Luther ein Antisemit?

Dieses Thema im Forum "Zeitalter der Glaubensspaltung (1517 - 1648)" wurde erstellt von Zweterpegat, 27. April 2011.

  1. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    Nein, meiner Ansicht nach geschieht eher das Gegenteil: wie in vorauseilendem Gehorsam wittert man speziell hierzulande überall in der fernen Vergangenheit Rassisten und Antisemiten, und das auch in jenen fernen Vergangenheiten, welche weder biologische Rassebegriffe noch den mit diesen verwobenen Antisemitismus kannten.

    ...mit etwas Befremden habe ich den von dir verlinkten Wiki-Artikel zur ethnischen Säuberung hier gelesen, weil dieser Begriff und seine Begriffsgeschichte meiner Ansicht nach nicht in die erste Hälfte des 16. Jh. gehört.
     
  2. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Ob jetzt in jedem antisemitischen Buch des 3. Reiches auf Luther bezug genommen wurde, kann ich dir nicht sagen, da ich nicht jedes Buch kenne.

    Alfred Rosenberg der "Chefideologe" verehrte Luther. In seinem Buch "Der Mythus des 20. Jahrhunderts" verwies er aber nicht auf Luther. Rosenberg wollte im Grunde das Christentum durch eine neue Religion ersetzten.


    Wenn man sich aber mit Luther und seinem "Judenhass" beschäftigt sollte man sich auch mit dem historischen Kontext auseinandersetzen und schauen wie es zu so einem "Hass kam.

    Hier ein Buchtipp der sich mit dem "Gedankengut" des 13. bis 16. Jahrhunderts befasst:

    Johannes Heil: "Gottesfeinde" - "Menschenfeinde" Die Vorstellung von jüdischen Weltverschwörung (13. bis 16. Jahrhundert)

    Das Buch gehört in die Reihe: Antisemitismus: Geschichte und Strukturen Band 3. Hrsg. Zentrum für Antisemitismusforschung in Berlin.

    Ich weiss jetzt nicht ob dies schon verlinkt wurde, aus Wiki Luther und die Juden, zum Forschungsstand:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Martin...is_zum_Antisemitismus_und_Nationalsozialismus


    Dann hier noch ein Ausschnitt aus einem Buch, ab Zeile 35:

    Theologische Realenzyklopädie - Google Books


    Leider habe ich das Buch nicht zur Hand. Ich denke hier steht auch noch einiges drin:

    Wolfgang Benz (Hrsg.): Handbuch des Antisemitismus. Judenfeindschaft in Geschichte und Gegenwart, Bd. 2: Personen, Zwei Bände
     
    Zuletzt bearbeitet: 14. August 2013
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  3. Melchior

    Melchior Neues Mitglied

    Dieses Befremden teile ich, dieser Begriff hat mit dem 16. Jh. wirklich nichts zu tun.

    M.
     
  4. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    speziell da ist aber auch ab Zeile 20 sehr aufschlußreich :)

    ____________________

    Luthers kirchenreformerisches Wirken, wohl auch sein sprachliches, haben weiter gewirkt - seine antijudaischen Tiraden, die überwiegend wohl doch ihre Scheinbegründungen in theologischen Fragen haben, waren weder in ihrer Zeit noch danach politisch wirksam; letztere Tiraden finden sich nicht eben selten in Klerikerkreisen und sind überwiegend dort auch nach und nach mit der Patina der Geschichte und der Vergessenheit überzogen, weil sie eben folgenlos und damit relativ bedeutungslos waren. Konstruiert man nun willentlich andere, moderne, neuere Kontexte in diese hinein, dann ist das den Kapriolen des Regietheaters nicht unähnlich :) (derzeit ist ein Exempel dieser Art am roten Main zu bestaunen...)
     
  5. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Dieses Beispiel mit dem Begriff "ethnische Säuberung" zeigt auf, wie genau man bei einer historischen Diskussion mit Begriffen umgehen muss. Nicht jeder Begriff den wir heute verwenden, lässt sich auf frühere Jahrzehnte aufdrücken.
     
