Welche nicht-indogermanischen Elemente spielten eine Rolle i. d. Ethnogenese Persiens

Dieses Thema im Forum "Das Reich der Perser" wurde erstellt von Dr. Iotchev, 5. Februar 2008.

  1. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Hast ja Recht, @Timo. Mich macht es einfach zornig, wie ein Neuling mit kruden Behauptungen kommt, mit denen er anderswo schon aufgelaufen ist und verdiente Forenmitglieder wie @Dieter, die sich viel Mühe mit einer Antwort geben, abqualifiziert.

    Aus einer niederdeutschen Urkunde von 1420:
    Wenn @Parther mir das übersetzt und die "sehr ähnliche" niederiranische Version liefert, nehme ich meine Vorwürfe gern zurück.
     
    Zuletzt bearbeitet: 5. Dezember 2008
  2. Parther

    Parther Neues Mitglied

    Lieber Timo, Althochdeutsch sowie Altniederdeutsch sind Sprachen die noch von Menschen wir du gebraucht und verstanden werden können. Sie sind nicht ausgestorben. Die altniederiranische sind teilweise gänzlich ausgestorben. Diese sprachen spricht keiner mehr im iranischen Gebiet und daher kann ich deine Althochdeutschen Sätze nicht ins altpersische (Althochiranisch) übersetzen. In Pahlavi oder Sanskrit kann man Altniederiranische und Althochiranische Komponente erkennen jedoch spreche ich persönlich weder Pahlavi noch Sanskrit. Ist übrigens auch nicht relevant. Relevant ist dass die die diese Sprachen studiert haben die wirklich bestehenden Ähnlichkeiten festgehalten haben.

    Würdest du bitte freundlicherweise das althochdeutsche ins deutsche übersetzen?
     
  3. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

  4. Parther

    Parther Neues Mitglied

    Ob du nun zornig, zickig, böse,... oder was auch immer bist, das interessiert mich eher weniger. Du kannst meine Theorien die übrigens nicht meine allein sind akzeptieren, oder darüber diskutieren wie ich es hier auch gemacht habe. Du aber bist gar nicht in der Lage diesen korrekten Weg zu gehen. Dich interessiert eher das persönliche, wer bist du eigentlich? Wo sind wir hier denn? Also kriege dich wieder ein und vergiss nicht hier ist kein Kriegsfeld, ein Dieter wird nur in eine Diskussion verwickelt, nicht mehr nicht weniger. Er braucht weder dich noch sonst wen um sich zu verteidigen. Hier wird nicht scharf geschossen und du bist hier weder der Sherif noch kann ich mich daran erinnern dass Dieter nach einen Advokaten gerufen hat. Wenn du diskutieren möchtest, tu das aber tu es ordentlich und nicht wie ein 12 jähriges Kind der zu oft "good fellas" geschaut hat.

    Gruss
     
    Zuletzt bearbeitet: 5. Dezember 2008
  5. Parther

    Parther Neues Mitglied

    Würdest du bitte verstehen dass die Dinge die du hier postest mit dem was ich sage nichts zutun habe? Würdest du bitte auch verstehen dass nur weil dir ein Beitrag gefällt dieser keine Allgemeingültigkeit für alle anderen besitzt? Ich kenne den Verfasser nicht er kann recht haben, er kann auch daneben liegen aber wer ist das von dem du meinst dass ich seine Beiträge unbedingt lesen und noch dazu als gottgegeben akzeptieren sollte? Ein neuer Gott der Sprachwissenschaften?


    Danke schön :)

    PS: In dem Link den du angeboten hast ist da von Regelmässigkeiten die Rede wenn es darum geht Sprachen und ihre Verwandschaften zu erklären. Damit bin ich einverstanden. Die selben Regelmässigkeiten bestehen z.B zwischen der Niederiranischen und Hochiranischen Sprachen inklusive Sanskrit mit allen keltischen Sprachen und am deutlichsten mit Walisisch gefolgt von Irisch und Bretonisch. Da sind oft nur die "w", "h" und "s" durcheinander geworfen wurden ansonsten ist vieles sehr ähnlich.
     
