Einzelne Fragen zu Römischen Gegenständen!

Dieses Thema im Forum "Das Römische Reich" wurde erstellt von AlecVentrue, 9. Mai 2019.

  1. AlecVentrue

    AlecVentrue Neues Mitglied

    Hallo, bin zwar neu, aber die Antike,sprich Rom u. Ägypten faszinieren mich sehr.

    So, ich hab schon hunderte Dokus gesehen über Rom, besonders finde ich die gut von Timeline, was mir auch wahnsinnig gefällt ist HBO ROM.
    Also ich hab da einige neuere Dokus gesehen und hab Fragen zu:

    Da saßen Römer in einem Bad und hatten so ein Metallenes etwas das aussah wie ein Halbkreis und fuhren damit über die Haut?
    Hatten die keine Seife damals oder Lotion, ich meine mit Öl einschmieren, das muss doch stinken nach einer Weile?
    Wieso sahen die Römer gegen uns so merkwürdig aus, ja ich meine wenn man sich die Büsten ansieht von den meisten, oben Schädel breit und unten schmaler, haben wir Menschen heute uns durch Evolution verändert?
    Weiter bei den Statuen, äh, waren die Römer und deren Frauen wirklich so potthässlich, sieht man die Mosaike in den Casas an, die noch stehen, Frauen Dick, kleine Brüste, Gesicht igitt, hässlich?
    Letzte Frage, weiß man eigentlich auch nur bei einem einzigen Römer/Imperator, wie die/der wirklich aussah, ich meine Gesichtsrekonstruktion, Beweise etc?
    Vielen Dank und
    Lg
     
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Du meinst den Strigilis?

    Nein, seit der römischen Zeit haben wir uns evolutionär nicht geändert. Eigentlich dürften die Römer ganz normal ausgesehen haben, ich weiß nicht, welche Büsten du genau vor Augen hast, die diesen schrägen Eindruck bei dir hinterlassen haben.

    Wir können die römischen Kaiser recht gut voneinander unterscheiden, es gib hinreichend Münzbilder, Statuen und Büsten. Forensische Gesichtsrekonstruktionen sind uns mangels überlieferten kaiserlichen Knochen nicht möglich. Man könnte natürlich aus Körpergräbern (die es durch alle Zeiten gibt, aber vermehrt in der Spätantike) forensische Gesichtsrekonstruktionen erstellen, aber mit welchem Erkenntnisziel?
     
  3. AlecVentrue

    AlecVentrue Neues Mitglied

    Ah ja und was ist ein Strigilis, was bringt das? :oops:
    Ich hab in der Doku von Timeline Nero etliche Büsten(in Weißer Farbe) auf so einem Sims stehen sehen, also schön ist etwas anderes, wenn ich sage Vin Diesel ok der ist schön oder Elvis, der war attraktiv, aber Hakennase und alleine schon der breite Kopf oben und dieses extrem Markante grobe, also irgendwo abschreckend.
    Noch eine Frage, ist es wahr, das Augustus seine Schwester Octavia, also das er mit ihr Sex hatte?
    Und in einer Doku sagte Tony Robinson Julius Caesar hatte sogar mal Sex mit nem Mann??? :eek:
    Danke
    Lg
     
  4. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ja, Nero war seine letzten Lebenjahre ein hässlicher Vogel, als junger Mann war er eigentlich noch ganz hübsch (wobei hier festgehalten werden muss, dass er nur 31 Jahre alt wurde). Aber so wie es heute hinreichend hässliche Vögel gibt, so gab es die damals auch. Du schließt doch heute auch nicht vom Aussehen einer Person auf alle anderen, oder?
    Was Caesar angeht, so wurde ihm in der Antike eine sexuelle Beziehung zu einem Mann nachgesagt. Sueton macht da recht deutliche Andeutungen. So habe Caesar bei einer Rede im Senat, gesagt, dass er Nikomedes verpflichtet sei und bitte deshalb um den Schutz von dessen Tochter Nysa gebeten, woraufhin er von Cicero unterbrochen worden sei, man wisse sehr genau, was Nikomedes ihm gegeben habe und er wolle davon nichts mehr höre. Weiter zitiert Sueton einen Spottreim von Caesars eigenen Soldaten: Gallias subegit Caesar, Nicomedes Cesarem - Caesar unterwarf Gallien, Nicomedes Caesar. Ob da was dran ist, ist eine andere Frage. Jedenfalls wird hier suggeriert, dass Caesar der passive Part gewesen sei.
    Augustus war eigentlich sehr sittenstreng, dass er mit seiner Schwester was hatte, scheint mir doch sehr abwegig. Seine Frau Livia war, als sie die Beziehung mit Augustus einging noch nicht geschieden, seine eigene Frau hatte Augustus verstoßen, seine Tochter allerdings verheiratete er mit seinem Neffen.
     
