Sozialstrukturen der Kelten

Dieses Thema im Forum "Die Kelten" wurde erstellt von Sphinx-99, 16. April 2011.

  1. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Woraus leitest Du das ab? Viele gallische Stämme hatten gar keine Könige. Richtig ist allerdings, dass einzelne Stämme nach der Hegemonie strebten.

    Vielleicht meinst Du damit eine Stelle aus Caesars "Commentarii de Bello Gallico" (6,17), in der davon berichtet wird, dass, wer etwas von der dem Kriegsgott geweihten Beute stahl, qualvoll hingerichtet wurde.
     
  2. Amazigh

    Amazigh Neues Mitglied

    Vercingetorix war kein Zufall. Viele Gallische Stämme kannten sich sehr gut. Über die Helvetier wird auch berichtet dass sie ihren König (man kann sie auch als Häuptling oder Mogul bezeichnen nur waren die Kelten nicht primitiv genug um ihren Oberhaupt so herabstufen zu können) vor dem gallischen Krieg und auch wärend dessen zum Hochkönig machen wollten. Und einige gallische Stämme ließen die Kelten gerade deswegen im Stich weil Vercingetorix und nicht ihr Stammeskönig zum Hochkönig gewählt wurde. Nicht unbedeutend ist auch die Einmischung der Briten. Dass sie Gallien militärisch unterstützten zeigt dass die Kelten nicht auf römische Art sondern auf ihre eigene ein Volk waren. Nur beurteilen wir es heute viel lieber nach römisch griechischem Vorbild.

    Nein, genaueres wurde dabei nicht beschrieben nur dass ein einflussreicher Gallier beklaut wurde. Ich Versuch aber die Quelle noch mal herauszufinden.
     
  3. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Orgetorix war eben kein König oder Häuptling, sondern strebte nur nach der Alleinherrschaft, was vielen Helvetiern gar nicht passte, ebensowenig seine Kontakte zu anderen Stämmen. Sie wollten ihn vor Gericht stellen, aber er wehrte sich und beging letztlich vermutlich Selbstmord.

    Die Monarchie scheint ursprünglich dominiert zu haben, war zu Caesars Zeit aber im Rückgang. Die Haeduer z. B. hatten ein jährlich gewähltes Oberhaupt, den Vergobreten. Eine vergleichbare Einrichtung gab es auch bei anderen Stämmen.
     
  4. Haerangil

    Haerangil Aktives Mitglied

    "Hochkönig" ist ein Begriff aus Irland, der auch dort eher politischem Wunschdenken einzelner mächtiger Herrscher als tatsächlicher politischer Macht entsprach.

    In keinem klassischen Text wird der Begriff Hochkönig erwähnt... die Kelten sollen angeblich ihre "Riges" abgeschafft haben und der Stamm der Biturigen soll einstmals der mächtigste Galliens, geführt von einem König, gewesen sein...

    darauf aber ein gallisches Hochkönigtum abzuleiten ist genauso irsinnig wie es aus dem Königtum der Galater versuchen zu wollen... (bei denen kann man sie Entwicklung von einer Tetrarchie zum Einkönigtum sogar historisch nachvollziehen).

    Wir wissen nichtenmal ob Cäsar mit den "Riges" der Gallier wirklich den keltischen Begriff "Rix" gemeint hat... es gibt ja in der Geschichte öftersmal Verwechslungen mit ähnlichen Titeln z.B. dem gotischen "Reiks"...

    -Wiki
     
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  5. DerGeist

    DerGeist Neues Mitglied

    @Amazigh
    Deine Begeisterung in allen Ehren, aber wie schon dargelegt, taugt weder Wiki noch Youtube für eine gehaltvolle Diskussion. Dein munteres postulieren von irgendwelchen Ideen, die sich anhand von Standardwerken leicht widerlegen lassen, führt leider nicht weiter.
    Vor allem belege doch mal deine Postulate mit Literatur od. Links, das macht das nachvollziehen deiner Gedankengänge leichter. :pfeif:

    Ich möchte dir folgende Bücher ans Herz legen:

    Die Kelten: Ihre Geschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart - Bernhard Maier
    Die Kelten - Alexander Demandt

    Lies dich mal ein. :winke:
     
  6. megatrend

    megatrend Aktives Mitglied

    Wie Du andeutest, sind bei den Grabbeigaben die damaligen Jenseitsvorstellungen von zentraler Bedeutung: die Kelten glaubten an ein weiterleben im Jenseits, und den Leuten wurde vielfach das mitgegeben, was ihnen lieb und teuer war. Mädchen wurde öfters Bernstein als Beigabe ins Grab gegeben, da man Bernstein eine Schutzfunktion zusprach (Amulett). Dieser sollte dann die Bestattete in der Anderswelt, dem keltischen Jenseits, beschützen.
     
  7. Bort

    Bort Neues Mitglied

    Zu den Sozialstrukturen der Kelten würde ich unbedingt „Altkeltische Sozialstrukturen“ von Raimund Karl (2006) empfehlen. Zugegeben fast schon 10 Jahre alt, trotzdem immer noch der umfassendste Überblick zum Thema.

    Da es aber -wie schon oben bemerkt- die Kelten nicht gibt, ist dieses Werk natürlich auch nicht für das Irische Mittelalter (z.B.) zu gebrauchen...
     

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