Waren die alten Ägypter schwarz?

Dieses Thema im Forum "Das Alte Ägypten" wurde erstellt von Canaan, 3. April 2011.

  1. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Dieser Papyrus Hunefer enthält dann wohl eine Herkunftssage. Auf solche Herkunftssagen ist nie viel zu geben, historisch sind sie absolut unzuverlässig. Wenn sie im Neuen Reich aufgezeichnet wurde, dann waren seit der Entstehung der ägyptischen Kultur Jahrtausende vergangen ...

    Nach heutigem Kenntnisstand entstand die ägyptische Kultur in Ägypten. Aber natürlich gab es auch Einflüsse aus der Nachbarschaft, vor allem im 5. Jahrtausend v. Chr.
     
  2. sa mesquida

    sa mesquida Neues Mitglied

    @ Huppenei;
    Thema ist doch alte ägypter=schwarz?

    Infos aus Büchern über Kunst im alten ägypten.
     
  3. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Och weißt du, meine Meinung als Biologe mit Hang zur Genetik: Generell sollte man berücksichtigen, dass schwarz-weiß ein simples veraltetes Unterscheidungskonzept ist. Dazwischen gibt es, und das dürfte die Mehrheit der Bevölkerung zwischen Nildelta und Südsudan betreffen, alle möglichen Übergänge. Die Extreme (rabenschwarze "Neger", blasse Hellblonde) werden sich trotzdem immer wieder herausmendeln, ganz ohne Selektion. Solche Bild-Schlagzeilen ala "Werden die Blonden in 200 Jahren irgendwo in Nordschweden aussterben?" bekommen von mir höchstens ein müdes Lächeln. Wer saß denn um 100 n. Chr. alles am Rhein?
     
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  4. Canaan

    Canaan Neues Mitglied

    also menes, der gründer ägyptens war ein negride
    http://hans.wyrdweb.eu/wp-content/uploads/2010/02/menes.jpg
     
  5. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

  6. hjwien

    hjwien Aktives Mitglied

    Das würde mich auch interessieren. Wie ist denn die Zuordnung und die Datierung des Kopfes zu erklären? Soweit ich weiß, ist Menes eine kaum zu fassende Figur.
     
  7. Gegenkaiser

    Gegenkaiser Gesperrt

    Also, größere Migrationsbewegungen nach Ägypten lassen sich trotz der langen Geschichte des Landes fast an einer Hand abzählen. Wichtigster Grund dafür ist natürlich die isolierte Lage des Landes nach drei Seiten hin.

    Altes Ägypten: Hyksos von Westasien, Kuschiten von Süden und Libyer von Westen. Alle drei Völker, die ohnehin nur eine dünne Herrscherschicht gestellt haben können, wurden aber wieder vertrieben, bevor sie sich mit der einheimischen Bevölkerung vermischen konnten.

    Antikes Ägypten: Griechische Kolonisation in Alexandria, Faijum und einigen Nilstädten (etwa Ptolemais) und Handelsposten am Roten Meer. Dazu geringfügige römische Binnenwanderung im Imperium. Diese Bevölkerungsanteile waren sicherlich im sechsstelligen Bereich und dürften in der heutigen ägyptischen Bevölkerung aufgegangen sein.

    Mittelalterliches Ägypten: Einwanderung einiger kompletter arabischer Stämme nach der Eroberung. Dazu in mamlukischer Zeit die jahrhundertelange Rekrutierung von - oft blonden und rothaarigen - Tscherkessen aus dem Kaukausraum als Sklavenkrieger. Zahlenmäßig stärker dürfte allerdings der Zuzug von verschleppten Schwarzafrikanern im Rahmen des transsaharischen Sklavenhandel ausgefallen sein.

    ---

    Das ist in der Summe trotz alledem nicht besonders viel für 5.000 Jahre Geschichte. Die wohl zahlenmäßig größten Einwanderungen der Griechen und Tscherkessen (hellere Hautfarbe) sowie der Araber und Schwarzen dürften sich in etwa die Waage gehalten haben. Das Nordsüd-Gefälle zwischen Unter- und Oberägypten in punkto Phänotyp ist übrigens heute noch sehr beträchtlich, wie ich mehrmals feststellen konnte.
     
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  8. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Könntest du deine Behauptung ("hellgelbe Frauen") bitte mal konkreter belegen? Bitte Butter bei die Fische...
     
  9. huppenei

    huppenei Neues Mitglied

    Könntest Du Dich bitte genauer ausdrücken?
     
  10. huppenei

    huppenei Neues Mitglied

    Ich Kann auch keine Hautfarbe erkennen.Des weiteren heißt es,Menes hat wahrscheinlich um 3000 v.Chr. gelebt und laut Überlieferungen soll er die 2 Länder geeinigt haben und die 1. Dynastie begründet haben.
     
  11. huppenei

    huppenei Neues Mitglied

    ...und warum spricht keiner mehr "altägyptisch" und mussten die Hiroglyphen neu entziffert werden.Das müssten doch die Nachfahren von ihren Ahnen übernommen haben?
     
  12. Stilicho

    Stilicho Aktives Mitglied

    Gibts dazu irgendeine Quelle?
     
  13. Stilicho

    Stilicho Aktives Mitglied

    Sprichst du altgermanisch und kannst du Runen lesen?
     
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  14. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Hier sollten wir nicht die Volks- und Religionsgruppe der ägyptischen Kopten vergessen, die sich als unmittelbare und weitgehend unvermischte Nachfahren der alten Ägypter betrachten.

    Die koptische Sprache ist die jüngste Form des Ägyptischen, bildet einen eigenständigen Zweig der afroasiatischen Sprachfamilie und war bis ins 17. Jh. (!) als gesprochene Sprache in Gebrauch. Auch heute ist das ägyptische Koptisch noch als Liturgiesprache in Gebrauch und wird - wie das Latein in katholischen Kirchen - bei bestimmten religiösen Ritualen noch verwendet. Je nach Schätzung gibt es noch etwa 5-8 Millionen Kopten in Ägypten.
     
  15. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Lieber @Dieter, die Anwesenweit der Kopten ist mir bekannt. Ich wollte eigentlich nur schwer ironisch sein, andere haben es verstanden. Champillion nutzte das Koptisch mit als Schlüssel zur Entzifferung der Hieroglyphen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. April 2011
  16. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Die Frage nach der Hautfarbe der Ägypter ist durchaus legitim, ohne dass man von vornherein einen rassistischen Anschlag dahinter vermuten muss.

    Jede Hochkultur empfängt schon während ihrer Entstehung überregionale Anregungen. Die ägyptische vereint solche aus Asien und Afrika, was angesichts der geografischen Lage Ägyptens nicht verwundern kann.
     
  17. Ingeborg

    Ingeborg Moderator Mitarbeiter

    Ich zitiere mal den Vorredner: andere haben es verstanden.
     
  18. Gegenkaiser

    Gegenkaiser Gesperrt

    Ein Stichwort: Überschichtungsstaat.
     
  19. Stilicho

    Stilicho Aktives Mitglied

    Aha.
    Und?
    Wo ist das jetzt eine Quelle?
     
  20. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Der Typus der (alten) Ägypter ist eine Mischung aus vorderasiatischen, berberisch-nordafrikanischen und im Süden auch negriden sudanesischen Elementen. Somit wirkt das Erscheinungsbild im Norden Ägyptens auf uns eher mittelmeerisch-europid, wie man das auf den unzähligen zeitgenössischen Abbildungen gut erkennen kann, im Süden des Landes kommen negride Einschläge hinzu.

     

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