    Zuletzt bearbeitet: 5. Dezember 2008
  6. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

    Nö, du zeigst nur in einigen Teilen deiner Antworten, dass du anscheinend nur ein oberflächliches, aus dem Internet gezogenes Wissen der Materie hast.

    Deshalb war es als Tipp gedacht, dein Grundstock an Wissen zu aktualisieren und an die internationale Forschungslehre anzunähern. Damit tust du dir selber einen Gefallen, weil du dann ernstzunehmender diskutieren kannst.

    Wenn du es hingegen vorziehst, dass man weiter eher über deine Aussagen (nicht über dich persönlich!) schmunzelt, dann wundere dich künftig nicht über das Feedback hier.

    Es ist deine Entscheidung. Du hast hier nicht nur Laien vor dir, wie in fast allen anderen Foren, sondern Professionelle oder Mitglieder, die Professionelle befragen könnten. Das soll nichts heißen, und auch ein Laie kann korrektes schreiben, allerdings erkennen Professionelle oft leichter schiefe oder veraltete Argumentationsweisen, da sie manchmal jahrzehntelang sich in dieser Materie bewegen.
     
  7. Parther

    Parther Neues Mitglied

    Na den ersten Teil nehm ich gar nicht so ernst weil du offensichtlich selbst ein grundlegendes Problem mit der Oberflächlichkeit hast. Das geht nur dich was an, mich interessiert das weniger. Was mich eher interessiert ist: In wie weit hast DU der so gross redet zur Diskussion beigetragen. Überhaupt nicht. Das ist ein fakt. Du hast hier ein Link reingesetzt und darin war ein Beitrag eines Users zu lesen der hier als gast eingetragen ist. Das sind Dinge die du unbedingt beachten solltest bevor du Wörter wie Professionalität und Forschungslehre in den Mund nimmst. Wenn all die Professionellen die du hier grosskotzig ansprichst genauso viel zu sagen haben wie du selbst dann kann ich dir leider sagen dass es mir nicht Bange seien sollte denn du sagst ja absolut gar nichts. Ich kann euch aufzählen, die meisten von euch haben bislang zum Thema NULL zu sagen gehabt. Ihr vergeudet eure Zeit damit einen neuling den ihr offensichtlich nicht zurechtweisen in der Lage seid, zurecht zu weisen. Das ist weder ein Zeichen der Professionalität noch ein Zeichen eines hellen und aufmerksamen Verstandes. Meine Beiträge müssen nicht von dir oder deinesgleichen ernstgenommen werden, für mich persönlich geht es darum zu sehen ob du und konsorten genug Wissen mitbringt um von mir ernstgenommen zu werden. Du kannst tun und lassen was du willst, dein feedback -ob positiv oder negativ- ist mir kaum wichtig. Noch nicht. Du hast aber die Chance dich zu beweisen.
     
  8. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    @Parther, lass es dir noch einmal in aller Sachlichkeit erklären: Du vertrittst hier eine Theorie, die du vielleicht persönlich liebgewonnen hast, die aber nichts, rein gar nichts mit dem modernen Forschungsstand zu tun hat. Die von dir gescannten Buchausschnitte stammen aus einer Zeit, als die Orientalistik noch in den Kinderschuhen steckte. Man wusste da noch nichts von den Sumerern und kannte die Keilschrift erst in Ansätzen. Kein ernstzunehmender Linguist oder Historiker wird heute behaupten, die europäischen Sprachen leiten sich direkt von den iranischen her.

    Das wird auch dadurch nicht wahrer, dass du es als dein Glaubensbekenntniss wiederholst. Wer wissenschaftliche Theorien verfechten will, die einer Mehrheitsmeinung entgegenstehen, hat die Bringeschuld der Beweise. Und sollten diese stichhaltig sein, werden sie auch wahrgenommen.

