Welche nicht-indogermanischen Elemente spielten eine Rolle i. d. Ethnogenese Persiens

Dieses Thema im Forum "Das Reich der Perser" wurde erstellt von Dr. Iotchev, 5. Februar 2008.

  1. Turandokht

    Turandokht Aktives Mitglied

    Meiner Meinung nach bleibt das alles sehr im Bereich der Spekulation und wirklich weiter kommt man nicht. Es mag Spaß machen, darüber ein bißchen zu "spinnen", aber das ist auch schon alles.
     
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ich schrieb bewusst von These und nicht von Theorie. Ich habe mich nie mit der Universalgrammatik und ihrer Akzeptanz befasst, kann daher auch nicht sagen, ob sie eher den Charakter einer Arbeitshypothese hat, oder ob sie den Stellenwert der Theorie, also einer allgemein anerkannten Lehre erreicht hat.

    Affixe (gibt ja mehr als nur das Suffix, z.B. auch das Infix, das Präfix und das Zirkumfix) gibt es praktisch in jeder Sprache. Sie eignen sich kaum als Klassifikationsmerkmal für Sprachverwandtschaft oder als Gegenbeweis für die Universalgrammatik, egal ob These oder Theorie.
     
  3. Dr. Iotchev

    Dr. Iotchev Neues Mitglied

    Es geht nicht darum OB es Affixe gibt, sondern welche verwendet werden... Zu sagen dass alle Sprachen Affixe haben ist eine Nullaussage, ist so selbstverständlich wie das alle Sprachen Konsonante und Vokale haben. Aber es ist ein Unterschied ob ich die Verkleinerungsform mit -chen und -lein bilde oder mit -tschük oder -ka oder was weiß ich noch. Die Grammatik ist nicht universell in Bezug auf die phonetische Erscheinungsform der verwendeten Affixe, auch wenn rein funktionell betrachtet verschiedene Affixe die gleiche Rolle in jeweils unterschiedlichen Sprachen erfüllen können.
     
  4. hyokkose

    hyokkose Gast

    Ja, das ist hundertprozentig sicher.
    Elamische Sprache ? Wikipedia
     
  5. Salar

    Salar Neues Mitglied

    Die Perser haben weniger wads von den Sumerern übernommen sondern sind eher stark gemischt mit Draviden und als letztes mit Mongolen und TÜrken die über das Land zogen.Das ist der Huptgrund warum viele Perser braun sind(dravidische einfluss) und oft Schlitzaugen auch haben(mongolische Einfluss) .Aber auch wenn es sich etwas witzig anhört hat die Sonne auch eine große Rolle mitgespielt durch Tausendjahre der anpassung an ihr Gebiet wurden die Perser natürlich auch durch die Sonne gebräunt.
     
  6. Hruga

    Hruga Neues Mitglied

    Das hört sich ein wenig so an, als hätten sie ihre Sonnenbräune an ihre Kinder vererbt? ;)
     
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  7. Turandokht

    Turandokht Aktives Mitglied

    Was willst du uns eigentlich mit all Deinen Posts sagen? Und wieso kommen jetzt plötzlich die Draviden ins Spiel? ;) (Dravidisch ist übrigens wieder bloß eine Sprachfamilie ....)
     
  8. Emirkan1989

    Emirkan1989 Gesperrt

    du beliebst zu scherzen oder ?
     
  9. Emirkan1989

    Emirkan1989 Gesperrt

    altpersisch hieß damals (p)arsi, man änderte es im laufe der zeit durch die arabisierung in (f)arsi um - da das arabische alphabet keinen buchstaben "p" besitzt. die persische sprache hat heute einen starken arabischen und türkischen einschlag, die arabischen und türkischen wörter liegen klar in dominanz zum altpersischen.

    man sollte hier auch erwähnen, dass das letzte persische reich (der sassaniden) im 6. jahrhundert von der geschichte getilgt wurde - und somit die toren öffnete für eine 400 jährige arabisierung. danach wurden die araber von den heranstürmenden turkstämmen abgelöst und diese herrschten über die perser in einer 1000 jährigen zeitspanne ununterbrochen.
     