  5. flavius-sterius

    flavius-sterius Aktives Mitglied

    Ich bin mir nicht sicher, ob Deine Fragen ernst gemeint sind
    :confused:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Strigilis

    Römische Statuen waren nicht weiß, sondern bunt bemalt. Wir kennen die halt nur weiß, weil über die Zeit die Farbe verloren gegangen ist. HBO hätte also farbige Büsten aufstellen sollen.
    Ob jemand schön oder hässlich ist, liegt weitgehend im Auge des Betrachters. Dies ist wiederum abhängig von Zeit und Ort. Was man vor 2.000 Jahren in Indien schön fand, musste man vor 1.000 Jahren in Ägypten nicht mögen. Die von Dir gebrachten Beispiele wie Diesel und Elvis stoßen sicher nicht auf allgemeine Zustimmung.

    Kann ich mir nicht vorstellen. Das heißt noch nichts, aber ich würde keinen Sesterz darauf verwetten, dass es so war.

    Warum auch nicht? Die Römer waren da viel freizügiger als unsere Gesellschaft. Es gab für einen Römer Regeln:
    Höhergestellte hatten bestimmte Verhaltensweisen einzuhalten:
    Ein römischer Aristokrat konnte alles penetrieren (Frau, Mann, Kind). Er hatte sich jedoch nicht von jemanden anderen penetrieren zu lassen.
    Ein römischer Aristokrat konnte den ganzen Tag passiv den Oralsex genießen. Er durfte aber selbst nicht aktiv werden (Fellatio bei einem Mann oder Cunnilingus bei einer Frau).
    Man warf Cäsar vor, er wäre der Lustknabe des König Nikomedes von Bithynien gewesen. Aus römischer Sicht hätte Cäsar mit seinem Penis bei dem König alles machen dürfen, nur nicht selbst den König sexuell zu Diensten sein.
    Dabei sollte man bedenken, dass Cäsar sehr viele Feinde hatte. Googel mal nach Gnaeus Pompeius Magnus oder Cicero.
    Ich glaube eher daran, dass das in etwa so ist, wenn ein Schalke-Fan einem Dortmunder Fan verunglimpft oder umgekehrt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. Mai 2019
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  6. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Das war ich mir, um ehrlich zu sein, auch nicht. Aber lieber eine Frage - in dubio por reo - seriös beantworten, als jemanden a priori abzustempeln.
     
