Die Azteken

Dieses Thema im Forum "Lateinamerika | Altamerikanische Kulturen" wurde erstellt von KFdG, 1. Oktober 2004.

  1. KFdG

    KFdG Neues Mitglied

    Sie kamen aus dem auch heute noch nicht genau bestimmten Ort Aztlán in das zwischen Bergen liegende Tal von Mexiko und gründeten dort 1325 auf einer Insel auf dem Texcoco See ihre Stadt Tenochtitlán. Es heißt, sie waren aufgebrochen, weil ihr Kriegs- und Hauptgott Huiztilipochtli es ihnen Befohlen hatte. Sie sollten sich dort niederlassen wo ein Adler der auf einen Kaktus sitzt und eine Schlange frisst. Nur dort würden sie Glück haben. Also begaben sie sich auf eine Jahrzehnte lang dauernde Wanderung, bis sie das Zeichen auf einer Insel fanden.

    Da das Gebiet bereits von Zahlreichen mächtigen stammen bewohnt war, mussten die zunächst einem Stamm dienen. Um 1430 verbündeten sie sich mit den beiden ebenfalls unterdrückten Stadtstaaten Tlacopán und Tetzcoco. Die sog. dreifache Allianz befreite sich unter Führung der Azteken von den anderen Stämmen und unterdrückte sie. Sie zwangen ihnen jedoch nicht ihre Kultur und Lebensweise auf, sondern verpflichteten sie nur dazu ihre Götter in ihrem Glaubenssystem aufzunehmen und ihnen Tribut zu zahlen. Sie dehnten ihr Einflussgebiet bis an die Küsten des Golfes von Mexiko und des Pazifischen Ozeans aus. In der Zwischenzeit entwickelte sich ihre Hauptstadt Tenochtitlán zur prächtigsten und größten Metropole Lateinamerikas. In ihrer Blütezeit zählte sie über 250 000 Einwohner. Es gibt interessante Ähnlichkeiten der Stadt mit Venedig. Auch Tenochtitlàn hatte Kanäle statt Strassen, da sie Hauptsächlich aus künstlich angelegten Inseln bestand. Die Stadt war nur mit 3 Breiten Strassen mit dem Festland verbunden. Wenn man die Geschichte der beiden Städte vergleicht, merkt man dass sie ungefähr zur selben Zeit ihre Blütezeit erlebten und schließlich auch ungefähr zur selben Zeit bedeutungslos werden. Die Azteken waren Polytheisten, beteten aber vor allem die Götter Huitzilipochtli und Tlaloc ( ersterer war der Kriegsgott und letzterer der Regengott )

    Sie brachten ihnen verschiedene Opfer, mal Mais und andere Nahrungsmittel und oft auch Menschenopfer. Sie glaubten dass die Götter einst die Erde mithilfe ihres eigenen Blutes schufen und sich anschließend in die Sonne verwandelten. Sie glaubten sie müssen ihnen Blut opfern, da sonst die Sonne erlischen würde.

    Hauptsächlich wurden die Azteken als erbarmungslose und hervorragende Krieger berühmt, sie waren aber auch hervorragende Händler und Handwerker.

    Ihre Vorherrschaft endete 1519, als die Spanier auftauchten, sich mit ihren Erzfeinden den Tlaxcaltecen verbündeten und sie zwischen 1519 und 1521 besiegten.

    Unmengen an Schätze wurden gestohlen und nach Spanien geschafft. Ganz Tenochtitlán wurde zerstört und die Ureinwohner wegen der aus Europa mitgebrachten Krankheiten und harter Ausbeutung stark dezimiert. Die Spanier unterwarfen nachdem die Azteken besiegt waren auch alle anderen Indianerstämme. Die Kolonialzeit, die 300 Jahre dauern sollte, hatte begonnen.