    Deine Argumentationsweise erinnert mich freilich eher an einen fundamentalen Kreationisten, mit dem ich mich über Evolution und Geologie unterhalten würde.
     
  9. Themistokles

    Themistokles Aktives Mitglied

    Der "Gast Hyokkoe" war hier lange Zeit aktives Mitglied und Moderator, der sich in Diskussionen durch Sachlichkeit und große Literaturkenntnisse (von aktuellen Texten nebenbei bemerkt) auszeichnete. Vor kurzem hat er seinen Account zum Bedauern vieler gelöscht, weshalb seine Beiträge als Gasteinträge aufgeführt sind (es sind derer übrigens weit über 10.000, Dir könnten also noch oft welche begegnen).
    Das kannst Du natürlich nicht wissen und deine Skepsis ist somit verständlich.

    Es geht übrigens auch nicht nur darum, wie viel Zeit seit 1860 vergangen ist, sondern auch wieviele Jahre zuvor schon zu den Themen herausgefunden wurde. Vieles steckte damals noch in den Kinderschuhen und konnte so nur schwer richtig einsortiert werden. Bedenke dies bitte.

    Noch ein kleiner Tipp: Versuche deutlich zu machen, was Du mit "sehr ähnlich" meinst. Es gab hier schon Leute, die wirklich meinten Sprecher einer Sprache könnten ohne größere Probleme eine völlig andere Sprache verstehen (z.B. Ungarisch und Sumerisch) und in solchen Fällen ist die Übersetzungsaufgabe eine gute Variante solch eine These zu prüfen. Auch bei mir entstand der Eindruck, du wolltest eine ähnlich große Gleichheit zwischen Altiranisch und Deutsch postulieren und ich kann deshalb nachvollziehen, dass 2 Mitglieder Dich mit diesen Texten herausgefordert haben. Weil sie womöglich ähnlich anders deuteten als Du es meintest.
     
  10. Tekker

    Tekker Gast

    [offtopic]

    :nono:

    Ich würde mir wünschen, zukünftig nicht mehr über solche sprachlichen "Besonderheiten" stolpern zu müssen. :S

    [/offtopic]
     
  11. timotheus

    timotheus Aktives Mitglied

    Möglicherweise haben wir tatsächlich aneinander vorbeigeredet, aber ich muß dennoch noch etwas dazu anmerken...

    Das ist falsch; und zwar in zweierlei Hinsicht.
    1. Althochdeutsch wird seit etwa 1000 Jahren von niemandem mehr gesprochen, Altniederdeutsch hat seit etwa 750 Jahren keine aktiven i.S.v. nativen Sprecher mehr. Damit sind diese Sprachen ausgestorben.
    Anm.: Was das Verstehen betrifft, so sind Leute wie ich - ich bin nämlich lediglich Hobbyhistoriker und kein Sprachwissenschaftler - größtenteils auf Arbeiten von entsprechenden Fachleuten angewiesen, da ich zwar den einen oder anderen Satzteil noch einigermaßen verstehen kann bzw. erkennen kann, was dieser in etwa aussagt, bei anderen Satzteilen aber nahezu gar nichts verstehe - Bsp.: Ohne die von Sprachwissenschaftlern erarbeitete Übertragung wüßte ich nicht, daß der althochdeutsche Satzteil dat sih urhettun ænon muotin im heutigen Deutsch daß sich Streiter allein begegneten (von dat sih -> daß sich vielleicht einmal abgesehen).
    2. Darüberhinaus stamme ich aus dem Hochdeutschen Sprachgebiet - genauer dem Oberdeutschen Sprachgebiet in Nachbarschaft zum Mitteldeutschen Sprachgebiet - und verstehe weder bei aktuellen Dialekten im Niederdeutschen Sprachgebiet besonders viel von dem, was gesprochen wird, noch vom Mittelniederdeutschen oder gar vom Altniederdeutschen.
    Anm.: Wir sprechen dabei bzgl. dieser Sprachgebiete stets von Dialekten, da die deutsche Schriftsprache (Standardhochdeutsch, oftmals umgangsprachlich als Hochdeutsch bezeichnet - was aber linguistisch unkorrekt ist) eine Kunstschöpfung der Neuzeit ist. Hochdeutsch und Niederdeutsch bezeichen bzw. beschreiben genaugenommen keine Standardsprachen, sondern Sprachvarietäten.