  6. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Noch ein kleiner Buchtipp von mir:

    Werner Bergmann: Geschichte des Antisemitismus. Beck Wissen.


    Er schreibt zu Luther:

    "Es greift jedoch zu kurz, die Wurzeln des Antisemitismus in der Reformationszeit nur bei Luther zu suchen, denn auch die Humanisten waren durchaus noch von der alleinigen Wahrheit des Christentums überzeugt, so dass ihnen das "Elend der Juden" als Strafe Gottes gerechtfertigt erschien, und sie kaum weniger dämonisierten als ihre Zeitgenossen. Dass die Juden das Gemeinwohl bedrohen, war ein Konsens auch unter den weniger grob judenfeindlichen Reformatoren (Zwingli, Bucer) und Humanisten."

    Geschichte des Antisemitismus - Werner Bergmann - Google Books
     
  7. Papa_Leo

    Papa_Leo Aktives Mitglied

    Kleine Anmerkung: Interessant ist evtl. in dem Zusammenhang aber auch, dass die Nationalsozialisten die besseren Wahlergebnisse in protestantischen Gebieten erzielten, wogegen sie (solange es "freie" Wahlen gab) z.B. im kath. Bayern (von wenigen Hochburgen abgesehen) eher mittelmäßige Ergebnisse erzielten.

    Wahl 1932 in Bayern: http://www.blz.bayern.de/blz/web/archiv/landtag/bay1932.gif
    Wahl 1933: File:NSDAP Wahl 1933.png - Wikimedia Commons

    http://glaube-und-kirche.de/reichtagswahl_1932 verteilung_katholiken_wähler_nsdap.jpg (Die Internetseite von der diese Karte stammt müsste ich jetzt erst einmal genauer prüfen, aber diese Karte habe ich auch in einem Buch der Bundeszentrale für politische Bildung, von daher glaube ich, sie ist nicht zu falsch).
     
  8. Ralf.M

    Ralf.M Aktives Mitglied

    Ich komme aus einer, man kann sagen fast ausschließlichen protestantischen Kleinstadt in Sachsen.
    Habe weder von meinen Großeltern, noch Eltern und Anverwandten gehört, dass protestantischer Glaube mit den Ideen der Nazis konform geht.
    Mir wäre auch neu, wenn ein damaliger Pfarrer während des Gottesdienstes und anderswo einen Einfluss auf die Wahlen ausgeübt hätte.

    Also da sehe ich nun überhaupt keinen Zusammenhang.

    Interessant sind diese Karten jedoch.
    Würde bald sagen, wäre einen extra Thread wert darüber zu diskutieren.
     
  9. Papa_Leo

    Papa_Leo Aktives Mitglied

    Ralf ... dass die Protestanten / prot. Kirche insgesamt gegenüber dem Nationalsozialismus anfälliger waren, ist meines Wissens nach in der Wissenschaft durchaus anerkannt.
     
  10. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Ich verweise einmal mehr auf das Buch von Jürgen W. Walter: Hitlers Wähler. Beck Verlag. (Das Buch gilt als Standartwerk zu dem Wahlverhalten, es ist ein empirisches Werk, das man, wenn man sich mit den Wahlen und dem Wahlverhalten auseinandersetzt lesen sollte.)

    Die Karten sind, wenn ich das genauer betrachte, nach diesem Buch gezeichnet.

    Er schreibt im überigen auch, dass Hilter in den evangelischen Gebieten erfolgeicher war, als in den Katholischen.