  10. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ich will nicht behaupten, dass die hier skizzierte Sprachentwicklung, nicht stattgefunden habe, aber an dem fehlenden Buchstaben kann es nicht liegen, da das Persische bei der Arabisierung seiner Schrift diese wiederum dem eigenen Phoneminventar angepasst hat. Die persische Entsprechung des Lautes /P/ ist dieser Buchstabe:
    پ

    Das Persische verfügt über vier Buchstaben mehr, als das Arabische.

     
    Zuletzt bearbeitet: 3. Dezember 2008
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  11. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Der Iran wurde gerade nicht arabisiert, sondern behielt im Gegensatz zu den Völkern Vorderasiens, Ägyptens und anderen nordafrikanischen Völkern sowohl seine (persische) Sprache als auch seine von der arabischen abweichende Kultur. Dass Persien eine geraume Zeit zum arabischen Kalifat zählte, bleibt davon unberührt.

    Diese Tatsachen zeigen, dass sich die persische Sprache und Kultur aufgrund ihrer hohen Dominanz und Vitalität durchaus gegenüber den Arabern behaupten konnte.

    Die türkische Seldschukenherrschaft wurde in Persien von einer dünnen Erobererschicht getragen, die bereits im 12. Jh. zerfiel. Gleiches gilt für das Reich der Ilchane und der Timuriden. Es handelte sich jeweils nur um eine kleine Herrenschicht, von der die große Masse des persischen Volks ethnisch nur wenig berührt wurde.
     
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  12. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

    Vorab: Die Wiki ist im Bereich Iran und alles was damit zusammenhängt stark durchseucht von Nationalisten, z.B. User "Bundeswehr", usw. :motz:

    Es gibt auch hier, wie so oft, mehrere Ebenen. In der Differenzierung der Antwort, statt der Pauschalisierung liegt des Pudels Kern... ;)
    Sprachlicher Einfluss, kultureller Einfluss, ethnischer Einfluss, usw.

    Kulturell und vor allem religiös wurde Iran arabisiert, wobei vorarabische Elemente natürlich ebenfalls in die arabische Kultur aufgenommen wurden, Staatsgedanken, Hofhaltung, Herrscherbild, etc.. Wissenschafts- und Literatursprache wurde vorrangig arabisch. Persische Werke in großer Zahl übersetzt. Später erst besann man sich im Iran verstärkt auf die vorislamische Zeit, z.B. in Lyrik, in Chroniken, Stichwort Firdousi, wiewohl die stark iranisch beeinflussten Fürstenspiegel auch schon vorher in die arab.-iran. Historiographie eingeführt wurden. Dabei kam aber noch nicht ein "Proto-Nationalgefühl" auf, noch wurde dadurch ein Gegensatz zum Islam geschaffen, wie spätere Nationalisten es gerne rückwirkend sehen würden, nein, es geschah innerhalb des Systems Islam.
    Das erste mal, seit den Sasaniden, dass sich in breiten Bevölkerungsschichten Irans so etwas wie ein Gefühl von "Anderssein" innerhalb der islamischen Gemeinde breit machte, geschah erst im 16. Jh. unter den Safawiden, die den Iran in seinen heutigen Grenzen etwa vereinen konnten, und die vorher mehrheitlich sunnitische Bevölkerung schiitisierten; auch unter Zwang. Da sich die Menschen damals in prä-nationaler Zeit vorrangig religiös definierten (viele waren bilingual), ist es nun verständlich, warum der Iran erst ab da so richtig sichtbar einen Sonderweg innerhalb der islamischen Welt darstellte.

    Bitte zur "iranischen Renaissance" und einen kurzen Überblick über die Geschichte diese Online-Vorlesung mal reinziehen, 6. Stunde:
    http://www.geschichtsforum.de/372256-post18.html

    Sprachlich wurde Iran stark arabisiert, ca. 50% des Vokabulars. dazu nicht mehr als 10% türkische und darin auch ein kleinerer Teil mongolische Lehnwörter. Such mal hier im Thread, diese Frage hatten wir schon mal, wobei ich eine Untersuchung verlinkte, die aber im 18. Jh. endete.

