Che Guevara

Dieses Thema im Forum "Persönlichkeiten in der Neuzeit" wurde erstellt von mial, 24. Oktober 2007.

  1. Brushian

    Brushian Gast

    Ja natürlich.
    Das gehört alles dazu zu einer besseren Welt.
    Menschen erschießen und erstechen lassen, wenn der Feind, wie im Falle Guevaras, längst am Boden ist.
    Ich finde es absolut richtig dies mit dem Faschismus zu vergleichen.
    Wenn ein Revolutionär schon Terror betreiben darf, dann dürften ja reguläre Streitkräfte deiner Meinung nach ganze Landstriche auslöschen, Herr Oberjesus.
    Und Balduin hat es schon erwähnt -> wo wird denn der Che dämonisiert ?
    Der ist doch beliebt wie kein anderer.

    Oh ja, Che hat viel für die Welt getan, besonders für die Textilindustrie !

    Nur weil in einem Konflikt keiner aufgeben will soll man deiner Meinung nach Exempel statuieren, indem man Menschen ohne Prozess abknallt ?
    Na dann hat Che absolut richtig gehandelt, abgesehen davon das es keine andere Seite mehr gab in Kuba, als er Industrieminister war.

    Das einzig logische ist, das in einem BEWAFFNETEN Konflikt, Menschen früher oder später sterben,
    aber es ist sicher nicht logisch jemanden den man nicht mal kennt ins Gras beißen zu lassen,
    obwohl der Konflikt schon beendet wurde,
    zumindest war Che nicht direkt bedroht,
    ihn hat keiner gezwungen über Menschen Todesurteile zu fällen.

    Nein, aber die meisten.
    Jeder hat Dreck am Stecken, und einer der Medizin studiert hat, sein halbes Leben vervagabundiert hat, und dann Kriegsherr und später Chef der kubanischen Wirtschaft spielte, nebenbei einen Haufen Kubaner erschießen ließ, obwohl er Argentinier war, erst recht.
    Eigentlich höre ich selten etwas Schlechtes über Revolutionäre und Rebellen, sogar offensichtliche Halsabschneider wie die LRA oder die sudanesischen Reitermilizen bleiben relativ unerwähnt.
    "Befreiungsarmeen" sind um nichts besser als ihre Widersacher, alles das selbe mordende Pack, nur gemischt mit einer surrealen Abenteuerromantik.
    Die Idee an sich, in Kuba beispielsweise, ist nicht schlecht, aber die ausführenden Personen müssten halt nicht immer so viel morden, dass nimmt dem Ganzen den Sinn, weil man sich auf das Niveau des Vorgängerregimes hinabseilt mit solchen Aktionen.
    Die Faschisten und Kommunisten haben Schwule umgebracht.
    Die Einen soll man verteufeln, die Anderen, aufgrund der Tatsache dass sie revolutionäre Gutmenschen sind und dies ja normal ist da sie keine Jesüsse sind, von solchen Verbrechen verschont lassen ?
    Oder soll man sie verschont lassen, weil Che Guevara ein fescher Hundling ist ?
    Es könnte schon sein dass eine perfekte Gesellschaft ihre Opfer wert ist, aber das hat nichts mt dem unnötigen Sadismus gewisser Menschen zu tun, welche solche Streitereien nutzen um zu killen.
     
  2. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Mir fällt was ganz anderes auf.
    Am rücksichtslosesten und blutrünstigsten führen sich die auf, mit denen die Staatsgewalt zuvor sehr zurückhaltend, um nicht sagen zuvorkommend umgegangen ist.

    Wie oft sass Fidel wegen Aufständen im Knast? Mit welchen Folgen für ihn?
    Und ER? Auf die kleinen Fische die er erwischt hat, hat er Che losgelassen.

    Der Braunauer Adolf, dass von dem der Richter kein Autogramm wollte, war doch auch alles. Vor seinem Kumpan und Nationalfeldherr sind sie eh stramm gestanden.....
    Und Er? Auf die Verschwörer vom 20. Juli, die Rote Kapelle, die Weiße Rose usw. usf. auf die hat er den Freisler losgelassen.


