:cool: mit dem "Wasseraufzug" befassen sich offensichtlich etliche Nicht-Archäologen
 
In diesem Arkikel belegt der Autor angeblich, das ein ziehen der 2,5 Tonnen Blöcke nicht möglich ist!!
Ich hatte in einem anderen Thema zum Pyramidenbau auf diesen lesenswerten Artikel von Ulrike Faulenbach verwiesen:


"In der pharaonischen Steinarchitektur fungierte Mörtel nicht nur als Bindemittel oder als Reparatur- und Füllmittel für Klammerlöcher und Ähnliches. Er war ein beim Versatz der Blöcke unerlässliches Gleitmittel. Daher ist besonders interessant, dass zahlreiche Proben einen hohen Anhydritanteil aufweisen. Anhydrit ist totgebrannter Gips, der bei Temperaturen ab 170° C entsteht. Bei Brennverfahren über 300° C bindet Anhydrit schlecht, bei über 600° C überhaupt nicht mehr ab. Anhydritmörtel eignet sich daher, wie Martinet ausgeführt hat, hervorragend als Gleitmittel, da er wesentlich langsamer abbindet als Gipsmörtel."

"Andererseits hat befeuchteter Nilschlamm hervorragende Gleiteigenschaften. Die Reibung ist Experimenten zufolge so weit reduziert, dass bei 0% Steigung sechs Mann einen Stein von fünf Tonnen bewegen können."
 
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Ihr kennt vielleicht die "Wasserkünste" in deutschen Städten, der frühen Neuzeit bis zum Barock, z.B. in Marburg/Lahn oder in Grünberg bei Gießen, oder in Bautzen:

Trotz bester Schmiedekunst und auch mit Uhrmachertechnik, der Verwendung von Zahnrädern, Untersetzungsgetrieben, Sperrklinken, hölzernen oder gusseisernen (wie in Marburg an der Asthma-Treppe erhalten) Druckrohren, Kolben, Kesseln, geschmiedeten Druckstangen, Lederdichtungen, Schmierungen: Ein riesiger Energieaufwand und Einsatz von Technik, für wenig Wasser.

Die Ägypter hatten all das nicht. Und hier wird die Konstruktion eines Hebewerks theoretisiert, mit der Leistungsfähigkeit eines Schiffshebewerkes.
Obwohl es keine schriftlichen Anleitungen aus dem Alten Reich gibt, deutet die technische Logik massiv darauf hin, dass die Ägypter das Prinzip des Schiffshebewerks – zumindest in einer archaischen, hydraulischen Form – beherrschten.

Die aktuelle Forschung (insbesondere die Studie von Landreau et al., 2024) untermauert diese These:


Ein Schleusentor aus Holz, hier eine Berechnung dazu:

Um den Wasserdruck für ein solches System zu berechnen, müssen wir die physikalischen Lasten betrachten, die auf ein Schleusentor aus Holz wirken würden. Bei einem 70-Tonnen-Stein muss die Schleuse tief genug sein, um den Stein (auf einem Floß) vollständig anzuheben.

1. Annahmen für die Berechnung
Wir gehen von einer Schleusenkammer aus, die einen 70-Tonnen-Granitblock (Volumen ca. 26m³) auf einem massiven Holzfloß heben muss:
  • Tiefe der Schleuse (h): ca.5m (um den Auftrieb für 70 t + Floß zu gewährleisten).
  • Breite des Tors (b): ca. 4m (breit genug für den Block).
  • Material: Libanon-Zeder (Druckfestigkeit ca. 30-50N/mm²).
  • Berechnung des hydrostatischen Drucks
  • Der Druck am Boden des Tores (p) berechnet sich nach der Formel:
    P=p*g*h

  • Wobei:
  • p (Dichte Wasser) 1000 kg/m³
  • g (Erdbeschleunigung) 9,81 m/s²
  • (Höhe) = 5m
  • P= 1000 * 9,81 x 5 = 49,050 = 0,5 bar (ca.)
3. Gesamtkraft auf das Holztor

Die durchschnittliche Kraft (F) auf das Tor ergibt sich aus dem mittleren Druck multipliziert mit der Fläche (A= b*h):
F=P mittel * A=1/2*p*g*h*(b*h)

F=0,5* 1000*9,81*5*(4*5) = 490,500N = 50 Tonne (ca.)

4. Hält das Holz stand?

Ein massives Tor aus Zedernholz-Balken (z. B. 30 cm dick) kann diesen Kräften standhalten:
  • Biegefestigkeit: Die 50 Tonnen Last verteilen sich über die gesamte Fläche. Bei einer geschickten Verankerung in Steinnuten (wie man sie in der Pyramide findet) wird die Last direkt in das Mauerwerk abgeleitet.
  • Dichtung: Der kritische Punkt ist nicht der Bruch des Holzes, sondern die Dichtung an den Rändern. Hier müssten die Ägypter mit Leder und Harz gearbeitet haben, um das Auslaufen bei 0,5 bar zu verhindern.
Ein Schleusentor aus Holz muss bei einer Tiefe von 5 Metern einer Last von etwa 50 Tonnen standhalten. Technisch ist dies mit massiven Zedernholzbalken absolut machbar, da deren Festigkeit weit über den auftretenden Spannungen liegt. Die eigentliche Herausforderung war die Abdichtung der Fugen zwischen Holz und Stein.
 
Die Studie von Landreau et al. hat fast nur Ingenieure im Team, keine Ägyptologen und keine Archäologen. Sie waren nicht vor Ort. Sie haben ihre Hypothese aufgrund von Grabungsberichten entwickelt. Was aber am wichtigsten ist: er ist ohne Peer Review veröffentlicht worden.
 
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Da @Hydro-Kaskade meine Fragen aus post #5 und #6 offenbar nicht beantworten kann oder will, möchte ich die Diskussion an dieser Stelle beenden. Und zwar so:
Viele Ingenieure vermuten
Ich bin mir sicher, dass bei der Entstehung des Konzepts der 'Schleusenkaskade' für die Cheopspyramide kein einziger Ingenieur beteiligt war.

Einem echten Ingenieur wäre nämlich sehr schnell aufgefallen, dass der folgende Satz ausgemachter Blödsinn ist:
Da jedes Becken nur eine geringe Höhe hat, bleibt der Druck auf die Außenwände und die Schleusentore handhabbar.
Warum? Wenn das Schleusentor auch nur eine minimale Flexibilität hat, gibt des den Druck munter an den darunter liegenden Wasserkörper weiter. Obendrein reichen selbst geringste Undichtigkeiten aus, um die Wassersäulen zu verbinden. Davon läuft zwar die Kaskade nicht leer, aber auf der untersten Schleuse lastet am Ende ein Druck von 14,4 bar !
Und wie Du im Umkehrschluss des oben zitierten Satzes bereits eingeräumt hast, ist ein solcher Druck (für die alten Ägypter) nicht mehr handhabbar.

Damit ist das Konzept mausetot.
 
Die moderne Wissenschaft beginnt erst jetzt,
Bei den technischen und (bio)chemischen Details kann ich nicht mitreden, aber mich interessieren Sprache und ihre Verwendung. Und wenn ich lese die moderne Wissenschaft dann sind wir bei Sprachverwendung, bzw. beim argumentum ad verecundiam, dem Autoritätsargument.
In der Sache ist aber so, dass das Team von Landreau eine nicht peer-reviewte Hypothese veröffentlicht hat. Du tust so als sei diese Hypothese a) bereits bewiesen und b) von "der modernen Wissenschaft" bereits akzeptiert. Beides ist (noch) nicht der Fall.
 
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