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  7. AlecVentrue

    AlecVentrue Neues Mitglied

    Nein, das war nicht böse gemeint oder abstempelnd, alle in eine, nennen wir es Amphore werfend, aber wenn ich mir die Münze oder Büste von Cleopatra VII. ansehe, man sagte ihr nach, sie war auf keinen Fall eine Schönheit, ich weiß, Hollywood dreht gerne das Aussehen höher, Liz Taylor, oder Leonor Varela, also sie ist eine Traumfrau, sie gefiel mir als Cleo am besten, erotisch, sexy, stellte Cleoapatra dar als, Gutmütig, Barmherzig und nett. Ich frage mich noch, konnten die damaligen Büstenhersteller wirklich 100% das Abbild der Realen Menschen erschaffen, da gab es bestimmt Abweichungen!!!
    Nein, meine Fragen stelle ich, weil ich nebenbei auch lerne wie man Lovestorys/Novels schreibt und na ja, ich kann ja ohne mich schlauer zu machen, da nicht irgend etwas schreiben, das nicht passt.
    Hoffe ihr könnt mir da weiter helfen, wenn ich euch nicht nervig bin, danke sehr.
    Gab es bei den Römern a) Silberringe und wie gut war Goldschmuck damals Qualität?
    Warum kannten die Römer keinen Zucker, ich las, sie benutzten Honig für Speisen, damit sie süß werden.
    Ist es wirklich wahr, das sie Wäsche mit URIN wuschen? Omg, Verzeihung ,aber für uns heute ist das ekelig vorzustellen.
    Meine Hauptfrage, Angenommen man kam Neu nach Rom, besaß viel Geld, sodass man sehr Wohlhabend war, hatte man dann eine Chance/Möglichkeit ein Römisches Mädchen aus besserem Stand zu heiraten oder wollte man dies überhaupt nicht, wenn der Liebeswerber KEIN Römer war?
    Vielen Dank nochmal für eure Hilfe, ich weiß sonst nicht wo man all diese Dinge in Erfahrung bringen könnte.
    Liebe Grüße allen und nochmals Danke

    [mod]kommerzieller Link entfernt[/mod]
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 11. Mai 2019
  8. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Die damaligen Bildhauer waren genauso fähig und unfähig wie die Bildhauer heute. Einer, der's kann, kann's und einer, der's nicht kann, kann's eben nicht. Sie waren gut genug, dass man die Statuen oder Münzen meist identifizieren kann. Die Merkmale tauchen redundant wieder auf, bekannte Personen sind unterscheidbar.

    Selbstverständlich.

    Warum kommt das europäische Wort für Zucker aus dem Arabischen? Wahrscheinlich kannten die Römer - zumindest die Reichen - Zucker (ich meine sogar, dass es bei Plinius eine Stelle gibt, die über indisches Zuckerrohr spricht) aber Zuckerrohr gab es damals eben nur in Indien und die Möglichkeit aus Zuckerrüben Zucker zu extrahieren war noch nicht entdeckt (18. Jhdt., nutzbar erst im 19. Jhdt.).

    Vermutlich etwas, was du falsch verstanden hast. Urin benötigte man um Waid zu fermentieren und daraus die Farbe Indigo herzustellen. Damit wurden dann Textilien gefärbt. Für die Färber eine stark gesundheitsgefährdende Angelegenheit (gibt es heute noch in Marokko).
     
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  9. Opteryx

    Opteryx Aktives Mitglied

    Der Strigilis war ein Werkzeug, mit welchem man stark eingeölte Körperteile wirksam abkratzen konnte. Da ein solches Einölen heute nicht mehr üblich ist, vom Sonnenöl mal abgesehen, hat er die Zeit nicht überlebt. Heute würde man zum Entfernen einer dicken verschmutzten Ölschicht Massen an Seife benötigen, was natürlich entsprechend teuer wäre.
     
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  10. Sid. Callidus

    Sid. Callidus Aktives Mitglied

    Nimm's mir nicht übel, aber Dein antikes Weltbild ist schon ganz schön schief. Wenn Du nur anhand von Büsten einiger weniger Aristokraten schlussfolgerst, dass Römer hässlich waren, musst Du auch aus den Medienauftritten unserer Politiker schließen, dass die meisten heute lebenden Menschen ebenfalls hässlich sind, denn die wenigsten unserer Staatenlenker und Staatenlenkerinnen zeichnen sich durch besondere Anmut und Schönheit aus.
    Der Strigilis diente, wie Opteryx ausgeführt hat, der Körperreinigung. Man rieb sich mit (oliven)ölgetränktem, feinen Sand gründlich ein (Peeling-Effekt) und streifte dann diese Paste aus Sand, Öl und abgestorbenen Hautschuppen mit der stumpfen Seite des Strigilis ab. Die scharfe Seite diente wiederum dem Abrasieren der Körperbehaarung (Körperbehaarung, abgesehen vom Kopfhaar, galt üblicherweise als barbarisch). Durch das Öl trocknete die Haut nicht aus (im Gegensatz zur Seife) und wurde geschmeidig.
     