    Stalin. Was hat die zaristische Justiz mit dem gemacht? Weniger als mit anderen Bankräubern.

    Der war aber absolut der Allergrößte. Derweil nun gar keine "Schuldigen"-Opfer (haben ja Lenin und Trotzki schon "abgeräumt") zu finden waren, hat er schlicht welche erfunden!
    Mit klarer Angabe pro Landkreis wieviele zu erschießen waren.
     
  3. Brushian

    Brushian Gast

    War ja (bitte die Mods dies zu dulden) am Balkan nicht anders. Tudjman, Izetbegovic,.... waren alle unter Tito im Hefen, kamen unbeschadet raus.
    In den folgenden Kriegen waren sie dann umso blutiger gegenüber den Feinden.
    Tudjman -> "sie haben sogar ihre stinkende Unterwäsche vergessen"
    Izetbegovic -> "der Islam erlaubt kein Zusammenleben mit den anderen Völkern"
    Karadzic -> "Führen sie ihr Volk nicht ins Unglück, und in die womöglich völlige Auslöschung"
     
  4. R.A.

    R.A. Neues Mitglied

    Erstens reden wir hier nicht von angeblichen Grausamkeiten, sondern von faktisch nachgewiesenen.

    Und zweitens fehlt mir jeder Beleg für Deine erstaunliche These.

    Im Gegenteil würde ich behaupten, daß man bei fast allen Freiheitskämpfern NICHTS davon hört. Weil sie entweder nicht grausam und schlecht waren, oder dies nicht bekannt ist oder diskutiert wird.

    Im Gegenteil - solche Fragen sind Grundbestand politischer oder historischer Diskussion, gerade hier im Forum.

    Egal nicht, aber diese Behauptungen müssen eben kritisch überprüft werden.
    Und bei einem Massenmörder ist es halt schon etwas schwer glaubhaft, wenn er "humanistische Ziele" behauptet.

    ???

    Zwischen dem Herrn Oberjesus und dem Herrn Freisler gibt es ein immenses Spektrum an Zwischentönen. Und wenn man sich auf dieser Skala sehr weit weg vom Oberjesus und dicht dran am Freisler verortet, dann ist das eben nicht logisch, sondern fragwürdig.

    Falsch.
    Fast alle Revolutionen kamen OHNE Terror aus. Den braucht man eigentlich nur, wenn man eben nicht die Volksmehrheit hinter sich hat, sondern nur eine Diktatur gegen eine andere austauscht.
     
  5. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    Dass Guevara für das Gesundheitswesen im neuen Kuba zuständig gewesen sein soll ist mir neu.
    Er begann seine militärische Karriere in der "Bewegung des 26.Juli" unter Castro als Arzt. Den Arzt schmiss er nach kurzer Zeit hin, weil er am direkten bewaffneten Kampf mehr Gefallen fand. Seine ihm unterstellten Rebellensoldaten (er war Commandante der Südfront-Armee, ca. 500 Mann, höchste Dienstgrad unter den Rebellen) galten als sehr entschlossen, heroisch und dizipliniert.
     
  6. mial

    mial Gast

    Ein sehr geistreiches Argument, muss man sagen... Ich sehe es auch so wie beispielsweise LaLoca und askan. Die Dinge sind nicht nur schwarz oder weiß und du argumentierst in einer Art, in der du überhaupt keinen Widerspruch duldest oder vielleicht auch Dinge einsehen würdest. Und du ziehst auch Argumente zu rate, wo man sich fragen muss, was sie eigentlich mit der Thematik zu tun haben...
    Beispielsweise:

    Jetzt musst du mir mal erklären, was an einem Medizinstudium negativ ist? Und wo hat er bitte sein halbes Leben "vervagabundiert"? Wenn du die Südamerikareise und so meinst, dann würde ich das wirklich nicht als vagabundieren bezeichnen, weil er sich dort erst entschlossen hat, Freiheitskämpfer "zu werden". Weil er eben gesehen hat, was Kapitalismus anrichten kann. Vor allem die USA haben Südamerika ausgebeutet, Menschen wie Sklaven zum Arbeiten gezwungen, haben sich in fremden Ländern wie die Herren dargestellt und sich protzige Hotels mitten in die ärmsten Städte gebaut.

