Templerorden

Dieses Thema im Forum "Rittertum und Kreuzzüge" wurde erstellt von Bender1408, 4. Februar 2009.

  1. timotheus

    timotheus Aktives Mitglied

    Kein Problem :fs:

    Gegenfrage: Wieviel Zeit bleibt Dir noch für die Erarbeitung?
    Wenn Du noch etwas Zeit hast, könnten wir - damit meine ich die Mitglieder des Geschichtsforums und nicht nur uns beide - auch noch evt. offen gebliebene Punkte besprechen.
     
  2. Bender1408

    Bender1408 Neues Mitglied

    Hab schon noch Zeit ich glaube bis Ende März sogar, wollte halt eigentlich nur in nächster Zeit fertig werden, aber Kleinigkeiten lassen sich selbstverständlich noch verbessern und die letzten offenen Fragen klären.
    Wäre super, wenn das machbar ist. :):)
    Ich könnte ja gleich mal nen Anfang machen ^^ , würde noch gerne wissen
    in welchen Gebieten und Ländern der Orden verbreitet war.
    Dann wäre noch interessant weche Rolle der Zisterzienserorden spielte, waren sie nur für die Orientierung der Regeln innerhalb des Templerordens interessant oder beeinflussten sie den Orden auch noch auf andere Art und Weise?
     
  3. timotheus

    timotheus Aktives Mitglied

    Dazu erst einmal ein wenig Lesestoff aus dem Forum...

    Schau mal in http://www.geschichtsforum.de/f48/templerburgen-und-besitz-7402/ oder folge den Links in diesem Beitrag

    Das ist schwierig zu beantworten: Das Templerhabit lehnte sich bspw. an dem der Zisterzienser an - genügt das schon für "noch auf andere Art und Weise"?
    Wie dem auch sei, empfehle ich dazu:
    Die Kreuzfahrerpersönlichkeiten - Beitrag #24
    http://www.geschichtsforum.de/f48/ritterorden-4642/
     
  4. KvdL

    KvdL Neues Mitglied

     
    Zuletzt bearbeitet: 6. Februar 2009
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  5. Joinville

    Joinville Aktives Mitglied

    Der Zug wurde vor allem von den auf Rhodos benachbarten Johannitern getragen.

    König Peter I. von Zypern hatte zuvor vergeblich bei den Höfen Europas um Unterstützung gebettelt. Am Ende kammen nur ein paar Plünderer zusammen, die den König in Alexandria nach erfolgter Plünderung im Stich liesen, so das er wieder abziehen musste.

    Sehr ambitioniert. Scheiterte letztlich an einer französischen Ritterschaft um den Grafen von Nevers (später Herzog von Burgund), die von ihren höfischen Festlichkeiten benebelt wurden. Einige von ihnen ritten im Suff in die Schlacht.

    Der Kreuzzugsgedanke hatte schon nach der Eroberung Konstantinopels 1204 unter der französischen Ritterschaft erheblich an Ansehen verloren. Die Kreuzzüge König Ludwigs IX. wurden von seiner Umgebung stark kritisiert. An seinem zweiten gegen Tunis 1270 wollte dan kaum einer mehr mitmachen. Zusammen mit Prinz Eduard von England (das spätere Langbein) und Karl von Anjou (König von Sizilien) war Ludwig auch der letzte Monarch überhaupt der auf Kreuzzug gegen die Heiden ging. Karl von Anjou unternahm noch Kreuzzüge gegen die Staufer und Philipp III. einen gegen Aragon. Das wars.

    Der Kreuzzug wurde danach zwar noch viel propagiert, blieb letztlich aber nur noch Lippenbekenntnis. Die Franzosen fuhren lieber nach Preußen um zu feiern und ein paar lettische Dörfer niederzubrennen. Nach Jerusalem wollte keiner mehr.
     
