Lager der Römer in Thüringen

Dieses Thema im Forum "Das Römische Reich" wurde erstellt von Arthur00He, 10. Mai 2014.

  1. Opteryx

    Opteryx Aktives Mitglied

    Hier ging es nicht um Festsetzung, sondern um Durchziehen. Wobei die Marschstrecke offenbar sehr gut gesichert war. Und zur Übermittlung von Leucht- oder Rauchsignalen über weite Entfernungen, insbesondere beim Tiberius-Marsch zu Drusus, wäre eine solche Anhöhe mit Fernsicht ideal geeignet.
     
  2. Stilicho

    Stilicho Aktives Mitglied

    Ich rede nicht von Angeln oder Slawen, sondern von der Unterscheidung zwischen Hermunduren und Langobarden. Vor allem der sprachlichen Unterscheidung.
     
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  3. Opteryx

    Opteryx Aktives Mitglied

    Davon ist nirgendwo die Rede. Hermunduren und Langobarden waren Nachbarn. Sie kämpften kurzzeitig sogar gemeinsam gegen die Römer. Danach verschwanden sie für über 150 Jahre aus der Geschichte. Vermutlich sind sie da unter den Elbgermanen zu suchen. Eine Unterscheidung ist nur allein durch Bestattungen, also Grabbeigaben, möglich. Und hier scheinen die Knopfhenkelgefäße den Unterschied zu den bodenständigen Hermunduren darzustellen, da diese aus dem Unterelbebereich/Westmecklenburg kamen. Die im 6.Jhd. wieder erscheinenden Langobarden sind vermutlich nicht mit den Vorgängern identisch.
     
  4. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Da hast Du recht. Ich habe einen neuen Thread aufgemacht:
    Ortsnamenkunde
     
  5. Stilicho

    Stilicho Aktives Mitglied

    Es ging um Ortsnamen, um hermundurische mit -ari und langobardische mit -by.
    Zumindest laut deinem obigen Beitrag.
     
  6. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Wo nimmst Du diese Sicherheit her?

    In Deinem Link https://www.vfgarch.uni-bonn.de/vfg...roeffentlichungen/bemmann-korpergrabsitte.pdf lese ich z. B.:

    "In den letzten Jahrzehnten vor Christi Geburt, seit Caesars Gallischem Krieg, wurde außer in den schon genannten Regionen auch in Skandinavien körperbestattet. Kurz nach Christi Geburt erscheinen erste Körpergräber bei den Markomannen in Böhmen (Lichardus 1984, 51 ff.). Die neue Bestattungssitte soll dort von keltischen Bevölkerungsgruppen in Raetien übernommen worden sein."

    Solange es weder in den schriftlichen Quellen noch im archäologischen Befund irgendwelche Indizien für eine Christianisierung gibt, liegt die Beweiskraft der Körperbestattung bei Null.
     
  7. Opteryx

    Opteryx Aktives Mitglied

    Ich gebe dies zu. Nachdem ich die Karte der Verteilung der Körpergräber angesehen habe, kommt eigentlich nur ein römischer Einfluss aus Südwesten in Frage. Die gleiche Verteilung zeigt auch der römische Import. Man bestattete mit reichen römischen Beigaben, während Christen auf Beigaben verzichteten.
     
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  8. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Um das noch abzuschließen:

    Da liegen wir immer noch Jahrhunderte nach Radegunde (und auch noch nach Bonifatius):
    http://www.iges.ovgu.de/iges_media/...telalter/Downloads/Flyer+PFAK+Helfta+2017.pdf

    Auch damit kommen wir nicht weiter zurück:
    Das Thüringer Königreich, die Heilige Radegunde und Frankreich

    Ich bitte, folgende Punkte zur Kenntnis zu nehmen:

    1. Um 680 wird Willibrord noch in seinem irischen Kloster gelebt haben, zu der Zeit hat ihm wahrscheinlich noch niemand eine Kirche geschenkt.

    2. Ob die "Araride" in Thüringen lag oder in Toxandrien oder sonstwo, lässt sich nicht belegen.

    3. Es muss leider unklar bleiben, was sich hinter dem Namen "Araride" verbirgt; es könnte genauso eine Verschreibung sein wie "Aimistadi" statt "Arnistadi".
     