    Außerdem verallgemeinerst du Faschismus und Kommunismus, die man einfach nicht gleichstellen kann. Man kann Gemeinsamkeiten suchen, aber nicht gleichstellen und ich glaube, auch hier fehlt mal wieder der Kapitalismus, wenn du schon Vergleiche anstellen willst.

    Und ich muss sagen, ich hab noch nie davon gehört, dass Che Schwule umgebracht haben soll? Kannst du das belegen?
     
  7. mial

    mial Gast

    Er hat an der Verbesserung der medizinischen Versorgung mit gearbeitet. Jetzt nicht so wie ein Gesundheitsminister oder wie man sich das auch vorstellen mag, aber während er höhere Ämter des Staates bekleidete (Industrieminister usw...), hat er auch etwas für die Gesundheit getan, weil er eben Medizin studiert hatte und somit Ahnung hatte. Aber er hat sein Studium meines Wissens nach nicht abgeschlossen.
     
  8. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ich sehe das nicht ganz so wie Brushian und den Vergleich mit Freisler lehne ich auch ab; aber gerade da Che eine solche Ikone der Freiheitsbewegung geworden ist, ist die Kritik an sich sehr angebracht. Was das Vagabundieren und das Medizinstudium angeht, so will ich aber erläutern wie ich Brushian verstanden habe. Ernesto Guevara hat nach seinem Medizinstudium die inzwischen verfilmte Motorradreise unternommen (wobei das Motorrad ja schon in Chile abhanden kam, wenn ich mich an die Lektüre seiner Tagebücher recht erinnere). Ich überspringe eine paar Zwischenstationen nach dieser ersten großen Reise. Später hatte er Zeit und Muße, aus México mit Fidel nach Cuba zu gehen um dort Krieg zu führen. Dann ist er irgendwann in den Kongo verschwunden um dort nach dem Mord an Lumumba Kabila zu unterstützen, dem er aber Alkoholismus und Rumhurerei vorwarf. Letztlich wollte er die Revolution auf den Kontinent tragen und hat sich dafür Bolivien als strategischen Startpunkt ausgesucht, weil es das Land Lateinamerikas mit den meisten Außengrenzen ist. Das kann man sehr wohl als Vagabundieren auffassen.

    Was das Medizinstudium angeht: Ärzte schwören den hippokratischen Eid, der sie verpflichtet Menschenleben zu retten und nicht zu gefährden. Che war nicht der erste und nicht der letzte Arzt, der diesen Eid gebrochen hat, aber er hat ihn, am zweiten Tag nach seiner Ankunft in Cuba gebrochen - hier kann man es noch als Notwehr verstehen, in La Cabaña spätestens aber nicht mehr. Nicht zuletzt muss sich jeder an der von ihm selbst postulierten Moral messen lassen.
     
  9. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Schön, Du lehnst den Vergleich ab.


    Aber hast Du dafür Quellen, Nachweise...

    Die hätte ich jetzt doch gern.



    Ok, Freisler war Jurist. Hätte das verbrecherische seines Tuns noch besser einsehen können. Und den Hinrichtungen hat er auch nicht beigewohnt. Hat ihn sein Führer eigentlich das Filmchen ansehen lassen?
    Und vor der UN hat er sein Tun auch nicht verteidigt. (unaufgefordert)

    Ach ja, den Chrustschow hat er auch nicht zum Atombomben schmeißen aufgefordert.

    Gibt also schon Unterschiede, bloß was für welche..............
     
    Zuletzt bearbeitet: 31. Oktober 2007
  10. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Jetzt tu doch nicht so, wie wenn Du nicht geschnallt hättest um was es mir tatsächlich geht.
     
