Neue archäologische Entdeckungen

Zumal, wenn römische Soldaten zur Begleitung mit dabei waren, sie vermutlich nicht bis zum Abschluß des Entladevorgangs und bis zum Neubeladen anwesend blieben:
Ein Beiboot oder ein kleines Miltärschiff im Schlepptau ist denkbar.

Für den Centurio Odysseus und seine Hydronauten wäre es zu hoffen.

Das Schiffahrtsmuseum in Mainz und die deutschen Forschergruppen werden jetzt schon über Fracht und Fundkontext begeistert sein.

Hat einer von Euch etwas darüber erfahren, ob auch Teile des Bootes erhalten geblieben sind?
 
Hat einer von Euch etwas darüber erfahren, ob auch Teile des Bootes erhalten geblieben sind?
Zumindest wurden Gebrauchsgegenstände gefunden, die sich von der Ladung unterscheiden und die Archäologen vermuten lassen, dass sie zum Boot gehörten. Laut Interview mit Géraldine Dellay, directrice adjointe du musée archéologique du Laténium
Von der Bootsladung wusste man seit 2024.

2014 wurde ein römisches Schiffswrack aus dem 2. Jh. im Neuenburgersee entdeckt.

2023 dann ein Boot aus der Eisenzeit:

Ich glaube, die hatten wir hier noch nicht.
 
Es gibt, leider nur sehr kurze, Beiträge aus den Nachrichtensendungen des französischsprachigen Schweizer Fernsehens (RTS).
Auf 1:35' sieht man ein sehr gut erhaltenes Speichenrad, auf 1:38' ein Kurzschwert mit komplett erhaltener Scheide und Schwertgehänge, flach auf dem Seeboden, in situ.

Ich sehe in erster Linie neben den noch original gestapelten Gebrauchsgeschirr die bekannten bauchigen Amphoren für Olivenöl (obwohl ich Garum viel interessanter finde).
Lokale Schweizer Produktion und Importe.

Es ist zu hoffen, bei aller Skepsis, dass die Funde schonend geborgen und auch die organischen Materialien gut konserviert werden können.

Interessant auch was die Kantonsarchäologin im langen Radiointerview auch über die Auffindung im Jahr 2024 erzählte: Routine-Luftaufnahmen zur Hygienekontrolle und zur Überwachung der gefährdeten Uferzonen.

Die Altersangabe ist, anders als in anderen Berichten, 20 n. Chr. bis 50 n. Chr.: Also aus der Regierungszeit von Tiberius, Caligula bis Claudius.
 
Zuletzt bearbeitet:
Aus der spanischen Internet-Seite der Deutschen Welle (die immer gute archäologische Fundberichte hat, vom 2.04.2026:

Ein guterhaltenes Grabmal eines Ehepaares in Pompeji aus römischer republikanischer Zeit, was für den Süden Italiens als selten gilt. Ein Ehepaar, die Frau möglicherweise sacerdota, Priesterin der Ceres:




Pompeji: Grab eines in der Zeit erstarrten Paares entdeckt

[Nota: muss es denn immer so dramatisch formuliert sein?]

Forscher heben die Seltenheit von Reliefs aus der Zeit der Republik in Süditalien hervor, was diesen Fund zu einer wertvollen historischen Entdeckung für das Verständnis der pompejanischen Bestattungsrituale macht.


Das in Pompeji ausgegrabene Grabrelief aus der Zeit der Republik zeigt Details einer möglichen Priesterin der Ceres neben ihrem in eine Toga gekleideten Ehemann. Bild: Alfio Giannotti/ROPI/picture alliance

Bei Ausgrabungen in der antiken Stadt Pompeji in Süditalien wurde ein monumentales Grab freigelegt, das mit einem lebensgroßen Relief zweier menschlicher Figuren verziert ist, von denen angenommen wird, dass sie ein junges Ehepaar darstellen.

Die Universität Valencia gab bekannt, dass das Grabrelief bei einer Ausgrabung gefunden wurde, die im Juli 2024 im Rahmen des „Forschungsprojekts zur Archäologie des Todes in Pompeji“ begonnen hatte.