    Siehe oben :fs:
    Es gibt mit Sicherheit Forschungsarbeiten auch bspw. zum Altpersischen, wo man sich entsprechend für Übertragungen bedienen kann.

    Im Rahmen der indogermanischen bzw. indoeuropäischen Sprachfamilie bestreitet dies sicherlich niemand.
    Alles, was darüber hinausgeht, erscheint jedoch anhand den Klassifikationen und Ableitungen, welche die Indogermanistik vorgenommen hat und welche zudem als internationaler Standard anerkannt sind, äußerst weit hergeholt - um es noch vorsichtig auszudrücken: Altiranische Sprachen gehören zur Untergruppe/-familie der Iranischen Sprachen und damit zum indoarischen Zweig, Sprachen wie Althochdeutsch und Altniederdeutsch - korrekt müßten wir wie erwähnt althochdeutsche Dialekte und altniederdeutsche Dialekte sagen bzw. schreiben - gehören zur Untergruppe der Westgermanischen Sprachen und damit zum germanischen Zweig.

    Kein Problem; allerdings ist das nicht meine Übersetzung, sondern eine von Sprachwissenschaftlern vorgenommene Übersetzung:
     
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  12. Artabanos

    Artabanos Neues Mitglied

    Natürlich nicht nur für Semiten, ich hab sie als Beispiel genommen weil es bei ihnen eindeutig ist.

    Ihre nicht Semitischen Nachbarn sind durch ihre in Relation, weit entfernte Verwandtschaft klar verschieden. Im Iran z.b. gibt es sehr wenig Semitische „Genspuren“, bei Persischen Gruppen fast garnicht.

    Ich habe aber die Semiten deshalb als Beispiel genommen weil in ihrem ursprünglichen Zentrum, im gebiet Jemen/Saudi-Arabien ~80% der männlichen Personen zu einer Haplogruppe gehört. Dies spricht für sich.
     
  13. timotheus

    timotheus Aktives Mitglied

    Das zeigt aber nicht mehr, als daß 80% der männlichen Personen im Gebiet Jemen/Saudi-Arabien eben relativ eng miteinander verwandt sind. Welche Sprache ihre Vorfahren gesprochen haben - geschweige denn, ob sie eine semitische Sprache gesprochen haben -, läßt sich daraus allein ebensowenig ableiten wie die Kultur, welche sie hatten.
    1. Was ist mit den übrigen 20% - sind das eindeutig keine Semiten?
    2. Wie sieht es bei den weiblichen Personen aus?
    3. Wie sieht es mit Semiten in anderen Gebieten aus (Jordanien, Syrien, Libanon, Israel, Irak, Ägypten, ... oder - ganz gemein - Malta)?
    4. Wie sieht es bzgl. genetischer Verwandtschaft zwischen Semiten in anderen Regionen und deren nichtsemitischen Nachbarn aus?

    Vgl. dazu auch den zugegebenermaßen recht kurzen Artikel Haplogruppe ? Wikipedia

    Anm.: Ich hatte bei meinen vorherigen Beitrag geschlossen, wir würden dabei übrigens über ein anderes Gebiet weiter nördlich sprechen, welches in etwa dem Fruchtbaren Halbmond plus benachbarter Regionen entspricht. Dort wird das Verbreitungsgebiet semitischer Sprachen nämlich von nichtsemitischen Nachbarsprachen tangiert.