     
  2. Themistokles

    Themistokles Aktives Mitglied

    Das bekannteste an den Azteken ist, glaube ich, dass sie von nur 500 Spaniern unter Hernando Cortes besiegt wurden. Hier der Versuch möglichst viele der für Cortes günstigen Faktoren zu nennen:

    Aufgrund ihrer vielen Eroberungszüge nach neuen Blutopfern hatten sich die Mexica (Azteken) viele Feinde in Mittelamerika gemacht, von denen sich viele mit den Spaniern verbündeten, der wichtigste waren die Tlaxcaltecen.

    Die Kontaktaufnahme zu diesen Stämmen gelang durch ein Indiomädchen, welches Cortes geschenkt bekam und das neben verschiedenen Indianerdialekten auch Nahuatl (aztekisch) sprach.

    Sehr bekannt ist auch die Tatsache, dass die Indianerstämme aufgrund eines Orakels in diesem Jahr den Gott Quetzelcoatl (gefiederte Schlange) erwarteten. Viele Teile der Beschreibung von ihm („Wenn die Zeit reif ist werde ich bärtigen weißen Männern über das Meer im Osten zu euch zurückkehren ...“) passte gut auf den rotblonden Cortes und seine Schar. Die Azteken hatten durch viele Taten sich bei Quetzalcoatl unbeliebt gemacht, der außerdem bei seiner Rückkehr Schluss mit den Menschenopfern machen wollte.

    Als Cortes im Ruf stand eben dieser Gott zu sein, fand er besonders starken Zulauf bei den unterjochten Stämmen, während die Mexica sehr zögerlich reagierten und versuchten den Gott mit Tributen zu beruhigen. Das Gold wirkte sehr anziehend auf die Spanier („Wir Spanier haben eine schlimme Krankheit, die man nur mit Gold heilen kann“), die daraufhin den Plan fassten Tenochtitlán zu erobern. Die Mexica stellten sich den Spaniern auch spät erst zum Kampf.

    Auch in den Schlachten hatten die Spanier große Vorteile, da Spanier und Azteken unterschiedliche Schlachtziele verfolgten: Die Mexica, und andere Stämme, wollten die persönliche Tapferkeit ihrer Soldaten zeigen und Gefangene mache. Die Spanier hingegen wollten das feindliche Heer vernichten. Daraus resultierten unterschiedliche Taktiken. So kämpften die Spanier als Heer, nutzten Fernwaffen (Armbrust, Arkebuse), Geschütze und gingen auch über Leichen. Die Mexica hingegen sahen die Schlacht als Folge von Zweikämpfen mit dem Ziel den Gegner gefangen zu nehmen. Daher nutzten sie die zahlenmäßige Überlegenheit kaum aus (nur in Form von Ermüdung bei der unterlegenen Soldatengruppe) und verwendeten keine Fernwaffen, auf tödliche Schläge waren sie Anfangs gar nicht erst vorbereitet. Im Zweikampf waren die Spanier durch ihre Stahlausrüstung weit überlegen, die aztekischen, mit Obsidiansplittern besetzten, Holz- und Kupferkeulen waren zwar schärfer als die spanischen Schwerter, konnten aber bei den Metallrüstungen nichts ausrichten und die Panzer aus Stoffen halfen nicht gegen die spanischen Degen. Auch die 32-köpfige Reiterei (Pferde mitgezählt) war für die Mexica etwas völlig neues und tödliches.

    Als die Spanier aus dem besetzten Tenochtitlán flohen, hinterließen sie die Pocken, eine für die Indios völlig neue Krankheit, denen viele erlagen, so dass die Spanier bei einem 2. Angriff auf Tenochtitlán auf eine stark geschwächte Bevölkerung traf. Mit Flottenunterstützung wurde die Stadt dann endgülig eingenommen und zerstört.


    Sehr empfehlenswert zu diesem Thema ist die Reihe 500 Nations von Kevin Costner.
     
  3. hyokkose

    hyokkose Gast

    Hinter die Prophezeiung eines weißen bärtigen Gottes ist zumindest ein großes Fragezeichen zu machen. (Hanns J. Prem, Die Azteken - Geschichte - Kultur - Religion, München 1996)
     
  4. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Oder auch Felix Hinz: Der Mythos von den "Weißen Göttern"
     

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