Das ist auch nicht die Fragestellung. Eigentlich geht es genau darum, sich von solchen Dichotomien zu lösen.Die Frage wer hier wirklich "böse" war, stellt sich meines Erachtens nach überhaupt nicht.
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Das ist auch nicht die Fragestellung. Eigentlich geht es genau darum, sich von solchen Dichotomien zu lösen.Die Frage wer hier wirklich "böse" war, stellt sich meines Erachtens nach überhaupt nicht.
Das ist auch nicht die Fragestellung. Eigentlich geht es genau darum, sich von solchen Dichotomien zu lösen.
Die literarische Darstellung der Phönizier als betrügerische Händlernation beginnt bei Homer. Die phönizische Figur aus Asterix beruht direkt auf namenlosen phönzischen Händlern aus Homers Odyssee.Jetzt wird natürlich nicht der Asterix-Band die Quelle des Klischees der phönizischen Händlernation gewesen sein, aber von irgendwo wird dieses Klischee stammen.
Ist das denn nötig?
Ja, und zwar nicht nur in den Lügengeschichten bei den Phäaken, sondern auch in der Biographie des "göttlichen" Schweinehirten Eumaios, der als Kind zu betrügerischen phönizischen Händlern an Bord gelockt, entführt, und gegen ein kleines Vermögen an Laertes verkauft wird.Die literarische Darstellung der Phönizier als betrügerische Händlernation beginnt bei Homer.
Offensichtlich.
Auf der Grundlage moderner völkerrechtlicher Kriterien würde der 3. Punische Krieg den Scipio vor den "Internationalen Gerichtshof" bringen.Ist das denn nötig? Die Fakten sind einigermaßen bekannt und dann kann man auch zu einen entsprechenden Bewertung gelangen. Sehe darin nichts negatives.
Naja, du erzählst die Geschichte halt als David-gegen-Goliath-Geschichte vom Endergebnis her, ohne ihre historische Ambivalenz. In Rom hat sich - im Dritten Punischen Krieg - nun mal die Seite Catos durchgesetzt, nicht die Seite von Scipio Nasica Corculum.Ist das denn nötig? Die Fakten sind einigermaßen bekannt und dann kann man auch zu einen entsprechenden Bewertung gelangen. Sehe darin nichts negatives.
das ist das fatale, denn das Endergebnis, vermengt mit allem weiteren (Rom als die Grundlage des Abendlands blablaetc), führt zu einer Art impliziten, unwillkürlichen Parteinahme (a la nicht auszudenken, wenn Hannibal gewonnen und Heine kein Teutoburger Wald Kapitel gedichtet hätte) - aber die Geschichte ist noch bunter und vielfältiger, als die aktuelle Gesellschaft: wir haben die Erfahrung, dass es sehr wohl Kriege gegeben hat, welche durchaus korrekt als Gut gegen Böse (Böse hat angefangen) beschrieben werden, man denke an 1939. Von daher gesehen, muss die Dichotomie nicht überall automatisch falsch sein.vom Endergebnis her
und aus diesem Zusammenhang muss man die bewunderte römische Zivilisation der Kaiserzeit als Bild/Vorstellung von Rom ausblenden! Um neutral zu bleiben.Die Erzählung der Punischen Kriege als Kampf Gut gegen Böse - jenseits aller Kriegsschulddebatten - ignoriert den Sachverhalt, dass es sich bei den ersten beiden Punischen Kriegen um Zusammenstöße zwischen zwei in hohem Maß expansiven Regionalmächten handelte.
Ich rede in diesem Thread ausschließlich über die Darstellung der Punischen Kriege und einseitige Parteinahmen für die eine oder andere Seite und deren Rechtfertigung. Mir geht es um die Dekonstruktion von Narrativen, in denen man es sich gemütlich eingerichtet hat.wir haben die Erfahrung, dass es sehr wohl Kriege gegeben hat, welche durchaus korrekt als Gut gegen Böse (Böse hat angefangen) beschrieben werden, man denke an 1939. Von daher gesehen, muss die Dichotomie nicht überall automatisch falsch sein.
In der Antike war die "kommerzielle" Seefahrt nicht besonders gut beleumundet, behaupte ich.
Es gab einen "Vertrag" zwischen König Phillip V von Makedonien und Hannibal. Dieser Vertrag ist uns von Polybius überliefert worden. Darin gibt es auch einen Passus über den Status nach Ende des Krieges. Dort wird auch das Verhältnis zu Rom nach dem Krieg besprochen. Das heißt also es lag nich in der Absicht Hannibals Rom auszulöschen, sondern offenbar nur so stark zu schwächen, dass Karthagos Sicherheit garantiert ist, oder soweit , dass Karthago dominant ist.
fein, dass du mir in #72 das Thema des Fadens wohlwollend erläuterst, denn in #3 hatte ich es offensichtlich wohl nicht begriffen:Ich rede in diesem Thread ausschließlich über die Darstellung der Punischen Kriege und einseitige Parteinahmen für die eine oder andere Seite und deren Rechtfertigung.
ich finde es bedauerlich, dass das interessante Thema Gut-Böse-Dichotomien nur im Themenabschnitt römisches Reich und (zunächst?) auf Rom-Karthago begrenzt ist.