  11. Brushian

    Brushian Gast

    Danke dass du dieses "Argument" geistreich findest, ich persönlich finde es lachhaft und sehe es nicht als Argument, Che Guevaras Name und sein berühmtestes Portrait (obwohl es ja aus einem Gruppenfoto stammt, oder irre ich ?) mussten und müssen als Modelabel herhalten, ist nicht auf meinen Mist gewachsen.
    Ich habe außerdem bezwecken wollen, dass man nicht nur die "positiven" Aspekte von Ches Leben betrachtet, welche sich meiner Meinung nach in Grenzen halten.
    Ich dulde keinen Widerspruch und sehe Dinge nicht ein ?
    Ich könnte auch behaupten dass du keinen Funken Kritik über Che ergehen lässt, aber Onlinepsychologie ist nicht mein Fach.
    Außerdem ist das der erste Kontakt zwischen dir und mir, woher willst du wissen dass ich für deine Argumente nicht aufgeschlossen bin ?
    Che hat natürlich KEINE Reisen unternommen und nicht viele seiner Mitmenschen enttäuscht, er hat eine Familie gegründet, ist den Zeugen Jehovas beigetreten und hat eine Bierwampe vor der Glotze bekommen.

    Che ist der Prototyp von einem unstillbaren Revoluzzer !

    Das ihm sein Genick gen Ende brach, ist sicherlich auch aufgrund seines Charakters und seines immerwährenden Kampfes zurückzuführen.
    Viele behaupten dass sie für die Freiheit stehen, später offenbart sich ihr wahres Gesicht.
    Solche Leute sollten zuerst ihre innere Revolution bekämpfen und danach versuchen dem eigenen Volk zu helfen, in diesem Fall aber nicht mal dem eigenen, denn den Argentiniern ging es ja verhältnismäßig gut, vom wirtschaftlichen Standpunkt aus gesehen.
    Wie es aussieht war aus Che's Sicht, in Argentinien zu wenig los.
    Das ist ein Problem, wenn man wer sein will !
    Darum ab ins nächste Land und statt finanzieller und demokratischer Unterstützung dasselbe wie die zu Bekämpfenden tun
    -> fremde Leute meucheln .
    Ich sage ja nicht dass alles was er getan hat falsch war, z.B. den Menschen als Vorbild herhalten indem man ernten geht, auf Zuckerrohrplantagen arbeitet, das Feld beackert ist als "höhergestellte" Persönlichkeit durchaus "ehrenwert" und "idealistisch".
    Dann müsste aber jeder Bauer ein Freiheitskämpfer sein !

    Weil dir mein Text nicht passt, musst du die Tatsache dass Che erfolgreich sein Medizinstudium beendet hat gegen mich verwenden, wie taktisch !
    Was an einem Medstudium nicht passt weiß ich nicht, bin kein Arzt, aber Ernesto hat auf grobe Weise seinen Eid, wie erwähnt, gebrochen und hat sich als Schmalspurwirtschaftler und Warlord versucht, seine militärischen Erfolge sind auch nicht nur unter astreinen Blickwinkeln zu betrachten.
    Er hat sich wohl selber für so groß und gescheit gehalten, dass er die Geschicke eines fremden Landes leiten wollte.
    Dies ist ihm misslungen.
    An Gesundheitsreformen und am Aufbau eines healthcare ist nicht nur eine Person beteiligt, sondern mehrere, Che war dabei, hey wieder ein Punkt für Che !
    Ein Verfechter des Kapitalismus bin ich auch für dich !
    Meine Freunde würden lachen, hier geht es um ErnestoCheGuevara und nicht um die Macken des Kapitalismus, welche natürlich Nachteile besitzen :
    Ermordung von Firmenmitarbeitern, Bestechung und Korruption, Todesdrohungen, Wirtschaftskrieg, Ausbeutung, usw. usw. ...
    und vor allem heuchlerische Politik und Schwarz-Weiß-Malerei !
    Lumumba wurde nicht nur von Mobutu Sese Seko, dem großen starken mächtigen Tiger, oder wie sich dieser Spinner auch immer nannte, bekämpft, sondern auch von fast allen westlichen Ländern, der belgische König soll direkt vom Sturz und Mord an Lumumba gewusst haben, es gibt sogar Gerüchte, dass er bei der Planung dabei war !
    Der Kongo war und ist voller Rohstoffe, welche der westliche Kapitalismus benötigte und noch immer braucht, darum unterstützen sie auch jetzt noch Kabila Nr. 2, der ist halt ein braver "Präsident".
    Patrice Lumumba hätte es mehr verdient auf Plakaten und Textilien abgebildet zu werden, bei dem muss man nicht lange nach Beweisen für den Mut suchen !