    Dem möchte ich zwar nicht bzgl. Genspuren widersprechen, aber eine Sache noch einmal deutlich anmerken: es gibt keine semitischen Genspuren, sondern bestenfalls Genspuren aus einer Großregion, in welcher heute mehrheitlich Menschen leben, welche eine semitische Sprache sprechen. Ich wiederhole mich: Welche Sprache ihre Vorfahren gesprochen haben - geschweige denn, ob sie eine semitische Sprache gesprochen haben -, läßt sich daraus allein ebensowenig ableiten wie die Kultur, welche sie hatten.
    Im vorliegenden Fall meinst Du damit wahrscheinlich Genspuren aus dem genannten Gebiet Jemen/Saudi-Arabien.
    Nochmals: genetische Verwandtschaft - i.S.v. biologisch-genetischer Verwandtschaft von Menschen - und sprachliche Verwandtschaft - i.S.v. linguistisch-genetischer Verwandtschaft von Sprachen - sind zwei verschiedene Dinge.
     
  14. Artabanos

    Artabanos Neues Mitglied

    @timotheus

    Die Semiten sind klar ethno-kulturell fassbar. Ihre ethnische Zugehörigkeit wird eben auch durch die Genetik definiert.

    Ja, diese Populationen sind entweder später eingewandert oder haben zu einer Urbevölkerung gehört. Es ist ja nicht so dass diese 20% nur etwas weniger mit den 80% verwandt sind, sie sind so verschieden das sie aus Afrika oder Europa stammen könnten.

    Nicht sehr nützlich für diese frage da weibliche Populationen meist viel stärker durchmischt sind was ihre Genmarker anbetrifft. Noch mal; Ich habe dieses Beispiel aufgeführt weil es eines der wenigen ist die sehr eindeutig sind.

    Ab den von dir aufgeführten Ländern nimmt die Konzentration der Semitischen Genspuren stark ab, dort wird nicht mal ein 50% Anteil erreicht. In Ägypten und dem gebiet Syrien, Libanon, Irak gibt es jeweils Populationen die klar verschieden sind.

    Dank der Juden in Europa und den Arabern in Nordwest Afrika kann man verschiedene Expansionen der Semitischen Gruppe auch Genetisch nachweisen. Diese Genspuren wurden ausschließlich von der Kulturell und linguistisch klar identifizierbaren Gruppe der Semiten verbreitet und deshalb ist es gerade in diesem fall einfach die Semiten, Kulturell, Linguistisch und sogar ethnisch/Genetisch zu erfassen.
    Wenn du mich fragen würdest z.B. die Indo-Germanischen Gruppen Genetisch klassifizieren wäre das eine ganz andere Sache, da hab ich keine antwort weil die Fakten nicht so nahtlos ineinander übergehen.
     
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  15. Parther

    Parther Neues Mitglied

    Soweit ich weiss liegt das eigentliche Heimat der Semiten in Yemen und Süden von Saudi Arabien. Mesopotamien, Syrien, Libanon, Palästina jedoch sind arisches Gebiet und auch die Menschen dort haben genetisch mit den Semiten aus Yemen und Saudi Arabien nichts zutun auch wenn sie alle arabisch also eine semitische Sprache sprechen. Die Palästinenser sind Nachfahren der iranischen Phillister, ansonsten war das Gebiet der heutigen Syrer und Libanesen, Jordanier von Iraniern aus dem Stamm der Amur (aus Amu darya) bewohnt die schon sehr früh aus dem südlichen und östlichen Küstenregionen des kaspischen Meer nach westen zogen. Im alten Testament und generell bei den Israeliten ist immer von einen Feind die rede nämlich von den Amoriten (Amurriter) womit genau die Iranier aus Stamm der Amur gemeint waren. Sie wollten sich den Hebräern und deren Könige nicht unterwerfen weil sie sie als Eindringlige ansahen. In Wirklichkeit war es so dass die Gebiete die heute als semitisch deklariert werden in Wahrheit zuerst von Iraniern und insbesondere die Amoriten besiedelt waren und die Semiten erst ca. 300 Jahre später aus dem Süden dorthinkamen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 6. Dezember 2008
  16. Beetlebum

