Che Guevara

Dieses Thema im Forum "Persönlichkeiten in der Neuzeit" wurde erstellt von mial, 24. Oktober 2007.

  1. mial

    mial Gast

    Anfang dieses Monats jährte sich der Tod Ernesto Guevara de la Sernas, bekannt unter dem Kampfnamen "Che", zum 40. Mal.
    Er gilt als Mythos, Held, aber auch als rücksichtsloser Guerillakämpfer.
    Seine Ideologie war die des "Neuen Menschen", nämlich nicht Geld als Ansporn für die Arbeit zu betrachten, sondern den Antrieb, Dinge aus seiner Überzeugung heraus erschaffen, erneuern und verbessern zu wollen. Zweifelsohne eine utopische, gesellschaftlich nicht zu verwirklichende Idee, aber doch war es genau das, was die Überzeugung vieler damaliger Kämpfer war. Nämlich die Befreiung des eigenen Landes von Unterdrückung und Elend, ohne etwas dafür zu bekommen.
    Die Meinungen über ihn gehen oft weit auseinander, doch was denkt ihr über diesen Menschen, den so viele auf ihren T-shirts tragen und doch häufig gar nichts über ihn wissen?

    Liebe Grüße, mial
     
  2. Repo

    Repo Neues Mitglied


    War ein Held meiner Jugend.

    Seit ich weiß, dass er in Havanna den Oberhenker gemacht hat, mit Wohnung unmittelbar an der Hinrichtungsstätte, halte ich nichts mehr von ihm.
     
  3. Mercy

    Mercy unvergessen

    Wenn ich allen Anschlägen auf Litfaßsäulen glauben müßte...
     
  4. Caitlin

    Caitlin Neues Mitglied

    Meine Mutter erzählte mir mal vor Jahren, dass eine Deutsche/Deutschstämmige namens Tamara Bunke an Che Guevaras Seite gekämpft habe. Meine Mutter las in ihrer Jugend mal ein Buch über sie.

    Wenn man also etwas über Che Guevaras Charakter in Erfahrung bringen will, kann man es auch mal mit einem Buch über seine Anhänger versuchen.
    Ich weiß aber leider nicht mehr, wie das Buch von oder über Tamara Bunke hieß.
    Is auch nur so'n Tipp.

    Ich persönlich hab mich mit Che Guevara noch nie beschäftigt, empfand die Erzählungen meiner Mom jedoch immer sehr interessant und spannend...

    Gruß !
    Caitlin
     
  5. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Eine interssante Frau. Hier gibt es eine Biographie über sie:

    Tamara Bunke | Biographie
     
  6. mial

    mial Gast

    Ja, ich habe auch mal ein Buch über sie gelesen, es gibt auch Gerüchte, sie wäre Ches Lebenspartnerin gewesen, aber das ist reine Spekulation. Meine Eltern haben oft erzählt, dass ihre Mutter an Hochschulen (in der DDR) Vorlesungen gehalten hat über ihre Tochter. Hat mich irgendwie beeindruckt, wie eine Mutter, die ihre Tochter schon so früh in nem Krieg verloren hat, dann vor Studenten erzählt, was sie dort gemacht hat...

    Sicher hat er gekämpft und dabei auch gemordet und das möchte ich unter keinen Umständen als belanglos hinstellen oder relativieren, denn das ist ja genau der kritische Punkt an der Sache, aber die Frage ist doch, ob es die Opfer ohne ihn nicht auch gegeben hätte? Ich meine, unter dem Diktator Batista, der auch noch von den USA unterstütz wurde, gab es z.B. nicht so etwas wie freie Meinungsäußerung. Leute, die Kritik an seiner Regierung übten, wurde meist, ohne dass es Konsequenzen gehabt hätte, erschossen. Und das waren nicht wenige.

    Tut mir leid, ich weiß nicht so richtig, was du damit meinst?


    Gruß an alle und danke für die Antworten!
     
  7. Mercy

    Mercy unvergessen

    Das T-shirt als Litfaßsäule :winke:
     
  8. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Ich meine nach dem Bürgerkrieg.

    Genau im selben Stil wurden summarische Gerichtsverhandlungen abgezogen. Die Zahl der Opfer liegt irgendwo zwischen 500 und 5.000, wie immer in solchen Fällen ist die genaue Zahl nicht bekannt.
    Und mein ehemaliges Idol Che hat den Oberhenker gemacht. Und, wie gesagt, der Einfacheit halber am Ort des Geschehens (einer alten Festung in Havanna) gleich Wohnung genommen.

    Ob die Typen jetzt Freisler oder Che heißen, ist ja eigentlich Wurst egal........



    OT: Ein Zeit lang hing sein Bildchen an der Tür meines Sohnes, hat mich allmorgendlich beim Weg ins Bad angegrinst.
    Muss wohl so sein, bei mir hing einst außerdem noch Onkel Ho und Karl Liebknecht. Wobei Papa und Mama sich deutlich mehr über den Liebknecht aufgeregt haben:D
     
  9. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Mercy, jetzt mal raus mit der Sprache, Du weißt mehr!