    Patrice E. Lumumba - Wikipedia

    Ja, Che ist aufgestanden, hat sich während des Zähneputzens im Spiegel betrachtet, und hat dann selbstlos den Entschluss gefasst : "so, heute werde ich Freiheitskämpfer".
    Dieses Bild wird nur allzugerne von den westlichen und restlichen Medien über seine Person vermittelt, weil sich daraus Kapital schlagen lässt !
    Tja, bezüglich den USA.
    Du schreibst im Perfekt. Die vereinigten Staaten verfolgen diese Politik noch immer, wie im nahen Osten. Sie führen sich überall auf wie die Herren,
    viele deutsche und ausländische Unternehmen wurden/werden bedroht, falls sie mit dem MullahIran (den die USA durch den Schahsturz "produzierten") geschäftliche Beziehungen eingingen, in Polen wurden sogar hochrangige Firmenmitglieder von CIA-Leuten bedroht, falls sie ihre Aufträge an europäische/deutsche Unternehmen vergaben.
    Trotzdem hat Che Guevara Menschenleben beendet !

    Dir fehlt es an Vergleichen zwischen Kommunisten und Faschisten.
    Tja, beide haben Schwule umgebracht und vertrieben !!!
    Verstehe ich das richtig, hätte Che keine Schwulen umgebracht fällt das durchaus in den Bereich von "Revolutionäre sind ja keine Oberjesusengel", und dürfen ab und zu die Sau raus lassen, ergo irgendwelche Leute töten.
    Schlißlich sagst du ja selbst, das LaLocas Gedankengut auch deines ist.
    Ob mir ein Kommunist oder ein Faschist oder sonsteiner ins Genick schießt bleibt Gehupft-wie-Gehatscht, obwohl die Roten vielleicht menschlicher sind als die Braunen oder Schwarzen, das bestreite ich nicht, aber im Endeffekt hat jeder Befürworter seiner "Seite" Pro und Contras vorzuweisen.
    Bei den zahlreichen Tötungen wo der Schlächter von Cabana beteiligt war, muss ich nicht nach einem Schwulen suchen um dir Beweise zu liefern.
    Dazu habe ich auch momentan keine Lust da ich müde bin.
     
  12. mial

    mial Gast

    Wenn du ältere Kommentare von mir zu dem Thema gelesen hast, dann weißt du, dass das nicht so ist. Ich räume sehr wohl ein, dass seine revolutionären Gedanken teilweise in so etwas wie Größenwahn geendet haben und dass er Leute - als Richter und Henker wie auch immer - ohne mit der Wimper zu zucken ermordet hat und natürlich befürworte ich das nicht!

    Erstens glaube ich wie gesagt, dass er sein Medizinstudium gar nicht beendet hat (was jetzt aber eigentlich nicht so viel zur Sache tut) und außerdem habe ich das doch gar nicht gegen dich verwandt, du hast es nur fast so dargestellt, als wäre Medizin zu studieren was negatives.

    Auch hier habe ich nicht behauptet, es wäre allein sein Verdienst, sondern nur, dass er daran mitgewirkt hat.

    Du drehst mir das Wort im Mund herum, wo habe ich das denn bitte behauptet?

