Stadt/Ort Goronzi, Gorontzi, Gorontsi

Dieses Thema im Forum "Fragen & Antworten" wurde erstellt von Daniel24527721, 5. Dezember 2019.

  1. Divico

    Divico Aktives Mitglied

    Hier hätte ich vielleicht eine heiße Spur: In Kroatien, unmittelbar an der slowenischen Grenze, gibt es einen Ort namens Gorenci. Gegenüber auf der slowenischen Seite des Grenzflusses befand sich das Gottscheer Land, eine deutsche Sprachinsel, keine 2 km entfernt lag etwa ein Ort namens Schweinberg (heute: Sinji Vrh).
    .

    Das würde auch zu dem Vornamen Josef passen, der 1888 in Österreich-Ungarn sehr beliebt gewesen ist.
     
    Zuletzt bearbeitet: 31. Januar 2020
    Pardela_cenicienta gefällt das.
  2. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Kannst es auch erst mit Gorenzen und dann mit Göhrenz probieren.
     
  3. Das ist die allerbeste Theorie. War Schweinberg eine Teil von Österreich-Ungarn?
     
  4. Divico

    Divico Aktives Mitglied

    Es liegt in Slowenien und das gehörte zu Österreich. Gorenci auf der anderen Seite des Flusses liegt in Kroatien, das zu Ungarn gehörte. Beide Orte lagen somit in Österreich-Ungarn.
     
  5. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

  6. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

  7. Divico

    Divico Aktives Mitglied

    Nach allem was wir wissen, sollte der Ort eigentlich im heutigen Polen/damaligen DR gelegen haben, da stimme ich zu. Dafür spricht vor allem auch die Verteilung des Nachnamens Goronczi, der in D besonders häufig im Ruhrgebiet und um Salzgitter vorkommt.

    Gorąca hätte bekanntlich 1888 in Russisch-Polen gelegen, ist also auch nicht wirklich befriedigend.
     
  8. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Darauf war ich schon früh gestoßen, hatte es aber nicht als diskussionswürdig erachtet.
     
  9. Divico

    Divico Aktives Mitglied

    So wie ich die Orte in Mazedonien und Albanien vorzeitig ausgeschlossen hatte. ;)

    Slowenien ist irgendwann nach dem deutschen Jugoslawienfeldzug 1941 dem 'Großdeutschen Reich' eingegliedert worden, wenn ich das recht erinnere.

    Noch eine Beobachtung in den Raum gestreut: Die Mehrzahl der ost-und westpreußischen Träger des Nachnamens Goronczi/-y im späten 19. Jh. scheint eher typisch preußisch-protestantische Vornamen getragen zu haben, als polnisch-katholische — was wiederum, trotz des slawischen Ortsnamens, für einen zeitweise eher von Deutschen dominierten Herkunftsort sprechen könnte.
     
  10. Divico

    Divico Aktives Mitglied

    Update, nach ein wenig weiterer Recherche:

    Besser passend zur offenbar vorwiegend ost-/westpreußischen Herkunft der Goronczis gibt es einen kaschubischen Ort im vormaligen Westpreußen mit dem heutigen polnischen Namen Goręczyno (1241 Goranchino, Gorunchino; 1250 Goranczin; preußisch Gorrenschyn, bzw. Gorrenschin oder Gorenschin).

    In dieser Gegend haben nachweislich auch Menschen des Namens Klimek gelebt.

    Meine Kenntnisse slawischer Sprachen sind lausig — aber wenn ein preußischer Kaschube aus Gorrenschin stammend in der Ukraine gefragt würde, wo er geboren wurde, und er zudem sich einige ukrainische Sprachkenntnisse schon angeeignet hätte, wäre es dann zu unwahrscheinlich, dass er mit etwas geantwortet hätte, dass für den Ukrainer wie (u) Gorontzi geklungen hätte?

    Es gibt nebenbei in der Ukraine ein Dorf namens Horenka/Gorenka. Würde man auf Ukrainisch "in Horenka" sagen, so lautete dies wie "u Gorenzi".
     
    Zuletzt bearbeitet: 3. Februar 2020
  11. Hi, hast vielleicht Nachweise bezüglich Klimek?
     
  12. Divico

    Divico Aktives Mitglied

    Hier findet man einige Klimeks in Westpreußen. Leider findet man jedoch speziell in Goręczyno auf dieser Seite unter "Taufen" viele Jozefs, aber keinen einzigen Klimek.