    "Bei allen Reichstagswahlen nach 1928 ist ein klar positiver, äusserst starker statistischer Zusammenhang zwischen dem Anteil evangelischer Wähler und den Wahlerfolgen der Nationalsozialisten zu beobachten. Am stärksten ausgeprägt ist dies bei der Juliwahl 1932, wo zwischen dem Viertel der Kreise mit dem geringsten und dem Viertel der Kreise mit dem höchsten Protestantenanteil ein Unterschied im NSDAP-Wahlergebnis von 25,6 Prozentpunkten vorliegt. Bei in etwa gleicher Ausgangslage im Jahre 1928 geland es der NSDAP in den (fast) rein evangelischen Kreisen, ihren Wähleranteil bis zum Juli 1932 um rund 41 Prozentpunkte zu steigern, während der Anstieg in den überwiegend katholischen Gebieten nur etwa 16 Prozentpunkte betrug. Obwohl der NSDAP bei der Reichstagswahl 1933 dann in den überwiegend katholischen Kreisen eine etwas dem Druchschnitt liegende Stimmenzunahme gelang, war der Unterschied zwischen den protestantischen Hochburgen mit über 50 Prozent der NSDAP-Stimmen und den Diasporagebiteten mit "nur" rund 30 Prozent NSDAP-Anteil immer noch beträchtlich."

    Zitat aus: Jürgen W. Falter: Konfessionen und NSDAP-Wahl. In Hitlers Wähler C.H. Beck Verlag. 1991. S. 169 - 193 (Text steht auf Seite 172)
     
  11. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    wie ist denn für 1932, 1933 konfessionsmäßig die Verteilung der Wählerstimmen für Kommunisten, SPD, Zentrum? gibt es da auch konfessionsmäßig erhellende statistische Werte?
     
  12. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Die gibt es auch. Falter eine schöne Tabelle darüber erstellt. Findet man alles in dem Buch (ich stell was zusammen, bitte aber um einwenig Geduld)

    Dazu muss man dann aber auch die Verteilung aller Konfessionen anschauen. Ich denke mal das passt nun nicht mehr so zum Thema Luther.
     
  13. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    das denke ich auch!

    ...freilich könnte die leise Gefahr bestehen, dass ein permanentes zusammenerwähnen von Antisemitismus und Luther irgendwo in die falschen Hälse gerät und es dann laut tutet: "ha, da sieht man´s ja, die protestantischen Ketzer sind allesamt ab ovo Proto- bzw. Praenazis" ...

    ich bin neugierig auf das statistische Material, das du zusammenstellen willst
     
  14. Papa_Leo

    Papa_Leo Aktives Mitglied

    Ich denke, man kann Luther sehr wohl mit gutem Recht als antijudaistisch sehen. Ich glaube auch, dass seine Aussagen bestimmte Vorstellungen (mit)beeinflusst haben - nur unterscheidet er sich ja in diesen Aussagen nicht vom "Mainstream" auch der katholischen Seite ... Luther kann also nicht der (alleinige) Grund für das Wählerverhalten sein. Ich denke, das liegt auch daran, dass die evangelische Kirche im Kaiserreich "staatstragend" war (das dt. Kaiserreich war protestantisch geprägt), während die katholische Kirche den Kulturkampf durchstehen musste und evtl. von daher eine kritischere Haltung gegen den Staat / die Obrigkeit einnahm (vielleicht müsste man hier evangelische / katholische Kirche auch durch "Protestanten" und "Katholiken" ersetzen).
    Es mag aber auch ein wenig daran liegen, dass in der kath. Kirche keine Person, die sich so deutlich gegen die Juden äußerte, je einen solchen Stellenwert einnahm, wie Luther für die Protestanten?
     
  15. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    das ist ja durchaus Konsens hier - wie aber der Titel des Fadens verdeutlicht, geht es hier darum, ob die Bezeichnung Antisemit angebracht ist oder nicht :winke:
     
  16. Ralf.M

    Ralf.M Aktives Mitglied

    Bei solchen Tabellen steckt ja viel Kleinarbeit dahinter.
    Sehe ich das Richtig?
    Um zu wissenschaftlich brauchbaren Aussagen zu gelangen, denke ich mal, die Bürger wurden befragt.

    • Da haben wir Bürger die damals keiner Konfession angehörten,
    • Da haben wir Bürger die einer Konfession angehörten, gegliedert nach der jeweiligen Konfession und
    • Da haben wir Bürger die zwar einer Konfession angehörten (Taufschein und auch hier gegliedert), aber nie in der Kirche zu sehen waren und auch nicht diesen Glauben vertraten. Vielleicht gerade noch Kirchensteuern bezahlten oder auch nicht.