    Keine Einwände, ich habe deshalb im Perfekt geschrieben, weil es mir um die Situation zu Ches Lebzeiten ging und ich habe auch nicht gemeint, dass er sich selbstlos von heute auf morgen zum Kämpfer berufen fühlte.

    Ich habe geschrieben, dass ich LaLocas "Gedankengut" hinsichtlich der schwarz-weiß-Malerei teile, dass hier fast nur gesagt wird, wass alles schlecht war, und jetzt bin ich es auch wirklich langsam Leid, mich hier für alles rechtfertigen zu müssen, natürlich habe ich das nicht so gemeint, wie du es sagst. Aber du hast die Parallele zum Faschismus gezogen indem du sagtest, dass bei beiden Schwule umgebracht wurden. Natürlich wird Che auch nicht besser davon, wenn man sagt, dass er keine Schwulen, sondern nur "andere" umgebracht hat, aber deinen Übergang zum Faschismus mit diesem Argument fand ich doch befremdlich.
     
  13. askan

    askan Neues Mitglied

    Nun, da laut den Bewertungen einigen hier das grosse gesellschaftliche Ereignis des zweiten Weltkriegs inkl. strategischem und vorsätzlichem Verheizens der eigenen Truppen Typ "D-Day", "Marketgarden" und der gezielten Himmelfahrtseinsätze der freiwilligen Regimenter (es gab neulich eine Themenreihe auf Phoenix darüber) usw entgangen ist, schlage ich vor einen Thread zu erichten der gezielt auf das Thema "Kanonenfutter bei Allierten und anderen" oder ähnlich, eingeht.
     
  14. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Dann denn mal los, hier ist das OT. :winke:

    Da bin ich mal gespannt, was zum "strategischem und vorsätzlichem Verheizens der eigenen Truppen Typ ... Kanonenfutter" herauskommt.


    Ach ja: kann jemand eigentlich eine gute Bio über Guevara empfehlen?
     
    Zuletzt bearbeitet: 31. Oktober 2007
  15. Brushian

    Brushian Gast

    Tut mir leid wenn ich dir die Worte im Mund verdrehte, hab es dann falsch interpretiert.
    Aber bei ein paar Sachen machen es einem die Kommunisten allzu leicht, da einige Aktionen auf der "anderen Seite" auch alltäglich waren und zur Praxis gehörten.
     
  16. Brushian

    Brushian Gast

  17. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    Die 68er in Europa hat er weitestgehend treffend beschrieben.
    Mir fällt frisch ein, vor ein paar Stunden sinnierte ein gewisser Peter Hahne auf Phönix, er sei ein klassischer 68er, weil er 1970 anfing zu studieren. =)
    Zitat Che: "Die Arbeiter haben kein Vaterland." Er war der Meinung, wenn er sich nirgends zu Hause fühle, dann müssten auch die Arbeiter und sonstigen Arbeiterklassen keines haben.
    Man kann hier schon seine immer fortschreitende Abneigung zur Sowjetunion erkennen: zumindest die Russen nennen ihre Heimat zwar nicht Vaterland (das nur im martialisch-militärischen Jargon) aber dafür liebevoll Mütterchen. Sie kennen und pflegen also Heimat und Heimatgefühle.

    Insofern war Guevara die ideale exportierende Revolutionärsikone. Ein Mann ohne Heimat und Arbeitswillen. Ein umherirrender Utopist, der seine verlorenen heimatlosen Gefühle zur Doktrin des "Neuen Menschen" verklärte.
    Dass die Studenten und Möchtegerne der Zeit darauf ansprangen, kann mich nicht wundern.
     
  18. R.A.

    R.A. Neues Mitglied

    Hallo?
    Würdest Du vielleicht noch einmal DEINEN Eingangsbeitrag lesen, der diese Diskussion eröffnet hat?

    DAS war Schwarz-Weiß-Malerei, oder besser nur Weiß-Malerei, weil nur vom Mythos und den guten Absichten Ches die Rede war.