  6. KvdL

    KvdL Neues Mitglied

    Daß der Feldzug gegen Smyrna auch von den Johannitern mitgetragen wurde, ist nicht abzustreiten. Ebensowenig wie die von Dir angeführten „Plünderer“. Wenn aber moralisch-ethische Integrität der Teilnehmer ein Indikator für das Zustandekommen eines Kreuzzuges darstellt, hätte nie auch nur ein einziger Feldzug stattfinden dürfen. Selbst nach damaligen Wertmaßstäben.

    Ich streite nicht ab, daß es von Anfang an starke Kritik an den bewaffneten Wallfahrten gab, doch gerade der Fall Akkons rief weite Betroffenheit in der christlichen Welt hervor.
    Die hauptsächliche Kritik drehte sich auch weniger um die Frage der Berechtigung dieser Art von Unternehmungen und einer daraus resultierenden Ablehnung, sondern um die interne Zerstrittenheit der Christenheit und der diesbezüglich folgenden Handlungsunfähigkeit, bzw. kriegerischen Handlungen untereinander.
    Unverständnis gegenüber der Politik, resp. den einflußreichen Organisationen war die grundlegende Beanstandung.

    Daß es keinen weiteren Zug mit Massenbeteiligung gab, lag desweiteren eher an der Tatsache, daß die Fürsten Europas untereinander zu sehr verstritten waren, der Papst nicht mehr über den Machteinfluß verfügte, und auch weiterer Faktoren, wie bspw. eine Veränderung der Religiösität Einzug hielten. Auch die verschobenen Interessenlagen der großen Handelsstädte/ Wirtschaftsmärkte taten ihr Übriges.

    Abschließend bleibe ich daher bei meiner Aussage; der Kreuzzugsgedanke geisterte weiter durch Europa, und war mit dem Fall Akkons, wie vorher behauptet, noch lange nicht beendet.

    Allerdings finde ich Deine Aussage interessant:
    Die paar lettischen Dörfer niederzubrennen, was in Deiner Wortwahl lapidar klingt, hat den Deutschen Orden vor gewaltige Probleme gestellt. Die Ansicht, daß die pruzzischen Stämme lediglich Barbarenhorden waren, die nolens – volens niedergeschlagen werden konnten, gehört in´s Reich der Sagen, Mythen und Legenden.
    Die Pruzzen stellten sich schnell als ernstzunehmende und gefährliche Gegner dar. Eine Lehre, den schon der gute Konrad von Masowien ziehen mußte, als sie – quasi auf „Gegenbesuch“ – ziemlich grob an seiner Haustüre klopften, und das gesamte Umland in Schutt und Asche legten. Zudem rieben sie zwei militärische Orden fast zur Gänze auf.

    Entschuldige meinen Kommentar, aber eine einzig große Feier waren die Baltenkreuzzüge nie.
     
  7. Joinville

    Joinville Aktives Mitglied

    Auch während der Kreuzzüge waren die Monarchen Europas untereinander Zerstritten. Die Franzosen (Kapetinger vs. Plantagenet) fanden dennoch Zeit und Muse die größten Heerzüge nach Outremer zu organisieren.

    Die Preußenfahrten der französischen Ritterschaft, die vor allem im 14. Jahrhundert stattfanden, mögen für den deutschen Ordensstaat nicht unbedeutend gewesen sein, da diesem an militärischer Unterstützung gelegen war. Aber diese Reisen blieben in Frankreich eine Modeerscheinung, populär gemacht durch einige prominente Reisender wie den König von Böhmen oder dem Grafen von Foix. Dies aber als Ausdruck einer breiten Kreuzzugsbegeisterung zu betrachten wage ich mich da nicht. Letztlich wurden sie auch nur sporadisch durchgeführt und fanden mit dem Ende des 14. Jahrhunderts auch ihr Ende. Die "Pruzzengefahr" spielte in Frankreich keine politische Rolle und blieb in erster Linie ein polnisches bzw. Ordensproblem.

    Der Kreuzzug von Nikopolis war der letzte Anlass, wo sich ein größeres französisches Ritterheer in den Orient (besser Balkan) aufmachte. Möglich war er nur unter der Protegtion des Grafen von Nevers, einem der mächtigsten französischen Fürsten, dem Preußen wohl zu langweilig war.
     

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