    Ethnisch wurde Iran seit den Seldschuken stark von türkischen Stämmen durchdrungen, es gab mehrere Wellen, einerseits von Zentralasien, aber später auch vom Westen aus. Der Nomadismus im großen Stile wurde dadurch im Iran verbreitet, mit den typischem Gegensatz Städter und Nomaden, was zur Folge hatte, dass weite bäuerliche Landstriche verfielen. Wo die Nomaden dominant waren, zeig(t)en die türkischen Ortsnamen. So ist z.B. der Nordwesten Irans, also Südaserbaidschan türksprachig. (Nordaserbaidschan ist die ehemalige Sowjetrepublik und heute unabhängige Staat Aserbaidschan)

    Die türkstämmigen Ghaznawiden (10. Jh.) wurden in vielen Bereichen iranisiert, d.h. sie übernahmen von der hochstehenden persischen Kultur/Herrschaftsart sehr viele Elemente. Hof und Verwaltung nach dem iranischen Vorbild der Samaniden, Verwaltungssprache blieb arabisch. Diese Dynastie wurde aber im Gegensatz zu den nachfolgenden Seldschuken nicht von einer breiten türkischen Völkerwanderung getragen, sondern blieb nur in der Spitze des Reiches mit wenigen türkischen Elementen, ist also vor allem ein iranisches Reich.

    Die Seldschuken (11. Jh.) hingegen zeigten schon wesentlich mehr türkische Elemente aus Zentralasien (Land gehört nicht dem Herrscher allein, sondern im Prinzip der Sippe, usw.), die sie mit der höheren iranischen Zivilisation zu etwas neuem verbanden. Hofämter und militärische Positionen wurden an Türken vergeben, Hofsprache war persisch, Zivilbehörden und Beamte blieben Iraner, sobald die Seldschuken ihre auf die nomadisierenden Turkmenen basierende Macht gefestigt hatten, versuchten sie den Einfluss der Nomadenstämme zurückzudrängen, z.B. durch Waffensklaven-Armeen und Söldner (wie später auch die Osmanen). Sie drängten auch die Nomaden dazu, weiter im Westen zu weiden und zu kämpfen (Anatolien, Syrien, Kaukasus). Sie verstanden sich als Verteidiger des sunnitischen Islams und des Kalifen. Weite Teile des Landes wurden in Lehen eingeteilt, wo Militärs eingesetzt wurden, diese wurden später immer unabhängiger, so dass das Großreich fragmentierte.

    Durch den "Mongolensturm" (13. Jh.) und die damit einhergehende Plünderungen stark beschleunigte Zunahme des Nomadismus, während der Verwüstungswelle waren die Mehrzahl der mongolischen Reitersämme türkisch. Im Laufe der Zeit wurden die Mongolen daher durch die Türken absorbiert, langfristig wurde daher auch der Iran nicht mongolisiert, sondern türkisiert (ethnisch). Dadurch bis heute geschlossene türkische Besiedlungsgebiete, wie erwähnt im NW-Iran, Khorasan, südl. des Kaspischen Meeres, um die wichtigsten zu nennen. Diese Gebiete sind auch bis heute turksprachig, das persische wurde dort absorbiert, nachdem zuvor schon das mongolische absorbiert wurde. Ein heutiger Türke kann sich dort ohne größere Probleme unterhalten.

    Die späteren mongolischen Ilkhane (13. Jh.) iranisierten sich sehr stark, traten zum Islam über, wobei eine starke Zunahme des Volksislam (und des Sufismus) einherging, die Umwandlung des nunmehr von (turkmenischen) Nomaden genutzten Weidelandes gelang ihnen nicht, landwirtschaftliche Erträge gingen rapide zurück, unislamische Steuern wurden erhoben, die später trotz theologischer Kritik auch nicht wieder zurückgenommen wurden- Durch die Eroberung Bagdads wurde neben der islamischen Herrschaftslegitimation die nomadische Form hinzugesellt (kein fester Hauptsitz der Regierung, sondern mobile immer wechselnde Hoflager (türkisch ordu)). Diese nomadische Herrschaftspraxis blieb bis ins 16. Jh. bestehen.
    Die mongolischstämmigen Herrscher der Ilkhaniden führten auch wieder den seit den Sasaniden bestehenden Begriff Iran wieder ein, und diesmal nicht nur als geographischer Begriff, sondern als politischer Begriff und Reichsidee.

