Warum das lange 19. und kurze 20. Jahrhundert?

Dieses Thema im Forum "Sonstiges in der Neuzeit" wurde erstellt von Gast, 7. Mai 2007.

  1. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    Ihr streitet euch um persönliche Bezeichnungen, wielange politische Ereignisse zusammengefasst werden können?
    Ist für mich auch noch Platz?
     
  2. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Ich streite nicht. Aber bitte du kannst gerne einen Platz haben. Meiner wird frei.
     
  3. jschmidt

    jschmidt Neues Mitglied

    Periodisierung

    Es ist mir eine große Ehre, gerade diesen Platz einnehmen zu dürfen - aber natürlich auch eine große Verpflichtung!:winke:

    Periodisierungsdiskussionen, von denen hier schon viele geführt worden sind, haben gewöhnlich etwas Ödes an sich. Das kann man vermeiden, indem man - das ist meine krasse Hypothese - die ehrwürdige "Cui-bono"-Frage stellt: Welche Interessen verfolgt jemand mit einem Periodisierungsvorschlag?

    Ein recht einleuchtendes Beispiel ist ja die "Erfindung des Mittelalters" vor 500 Jahren: Die Renaissance-Leute wollten an die griechisch-römische Antike anknüpfen und schufen sich deshalb eine "Zwischenzeit", der sie Attribute wie "finster" beilegten. (Ich bitte das sehr Holzschnittartige zu verzeihen.)

    Die Sache, um die es geht, belege ich mal mit Arbeitsbegriff "Deutungsmacht": Der Periodisierer will eine eigene (neue/alte) Deutung des Geschichtsprozesses vornehmen und bestimmt zu diesem Zweck Anfang und Ende des Prozesses bzw. dessen einzelner Phasen. Der angestrebte Paradigmenwechsel funktioniert manchmal (wie bei der Renaissance oder bei der "Frühen Neuzeit" - letzteres auch ein gutes Beispiel für praktische Konsequenzen --> Schaffung von Lehrstühlen :cool: mit diesem Schwerpunkt) und manchmal nicht.

    (Soll ich da besser ein eigenes Thema draus machen, Ursi?)
     
    1 Person gefällt das.
  4. Themistokles

    Themistokles Aktives Mitglied

    Hier wurde angekreidet, dass "langes 19. Jhd" zu unkonkret ist, weil nicht klar wird, ob es um Kunstgeschichte oder politische Geschichte oder was auch immer geht.
    Ist dies nicht gerade der Vorteil?
    Er beschreibt nur grob die zeitliche Lage und fasst mehrere Aspekte von Geschichte zusammen. Rede ich von Hochkapitalismus meine ich nur die wirtschaftliche Seite. Nationalstaaten und Imperialismus beziehen sich nur auf Innen- oder Außenpolitik.
    Wenn ich hingegen nur "langes 19. Jhd." in den Raum schmeiße beginnt man drüber nachzudenken, was alles passiert ist, dass man diesen Zeitabschnitt als zusammengehörig auffasst und sieht, dass jegliche Einteilung nach Jahreszahlen (also z.B. nur 1801-1900) sich (fast nie) brauchbar mit geschichtlichen Entwicklungen deckt und auch Angeben wie 30er Jahre nur grob Zeiträume charakterisieren können, aber selten passgenau sind zu meinem eigentlichen Untersuchungsgegenstand.
    All diese Überlegungen kann der Begriff 19. Jhd inspieren und allein das macht ihn in meinen Augen wertvoll.
    Sobald ich konkret werde, sollte ich natürlich mit Imperialismus und Napoleonischer Zeit oder ähnlichen Begriffen hantieren. Aber als ersten Trampelpfad im Dschungel der Geschichte taugt der Begriff ganz gut.
     
    1 Person gefällt das.
  5. zaphodB.

    zaphodB. Premiummitglied

    Nein sehe ich nicht so.(welch Wunder :scheinheilig:)
    Der Begriff verwirrt eher,als daß er Klarheit schafft. gerade weil er an sich unbestimmt ist.
    Das Wesen einer Periodisierung wie jeder Einteilung ist nun mal eine klar definierte Abgrenzung der verschiedenen Perioden/Teile, und die sollte auch in den epochalen Einteilungsbegriffen eindeutig zum Ausdruck kommen und die Abgrenzungskriterien erkennen lassen.
    Und dazu taugt der Begriff "langes 19.Jahrhundert" überhaupt nicht.Er beschreibt ,im Gegensatz zum Begriff "19.Jhdt." nur ungenau die zeitliche Lage ,- Anfang und Ende sind durchaus variabel und diskussionswürdig- ,mehr beschreibt er allerdings nicht.
    Es ist richtig, dass chronologische Einteilungen sich fast nie mit geschichtlichen Entwicklungen decken, insbesondere wenn man das ganze unter einem globalen und kulturübergreifenden Aspekt sieht.(z,B, endete die Steinzeit je nach Kulturraum zu den unterschiedlichsten Zeiten) Das sollen sie aber auch nicht,da es sich um mathematisch definierte und nicht um epochale Einteilungen handelt.
    Um eine Epoche zu benennen und damit zu definieren bedarf es eines Begriffes, der zumindest den für die Epoche wesentlichen und bestimmenden Aspekt beinhaltet. Beim "Mittelalter" ist das nicht ganz geglückt;) und beim "langen 19.Jhdt " geht das völlig daneben.
    Wenn man schon einen Oberbegriff für diese Epoche sucht, so scheint "Hochkapitalismus" oder "Industriezeitalter" aus meiner Sicht der am besten geeignete, da er die prägenden Elemente dieser Epoche am ehesten umschreibt.
     
