Geschichtswettbewerb: Skandale in der Geschichte

Dieses Thema im Forum "Schulprojekte" wurde erstellt von El Quijote, 22. September 2010.

  1. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Kommt drauf an, wie damals die Reaktionen waren.

    Es ist doch wie beim Kaspar Hauser. Wird lange genug über einen Mord spekuliert, dann werden bei solchen Prominenten als Täter auch immer gern die Großkopferten ins Visier genommen. Und schon haben wir einen Skandal.:pfeif:

    Die von Dir verlinkte Diskussion hatte ich freilich auch noch im Hinterkopf. :scheinheilig:
     
  2. Caro1

    Caro1 Neues Mitglied

    Zuletzt bearbeitet: 22. September 2010
  3. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Eine Wahrscheinlichkeit möchte ich nicht festlegen. Aber: Der 1.6.1815 fällt in die 100-Tage-Herrschaft Napoleons. Da ist Selbstmord (Angst vor Napoleon) oder Mord (Der Korse hatte allen Grund, sauer auf ihn zu sein.) möglich. Natürlich kann er genausogut im Suff aus dem Fenster gefallen sein.

    Einen weiteren Vorfall aus dem Hause Windsor hätte ich noch anzubieten. König Edward VIII. wurde 1936 zur Abdankung gezwungen, weil er im Begriff war, die bereits zweimal geschiedene amerikanische Skandalnudel Wallis Simpson zu heiraten.
    Folge: Edward, dem gewisse Sympathien zu den Nazis nachgesagt wurden, verschwand aus der offiziellen Geschichte und während des 2. Weltkrieges war sein Bruder Edward Vi. dann englischer König.
     
    Zuletzt bearbeitet: 22. September 2010
  4. Melchior

    Melchior Neues Mitglied

    Ein interessanter und amüsanter Thread.

    Das Thema sollte aus meiner Sicht nicht sehr bekannt und somit neu für die Jury sein.

    In den Themenpool meiner Mitdiskutanten stelle ich selbige Themen ein:

    "Der Selbstmord eines deutschen Bundesfürsten während des I. WK. Ein Bundesfürst im Spannungsverhältnis von Tradition, Moderne und "Pflichtbewußtsein". Adolf Friedrich VI. von Mecklenburg-Strelitz".

    Oder

    "Dr. Konrad Morgen, ein SS-Richter ermittelt während des Holocaust in deutschen KZ's wegen Mordes gegen SS-Schergen".

    Sollte sich ein Schüler für einen dieser Vorschläge entscheiden, Umformulierungen sind natürlich logisch, würde ich den auch online unterstützen.

    M.
     
  5. Lili

    Lili Neues Mitglied

    Nachtrag: ich muss noch etwas ergänzen, die Morgenbesprechung war vorhin so aprupt vorbei, so dass ich nur ein kurzes Blitzlicht geben konnte:
    Hier dürfte der inszenierte Skandal, nämlich die ach so entartete Kunst, offensichtlich sein, zwei weitere Skandale stehen aber unmittelbar damit in Verbindung, die in der Literatur bisher aber bei weitem weniger im Fokus standen. Zum einen wäre da der Skandal in München zu den Eröffnungsfeierlichkeiten der Ausstellung. Hierbei wurden diverse Bühnenbilder aus der germanischen Mythologie (oder das was dazu erklärt wurde) gezeigt, bei dem die Darsteller eben auch mal nackt waren. Im konservativen München löste das natürlich einen Sturm der Empörung aus. Der zweite Skandal findet sich dann eher auf der Parteiebene: die Ausstellung zur entarteten Kunst war ja das Gegenstück, oder vielmehr das schlechte Beispiel, zur eigentlichen Hauptausstellung, nämlich der "Ersten Großen Deutschen Kunstausstellung" konzipiert. Die Besuchermassen strömten zumindest in München zahlreich in die Ausstellung zu entarteten Kunst, die eigentliche Hauptausstellung war bei weitem nicht so gut besucht.

    Die ersten beiden sowie der letzt genannte Skandal dürften soweit bekannt und damit wohl ein- als auch zuordenbar sein. Amalie von Gallitzin ist es weniger, daher ein Link sowie eine Literaturempfehlung als Einstieg: Köhler: "Amalie von Gallitzin: ein Leben zwischen Skandal und Legende"
     
  6. Ashigaru

    Ashigaru Premiummitglied


    Dieses Beispiel finde ich sehr gut. Als Ex-Teilnehmer am Wettbewerb erinnere ich mich noch daran, dass lokalgeschichtliche Fragen hier sehr groß geschrieben werden.

    Mir fiel dazu - für Schüler aus dem Taunus ganz interessant, aber vielleicht auch noch ein zu "heißes" Eisen - spontan der Korruptionsskandal mit Beteiligung von Bürgermeistern aus vielen Gemeinden 1990/1991 ein:

    DER SPIEGEL 52/1991 - Teure Erde
     
  7. Caro1

    Caro1 Neues Mitglied

    "'s war immer so. 's wird immer so sein. D'Leut redn halt gern." Will heissen, man geht ja eh hin, um sich danach "das Maul zu zerreissen".
     