Über Darstellungen, Deutungen, Interpretationen (auch Missdeutungen, Fehlinterpretationen) historischer Ereignisse zu diskutieren, wobei unterschiedliche Sichtweisen und Schwerpunkte der Forschung eingebracht werden: prima!Mir geht es um die Dekonstruktion von Narrativen, in denen man es sich gemütlich eingerichtet hat.
Seit jeher werden Kriege parteiisch gelesen
Dekonstruktion
... dass Kriege und Hautfarben neuerdings "gelesen werden", dass man statt Korrektur oder Widerlegung partout "Dekonstruktion" betreibt, dass allerorten "Narrative" zu erblicken seien - das ist Modesprech mit teils inflationär-beliebigen und damit sinnleeren, teils missverständlichen/missverstandenen Begriffen.Narrativen
(das war zwar parodistisch, aber vermutlich ist diese Intention untergegangen) in unserem Bilderbogen fehlen eigentlich nur noch Intertextualität und Postmoderneaber die Geschichte ist noch bunter und vielfältiger, als die aktuelle Gesellschaft
Auch im Fall Karthagos waren es eher die mangelnden Erfolge (und steigenden Kosten sowie innenpolitischen Konflikte - die Sizilienkriege wurden oft von mächtigen Feldherren aus einflussreichen Familien geführt, was aber irgendwann ihre Gegner auf den Plan rief), die das Überleben der (meisten) Griechenstädte Siziliens sicherten, und nicht prinzipielle Erwägungen der Punier. Die einst bedeutende Griechenstadt Selinus wurde von Karthago sehr wohl zerstört, ebenso die Stadt Himera. 396 v. Chr. belagerten die Karthager Syrakus selbst, scheiterten aber an den massiven Befestigungen - und einer Seuche. Sehr wohl zerstört wurde auf diesem Feldzug allerdings Messana.Richtig ist das Karthago Jahrhunderte lang immer wieder längere Kriege um Sizilien mit Syrakus führte . Aber diese führte nicht zur Eroberung oder Klientelisierung von Syrakus, sondern es gab immer irgendeinen Verhandlungsfrieden. Karthago war bereit, wenn die der Nutzen einer weiteren Kriegsführung den Aufwand nicht rechtfertigte Frieden zu schliessen. Bei Rom finden wir das eher selten. Fast alle früheren Gegner Roms sind nach Kriegen abhängig, oder gar vernichtet.
Crassus' Feldzug war Folge seiner eigenen Ambitionen, nicht eines politischen Konsenses in Rom, dass das Partherreich vernichtet werden müsse.Die Parther führen etwas vom Thema ab, aber wenn Du sie bringts müssen wir auch den Kontext sehen. Ich gehe hier nicht zu sehr ins Detail. Zunächst hat der Triumvir Marcus Licinius Crassus versucht, das Partherreich zu erobern. Sein Feldzug endete mit einer massiven Niederlage und dem Tod von Crassus. Diese Niederlage wollte der damalige Dikator auf Lebenszeit Julius Cäsar mit einem grossen Feldzug im Jahre 44 BC rächen. Cäsar war einer der besten Feldherren überhaupt und hätte gute Aussichten für diesen Feldzug gehabt. Aber er wurde am 15 März 44 BC ermordet. Dann versuchte es im zweiten Triumvirat Marcus Antonius ebenfalls ohne Erfolg.
Es waren wohl die mangelnden Erfolge, welche Rom zu einem anderen Umgang mit den Parthern zwangen.
Auch Rom hatte in den ersten beiden Punischen Kriegen nicht die Absicht, Karthago auszulöschen. Im ersten Krieg sollte sein Einflussbereich zurückgedrängt werden, im zweiten sollte es so geschwächt werden, dass es nie wieder eine Bedrohung sein würde. Der dritte Krieg war in Rom keineswegs unumstritten.Das heißt also es lag nich in der Absicht Hannibals Rom auszulöschen, sondern offenbar nur so stark zu schwächen, dass Karthagos Sicherheit garantiert ist, oder soweit , dass Karthago dominant ist.
Die schriftlichen Quellen zu den punischen Kriegen - Polybios, Appian, Titus Livius - sind vermutlich prorömisch eingestellt, wobei dort, wo Hannibal selber thematisiert wird, dieser als Feldherr anerkannt wird.
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