Das seit Juli 2024 untersuchte Gebiet östlich der Porta Sarno entspricht einem Bereich, der in den 1990er Jahren im Zuge des Baus des regionalen Eisenbahnnetzes „Circumvesuviana“ ausgegraben wurde. Damals wurden mehr als 50 Brandgräber und ein Grabdenkmal mit einem Bogen identifiziert.

Den Archäologen zufolge könnten die geschnitzten Accessoires der Frau „sie als Priesterin der Ceres identifizieren“, während der Ehemann, der 175 Zentimeter groß war, offenbar ein „angesehener römischer Bürger in einer Toga“ war.

„Die Qualität der Bildhauerarbeit [eher nicht: "Schnitzarbeiten"] an den Skulpturen und ihre archaischen Merkmale lassen auf eine Entstehung in der Republik schließen, was in Süditalien selten ist“, erklärten die Archäologen in einem Artikel, der im E-Journal der Ausgrabungen von Pompeji veröffentlicht wurde.

„Diese Forschung bietet eine wertvolle Gelegenheit, die Such- und Erkundungsaktivitäten in dem Gebiet außerhalb der Stadtmauern von Pompeji auszuweiten“, sagte Gabriel Zuchtriegel, der deutsche Leiter der Ausgrabungsstätte."


Noch ein netter Artikel zu dem sympathischen Deutschen in Neapel:
 
Zuletzt bearbeitet:
[Nota: muss es denn immer so dramatisch formuliert sein?]
Meine Rede, meine Rede ...
[Ganz üble Entwicklung auch neuerdings, dass auf durchaus auch sonst seriösen Nachrichtenportalen im Internet immer häufiger abstruse KI-Bilder als Vorschau oder sogar Titelbild dienen, die sich alle weitab von der Realität bewegen.]
 
Da spart man sich den Fotografen bzw. den Lizenzbeitrag für die Stockfotografie.
Das ist leider richtig ... macht es nicht besser, aber stimmt ...
Obwohl ich das selbst mit Stockfotos dämlich finde. Aber das ist zumindest real (und sollte dann halt entsprechend als Symbolbild markiert werden, was nicht immer passiert). Klar, kostet dann einen Fotografen, aber es sollte immer Fotos geben, die der Presse zur Verfügung gestellt werden. Dann hat man den ganzen Mist nicht. Andererseits ist es so ein ganz gutes Kriterium, ob ein Artikel/Portal seriös ist. Die reihenweise Artikel, die bei jeglicher Unterwasserarchäologie und "gefundenen Strukturen" KI-Bilder von Atlantis auf den Titel packen? Naja.

Ich erinnere mich an einen ganz besonders schlechten Artikel vom Exinger vor zwei Jahren. Ich war ja selbst dabei, und dann haben sich da deutsche und internationale Medien darauf gestürzt. Darunter ein (deutscher) Artikel auf einem Portal, das nicht gerade ein seriöses Nachrichtenportal ist, (ich glaube, ich habe irgendwo Screenshots, der Artikel ist leider/zum Glück nicht mehr online). Voll von nicht nur Symbolbildern, sondern auch KI-generierten Abenteuerbildern a la Indiana Jones. Inhaltlich war zwar von Anfang an bei allen Medienberichten manches fragwürdig, ein vor Ort entstandenes Problem, aber dieser Artikel war besonders schlecht, halb falsch und hatte stellenweise nicht mal was mit dem Thema zu tun. Außerdem war seine angegebene Quelle ein anderer Artikel eines anderen Portals, und der war auch schon nicht besonders gut.

Egal. Habe so meine Erfahrungen mit schriftlicher und visueller Berichterstattung in der Archäologie, und es war bisher nicht gerade eine Erleuchtung. Aber ich sollte mich nicht so viel aufregen, bringt ja eh nix. Außerdem falscher Thread hier, nicht dass wir vom Thema abkommen.
 
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