    Das hat man alles für Deutschland in Tabellen gefasst unter Hinzufügung deren politischer Überzeugung, Meinung, Haltung...
    Wenn den so ist, dann alle Achtung!!!
     
    Zuletzt bearbeitet: 14. August 2013
  17. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    In Nordhessen hatten die Nazis mit Ausnahme des "Roten Kassel" schon vor 1933 starke Hochburgen vor allem in Regionen, die vom der Landwirtschaft lebten. 1938 fanden die Novemberpogrome, die reichsweit in der Nacht vom 9. November starteten, im Regierungsbezirk Kassel und im heutigen Landkreis Schwalm-Eder bereits einen Tag vorher am 8.11.1938 statt. Viele evangelische Kirchengemeinden in Nordhessen hatten seit 1933 viele Kirchenaustritte zu verzeichnen. So traten in meiner Heimatstadt bis auf einen alle Lehrer der dortigen Volks- und Mittelschule bis 1938 aus der Kirche aus.

    Die Kirchenmänner begriffen den Geist der neuen Zeit, und viele Schriftstücke zwischen 1933-1945 grüßten "Heil Hitler" oder "mit deutschem Gruß". Man stellte auch schon mal Räumlichkeiten für NS-Aktivitäten und Redner zur Verfügung, doch besaß auch die bekennende Kirche gewissen Einfluss. Bei den Novemberpogromen 1938 legte ein Beamter eine Akte an und ließ verschiedene Stadtbekannte Nazis festnehmen. Da einer von ihnen neben der Synagoge wohnte, legten sie kein Feuer, zerschlugen nur alles und warfen die Thorarollen in ein Gewässer, aus dem sie der 2. Pfarrer herausfischte und nach dem Krieg an die jüdische Gemeinde zurückgab. Der Beamte wurde nach Schlesien versetzt, kehrte aber nach dem Krieg in die region zurück und engagierte sich stark für ein Gemeindezentrum und ermöglichte zwei oder drei Jugendlichen eine höhere Schulbildung, indem er für das Schulgeld aufkam. Über die Ereignisse 1938 wollte in den 1980ern niemand sprechen. Nur eine alte Dame, die als Kind un freiwillig Zeugin wurde, war bereit Auskunft zu geben. Bei einer Laudatio anlässlich eines Kirchenjubiläums pries ein hochrangiger Landesbischof das Engagement dieses Herren und lobte dabei auch die Amtskirche, die gar so heroisch nicht war. Einem Zuhörer platzte dabei der Kragen, denn als Konfirmand hatte ihn ein anderer Geistlicher öffentlich abgekanzelt, weil er die Freundschaft mit einem jüdischen Schüler weiterpflegte, und ihm und anderen Konfirmanden wurde mit Ausschluss von der Konfirmation gedroht, für den Fall, dass sie mit "Judenlümmeln" Umgang pflegten. Der Ausbruch kam bei den meisten nicht gut an, denn wenn der Zeitgenossee auch recht hatte, war es doch ungebührlich und taktlos, das so laut und öffentlich zu sagen.
     
  18. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Falter, respektive seine studentische Hilfskräfte wie beispielsweise Hartmut Böhmermann (mit dem Falter später, neben Schumann und Löhmöller weitere Publikationen vorlegte), haben mit "Bändern" gearbeitet, auf denen die Daten auf der Basis der einzelnen Wahlbezirke bereits enthalten waren.

    Mit Hilfe von "SPSS" (einem Programm für die statistische Analyse) wurden die entsprechenden Analysen für die Wahbezirke erstellt.

    Die Daten basieren auf der amtlichen Wahlstatistik und nicht auf Umfragedaten.

    Ansonsten ist für die Interpretation derartiger Statistiken auch der "ökologische Fehlschluss" zu beachten, auf den Falter gerne hingewiesen hat.