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  9. Hermundure

    Hermundure Aktives Mitglied

    Guten Morgen,

    @ ELQ

    nein, es ist definitiv kein Steinbruch - wie gesagt, ich war schon 2x auf der Anlage. Der ehemalige Steinbruch befindet sich auf der Westseite der bronzezeitlichen Anlage (noch gut im GoogleEarth erkennbar). Schau dir die alte Zeichnung von Zschiesche mal genauer an und vergleiche diese mit dem Laserscan, dann wirst du feststellen, dass die einstige Kapelle inmitten des quadratischen Walles stand. Wie gesagt, es ist nur eine Vermutung meinerseits - nicht mehr und nicht weniger. Es müssten halt Prospektionen durchgeführt werden.

    Grüße
     
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  10. Opteryx

    Opteryx Aktives Mitglied

    Nein. Die alte Kapelle stand auf der Spitze südöstlich. Sie ist in der Zeichnung benannt.
     
  11. Opteryx

    Opteryx Aktives Mitglied

    Nein. Ride muss eine andere Bedeutung haben, da es auch noch in Verbindung mit einem anderen Wort auftritt. Ich suche krampfhaft nach der Homepage.
     
  12. Opteryx

    Opteryx Aktives Mitglied

  13. Hermundure

    Hermundure Aktives Mitglied

    Hallo Opteryx,

    die Zeichnung von Zschiesche ist definitiv nicht korrekt wiedergegeben. Auf der SO-Ecke hatte ich damals auch keinerlei Überreste der einstigen Kapelle finden können. Wäre eine Steinkirche SO dort gewesen, dann wäre sie vom Laserscan auch erfasst worden. Dort sind nur kleinere Gruben, welche auch im Scan sichtbar sind . Jedoch finden sich westlich am ehem. Steinbruch Strukturen.

    Grüße
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. November 2018
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  14. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ich konnte dort in dem Link jetzt nichts finden, was -ride in Zusammenhang mit Erhebung stellte. Im Gegeteil, dort steht explizit, dass -ride einen Wassergraben, einen Bach oder kleinen Fluss bezeichne.
     
  15. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    'rith' ist das Altsächsische Wort für Bach. Und das 'th' wurde bekanntlich im 8. / 9. Jahrhundert zu 'd'. 'aro', worin das 'o' so offen ausgesprochen wird, dass es mitunter als 'a' geschrieben wird, ist das altsächsische Wort für Adler. (Einträge in Holthausen, Altsächsisches Wörterbuch von 1967 und
    Jan Goosens, Niederdeutsch Sprache und Literatur Eine Einführung, Band 1:Sprache, 2. Auflage, Neumünster 1983 darin: Willy Sanders, Altsächsische Sprache, S.35-37)

    Wir haben also einen simplen altsächsischen Adlerbach.
     
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  16. Opteryx

    Opteryx Aktives Mitglied

    Richtig. Ich hatte statt Ererbung Erhebung gelesen. Eine Ara am Bach kommt natürlich in Monra nicht vor.
     
  17. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Nur haben wir es nicht mit einem simplen Ortsnamen zu tun. Der Ortsname ist offensichtlich Mühlheim, und dort gibt es eine Kirche "quae Araride vocatur". Oder sollte sich das auf den Ortsnamen beziehen? In dem Dorf Mühlheim, welches Araride genannt wird?

    Dazu kommt, daß es in dem Text von Abschreibfehlern wimmelt. Kein Wunder, die Kopie entstand 500 Jahre nach dem Original, und der Kopist hatte wohl kaum die 500 Jahre alte Originalurkunde vor sich, sondern die Abschrift einer Abschrift einer Abschrift.

    Wohl ein Verleser. "Zieht man die eingangs ausgeführte Etymologie hinzu, die auf Ererbung weist, ..."
     
  18. Opteryx

    Opteryx Aktives Mitglied

    Die Steine der Kapelle wurden 1710 zum Bau des Beichlinger Schlosses verwendet und sogar die Fundamente ausgegraben. Die Kapelle stand auf dem östlichen Bergsporn. Ihre Glocke war damals gestohlen worden, musste aber später zurückgegeben werden. Diese Schilderung ist glaubhaft.
     
  19. Opteryx

    Opteryx Aktives Mitglied

    Gibt es denn bei Mühlheim einen Bach?
     
  20. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Es gibt viele Mühlheims.
    Falls Du Köln-Mülheim meinst, da gibt es einen, der verläuft im Bereich der Stadt allerdings heute unterirdisch:

    "Heute bestehen keine Absichten und auch keine Möglichkeiten, die Strunde im Bereich Mülheim wieder am Tageslicht verlaufen zu lassen. Es soll aber über eine Grünverbindung die Durchgängigkeit der Strunde nachgezeichnet werden."
    Strunde – Wikipedia
     

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