    Beetlebum Neues Mitglied

    Wir sind hier keine Missionierungsanstalt und werden niemanden, der auf seiner Ansicht beharrt, "bekehren". Wir können jedoch auf die Sachlage und den Forschungsstand hinweisen, damit weniger beschlagene Leserinnen und Leser haltlose Theorien als das erkennen, was sie sind: Fantasieprodukte, die sich auf nicht mehr berufen können, als auf zwei englische Sprachwissenschaftler der 1860er-Jahre (hoffnungslos veraltet) und einen rezenten iranischen Forscher (hoffnungsloser Außenseiter). Ihnen gegenüber stehen die heutigen Fachwissenschaften.

    Die Normannen sind in Nordfrankreich eingewandert und haben dort die französische Sprache übernommen. Also ein französischsprachiges "Volk" - was verrät uns das über die Herkunft der Normannen? Nichts.

    Dieser Schluss ist nicht zwingend, man kann es genau so gut umdrehen: die Altiraner und Sanskrit-Sprecher hatten ihre Wurzel irgendwo im Westen, z.B. im irischen Gebiet. Nicht dass ich das (Irland) glauben würde, in der Forschung werden andere Gegenden diskutiert. Der Iran kommt da übrigens nicht vor, außer bei Jahanshah Derakhshani, der in der wissenschaftlichen Debatte selbst auch keine Rolle spielt.

    Die Behauptung, es handle sich um ein "unumstrittenes Factum", ist objektiv falsch. Ob es dir gefällt oder nicht: Außer wenigen Außenseitern vertritt niemand deine Iran-These. Sie ist also alles andere als "unumstritten", egal welchen Maßstab man anlegt, und egal, ob man selbst ein Anhänger der Iran-These ist oder nicht.

    So plausibel, dass die Forschung nichts davon wissen will.

    Auf die Tatsache, dass Einstein auch in der heutigen Physik noch in Ehren gehalten wird, während von Donaldson und Sheppard in der Geschichts- und in der Sprachwissenschaft niemand spricht, ist bereits hingewiesen worden:

    Diese Behauptung ist falsch, wie ebenfalls bereits dargelegt:

    Auf diesen unangenehmen Sachverhalt gehst du jedoch lieber gar nicht erst ein. Stattdessen behauptest du Folgendes:

    Der lateinische Begriff Palästina leitet sich von den Philistern her und die Palästinenser wiederum sind nach "Palästina" benannt - Nachfahren der Philister sind sie jedoch nicht. Abgesehen von einigen schlecht informierten arabischen Nationalisten behauptet das niemand. Ebensowenig waren die Philister "iranisch" - sie sind aus dem ägäischen Raum (Kreta) in die Levante zugewandert. Iranische Nationalisten wiederum dürfte das allerdings nicht stören, weil im ägäischen Raum ja angeblich ohnehin lauter Iranier ansässig waren. Überflüssig zu erwähnen, dass die Fachwelt ganz anderer Ansicht ist.

