Sepiola
Aktives Mitglied
Wir haben immer wieder Diskussionen, in denen über "wahre Kerne" von Legenden, Mythen, literarischen Erzählungen, volkstümlichen Überlieferungen, Lokaltraditionen etc. spekuliert wird.
Ich möchte hier nicht zu weiteren Spekulationen anregen, sondern Beispiele sammeln, wo sich der "wahre Kern" tatsächlich quellenmäßig zurückverfolgen lässt, ob nun damit die Legende bestätigt oder widerlegt wird.
@Riothamus hatte einmal eine Paderborner Lokaltradition erwähnt, deren wahrer Kern 1964 archäologisch bestätigt worden sei. Leider konnte er nicht ausfindig machen, was genau vor 1964 erzählt wurde: Oral History über eine thüringische Prinzession 2023?
Solche Beispiele würden mich interessieren.
Auf der anderen Seite gibt es sehr viele Beispiele für Lokaltraditionen, bei denen der historische Kern gleich null ist. Auf der Suche nach dem historischen Kern von Bezeichnungen wie "Römerturm", "Römerbrücke", "Römerschanze" etc. bin ich auf einen Hinweis gestoßen, wie kurz die Halbwertszeit von historischen Erinnerungen war, auch in Zeiten, wo man eigentlich von einer intakten mündlichen Überlieferung im dörflichen Milieu ausgehen sollte. Der Spanische Erbfolgekrieg, der 1714 endete, war bereits 1845 in Vergessenheit geraten:
Ich möchte hier nicht zu weiteren Spekulationen anregen, sondern Beispiele sammeln, wo sich der "wahre Kern" tatsächlich quellenmäßig zurückverfolgen lässt, ob nun damit die Legende bestätigt oder widerlegt wird.
@Riothamus hatte einmal eine Paderborner Lokaltradition erwähnt, deren wahrer Kern 1964 archäologisch bestätigt worden sei. Leider konnte er nicht ausfindig machen, was genau vor 1964 erzählt wurde: Oral History über eine thüringische Prinzession 2023?
Solche Beispiele würden mich interessieren.
Auf der anderen Seite gibt es sehr viele Beispiele für Lokaltraditionen, bei denen der historische Kern gleich null ist. Auf der Suche nach dem historischen Kern von Bezeichnungen wie "Römerturm", "Römerbrücke", "Römerschanze" etc. bin ich auf einen Hinweis gestoßen, wie kurz die Halbwertszeit von historischen Erinnerungen war, auch in Zeiten, wo man eigentlich von einer intakten mündlichen Überlieferung im dörflichen Milieu ausgehen sollte. Der Spanische Erbfolgekrieg, der 1714 endete, war bereits 1845 in Vergessenheit geraten:
In einem Aufsatz über die bayerischen Schanzen, die im Spanischen Erbfolgekrieg (1702-1714) angelegt wurden, schreibt der Historiker Joseph Rudolph Schuegraf 1845:
"In der That, solcher neueren Schanzen sind in der obern Pfalz und im bayerischen Walde genug. Der Landmann zeigt dem Forscher die Spuren solcher Werke, und nennt sie, je nachdem die Ueberbleibsel dieser Verschanzungen in bloßen Schanzen oder in Redouten bestehen, bald Hussiten-, bald Schwedenschanzen, und ist das Werk von außerordentlicher Festigkeit, großem Umfange und auffallender Regelmäßigkeit, auch Römerschanze, wie dieß der Fall mit der oberhalb Traitsching (1/2 Stunde von Cham) befindlichen Schanze ist. Es fehlt ihm die Kenntniß sowohl der Zeit, wann sie, als auch des Volkes, von dem sie angelegt wurde, und die Geschichte des Krieges, der in seiner Gegend Spuren des Elendes zurückließ."