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  11. AlecVentrue

    AlecVentrue Neues Mitglied

    Danke für die vielen hilfreichen Infos, na ja aber man kennt doch den Ausdruck "Typisch Römische Nase" die meistens einen Höcker hatten und ziemlich markant waren.
    Alsi ich las gerade eben, das Römer die Seife angeblich kannten, na ja gut gerochen kann die ja nicht haben, denn so etwas wie Parfum wurde erst im Mittelalter erfunden, genau um 1580 von Francesco Tombarelli .
    Wie war das nun mit einem Ausländer, also angenommen ich wäre zwar sehr wohlhabend aber kein Römer, hätte ich da eine Chance gehabt eine junge Römerin zu ehelichen, geschweige denn kennen zu lernen oder wollte man die Rassenmischung gar nicht?
    Öhm, was mich noch wundert, wie viel verschiedenes Geld hatten die Römr eigentlich, Denarii, Sezterzen und Talente, ok in Österreich wir hatten auch Schilling und Groschen oder Euro und Cent, aber drei verschiedene Münzen auf einmal?
    Vielen Dank
    Lg
     
  12. Apvar

    Apvar Premiummitglied

    Lies Dir einfach mal den folgenden Thread durch.

    https://www.geschichtsforum.de/thema/leben-der-roemer.29842/

    Es wurde die Wäsche mit abgestandnem Urin gewaschen. Bei der Lagerung des Urins entsteht Harnstoff. Und dadurch konnten die Kleidungsstücke gebleicht werden. Und danach wohl noch mal durchgespült, damit die „Bleiche“ entfernt wurde.
     
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  13. Sid. Callidus

    Sid. Callidus Aktives Mitglied

    Das halte ich für ein Gerücht, welches wohl auf dem Aussehen der einen oder anderen Statue beruht.

    Denkst Du ernsthaft, dass man nur mit Parfüm gut bzw. nicht unangenehm riecht?
    Die Römer achteten im übrigen sehr auf Körperhygiene und gingen oft in die Thermen, die für jeden römischen Bürger kostenlos waren. Außerdem kannten sie bereits Duftöle und rochen mit Sicherheit besser als die Leute im Mittelalter und der Renaissance, die erheblich seltener mit Wasser in Berührung kamen.
    Du hattest geschrieben, Du kennst die HBO-Fernsehserie Rom. Bei aller künstlerischen Freiheit sind die Darstellungen der Lebensumstände und der Kultur dort schon recht realistisch, insofern wundern mich Deine Fragen etwas, die irgendwie auch einen geringschätzigen Unterton haben.
     
  14. AlecVentrue

    AlecVentrue Neues Mitglied

    Ne, das hat nichts damit zu tun, aber, ist wie mit den Europäern, die nicht einmal annähernd Amerikaner waren, kamen einfach auf diesen Kontinent, so und Jetzt Indianer ausrotten, Ich nehme mir was mir gefällt und sei es mit Bestialischer Brachialgewalt und wer sich weigert wird weg geräumt. Also so hoch manche Rom und deren Menschen dort schätzt, waren sie mit einem Wort nur "Mörder", ich meine, nicht auf die Füße getreten fühlen, aber es ist so, würde es dir gefallen, wenn Fremde in dein Haus kämen, deine Frau vergewaltigen, dich enthaupten und sagen "Das ist Jetzt unseres!" ? Denke ich nicht, ich las mal ein Zitat, weiß nicht mehr genau von wem, da stand "Und Rom verwandelte eine Stadt in eine Wüste und nannte es "Pax Romana", nett, Frieden macht man mit Gesprächen, Diplomatie und Hirn, nicht mit dem Messer hinter dem Rücken!!!
    Und das ist keineswegs Geringschätzig, sondern die Wahrheit, der Mensch muss immer alles mit Gewalt haben und was er nicht bekommt oder freiwillig herausgegeben wird, wird niedergemacht.
    Danke
    Lg
     
  15. percontor

    percontor Neues Mitglied

    Hi,

    gerne möchte ich einmal all denen, die so geduldig und seriös geantwortet haben einen Dank aussprechen.

    Das ist anerkennenswert.

    Cu Per
     
  16. flavius-sterius

    flavius-sterius Aktives Mitglied

    Ist mir zu billig.