    Der wohl türkischstämmige Timur (15. Jh.), vereinigte dann nochmals, und das letzte mal den iranischen Kultur- und Sprachraum (der Eliten und Städter) in einem gewaltigem Reich, mit starker Zuneigung zur iranischen Kultur und dem Staatsverständnis eines Dschingiskhans, dem er nacheiferte.
    Nach seinem Tode zerfiel das Reich rasch, wie üblich bei Reitervolk-Reichen, und von Ostanatolien kam die turkmenische Stammeskonföderation der Kara Koyunlu (15. Jh), später der Ak Koyunlu und von Osten und Nordosten die türk. Usbeken, die Transoxanien und Khorasan eroberten.
    Mütterlicherseits mit Dschingiskhan verwandt, väterlicherseits ein Türke, zog später ein Sohn Timurs (Babur) nach Nordindien und gründete das Mogulreich.
    Die Reichsverwaltung unter Timurs Nachfolgern war das Resultat der nun schon seit langem bestehenden ethnischen Dichotomie von Iranern und Türken. Die oberste staatliche Behörde (diwan) war unter anderem für die Angelegenheiten der Armee zuständig, die sich weitestgehend aus Türken und türkisierten Mongolen zusammensetzte. Die Zivil- und Finanzverwaltung lag traditionell in den Händen der einheimischen Iraner. Daran änderten weder die Mongolen noch die Timuriden etwas, und so bestand eine separat vom obersten diwan arbeitende Finanzbehörde, deren Mitglieder wie erwähnt iranische Beamte waren.
    Wie oben schon erwähnt, begann zu Beginn des 15. Jh. eine Rückwanderungswelle türkischer Nomaden in den Iran, diesmal vom Westen, und zwar in drei Schüben.
    1. Die Kara Koyunlu, 2. die Ak Koyunlu, 3. die Kizilbasch, die mit Ismail als Führer das Reich der Safawiden gründeten.
    Die Vorfahren der Safawiden gründeten sich auf den sunnitischen Derwisch-Ordensgründer des Safi ad-Din, der von einer wohlhabenden Bauern- und Viehzüchterfamilie entstammte, die wohl kurdischstämmig war, jedoch zunehmend türkisiert wurde. Später wurde aus dem sunnitischem Orden ein militanter schiitischer Sufi-Orden.
    Ismail gründete nun also das Safawidenreich 1501, wobei die aus Ostanatolien mitziehenden türkischen Nomadenverbände nicht weiter Richtung Zentralasien ziehen konnten, da dort die Usbeken eine dauerhafte militärische Barriere bildete, für die nächsten Jahrhunderte.
    Dies führte in der Folge zu weiterem Streit um Weideland mit den Bauern und Städtern und vor allem auch untereinander, unter den zahllosen Stämmen, wodurch sich eine Transformation der Turkmenen ergab, um zu überleben: Sie wandelten sich von ursprünglich ökonomisch bedingten Gemeinschaften zu mehr oder weniger militärischen Zusammenschlüssen. Nur die politisch-militärische Oberhoheit über eine sesshafte Bevölkerung, die sie ernährte, garantierte das Überleben der Nomadenstämme in ihrer herkömmlichen Lebensform. Sie konnten im Übrigen auch nicht mehr in andere Richtungen weitergeleitet werden, wie zuvor, da sich im Westen das Osmanische Reich ausbreitete und ihrerseits die anatolischen Nomaden in das Reich integrieren wollte, damit sie Steuern zahlten, und auch dadurch die Kizilbasch regen Zulauf erhielten, da die anatolische Nomaden sich nicht integrieren lassen wollten.

    Diese Safawiden prägten dann auch den Iran maßgeblich in seiner bis heute gültigen geoggraphischen und inhaltlichen Form, da sie die Staatsreligion des Schiismus einführten - auch unter Zwang, und im Laufe der Jahrhunderte die Mehrheit der Menschen im Iran schiitisch wurde, was sie zuvor wie oben erwähnt nicht war. (Der 12er-Schiismus wurde im übrigen nun erst zu seiner Form ausgeprägt, die wir heute noch kennen.) Damit einhergehend ergab sich dann auch unter den einfachen Menschen erst dann ein Gefühlt des "Anderssein" eingezwängt in den Machtblöcken des sunnitischen Usbeken und Osmanischen Reiches, ein Gemeinschaftggefühl entwickelte sich, oberhalb des Stammes- und Clan-Zusammengehörigkeitsgefühl. Auch bei den Safawiden ergab sich eine Mischung aus iranischer Zivilisation und Kultur, türkischen Elementen, und arabischem Einfluss. So schrieb z.B. der iranische Schah dem osmanischen Sultan auf türkisch Schmähbriefe, und der türkische Sultan antwortete auf persisch zurück.

