Das Turiner Grabtuch

Dieses Thema im Forum "Das Christentum" wurde erstellt von Midna, 22. April 2012.

Schlagworte:
  1. hatl

    hatl Premiummitglied

    Am besten gefällt mir diese:
    "Auch wurde die Hypothese aufgestellt, dass durch die Auferstehung eine große Zahl von Neutronen erzeugt worden sei, die den C-14-Anteil im Tuch erhöht habe."
    :D:D
     
    Solwac, Sepiola und Carolus gefällt das.
  2. fingalo

    fingalo Aktives Mitglied

    Er schreibt ganz allgemein. Er brauchte Jesus dazu auch nicht zu begegnen, denn dieser dürfte sich äußerlich an den Mainstream gehalten haben. Und in Israel drang in der Mode auch die Hellenisierung vor, so dass eine besondere Unterscheidung wohl nicht erforderlich war.
     
  3. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

    Möglicherweise haben die Juden gerade in Abgrenzung zu den Römern und Griechen eine andere Bart- und Haartracht getragen.

    Gibt es denn überhaupt irgendwelche Quellen, wie Juden in diesem Zeitraum ihren Bart oder Haar getragen haben?
     
  4. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Grundsätzlich ja. Aber ob sich der Hellenismus wirklich auch im ländlichen Galiläa so komplett durchsetzte?
     
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  5. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ich würde in dasselbe Horn stoßen wollen, wie Ravenik. Wir haben ja Quellen, dass in Judäa und Galiläa die Hellenisierung nicht unbedingt auf Gegenliebe der jüdischen Gemeinden stieß und tw. - nicht nur, aber gerade dann, wenn irgendwo eine Statue aufgestellt wurde - heftige Reaktionen zur Folge hatte.
     
    vindus und Carolus gefällt das.
  6. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

    Das war auch mein Gedanke. Aber haben wir Quellen, wie der "typische" Jude damals seinen Bart (falls vorhanden) oder sein Haar trug?
     
  7. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

  8. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Keine, die mir jetzt ad hoc bekannt wären.
     
  9. vindus

    vindus Mitglied

    Woher sollte Paulus wissen dass Jesus lange Haare trug, wenn er ihn nie selber kennengelernt hat?
     
  10. vindus

    vindus Mitglied

    In der Thora steht: „Ihr sollt euer Kopfhaar nicht rundum abschneiden. Du sollst deinen Bart nicht stutzen.“ Und die Nazoräer trugen immer vollständig langes Haar da dies ihre Pflicht war.
     
  11. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Liest du das aus fingalos Beitrag?
     
  12. vindus

    vindus Mitglied

    Ja, ich beziehe mich auf Fingalo. Die Juden waren auch zur Römerzeit sehr bedacht darauf ihre Kultur/Religion zu erhalten und zu befolgen. Es ist wohl kaum anzunehmen dass sie bei so etwas wichtigem eine Ausnahme gemacht haben um sich anzupassen.
     
  13. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Fingalo schreibt aber in dem zitierten Beitrag nirgends, dass Paulus gewusst habe, wie Jesus sein Haar trug. Er zitiert eine Stelle in einem Paulusbrief, wonach dieser - ein pharisäisch gebildeter Jude! - eine Empfehlung ausspricht, wie Männer und Frauen ihre Haare tragen sollten.
    ________________________

    Wie das Thora-Zitat aus 3.19.27 zu verstehen sei, ist im rabbinischen Judentum wohl sehr umstritten. Es gibt nämlich auch in der Thora Stellen, die 3.19.27 zu widersprechen scheinen. Vermutlich ist die vollständige Rasur von Bart (Brauen) und Kopfhaar gemeint.

    Der Aussätzige etwa soll sich nämlich, das gehört zum Reinigungsritual, Haupthaar, Bart und Brauen rasieren. (3.14.8 f.) Das steht im Widerspruch zu 3.19.27, wenn es sich auch um eine gesonderte Situation handelt. Beide Stellen haben
    aber dieselbe Autorität.
    _________________________

    Nun zur Frage, ob Paulus wissen konnte, wie Jesus aussah. nach eigener Aussage - im Widerspruch zur APG - ist er erst drei Jahre nach seiner Bekehrung erstmals nach Jerusalem gekommen. So gesehen konnte er Jesus nicht kennengelernt haben. Aber er kannte Jakob, Petrus etc. Also Leute, die Jesus gekannt hatten und ihn beschrieben haben. So gesehen hätte Paulus ein Bild von Jesus haben können.

    Wenn wir jetzt theologisch würden: Der Überlieferung zufolge soll Jesus dem Paulus ja mehrfach erschienen sein. Dem Historiker verbietet es sich, diese Stellen heranzuziehen, für den gläubigen Theologen würde dies aber heißen, dass Paulus Jesus gesehen hätte. ;)
     
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  14. vindus

    vindus Mitglied

    Das ist natürlich eine neue Perspektive das wusste ich nicht. Demnach kann man nicht herausfinden wie die Juden im 1. Jhd. ihr Haar trugen und somit kann man auch keine Aussage daraus zum Grabtuch machen.
     
  15. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    dazu passt (wenn auch dort in anderem Zusammenhang)
    A. Burgess, A Clockwork Orange (dieses Credo predigt der Gefängnispfarrer dem Häftling Alex)

    zurück zum (Seiten)Thema der Personenbeschreibungen in spätantiken Quellen: kann man solche denn als "realistisch" in heutigem Sinn ansehen, oder hat man da nicht eher mit Idealisierungen und Typisierungen zu tun?
     
  16. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Wir können feststellen, was Paulus empfahl und annehmen, dass die Empfehlung a) aus einem bestimmten Anlass ausgesprochen wurde und sich b) an eine etablierte Norm hielt.
     
  17. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Das folgende Bild - dargestellt ist der Auszug der Israeliten aus Ägypten - stammt aus der Synagoge von Doura Europos (Syrien) und wird auf das Jahr 244 n. Chr. datiert. Man könnte jetzt sagen: Ja, wir reden ja über das erste und nicht über das dritte Jhdt., aber - und das ist das wesentliche - die Regeln der Thora haben sich da ja nicht geändert: Moses ist als römischer Senator in Toga dargestellt, und auch hinter ihm befinden sich Leute mit eher römisch-hellenistischer Tracht.

    [​IMG]
     

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