    Nehmen wir mal als Beispiel Gallien. Der Süden - Massalia (heute Marseille) - war eine griechische Gründung. An der Mittelmeerküste reihten sich einige andere griechische Siedlungen. Das Verhältnis zwischen Griechen und Kelten war nicht immer einfach. Daher riefen die Griechen 125 vuZ die Römer zum Schutz vor die Kelten zu Hilfe. Dies war ein gefährliches Spiel. Denn geschenkt bekam man solche Hilfe nicht. Erstmal da, blieben die Römer und wandelten den Süden Galliens in eine Provinz um.

    Und nun begann ein "Spiel", welches eigentlich nie enden konnte. Kelten ( = Gallier ) begehrten die Luxusgüter der reich gewordenen Verwandten unter römischer Herrschaft. Gallische Einfälle in das nun römische Gebiet wurden mit Strafexpeditionen der Römer in gallisches Gebiet beantwortet und Stück für Stück das Herrschaftsgebiet ausgeweitet. Später brachte diese Methodik die Römer bis an die Elbe und nach dem späteren Rumänien.

    Innergallisch war das Leben für die Menschen sicherlich nicht so toll. Im Prinzip führte jeder Stamm Krieg mit seinen Nachbarn. Unschöne Sitten konnten einem den Kopf kosten, welcher dann bei dem feindlichen Stamm an das Tor der Oppida genagelt wurde oder auf einer Brücke oder einem Art Tempel. Das war für Gallien wirtschaftlich sicherlich nicht förderlich.

    Caesars Eroberungskrieg gegen Gallien war innenpolitisch bedingt. Die Gallier hatten Pech, dass Caesar im innerrömischen Kampf Gallien als sein Betätigungsfeld gebraucht wurde. Die Opfer in der gallischen Bevölkerung war immens.

    Nach einiger Zeit hatten die Römer eigentlich immer das Problem, dass die unterjochten Völker die Fremdherrschaft abschütteln zu versuchten. Das war nicht nur in Gallien so, dass findet man fast immer in der Prvovinzialisierung der Römer. Stichworte sind da Pergamon, Pannonischer Aufstand, Boudicca). Vercingetorix war die gallische Variante dieser üblichen Reaktion.

    Jedoch brachten die Römer in dem Gebiet langfristig Frieden und wirtschaftlichen Wohlstand. Wenn man zum Beispiel das gallische Bibracte mit dem römischen Autun (Augustodunum) vergleicht, kann man das gut erkennen. Es stimmten die Gallier wohl mit den Füßen ab. Für sie war das Leben in einer römischen Stadt attraktiver als in einem gallischen Oppidum. Gallien nahm lanfristig einen enormen wirtschaftlischen Aufschwung. Später wurden zeitweise der Export gallischen Weins nach Italien verboten, weil die Gallier auf dem Stiefel die dortigen Winzer in Bedrängnis brachten.

    Die Eroberung Galliens war für die Bevölkerung meist katastrophal. Langfristig wurden diese romanisiert und hätten sicherlich nicht mehr mit dem Leben ihrer Vorfahren tauschen wollen. Als später im Rahmen der Völkerwanderung neue Herren in Gallien das Sagen hatten, konnte man sehen was der Pax Romana einen Wert gehabt hatte.
     
