Warum das lange 19. und kurze 20. Jahrhundert?

Dieses Thema im Forum "Sonstiges in der Neuzeit" wurde erstellt von Gast, 7. Mai 2007.

  1. Gast

    Gast Gast

    noch mal die Anni ^^
    so nun bin ich beim durch forsten meiner Geschichtssachen auf dir Frage gestoßen "Warum spricht man vom langen 19. und vom kurzen 20 Jahrhundert?" ich habe leider die Antwort dazu nich gefunden und wüsste es auch wenn ich so Nachdenke nicht wirklich :(
    wäre echt klasse wenn ihr mir weiter helfen könntet!!
     
  2. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    kurz und schmerzlos
    http://home.pages.at/lastunicorn/pnp/01205.html
    Vom kurzen 20.Jhd. noch nie gehört.
    Aber vielleicht kannst ja, aus dem langen 19.Jhd.-Link was zusammenreimen.

    Zusatz:
    Ach, und wenn bei http://www.google.de "kurze 20.Jahrhundert" eingibst, wirst von erschlagen von Infos. Kannst dan auch mit "lange 19.Jahrhundert" machen.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 7. Mai 2007
  3. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Das lange 19. Jahrhundert wird von der Konsolidierung der Nationalstaaten zwischen den Revolutionen ab 1776/1789 und dem WK I. bestimmt, das kurze 20. Jahrhundert von den Totalitarismen, womit man an den "Kommunismus" und den Faschismus denkt; wenn man nur den "Kommunismus" zugrunde legt, dann kommt man auf die Jahre 1917 - 1989/90/91. Du kommst dann je auf ein Jahrhundert welches je nach Rechnung 130 oder auch nur 70 Jahre gedauert hat. Solche Rechnungen sind natürlich (nur?) publizistische Spielereien von Historikern ("Schlagwörter").
     
  4. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Die Diskussion zum langen 19.Jahrhundert hatte ich einmal mit einer Talleyrand-Kennerin. Ich war dabei überzeugt, dass man die Französische Revolution eher zum 19.Jh. rechnen könne. Allerdings machte sie mir plausibel klar, dass Menschen wie Talleyrand eindeutig Kinder des 18.Jh. waren und in diesem verhaftet. Man kann ja die Große Revolution als finalen Schlussstrich unter das 18.Jh. sehen. Dann wäre man mit 1799/1800 also dem Beginn der Herrschaft Bonapartes ganz schnell auch am Ende des Jahrhunderts nach gewöhnlicher Datierung.

    Eine ähnliche Situation gibt es übrigens auch während der Französischen Revolution, dabei gibt es tatsächlich ein längstes Jahr der neuen Zeitrechnung, wenn man von der späteren Korrektur absieht, nämlich das Jahr 2 der Republik, welches vom 1.Januar 1793 bis zum 21. September 1794 dauerte, also weit mehr als die gewöhnlichen Jahre. Die Urasche liegt bei der Umstellung vom Christlichen Kalender zum Kalender der Republik vom Oktober 1793. Dass die nach altem Kalender dem Jahre 2 bereits zuzurechnenden Tage vom 1. Jan. bis 4. Oktober, d.h. die vom 1. Jan. bis 21.Sept. dann im Nachhinein dem Jahre 1 zugeschlagen wurden, sollte diese Diskrepanz mildern.
    Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Französischer_Revolutionskalender
     
  5. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

    übrigens ist interessant (für mich jedenfalls... ;)), dass das lange 19. Jahrhundert auch für die Geschichte des Osmanischen Reiches gilt. Von den Reformen Selims III. Ende des 18. Jh. bis zum WK I.
     
  6. Wieger

    Wieger Gesperrt

    Der Kommunismus ist nicht totaliär.

    Mit dem kurzen 20. Jahrhundert verbinde ich die Zeit von 1914-1991. Der 1. Weltkrieg ist ja nicht epochenlos.
     
  7. Der Pate

    Der Pate Neues Mitglied

    Stimmt der Erste Weltkrieg ist nicht Epochenlos,jedoch gehört er nicht zum kurzen 20.Jahrhundert; er gehört noch zum langen 19.Jahrhundert...mit dem Ende des Ersten Weltkriegs endet das lange 19.Jahrhundert.Das kurze 20.Jahrhundert beginnt mit dem Friedensvertrag von Versailles und endet mit der Deutschen Einheit.
     
