Gerade bei den Germanenkriegen oft nicht. Man denke an das Streitgespräch zwischen Arminius und Flavus sowie weitere, noch fantasievollere Details,Tacitus ist insgesamt nüchterner und schon deswegen realistischer.
Du ignorierst geflissentlich den ersten Satz meines Beitrags:
Bei Tacitus weise ich schon auf Widersprüche hin oder darauf, dass etwas konstruiert ist (Reden, Träume),
Komisch, dass in allen wichtigen Quellen die Geschichte von Segestes erzählt wird, bei Tacitus ganz klar mit Segestes als Urheber der Story, dieser Name bei Cassius Dio aber ausfällt und Segimer, der sonst nicht vorkommt, hier plötzlich namentlich erwähnt wird, die Story hat bei Cassius Dio kaum noch einen Sinn, sie ist ein "unmotiviertes" Rudiment der früheren Geschichte.Aber nur weil Du davon ausgehst, Cassius' Segimer-Geschichte sei eine Umgestaltung der Segestes-Geschichte. Außer dass jeweils zusammen mit Varus gespeist wurde, haben die beiden Geschichten aber nichts miteinander gemein. Außerdem berichtet auch Cassius von Warnungen, aber ohne Namen zu nennen. Ich sehe daher keinen zwingenden Grund, wieso es sich nicht um zwei verschiedene Geschichten gehandelt haben soll: Die Geschichte von Segestes' Warnung, die Cassius ohne Namensnennung verarbeitete, und die Geschichte von Segimer.