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  17. Sid. Callidus

    Sid. Callidus Aktives Mitglied

    Das Imperium Romanum mit den Vereinigten Staaten zu vergleichen, hinkt gewaltig. Ja, Rom hat sich für kulturell überlegen gehalten (war es aus heutiger Sicht ja auch, immerhin beruht die westliche Welt zum großen Teil auf römischen Werten und römischem Recht), und ja sie sind gegen jeden, der sich ihnen militärisch widersetzt hat oder der eine Gefahr für ihre Vormacht war, mit Gewalt vorgegangen. Aber sie waren auch sehr tolerant in Bezug auf die Kulturen und Religionen anderer Völker. Wenn diese den römischen Frieden nicht störten, dann ließ man sie gewähren. Viele ursprünglich keltischen oder ägyptischen Götter wurden in das römische Götter-Pantheon aufgenommen und von Römern gleichermaßen verehrt (Epona, Isis ...). Es gab auch Mischungen aus römischen und nichtrömischen Göttern (Minerva-Sulis, Appollo-Grannus ...).
    Die Römer versuchten in den eroberten Gebieten den dortigen Völkern ihre Kultur nahe zu bringen, indem sie sie ihnen schlicht und ergreifend vorlebten, was z.B. in Gallien und in den linksrheinischen Gebieten Germaniens auch ziemlich gut funktionierte. Sie zwangen niemanden in die Thermen zu gehen oder in Städten zu wohnen, das taten die Einheimischen früher oder später von ganz allein.
    Ich frage mich immernoch, woher Dein völlig schiefes, antikes Weltansicht kommt? Glaubst Du ernsthaft an die Mär von den freiheitsliebenden, friedlichen Germanen und den durch die Wälder tanzenden, baumkuschelnden Kelten? Bevor Rom kam, haben sowohl Germanen als auch Kelten (und Thraker, Daker ...) sich mit Vorliebe gegenseitig die Schädel eingeschlagen, es gab Blutrache und Stammesfehden. Ständig brachen Konflikte zwischen Nachbarstämmen aus, man klaute sich gegenseitig die Frauen, vergewaltigte, plünderte und versklavte. Die Kelten waren dafür bekannt, Menschen als Opfergabe bei lebendigem Leibe zu verbrennen und sie sammelten die Köpfe ihrer Feinde als Trophäen. Die Germanen opferten ebenfalls regelmäßig Menschen, schlachteten sie förmlich oder versenkten sie im Moor. Diese Riten und Konflikte hörten erst auf, als die Gebiete von Rom unterworfen wurden und römisches Recht (wenn nötig mit Gewalt) durchgesetzt wurde. Die Römer waren somit nicht brutaler als alle anderen antiken Völker. Insofern sind Deine propagandistischen Auswürfe völlig fehl am Platz und zeugen von einem sehr einfach gestrickten, geradezu naiven Weltbild.
     
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  18. Apvar

    Apvar Premiummitglied

    Und nicht zu vergessen, mit die Trinkwasserversorgung und auch Fäkalienentsorgung mittels Kanalisation war in Rom und den Colonnias vorbildlich. Das wurde in Europa zum Teil erst im 20. Jahrhundert wieder erreicht.
     
  19. AlecVentrue

    AlecVentrue Neues Mitglied

    Alles hat sein Für und oft viel mehr Wider, mehr Wider als Für, nur als Beispiel nehmen wie Hitler, von Haus aus ein Psychopath, Hass gegen Völker und wozu, nur um seinen Wahnsinn durchsetzen zu können, Arier, mein Paps war im 2.WK. und er erzählte mir nichts gutes darüber, sprich Niemand interessierte sich für die Menschen die litten, Jeder sah nur den Nutzen aus allem, was bringt der Krieg für die Wirtschaft oder oder oder.
    Ich wurde Gott sei Dank in eine Welt des Friedens hinein geboren und würde nicht einmal meinem Todfeind so einen Horror wie Krieg oder Holocaust wünschen, Niemanden!
    Es ist zwar traurig das zu sagen, aber ich glaube in der Geschichte der Erde und Welt gab es noch Niemals Globalen Frieden, wo sich alle Nationen verstehen und gut miteinander auskommen, sei es wegen Religion, Macht, Geld oder Gier.
    Danke
    Lg
     
  20. Sid. Callidus

    Sid. Callidus Aktives Mitglied

    Du kannst eine 2.000 Jahre alte Kultur nicht mit den heutigen Moralvorstellungen betrachten. Es waren völlig andere Lebensumstände und die Menschen kannten nur dieses Leben. Das heißt aber noch lange nicht, dass sie weniger glücklich als wir heute waren oder ihr Leben weniger lebenswert war. So wie Du über vergangene Epochen urteilst ist schlicht überheblich.
    Und was jetzt die Nazizeit und der Holocaust mit dem Imperium Romanum zu tun hat, erschließt sich mir auch nicht. Solche Vergleiche sind abstrus.
     
    Apvar und Solwac gefällt das.

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