    Ökologischer Fehlschluss ? Wikipedia
     
  19. Ralf.M

    Ralf.M Aktives Mitglied

    Wegen dem Luther bin ich schon mal 1955/1956 angeeckt.
    Ausgestattet mit Wissen aus dem Geschichtsunterricht hielt mich der Pfarrer nachdem Konfirmationsunterricht zurück.
    Der Grund, wegen meinen Äußerungen zur Haltung des Bauernaufstandes.

    Aber hier geht es um etwas anderes.
    Habe deshalb mal zu Avro Manhattan (1914 – 1990) gegriffen.

    Da ist zu lesen:

    „Der massenhafte Übergang der katholischen Mittelschichten in West- und Süddeutschland auf die Seite der Nazipartei hatte die Macht der alten katholischen Mittelstandsparteien gebrochen. Die Wahlstatistiken zeigen zwar, dass die Zahl der katholischen (und jüdischen) Stimmen nicht zurückgegangen war, aber vier Millionen mehr Wähler als sonst hatten sich an der Wahl beteiligt. Viele Katholiken hatten lange gezögert, ob sie überhaupt wählen sollten. Sie haßten zwar die Juden und die Sozialisten, wagten es aber nicht den Nazis ihre Stimme zu geben. Doch aus Rom kam der Befehl, allem Streit mit den Nazis ein Ende zu bereiten“.
    (Nach der katholischen Revue de Deux Mondes: Le Catholicisme et la politique mondiale, vom 15.Januar 1935.).
    Entnommen aus: „Der Vatikan und das XX. Jahrhundert“.
    Dieses Buch wurde in den USA, Großbritannien, Israel, der DDR (1960, Seite 162/163) und in einigen sozialistischen Ländern verlegt.

    Nun möchte ich um Gottes willen hier kein Öl in ein Feuer gießen, aber...
    Aber Luther als Antisemitisch zu bezeichnen, nein und nochmals nein.

     
  20. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Wie würdest du denn Luthers Einstellung gegenüber den Juden bezeichnen, angesichts folgender Äußerungen:


    "Ich will meinen treuen Rat geben.
    Erstlich, dass man ihre Synagoge oder Schule mit Feuer anstecke, und was nicht verbrennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, dass kein Mensch einen Stein oder Schlacke davon sehe ewiglich..
    Zum andern, dass man auch ihre Häuser desgleichen zerbreche und zerstöre. Denn sie treiben eben dasselbige darin, was sie in ihren Schulen treiben ..."
    (Luther: Handbuch der Judenfrage, S. 233-238)

    "Wie es unmöglich ist, dass die Aglaster ihr Hüpfen und Getzen lässt, die Schlange ihr Stechen: so wenig lässt der Jüde von seinem Sinn, Christen umzubringen, wo er nur kann."
    (Tischreden. Erlanger Ausgabe der Werke Luthers, Bd. 62, S. 375)

    "Die Juden sind ein solch verzweifeltes, durchböstes, durchgiftetes Ding, dass sie 1400 Jahre unsere Plage, Pestilenz und alles Unglück gewesen sind und noch sind. Summa, wir haben rechte Teufel an ihnen...; Man sollte ihre Synagogen und Schulen mit Feuer anstecken, ... unserem Herrn und der Christenheit zu Ehren, damit Gott sehe, dass wir Christen seien (...) ihre Häuser desgleichen zerbrechen und zerstören."
    (Von den Juden und ihren Lügen, Tomos 8, S. 88ff)

    "Wenn ein Dieb zehn Gülden stiehlet, so muß er henken; raubet er auf der Straßen, so ist der Kopf verloren. Aber ein Jüde, wenn er zehn Tunne Goldes stiehlet und raubet durch seinen Wucher, so ist er lieber denn Gott selbs."
    (Luther: Von den Jüden und ihren Lügen. Erlanger Ausg. Bd. 32. S. 244)


    Wie soll man das nennen? Antijüdisch? Antisemitisch?
    Da steckt zweifellos eine große Portion Antisemitismus dahinter. Dass das damals verbreitete Ansicht im Volk war, macht die Sache nur gerinfügig besser.
     
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