  8. Wieger

    Wieger Gesperrt

    Ich denke mit dem konterrevolutionären Umsturz der SU. Das war schließlichzwei Jahre später, aber ansonsten folge ich deinen Ausführungen.
     
  9. R.A.

    R.A. Neues Mitglied

    Da Du kurz darauf von "Konterrevolution" in der SU sprichst, scheinst Du da alles von einem sehr marxistischen Standpunkt zu sehen.
    Was ich hier nicht weiter diskutieren möchte.

    Nur: Wenn nicht einmal der Kommunismus totalitär sein soll, dann wird der Begriff "totalitär" sinnlos.
     
  10. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

    Ich denke, der Dissenz liegt vielleicht darin, dass der eine eine reale Staatsform meint, das was eben tatsächlich in der UdSSR abging, und der andere eher die Idee, die Philosophie meint, die nicht richtig verwirklicht wurde (werden konnte/wollte/...)
     
  11. Pope

    Pope Neues Mitglied

    Vielleicht glaubt er, dass die Menschen eines Tages freiwillig auf Geld, Urlaub, Sinfonieorchester und V6-Motoren verzichten, um Händchen haltend über Blumenwiesen zu tänzeln.

    :devil:
     
  12. Wieger

    Wieger Gesperrt

    Wieso werden dann der Urlaub, Sinfonieorchester und v6 motoren abgeschafft? Lieber über Blumenwiesen laufen als andere Menschen auf ihr töten, weil sie irgendeiner fremden Ethnie angehören, irgendwelche Ressourcen verlangen, aus Lust und Laune töten oder einfach nur Geld machen wollen...
     
  13. Pope

    Pope Neues Mitglied

    Heisst das, dass ich richtig lag?
     
  14. Arcimboldo

    Arcimboldo Aktives Mitglied


    Was haben denn da die Sinfonieorchester zu suchen :grübel: hältst Du die wohl für spätfeudalistische Unternehmen, welche abgerissen werden müssen, wie einst die heute nicht mehr nachvollziehbare Abbruch-"Kultur" histor. Bausubstanz der späten 60-ger und 70 Jahre des 20. Jahrh. von ideologisch möchtegernrot gefärbten und parteibuchgelifteten Ignoranten in oberen Stadtdezernenten-Etagen ? Deren Betonköpfe sind freilich noch etwas schöner, als das , was sie uns in den Städten an Betonkultur hinterlassen haben in ihrem nicht aufzuhaltendem Wahn und "gut gemeinter " Geschichtsaufarbeitung; denn merke: gut gemeint ist schnell das Gegenteil von gut gemacht .
    Verwechselst Du da in Deiner Aufzählung nicht etwas :devil:
     
  15. Wieger

    Wieger Gesperrt

    Steht das denn da? Whatever
     
  16. Pope

    Pope Neues Mitglied

    Hausaufgabe: Vergleichen Sie die künstlerischen und speziell die musikalischen Errungenschaften des monarchistischen, des demokratischen und des sozialistischen Deutschlands und wagen sie eine Schätzung darüber, ob im Kommunismus die Kunst eine nennenswerte Rolle spielen wird! Beachten Sie dabei, welche Funktion Kunst in den jeweiligen Systemen einnimmt.
     
  17. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Und was soll dabei rauskommen? Dass im Sachsen zu Zeiten August des Starken die Kultur am ausgefeiltesten war?:devil: Was soll uns das sagen, dass Landstände im Konflikt mit einem kunst-, wissenschafts- und prepräsentationsverliebten Herrscher die perfekte Regierung darstellt?:devil:
     
  18. Pope

    Pope Neues Mitglied

    Die Frage ist, ob es im Kommunismus Sinfonieorchester geben wird. Ich tippe auf: Nein.
     
  19. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Passt zwar nicht ins 19.Jh., aber Hume und Rousseau erwähnen, glaube ich, keine.:D
     
  20. R.A.

    R.A. Neues Mitglied

    Nun ja, einer der wenigen Bereiche neben Rüstung und Kinderkrippen, der im real existierenden Sozialismus ordentlich gefördert wurde, war die klassische Kultur, Symphonieorchester gab es da reichlich.

    Wobei ich auch mit jemand wie Wieger keine Grundsatzdiskussion über das Pro und Contra diverser politischer Systeme anfangen wollte.
    Nur darauf hinweisen, daß man mit "totalitär" üblicherweise die Gemeinsamkeiten von Faschismus und Kommunismus beschreibt, wenn man jetzt einer der beiden Seiten das abspricht, kann man auch auf den Begriff verzichten.
     

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