  8. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Scheint mir auch eher der Grund gewesen sein, als dass damals plötzlich ach soviele der modernen Kunst (ich meine hier die "entartete") angehangen hätten. Also ich kenne viele Leute, die doch die Zeitungen gern lesen, um sich
    A) über die Berichterstattung als solche
    B) über die Geschehnisse
    aufzuregen.
    Dagegen war jedenfalls die Kunst, welche in der "Ersten Großen Deutschen Kunstausstellung" geboten wurde, allzu langweilig.
    Ich denke da auch an die Ausstellungen von regimetreuer Kunst in der DDR, wo hart geschnittene Arbeiter auf Gemälden den Staat aufbauten. Also die meisten Besucher trotteten an den Bildern eher gelangweilt vorbei. Weil man sowas nicht freiwillig anschaut, sind solche Ausstellungen ja auch gern an Museen zur Geschichte einer Stadt als Sonderausstellung, sprich Dreingabe, angehangen.
     
  9. Lili

    Lili Neues Mitglied

    Na Leut, das war doch nicht der Skandal. Der Skandal fand auf Parteiebene (schreib ich ja auch...) statt. Warum und wieso die Besucherzahlen zustande kamen sollte in dem Zusammenhang zwar auch erörtert werden, steht aber wohl kaum im Fokus. Im Fokus sollte dabei doch vielmehr das stehen was sich auf innerparteilicher Ebene abgespielt hat und welche Konsequenzen aus den Münchner Erfahrungen gezogen wurden.
     
  10. Klaus

    Klaus Neues Mitglied

    Hier der Klassiker, die Blomberg-Fritsch-Krise ? Wikipedia.

    Hitler entledigte sich der nicht-konformen Spitze der Wehrmacht durch eine Reihe von inszenierten Schmuddel-Skandalen und ersetzte Blomberg durch seinen Gewährsmann Keitel.

    Dies wäre im Sinne der Aufgabenstellung ein gutes Beispiel für einen zum Zwecke der politischen "Gestaltung" konstruierten Skandals.
     
  11. Caro1

    Caro1 Neues Mitglied

    Wobei z.B. Babberger mit seiner Kunst ja schon früh Anstoss bei Konservativen erregte und 1933 bereits seine Professur verlor. Adolf Bühler organisierte im selben Jahr im Auftrag der NSDAP seine ersten "Schreckenskammerausstellungen" in der nun moderne Kunst bereits als "entartete Kunst" diffarmiert wurde. München sollte ja wohl den "Gipfel" bringen, doch der Schuss ging nach hinten los, wie wir wissen. :winke:
     
  12. Mercy

    Mercy unvergessen

    Wäre er, wenn der "Fall" nicht schon profund aufgearbeitet worden wäre.
    GUNTER E. GRIMM: Das Mädchen von Esslingen. Wandlungen einer Sage

    http://www.goethezeitportal.de/db/wiss/epoche/grimm_maedchen.pdf
     
  13. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Und? Weiter?

    alle Skandale, an denen sich schon mal ein "Profi" versucht hat, fallen weg?

    Gott sei Dank ist unser Altmilitarist Mercy nicht im Gremium für den Wettbewerb, denn ich fürchte, dass bei diesen verschärften Bedingungen für die Kinder recht wenig Themen übrig blieben.

    Ach so, Mercy, wenn du schon am Googeln bist, schau mal unter Gunter Haug, (Verwandt mit dem schönen Mädchen?) das ist nämlich der letzte mir bekannte Profi, der sich an dem Thema versucht hat.
     
  14. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Ich hätte als Täter eher Royalisten oder Alliierte im Kopf gehabt. Theoretisch hätte er sich ja noch Napi anschließen können. Dass in weniger als 3 Wochen der Spuk schon wieder so gut wie ad acta wäre, hatte ja zum Todeszeitpunkt nun doch noch keiner wissen können.
     
  15. Caro1

    Caro1 Neues Mitglied

    Zuletzt bearbeitet: 23. September 2010
  16. Liborius

    Liborius Aktives Mitglied

    Auch ein bemerkenswertes Skandälchen. Allerdings wahrscheinlich weniger geeignet für "Quellenforschung":
    Adele Spitzeder ? Wikipedia
     
  17. Matrjoschka

    Matrjoschka Gesperrt

    Was ist daran ein Skandal?
    Wenn ein Offizier den Freitod wählte, dann mit Sicherheit nicht durch "weibischen" Fenstersturz. Hatte wer Interesse ihn zu beseitigen, dann nicht durch öffentlich-aufsehenerregendem Fensterrauswurf.
    Was bleibt ist der "Skandal", be- oder angetrunken das Gleichgewicht verloren zu haben. Die Theorie, dass er sehr weit auf einem Sessel stehend herauslehnte, um nach Russen Ausschau zu halten, hört sich an, als ob der Marshall sowieso nicht mehr ganz bei Sinnen war.
     
  18. Mercy

    Mercy unvergessen

    Ein "Skandal" war es 2005, als der 1. Preis, eine "Arbeit" über eine Glashütte im Spessart nach der Verleihung auf Einspruch des Staatsarchivs Wertheim annulliert wurde.
    Da hatte jemand eine Publikation von 1995 abgekupfert.
     
  19. Ashigaru

    Ashigaru Premiummitglied

    Das wär natürlich sehr witzig, dies aufzugreifen.
     
  20. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Würden sich die Vorgänge um Hans-Martin Decker-Hauff,
    der nicht nur die Geschichte der Staufer, sondern gleich auch noch seine eigene Ahnenreihe, fälschte eignen?

    aus Wiki
     

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