Was passierte in Griechenland von der Völkerwanderungszeit bis ins Hochmittelalter?
1 die Slawen wanderten ein, bis auf einige wenige Städte und besonders abgelegene Regionen wurden die Griechen aufgerieben oder von den Slawen assimiliert. Es ist eben falsch zu behaupten, die Griechen hätten die Slawen assimiliert, anfänglich ist das Gegenteil richtig.
2 um die Kontrolle über das Gebiet Griechenland wieder zu erlangen siedelten die Byzantiner Gruppen aus der Levante in Griechenland an, wie z.b. die Mardaiten aus dem Libanon
3 die Byzantiner eroberten Griechenland von den Slawen zurück, aber der größte Teil von Griechenland war 200 Jahre lang slawisch dominiert gewesen
4 nach der Rückeroberung wurden aus Kleinasien große Mengen an Griechischsprachigen Gruppen in das Gebiet Griechenland umgesiedelt, die verbliebenen Slawen wurden nun als Untertanen ins Reich aufgenommen und übernahmen in der Folge dessen die griechische Sprache
5 Während dieser Zeit siedelten von Norden kommend weitere Slawen, Albaner und Bulgaren in Griechenland und vermischten sich mit den Gruppen dort, dies geschah sogar aufgrund byzantinischer Politik, die Byzantinischen Herrscher siedelten nach der Rückgewinnung des Gebietes mit Absicht Slawen in Griechenland an da die Gebiete weitgehend entvölkert waren
All diese Vorgänge lassen sich vielfältig nachweisen auch im archäologischen Befund und in den historischen Textquellen. Viele griechische Traditionen die noch von der Antike her sich in diese Zeit gerettet hatten endeten relativ abrupt. Die Kleidung änderte sich. Die Ernährung änderte sich, es gab religiöse Umwälzungen (Ikonoklasten) teilweise war selbst die griechische Sprache als Staatssprache des Byzantinischen Reiches in Griechenland nicht mehr vorherrschend.
Interessant in diesem Kontext ist, dass es in Griechenland (insbesondere in Nordgriechenland) früher viel mehr Gruppen gab, die Romanische Sprachen benutzten. Gerade im Mittelalter.
Wenn hier also von euch geschrieben wird, das bestimmte Gebiete und Städte nicht von den Slawen besiedelt worden sind, so sagt das nicht, dass dort Griechen lebten. Es gab auch noch romanische Sprachgruppen. Gerade in den Städten wurde am Beginn des Frühmittelalter noch viel Latein benutzt.
Und selbst heute noch gibt es in Griechenland Romanische Sprachen sprechende Gruppen, die Vlasi (Vlachen) und die Aromunen.
Gerade in der römischen Kaiserzeit wurden in Nordgriechenland und Thessalien viele Lateinische sprechende Veteranen der Armee angesiedelt. Die in diesen Gebieten vorherrschende Sprache war das Latein, auch in der Byzantinischen Zeit. Das Selbstverständnis der menschen war es, Römer zu sein, selbst heute noch weist der Name Aromunen darauf hin.
Wenn ihr also schreibt: es gab noch Gebiete in Griechenland die nicht von den Slawen (und vielen anderen) besiedelt worden so ist das schon richtig, das sagt aber eben nicht, dass diese Gebiete auch Griechische Gebiete waren.
Im Mittelalter galten die vorfahren der Aromunen vor allem als Kaufleute in den Städten, gerade in nordgriechenland waren Städte wie Thessaloniki die von den Slawen nicht erobert wurden eben primär Lateinisch geprägt.
Erst mit der massiven Ansiedelung Griechisch sprechender Gruppen aus Ost Kleinasien nach der Wiederoberung Griechenlands durch Byzanz begann sich das Gewicht zur Griechischen Sprache hin zu verschieben.
Das aber diese Sprache überhand gewann, sagt nicht, dass diese Leute dann Griechen gewesen wären. Vor allem aber bezeichneten sich diese leute eben selber nicht als Griechen, sondern als Mardaiten, Isaurer usw
Fortsetzung folgt