Anthony aus 2010.

    Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob ich von ein paar Einwanderern (Invasoren?) ausgehe, deren Kultur adaptiert wird, oder von einer Masseneinwanderung wie sie Krause beschreibt. Bin schon gespannt, ob ich nach der Durcharbeit des entsprechenden Threads schlauer geworden bin.
     
  5. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Heine, dekumatland und Carolus gefällt das.

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