    An diesem Beispiel zeigt sich in wünschenswerter Klarheit die "Methode", nach der hier vorgegangen wird: Es gibt in Syrien die Amurru (seit dem 23. Jahrhundert vor Christus bezeugt!) und im Iran den Amu darya (erst lange nach dem 23. Jahrhundert bezeugt!) - das kann kein Zufall sein, folglich muss es eine Verbindung geben (die natürlich darin besteht, dass die Amurru ausgewanderte Iraner waren). In der Sprachwissenschaft werden solche willkürlichen Herleitung als Kling-Klang-Etymologie bezeichnet. Man braucht kein "neuer Gott der Sprachwissenschaft" sein, um zu erkennen, warum es so nicht geht: Auf diesem Weg kann beliebige Zusammenhänge zwischen ähnlichklingenden Wörtern herstellen. Ein analoges Beispiel: Es gibt in Griechenland den Ort Nemea (in der Antike ein wichtiger Verehrungsort des Zeus) und in Japan den Ort Nemuro (auf der Insel Hokkaido) - das kann kein Zufall sein, folglich muss es eine Verbindung geben (die vielleicht darin besteht, dass Griechen von der Peloponnes nach Hokkaido ausgewandert sind und Nemura gegründet haben). Jeder kann mit Hilfe eines Atlanten beliebig viele "Etymologien" dieser Art aufstellen und sich auf dieser Basis eine eigene Weltgeschichte zusammenbasteln. Nur sind diese Herleitungen dann eben auch beliebig. Mit Wissenschaft hat das nichts zu tun. Dasselbe gilt für die Vorgehensweise, den heutigen Forschungsstand mit einer saloppen Bemerkung ("Da sind nur einige gekommen die anderer Meinung waren") beiseite zu wischen. Wer so leichtfertig den Forschungsstand ignoriert, hat eigentlich keinen Anspruch darauf, selbst nicht auch ignoriert zu werden. Im Sinne des Eingangsstatements wird es dennoch nötig sein, weiter zu posten: Um auf Sachlage und Forschungsstand hinweisen.
     
  17. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Die von dir genannten Regionen sind keineswegs "arisches Gebiet", sondern seit dem 3. Jahrtausend v. Chr. von Kanaanäern, Akkadern, Assyrern, Amoritern und anderen semitischen Stämmen besiedelt. Seit etwa 1600 v. Chr. kamen die ebenfalls semitischen Aramäer hinzu, die kulturell und sprachlich großen Einfluss erlangten

    Arische Einflüsse werden lediglich seit etwa 1600 v. Chr. im Mitanni-Reich vermutet, wo möglicherweise eine kleine arische Herrenschicht Einfluss erlangte.

    Philister gibt es erst seit dem 12. Jahrtausend v. Chr., als sie im Rahmen der Ägäischen Wanderung (Seevölkerwanderung) im heutigen Gaza-Streifen siedelten. Die Philister waren natürlich keinewegs "iranisch", sondern zählten zu den so genannten "Seevölkern", die vermutlich aus dem ägäischen Raum, aus Westanatolien oder sogar aus Regionen nördlich des Balkan stammen.

    Philister ? Wikipedia
     
  18. Tekker

    Tekker Gast

    Ich bin mir nicht ganz sicher, lieber Dieter, ob das Mitglied Parther das o.g. in einem linguistischen Sinn meinte... :grübel:
     
  19. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Egal, wie er das meinte: im Raum Syrien/Mesopotamien/Palästina gab es keine indoeuropäischen Stämme bzw. Invasoren und es waren auch keine indoeuropäischen Sprachen verbreitet. Ausnahmen bildeten - wie oben beschrieben - lediglich die Philister, die ab 1200 v. Chr. im heutigen Gaza-Streifen siedelten und eine lediglich vermutete dünne Herrenschicht im Mitanni-Reich, für die einige spärliche Sprachfragmente sprechen könnten.

    Indoeuropäische Stämme waren hingegen ab etwa 2000 v. Chr. die Hethiter in Kleinasien und ab etwa 1500 v. Chr. die Indoarier in Nordindien und die iranischen Stämme im Raum des heutigen Iran.
     
  20. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Semite ist, wer eine semitische Sprache spricht - das hatten wir analog auch schon bei den Germanen diskutiert.

    Extensive Female-Mediated Gene Flow from Sub-Saharan Africa into Near Eastern Arab Populations
    Danach hat der Sklavenhandel deutliche genetische Spuren hinterlassen, allerdings fast ausschließlich in der weiblichen Linie.
     

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