    Und wenn DANN als Reaktion auch mal darauf hingewiesen wird, daß dem auch ziemlich negative Seiten gegenüberstehen, dann beklagst Du Dich, daß nur schlecht über ihn geredet wird?

    Wir haben nur die ergänzenden Punkte gebracht, die bei Deinem Bild gefehlt haben.
     
  19. Brushian

    Brushian Gast

    Lenin selber erklärte ja, man müsse sich mit den nationalistischen Kräften verbünden, Stalin appellierte im 2.Weltkrieg an die russische Vaterlandsliebe im "großen vaterländischen Krieg", Tito sah sich als Jugolawe und brach sogar mit den Sowjets und Ho Chi Minh trug auch den Decknamen "Nguyen der Patriot".
    Darum finde ich, ist es immer so eine Sache die roten und schwarzen Ideologien strikt zu trennen.
    Der Meinungsumschwung der Amerikaner im Vietnamkrieg hätte dem "schüchternen" und "bescheidenen" Che, so glaube ich, sicher auf die eine oder andere Weise gefallen.
    Nach Jahren von Krieg und einem Werbespot ändern ein paar hundert Millionen Amerikaner ihre Meinung zu Vietnam, verteufeln die für die Fehler ihrer Präsidenten kämpfenden Soldaten, diese werden zu Pennern deklariert, und merken dass es falsch ist, in ein Dorf welches 13000 km wegliegt einzumarschieren und alle dreihundert Einwohner zu erschießen.
    ( ganz so einfach ist es nicht, aber so schwer auch nicht)
    Danach nackt ausziehen und ab nach Woodstock,welches ja auch einer kommerziellen Idee entsprang, ein Studio zu finanzieren.
    Kampf der Autorität und mehr sexuelle Freiheiten, und darum haben sie einen wie Che ausgesucht, der ja genau das bekämpfte !
    ( in Europa Ähnliches )
    Entschuldigung, um das geht es hier nicht und gehört natürlich in ein Politikforum und ich werde versuchen mich mit solchen Aussagen zurückzuhalten.
    Solche wie Peter Hahne gibt es sicherlich zu genüge, vielleicht bezeichnen sie sich als "knallharte Revolutionäre der ersten Stunde", wer weiß ?
    Die hätten besser jenes tun sollen, wofür Che mit seinem "neuen Menschen" als Beispiel vorangehen wollte, nämlich ARBEITEN !

    Genau das !

    Da dem Che so etwas wie ein Nationalbewusstsein fehlte, war es doch vorprogrammiert dass er sich mit anderen Strömungen des roten Meeres früher oder später überwerfen würde.
    Da ist es leicht gesagt, Kuba müsse in den nuklearen Winter gebombt werden um das Fundament einer neuen Gesellschaftsform zu zementieren.
    Ich frage mich ob Che dasselbe gesagt hätte, wenn es um sein Heimatland Argentinien gegangen wäre, welches ein paar tausend Meilen unter Kuba liegt.
    Aber wenn er es nicht gesagt hätte, wäre das paradox, denn dann hätte er durchaus etwas wie "patriotische Gefühle".
    Nach seinem Examen wäre Arzt vielleicht die bessere Beschäftigungsoption gewesen, er hat zwar Verwundete an der Front betreut, doch hätte er damit noch mehr Menschen geholfen, als ein Kriegsgaucho, welcher er leider war.
    Aber Energie kann nicht gewonnen werden und nicht verloren gehen, da Che nie welche hatte um standfest einen Beruf auszuüben, hatte er für die Zukunft auch keine um sich mit dem stressigen Alltag eines Arztes zufrieden zu geben.
    Er hätte auch unbewaffnet Politiker werden können.
    Wo ist das Problem nach einem gewonnenen Kampf die politischen Feinde nicht auszuradieren, oder ihnen zumindest das Recht auf faire Verteidigung einzuräumen ?
     
    Pardela_cenicienta gefällt das.
  20. R.A.

    R.A. Neues Mitglied

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