    Im übrigen stimmt es nicht, das die Türken 1000 Jahre ununterbrochen im Iran herrschten, es gab Unterbrechungen, nämlich z.B. die Ilkhaniden, die Afghanen und die Zandprinzen. 1925 endete die türkische Herrschaftsfolge iranischer Prägung, erst da gelang es der Zentralgewalt, die turkmenischen Stämme allmählich aus ihrer militärischen Machtposition zu verdrängen, was den Osmanen schon 500 Jahre zuvor gelang.

    Zitat Emirkan1989: "...türkischen wörter liegen klar in dominanz zum altpersischen."
    Dafür hätte ich gerne einen Beleg. Wäre mir nämlich neu.

    :winke:
     
    Zuletzt bearbeitet: 3. Dezember 2008
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  13. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Nach dem Tod des Propheten Mohammed stießen die islamisierten Beduinenstämme von der arabischen Halbinsel in die umliegenden Regionen vor und besiegten neben byzantinischen auch sassanidische Armeen. Dadurch bricht die Kotinuität der iranischen Geschichte ab. Die zunehmende Islamisierung bedeutete dennoch keineswegs das Ende der iranischen Kultur.

    Ganz im Gegenteil erfuhr die iranische Zivilisation innerhalb von zwei Jahrhunderten eine bedeutende Wiederbelebung wenn auch unter neuem religiösem Vorzeichen . Das zeigt sich bereits daran, dass ganz im Gegensatz zu Vorderasien und Nordafrika die persische Sprache erhalten blieb, was ein deutliches Signal dafür ist, dass die persische Identität dem arabischen Einfluss trotzte

    .In den politischen und kulturellen Zentren – Damaskus unter dem Kalifat der Umayyaden (661-750) und Bagdad unter den Abbasiden (750-1258)-spielten islamisierte Perser in der Verwaltung eine bedeutende Rolle.Die Umayyaden hatten bereits die sasanidische Hofetikette übernomen. Der persische Einfluß unter den Abbasiden wurden noch bedeutender:

    Aus der Aneignung der hellenistischen und iranischen Literatur - und Wissenschaftstradition enwickelte sich seitdem 8.Jh. die klassische islamische Kultur .

    Im 10. Jh. begann die politische Macht der Kalifen zu schwinden, von nun an regierte eine Vielzahl arabischer und iranischer Statthalterdynastien in weiten Teilen des Großreiches,
    deren Macht nur noch nominell vom Kalifen verliehen wurde . Zu ihnen zählt die persisch-schiitische Familie der Buyiden (932-1062) .Mit der Eroberung Bagdads im Jahr 945 brachte sie auch das Kalifat unter ihrer Herschaft.

    Eine Renaissance der bis dahin zurückgedrängten neupersischen Sprache und Kultur bewirkte die regionale Dynastie der Samaniden die ein goldenes Zeitalter darstellt..
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. Dezember 2008
  14. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

    was für Seiten zitierst du denn??? :eek:
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    Nun enttäuscht du mich aber, denn das bin ich gar nicht von dir gewohnt?
    (Ohne nun drauf einzugehen, ob es stimmt oder nicht. Ich habe mit einem Link bezgl. der iranischen Renaissance hingewiesen)
     
  15. Emirkan1989

    Emirkan1989 Gesperrt

    ich kann mich hier nur wiederholen, der eigentliche name leitet sich von der persischen provinz nähe shiraz ("p"ars: heute "f"ars) ab. nach der arabischen eroberung und arabisierung musste man den buchstaben (p)arsi in (f)arsi abändern, da die arabische sprache keinen (p) laut kennt.

    und dieser buchstabe پ ist persoarabisch, der existiert im arabischen originalalphabet nicht. im osmanischen gab es auch solche umschriften, wo man zusätzliche buchstaben formte.
     
