Rückständige Friesen?

Dieses Thema im Forum "Das Heilige Römische Reich" wurde erstellt von ketzer97, 29. Januar 2012.

  1. Wilfried

    Wilfried Aktives Mitglied

    Also erstmal gehts eigentlich um die "rückständigen" Friesen, die ja nun die Alternative zum Feudallismus aufgezeigt haben.
    Dann wäre noch die "sächsische " Version , die ja von den Saliern nahezu abgeschafft wurde.
    Barbarossa hätte HdL nur machen lassen müssen, dessen Nachfahren hätten dann nicht erst 1517 zu recht erkannt, das es nicht Recht sei, das ein Christenmensch einem anderen gehöre.
    Heinrich wollte ja dem "Territorialwillen" seiner Großen entgegen wirken (nicht uneigennützig) und stärkte die "unteren Stände" nicht nur die Bürger (er brauchte auch Freie für den Wehrdienst)
    Heinrichs Sachsen war ja irgendwie auf dem Weg zur konstituellen Monarchie.

    Die führte dann Herzog August mit dem immerwährenden Landtag und einer Art 3 klassen Wahlrecht ein.

    Alternativen zum fränkischen Gefolgschaftswesen/Grafschaftswesen mit König/Kaiser an der Spitze gab es zu Hauf
    Die wurden aber von den im Feudalismus priveligierten als barbarisch, wider die göttliche Ordnung/unehrenhaft abgelehnt und von der absoluten Oberschicht als für ihre Interessen nicht förderlich abgelehnt und bekämpft. Und die waren einfach mehr.

    Ein Herzog von Sachsen konnte sich im Zweifel auf seine "Strohköpfe" verlassen s. OttoI, ein Herzog von Schwaben eben nicht
     
  2. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Wie ich schon schrieb, hob Preußen 1808 die Erbuntertänigkeit der Bauern in einem Edikt auf und beendete ihre Abhängigkeit vom Gutsherrn. Die Bauern mussten keine Abgaben und Dienste mehr leisten und konnten Beruf und Wohnort frei wählen. Damit endete der Feudalismus in Preußen.

    Es zeigte sich rasch, dass der Staat durch die Bauernbefreiung keineswegs unterging, sondern die Auflösung der Ständegesellschaft positive Auswirkungen hatte. Nicht mehr die Herkunft war künftig entscheidend, sondern die Leistung. Die Ablösung des Feudalsystems und andere Reformen, die das Engagement der Bürger förderten (Städteordnung, Gewerbefreiheit, Bildungsreform usw.), setzten ungeahnte Kräfte frei, sorgten für eine schnelle Erholung Preußens und bildeten die Grundlage für seinen wirtschaftlichen Aufschwung und seine künftige militärische Stärke.

    Eine solche Entwicklung hätte auch Jahrhunderte zuvor zu ähnlichen Ergebnissen führen können. Wenn es dazu nicht kam, so lag das an der starren ständischen Gesellschaftsordnung des Mittelalters, die als gottgewollt betrachtet wurde. Erst Renaissance und Aufklärung sowie die gesellschaftlichen Umwälzungen der Französischen Revolution bewirkten Veränderungen im sozialen System, die auf ganz Europa ausstrahlten.
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. Februar 2012
  3. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Davon kann überhaupt keine Rede sein.

    Die süddeutschen Herren und Reichsritter zählten vielfach zum regionalen Uradel und auch in anderen Teilen des Heiligen Römischen Reichs sah das ähnlich aus. Die deutsche Ostsiedlung erreichte erst im 13./14. Jh. das Baltikum und erst ab diesem Zeitraum ließen sich Kolonisten und adlige Herren aus dem Rheinland, aus Flandern, aus Sachsen und anderen Gebieten des Westens in Ostpreußen und im Baltikum nieder.
     
  4. Melchior

    Melchior Neues Mitglied

    Wie um alles auf der Welt kommst denn Du auf diese Idee. Schau mal in den "Gotha" oder bemühe das deutsche Adelsarchiv.

    Universitätsstadt Marburg S E R V I C E A - Z Deutsches Adelsarchiv

    M.
     
  5. LordNelson

    LordNelson Neues Mitglied

    Ihr habt mich falsch verstanden.
    Baron bezeichnet in der Regel eine Person, die dem Freiherrenstand angehört, der eigentliche Titel ist also Freiherr von xy.
    Da "Herr Freiherr" jedoch keine sehr elegante Anrede ist, hat man diesen Titel lateinisiert zu" liber Baro" woraus dann der Baron entstand.
    In der mündlichen Überlieferung hat dieser Begriff dann den eigentlichen Titel verdrängt, obgleich er von den meisten Geschlechtern garnicht geführt wird.
    Mit wenigen, sicherlich vorhandenen Ausnahmen haben aber nur ausländische Monarchen (wie eben die Zaren im Falle der Baltendeutschen) den "Baron" auch als tatsächlichen Titel verliehen.
    Als Beispiele für die populäre Gleichsetzung von Baron und Freiherr seien hier nur einmal der Rote Baron, Freiherr von Richthofen, oder der "Lügenbaron", Freiherr von Münchhausen erwähnt.
     
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  6. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Ich spreche hier vom Stand der Freiherren bzw. der Reichsritter, wenn sie zur reichsunmittelbaren Reichsritterschaft zählten. Ein Adelstitel "Baron" wurde im Deutschen Reich bis 1918 nicht vergeben und fand lediglich umgangssprachlich als Ersatz für "Freiherr" Verwendung.

    Das alles ändert aber nichts daran, dass sich deutsche Adlige erst im Zuge der deutschen Ostsiedlung seit dem 13./14. Jh. in Ostpreußen und im Baltikum niederließen.
     
  7. LordNelson

    LordNelson Neues Mitglied

    Stimmt. Aber es hat hier auch niemand etwas gegenteiliges behauptet.
     
  8. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Es ging darum dass du gesagt hast:

    "Die deutschen Barone stammen zum allergrößten Teil aus baltendeutschen Geschlechtern"

    Dieser Satz ist nach wie vor falsch oder zumindest missverständlich, denn die Freiherren (umgangssprachlich zuweilen "Barone" genannt) im Deutschen Reich stammen eben nicht zum größten Teil aus dem Baltikum.
     
  9. LordNelson

    LordNelson Neues Mitglied

    Also abschließend:
    Baron bezeichnet in meinem Satz den eigentlichen Titel "Baron von yz" und ist nicht zu verwechseln mit der umgangssprachlichen Anrede eines Freiherren, die ich persönlich lediglich in der dierekten mündlichen Anrede akzeptieren oder anwenden würde.
     

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