  6. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Aber weder Hochkapitalismus noch Industriezeitalter beschreiben das lange 19. Jahrhundert (1776/89 - 1917).
     
  7. zaphodB.

    zaphodB. Premiummitglied

    Mal abgesehen von der Frage,ob man den Zeitraum 1776/89-1918/45 tatsächlich als eine zusammenhängende Epoche definieren kann, würde ich das so nicht sehen und zwar aus folgenden Gründen:
    Hochkapitalismus: prägte m.E. im 19 Jahrhundert nicht nur das Wirtschafts-und Finanzwesen sondern war auch ein wesentlicher Antriebsmotor für die Bildung von Nationalstaaten (z.B.die dem dt,Reich vorausgehenden Zollvereine) und den Imperialismus/Kolonialismus
    Industriezeitalter: In diesem Zeitraum fand in vielen Teilen der Welt der Übergang von agrarisch geprägten Gesellschaften zu Industriegesellschaften statt.
     
  8. Kokoi1990

    Kokoi1990 Neues Mitglied

    Fragen zum "langen" 19. Jahrhunderts

    Hier ein paar Fragen die ich gerne beantwortet hätte ^^:rofl:!
    1) Erläutern Sie, warum und wie sich in Deutschland Anfang des 19. Jahrhunderts eine nationale und liberale Öffentlichkeit herausbildete ! Erläutern Sie dabei die Begriffe " NAtionalismus" und "Liberalismus"!

    2) Benennen Sie zentrale Ereignisse, die im Zusammenhang mit der deutschen Reichsgründung 1870/71 stehen! Begründen Sie Ihre Auswahl! Gehen Sie dabei auch auf die Frage ein, warum im Falle Deutschlands häufig von ein er NAtionalstaatsgründung "von oben " gesprochen wird!

    3) Vergleichen Sie die Auffassungen von NAtion und Nationalstaat in Deutschland und Frankreich im 19. Jahrhundert! ( Integraler Nationalismus; demokratischer Nationalismus).

    4)Stellen Sie Otto v. Bismarcks innenpolitischen Stil udn Politik dar! Wieos gelang die Integration weiter Bevölkerungskreise in die NAtion nicht? Welche Folgen hatte dies im weiteren Verlauf der deutschen Geschichte?

    5)Beschreiben Sie Bismarcks außenpolitische Konzeption!

    6) Grenen Sie die Begriffe " Imperialismus" und " Kolonialismus" voneinander ab und bestimmen Sie die Ursachen der imperialistischen Expansion mit den 1880er Jahren!
    7) Charakterisieren Sie die deutsche Weltmachpolitik unter Kaiser Wilhelm den zweiten im Vergleich zu Bismarcks Außenpolitik und im Vergleich zur imperialistischen Politik GB und der USA !

    8) Fassen sie die Gründe zusammen, die zum 1. Weltkrieg geführt haben! Unterscheiden Sie zwischen (kurzfristigen) Anlässen und (längerfristigen) Ursachen!

    9) Der 1. Weltkrieg war ein 2 moderner Krieg"! Erläutern Sie dies anhand von Beispielen!

    10) Markiert das " Epochenjahr" 1917 iher Meinung nach das ende des "langen " 19. Jahrhunderts oder den Beginn des " kurzen" 20 Jahrhunderts ? Erörtern Sie die Frage !


    Dies sind hier einige Fragen, bin dankbar wenn , manche davon beantwortet werden können, da ich nicht so viel Ahnung habe . :winke:
     
  9. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Hallo Kokoi

    Versuche doch mal zuerst die Fragen zu benatworten. Schreib zu jedem Punkt deine Ideen rein. Wir lösen hier keine Hausaufgaben, sind aber gerne bereit da zu helfen wo es notwendig ist.

    Also zu jedem Punkt zuerst deine eigene Ideen hinschreiben und dann sehen wir weiter.
     
  10. Kokoi1990

    Kokoi1990 Neues Mitglied

    Ja dat hab ich ja schon, also Stichpunkte, aber das sind nicht viele!! Der Lehrer bräuchte das aber schon am Donnerstag ! Naja ich schreib mal meine Stichpunkte morgen rein ! ^^
     
  11. Simius

    Simius Neues Mitglied

    Also zu 9 kann ich sagen, dass im ersten WK zum ersten Mal Panzer sowie Gas eingesetzt worden ist.
     
  12. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied

    Du wolltest uns doch deine Stichpunkte einstellen.
     
  13. yessheis

    yessheis Gast

    Das "lange" 19. Jahrhundert

    hallo :)
    ich wollte wissen, warum eigentlich das 19. Jahrhundert als das "lange" 19. Jahrhundert bezeichnet wird. Ich habe recherchiert, aber ohne Erfolg!
    könnte mir da jmd weiterhelfen?
    dankeschööön im voraus :)
     
  14. tela

    tela Aktives Mitglied

  15. hjwien

    hjwien Aktives Mitglied

    Im von Tela verlinkten Wiki-Artikel wird unter anderem auf Osterhammel, Die Verwandlung der Welt, hingewiesen. Ein sehr empfehlenswertes Werk.
     

Diese Seite empfehlen