  16. Emirkan1989

    Emirkan1989 Gesperrt

    das habe ich aber so nicht geschrieben, ich habe gesagt, arabische und türkische wörter liegen klar in dominanz zum altpersischen. ich hatte mal ein pdf-dokument von einem aserbaidschanischen geschichtsprofessor aus umriyeh iran, der sich mit diesem thema intensiv befasst hatte. ich werde mal schauen ob ich diesen artikel wiederfinde.
     
  17. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Sorry, ich vergaß den Quellenhinweis, da ich eilig fort musste und konnte auch meinen eigenen Senf nicht mehr dazu geben! ;)

    Zur Sache wäre noch folgendes zu sagen:

    Als das Sassanidenreich 642 n. Chr. von den Arabern zerstört wurde, blieb die Kultur der frühislamischen Zeit trotz der durch den Islam bedingten Änderungen (Bilderfeindlichkeit usw.) wesentlich in den Bahnen der sassanidischen Tradition. Daran änderten weder die vielen lokalen Dynastien etwas - Tahariden, Saffariden, Ghasnawiden, Bujiden -, noch die Mitte des 11. Jh. nachfolgenden Seldschuken. Erst die furchtbaren Zerstörungen durch den Einbruch der Mongolen um 1220 brachten einen tiefen Einschnitt.

    Die persische Kultur wies im Gegensatz zu den arabisierten Staaten stets ein starkes eigenständiges und nationales Gepräge auf, was mit darauf zurückzuführen ist, dass eben kein arabischer Staat mit arabischer Bevölkerung und arabischer Sprache entstand, sondern aufgrund der starken kulturellen Eigenständigkeit das persische Idiom und eine persische - keine arabische - Identität erhalten blieb.
     
  18. Parther

    Parther Neues Mitglied

    Das ist keine Selbstverständlichkeit, das ist schlicht falsch was du da sagst.

    Die Sprache hat sehr wohl was mit Herkunft der Menschen zutun vor allem wenn es darum geht die Herkunft der antiken Völker zu entschlüsseln. Du wirst mir recht geben dass es vor 3000-4000 die Menschen nicht im gleichen Still auswanderten wie sie es heute tun. Also sie kamen nicht als einzelne Individuen und beantragten auch keine Aufenthaltserlaubnis, sind nicht zu VHS um Sprachkurse zu belegen. Sie kamen als ganze Horden und Stämme und brachten ihre Sprachen, Götter, Mythen und Geschichte mit. Also eins solltest du unbedingt beachten: Wenn die Irischen, walisischen, baltischen, griechischen, slawischen, deutschen... Sprachen der sanskrit und den altiranischen Sprachen so verblüffend ähnlich sind dann kannst du getrost davon ausgehen dass diese Menschen -wenn auch lange her- ihre Wurzel irgendwann in den Osten in diesem Falle im iranischen Gebiet hatten.

    Als Beispiel biete ich dir eine irische Seite und ein Artikel von der Mutter der irischen Schriftsteller Oskar Wilde an worin sie eindeutig schildert wo die Iren herstammen nämlich aus dem Iran.

    http://www.libraryireland.com/AncientLegendsSuperstitions/Introduction.php
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. Dezember 2008
  19. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Was El Quichote sagen wollte, hast du möglicherweise falsch verstanden.

    Alle Völker dieser Welt haben Vorbevölkerungen assimiliert, die - aufgrund von Invasionen, Kriegen oder anderweitiger Dezimierungen - ihre Identität aufgaben. So haben z.B. die Türken Kleinasiens eine Vorbevölkerung überschichtet, die sich seit dem 3. Jahrtausend v. Chr. aus einer alten mittelmeerischen Komponente sowie nacheinander Hethitern, Lydern, Phrygern, Persern und Griechen gebildet hatte. Im Laufe der letzten 1000 Jahre haben die Türken Kleinasiens diese kleinasiatische Vorbevölkerung weitgehend assimiliert und es entstand daraus das türkische Volk, wie wir es heute kennen.