    Jetzt keine Deiner berühmten Orakel-Sprüche, komm mal auf den Punkt.:motz:
     
  10. mial

    mial Gast

    Bei solchen Äußerungen bin ich immer kurz vorm platzen, du kannst doch nicht einen solchen Nationalsozialisten mit einem Kommunisten vergleichen!! Da sind ja wohl leichte Unterschiede vorhanden, die alle zu erläutern hab ich jetzt wirklich keine Lust, wer das nicht selbst sieht, dem kann man nicht helfen...
    Ich hätte ja noch mitgehen können, wenn du kritisierst, dass er viele Menschen umgebracht hat, das find ich auch nicht gut, aber mit so einem Vergleich kann man echt nicht kommen, das geht nicht. :hmpf:
     
  11. mial

    mial Gast

    Achso... ups, da hatte ich ein Brett vorm Kopf...
     
  12. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    Che Guevaras Ideologie vom "Neuen Menschen" erinnert an phantastische Phantasien. Für ihn war die kommunistische Partei ebenso die alleinherrschende Partei wie bei seinen kommunistischen Gegnern. Erst Gorbatschow lenkte auf Guevaras Kurs (wenn die Partei Fehler machte, sollte sie es sofort zugeben, aber an der Macht bleiben) und zeigte, dass die Guevara-Ideologie genausowenig taugte wie andere kommunistische Versuche den "Neuen Menschen" zu konzipieren.

    Er war ein argentinisch-maoistischer Räuberhauptmann der durch die Dritte Welt marodierte und hier und da zum bewaffneten Kampf aufrief.
    Es folgte ihm nur keiner.
    Erst nach seinem Tod machte die 68er-Bewegung Westeuropas ihn zur Ikone des Unangepasstseins (z.B. Stadtguerilla).
     
  13. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Nee mein Freund,

    kein Wort vom Parteibuch,
    ich habe von Oberhenkern, von Gerichtsvorsitzenden die, um die ihnen überantworteten umbringen zu lassen, das Recht in jeder Hinsicht gebrochen haben, geschrieben.
    Aber dass Che dann auch noch in der Hinrichtungsstätte eingezogen ist, das ist schon das Tüpfelchen auf dem i.


    OT: Noch zum Parteibuch, es gibt Hinweise, dass der Nationalsozialist auch mal bei den Kommunisten war.
     
  14. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    Zumal @mial folgendes fragte:
    Nu will er die Geister die er rief nicht wahrhaben.
     
  15. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Nun Mercy,

    es gibt Hinweise, dass Du über Che erhebliches Hintergrundwissen besitzt, wie wärs mal, wenn Du ein bißchen aus der Schule plaudern würdest?
     
  16. R.A.

    R.A. Neues Mitglied

    Man kann nicht nur, man sollte.
    Vergleiche sind das tägliche Brot von Historikern, nur so kriegt man die Gemeinsamkeiten und die Unterschiede raus.

    Und da Repo eben nicht von den Guerillakämpfen sprach, sondern von Ches Tätigkeit als Blutrichter NACH der Revolution, ist der Vergleich mit Freisler sehr naheliegend.
     
  17. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Tut mir Leid, wenn ich etwas heftig war.
    Es ist mir auch überaus schwer gefallen Abschied von meinem "Helden Che" zu nehmen.

    Aber, er war der Blutrichter, da gibt es überhaupt keinen Zweifel. Vielleicht hat es in vielen Fällen die richtigen getroffen, kann sein. Aber er ließ ihnen keine Chance, gar keine. Wie Freisler.
     
  18. mial

    mial Gast

    Deshalb kann ich doch meine eigene Meinung vertreten, oder nicht?
    Und wegen seiner Ideologie mit dem "Neuen Menschen" habe ich ja selbst schon gesagt, dass sie quatsch war. Seine Anhänger folgten ihr vielleicht teilweise, aber insgesamt war sie, wie gesagt, völlig utopisch.

    Ich muss dir sagen: Doch, und zwar nicht wenige.

    Schon gut, du kannst ja sagen, was du denkst, aber der Vergleich mit Freisler hat mir ehrlichgesagt ganz schön weh getan, deshalb hab ich auch so reagiert...
     
  19. Jacobum

    Jacobum Neues Mitglied

    Ich erinnere mich gut an die 60er und frühen 70er Jahre, als es bei den Jugendlichen einfach dazu gehörte, ein Ché-Poster, T-Shirt, Button oder was auch immer zu besitzen. Es war absolut in.

    Mit seinem Wirken und seiner Ideologie haben sich nur die wenigsten befasst, wichtig war, dass Ché eben so aussah, wie man sich den romantischen Revolutionär vorstellte, jung, gutaussehend, cool.

    Ein uralter Lehrer (ca. 40 Jahre) hat damals gespöttelt, dass wohl keiner ein Ché-Bild aufhängen würde, wenn dieser klein, dick und glatzköpfig gewesen wäre...


    Gruß

    Jacobum
     
  20. mial

    mial Gast

    Da hast du wohl recht. Wie heißt es doch: "Der Mensch ist doch ein Augentier, schöne Dinge wünsch ich mir" (ich will jetzt keine Diskussion über die Gruppe und ihre Texte anfangen, aber diese Aussage stimmt nun mal auf jeden Fall ;))
     

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