Gab es das "Pogrom" in Erfurt 1974?

Dieses Thema im Forum "Fragen & Antworten" wurde erstellt von Elli, 22. Dezember 2020.

  1. Opteryx

    Opteryx Aktives Mitglied

    Was ist denn das für ein Unsinn! Es besteht doch wohl ein gewisser Unterschied zwischen gerichtlicher oder rein moralischer Beurteilung. Deiner Argumentation nach dürfte man also auch der SS keine moralische Schuld mehr zuordnen. Ich glaube nicht, dass die Opfer dieser Verbrecher damit einverstanden wären!
     
  2. Ugh Valencia

    Ugh Valencia Aktives Mitglied

    Es gibt keine gerichtliche Schuld ohne moralische Schuld. Umgedreht aber: eine rein "moralische Schuld" liegt immer auch im subjektiven Auge des Betrachters. Es gibt gerichtliche Freisprüche, bspw. aus Mangel an Beweisen, und dennoch ist das Ansehen, der "moralische Ruf", des Freigesprochenen ruiniert. Es gibt Fälle von "moralischer Schuld", die nie vor Gericht landeten, weil sie nicht strafrechtsrelevant sind, und dennoch ist der "Ruf" des Betroffenen ruiniert (Bspw. Christian von Boetticher).

    Wer sollte denn deiner Meinung nach Studien zum Thema "Rechtsradikalismus in der DDR" betreiben dürfen? Wenn es ein Westdeutscher macht, heißt es der "Besserwessi hat keine Ahnung wie das damals war". Wenn es ein Ostdeutscher macht, ist dieser deiner Meinung nach durch seine Ostdeutsche Herkunft per se vorbelastet. Vielleicht sollte dann nur Chinesen, Franzosen, Amerikaner oder andere Nicht-deutsche zu diesem Thema forschen dürfen - wobei man natürlich auf die auch wieder das "Besserwessi-Argument" anwenden kann. Also wäre die Konsequenz: Gar nicht forschen, oder?
     
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  3. Opteryx

    Opteryx Aktives Mitglied

    Die Frage ist berechtigt, aber nicht einfach zu beantworten. Bis zur Wende fehlte es in der DDR an der Rechtsstaatlichkeit. Die für eine Recherche und Verwertung nötigen personenbezogenen Unterlagen wurden zumeist unrechtmäßig erstellt. Ob sie zutreffend waren, entzieht sich meiner Kenntnis. Nach der Wende gab es klare Regeln für ihre Verwendung. Da hätte jeder wissenschaftlich Befähigte einen Antrag auf Auswertung und Nutzung stellen können. Einzig die Qualität der Arbeit war ausschlaggebend. Vor der Wende war das anders. In dieser Zeit setzte jede Nutzung eine besonders staatsnahe Funktion voraus. Damit war der infrage kommende Personenkreis automatisch verschwindend gering.
     
  4. Elli

    Elli Gast


    Danke @Naresuan . Diese zusätzliche Quelle werde ich angeben.
     

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