    Die von mir oben geschilderten Überschichtungsprozesse und Assimilationsvorgänge gab es selbstverständlich auch im Rahmen antiker Völker. So haben z.B. die um 1200 v. Chr. auf die Apenninhalbinsel einwandernden Indoeuropäer die dort vorhandene Vorbevölkerung überschichtet, die uns zum Teil sogar namentlich überliefert ist: Ligurer, Illyrer, Veneter, später noch Etrusker und an den Küsten Süditaliens Griechen. Die daraus folgende Ethnogenese führte zunächst zum "römischen Volk" auf der Apenninhalbinsel bzw. später zu den heutigen Italienern, die zudem noch Elemente der Völkerwanderung wie Goten und Langobarden aufsogen. Ähnliche Vorgänge gab es auch in Griechenland, auf den Britischen Inseln, in Spanien und anderswo.

    Wenn diese Sprachen ähnlich sind, dann liegt das daran, dass es sich um die indoeuropäische Sprachfamilie handelt, von der mann annimmt, dass ihre Träger einst - d.h. bis etwa 3000 v. Chr. - eine Einheit gebildet haben. Die Indogermanistik hat demzufolge eine indoeuropäische "Grundsprache" erschlossen, die jedoch hypothetischen Charakter hat.

    Wo allerdings die so genannte "Urheimat" der Indoeuropäer lag, ist bis heute umstritten und es gibt keinen schlüssigen Beweis für die Vielzahl von Hypothesen und Vermutungen. Eine Mehrzahl neigt der Meinung zu, dass die ursprünglichen Sitze der Indoeuropäer in Südrussland gelegen haben. Andere Hypothesen nennen Anatolien (z.B. Colin Renfrew), den Balkan, Mitteleuropa und Zentralasien.

    Wikipedia sagt dazu:

    http://http://de.wikipedia.org/wiki/Indogermanen

    Dass die "Urheimat" der Indoeuropäer im Iran gelegen hätte, behauptet hingegen kein seriöser Wissenschaftler.
     
  20. Parther

    Parther Neues Mitglied

    Lieber Dieter,

    Ein Factum ist unumstritten nämlich die Tatsache dass die geschichtlich signifikanten Völkerwanderungen damals ausschliesslich eine Ost-West Richtung hatten. Das heisst nichts anderes als dass die teilweise verblüffenden Ähnlichkeiten der meisten europäischen Sprachen mit den iranischen Sprachen daher rühren dass iranische Völker in grosser Anzahl und periodisch Europa neubesiedelt haben. Die Sprache also kommt aus dem Osten und daran gibt es keinen zweifel was man übrigens von der Wikipedia nicht behaupten kann. Wikipedia kommt für mich persönlich als seriöser Anbieter von Fakten insbesonere solch komplexe überhaupt nicht in Frage da fast jeder daher kommende die Dinge dort editieren könnte. Das soll nicht überheblich klingen aber fast alle europäische Völker haben irgendwo ihren Ursprung im Osten und überwiegend im alten Iran. Die Iranischen Völker wurden unterschieden in Nieder- und Hochiranier. Die Niederiranier waren die Skythen (Saken, Parther, Sogdier, Baktrier...) und Sarmaten (Alanen, man sagt sogar Meder) die nördlich des kaspischen Meer die Gebiete von der Ukraine bis Kashmir und Kleinasien besiedelten. Noch heute sind die Osseten an der Grenze Georgien direkte Nachfahren der iranischen Alanen, verwandte der Sarmaten. Die Russen, Serben, Polen und die meisten baltischen Völker haben ihre Wurzel in Sarmatien gehabt. In Polen gab es lange Zeit eine aristokratische Bewegung der "Sarmatisten" die sich wegen ihrer iranischen Herkunft als etwas besseres hielten und sich idiotischerweise isolierten.

    Die Hochiranier waren die Perser die das mitteliranische Hochland besiedelten von denen gesagt wird dass auch sie im Grunde von den Skythen abstammen und sich nur sehr früh von Ihnen abspalteten um gen Süden zu ziehen.

    Wie dem auch sei, da gibt es genügend Material die das alles Belegen. Dr. Donaldson, Dr. Shepperd, Dr. Derakhshani... und etliche andere haben das alles plausibel erklärt. Du kannst also getrost davon ausgehen dass die Anfänge der abendländischen Zivilisation so wie du sie heute kennst ohne die Auswanderung der iranischen Stämme richtung westen garnicht möglich gewesen wäre. Sie haben ihre Sprache, ihre Götter, ihre Gene und ihre Lebensart mit nach Westen also nach Europa gebracht.
     

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