    Als letzte schwache Spur bleibt Oberschlesien, wo erstens der Name Klimek häufiger vorkam, und zweitens ist es eine Bergbauregion — was die Häufung von heutigen Deutschen namens Goronczy oder Gorontzi im Ruhrgebiet und um Salzgitter erklären würde. Nur leider finde ich dort bislang keinen Ort, der in Frage käme.
     
  13. Divico

    Divico Aktives Mitglied

    Noch eine Spur, nur der Vollständigkeit halber:

    Benedikten Boprawski
    New York Passenger Arrival Lists (Ellis Island), 1892-1924
    birth:
    1898
    residence:
    Goroncze, Russia
    immigration:
    1 sierpień 1912
    Ellis Island, New York City, New York, United States
    other:
    Ludwig Jankowski, Ignacy Ruskowski
    statek President Grant,z Hamburga 19 lipca 1912r, do Nowego Jorku wpływają 1 sierpnia
    f.in lav.Ludwik Jankowski
    płyną do Pecwille PA Ignacy Rutkowski/Ruskowski
    1912r
    od lp.18-22
    Boprawski Jozef lat 40
    Boprawski Janina lat 18
    Boprawski Roman lat11
    Boprawski Bolesław lat 9 ,był w szpitalu z podejrzeniem o Jaglicę-choroba oczu
    Boprawski Benedykta lat 14 step daughter (pasierbica) do ojczyma
    [Quelle]

    (Die Namen der hier genannten Auswanderer aus "Goroncze, Russia" sind mit Ausnahme des auffällig deutsch klingenden Ludwig polnisch, was auf das damalige Russisch-Polen hindeutet — aber wo liegt dieser Ort, und wie heißt er heute?)
     
    Zuletzt bearbeitet: 5. Februar 2020
  14. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    flavius-sterius gefällt das.
  15. Divico

    Divico Aktives Mitglied

  16. Ugh Valencia

    Ugh Valencia Aktives Mitglied

  17. Divico

    Divico Aktives Mitglied

    Danke. Leider finde ich für diesen Ort nur eine Einwohnerliste von 1944. Danach lebte dort niemand namens Klimek, nicht einmal einen Josef gabt es. Was natürlich nicht heißen muss, dass das 1888 auch so gewesen ist.

    Immerhin hätte Grunzig den Vorteil, dass es etwas undeutlich auf Deutsch ausgesprochen von einem slawischen Sprecher als "Gorontzi" verstanden bzw. transkribiert worden sein könnte.
     
  18. Divico

    Divico Aktives Mitglied

    Noch einige Anmerkungen zu Grunzig: Der Ort lag offenbar im Kreis Meseritz und verblieb damit nach 1920 als Teil der Grenzmark Posen-Westpreußen im Deutschen Reich.

    Bei der Volkszählung 1905 hatte die Stadt [Meseritz] 5800 Einwohner, darunter 1859 Katholiken und 171 Juden.[3] Im gesamten Landkreis gaben 1900 20,2 % der Einwohner Polnisch als Muttersprache an.[4]

    Diese 20 %, die sich als Polen verstanden, und zu denen dann wohl auch unser armer Josef Klimek gezählt hätte, dürften das Land nach 1920 verlassen haben (?), während in der Gegenrichtung Deutsche aus Westpreußen und Posen hereinströmten.
     
  19. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Ob hier noch etwas zu holen ist?
    Our Family History - Weblink Kategorieübersicht

    Da die Abschriften nur bis 1874 reichen, wird man da den Josef Klimek nicht finden können, allenfalls seinen Vater Michael. Die Suchfunktion zeigt mir aber keinen "Michael Klimek" an. Nähere Details sind kostenpflichtig.
     
    flavius-sterius gefällt das.
  20. Divico

    Divico Aktives Mitglied

    Der Kreis Meseritz mit Grunzig kam allerdings erst 1938 zur Provinz Brandenburg. Zuvor lag es in der Provinz Posen und ab 1920 in der Grenzmark Posen-Westpreußen.

    Aber auch wenn man bei Ancestry allgemeiner nach Josef Klimek oder auch Michael Klimek sucht, findet man leider nichts, das hier passen würde. Die dort aufgeführten drei Klimek-Josefs mit Jahrgang 1888 stammen alle aus der Gegend um Katowice in Oberschlesien, nämlich aus Beuthen (Bytom) und Hindenburg (Zabrze).

    Gorontzi wird wohl vorerst ein Rätsel bleiben. Mein letzter Tipp an @Daniel24527721 wäre, einmal bei Professor Udolph anzufragen, ob dem vielleicht etwas dazu einfällt.
     

Diese Seite empfehlen