Die Erben von Byzanz heute

Ob sie sich die römisch-byzantinischen, oder doch die arabischen Badeanstalten zu eigen machten, die ihrerseits natürlich eine Weiterentwicklung der römischen Thermen sind, das wäre zu untersuchen. Sprachlich jedenfalls lehnt sich das türkische Bad meines Wissens an den arabischen Hammam an. Aber da lasse ich mich gerne von einem des Türkischen Mächtigen belehren.
 
Nur als ganz kleiner Einwurf vor allem in Richtung Irene:
"DAS Rom" gab es nicht. Der östliche Teil Roms, Griechenland, Kleinasien und vorderer Orient, waren schon immer von ihren dort stämmigen Kulturen stärker geprägt.

So ist es nicht verwunderlich, woder Schnitt letztlich erfolgte und wo sich das Reich spaltete.
Was Kultur angeht, da halte ichs mit Cicero, der einen wunderbaren Absatz zum Vergleich lateinischer und griechischer Sprache schrieb.

Die Thematik: 3. Reich und Rom ist und verdient in eigenen Themen abgehandelt zu werden, am besten im Bereich 3. Reich oder Rom :D
Nebenbei: 1 - 3 % der Bevölkerung Roms dienten im Heer, welches bis auf wenige Wacheinheiten urbaner natur an den Grenzen des Reiches standen.
Dies einen Militärstaat zu nennen würde ich als einer Neudefinition für nötig erachten.
 
Die Türken sangen keine gregorianischen Choräle, User KTSKNS!
sie wurden dennoch theoretisch wie praktisch auch von altgriechisch byzantinischer Musik mitgeprägt oder beeinflusst wie auch umgekehrt.(du hast meine Quelle überlesen!!)Ich sagte auch nicht, das sie die Choräle sangen, ich sprach nur von einem Einfluss!!Auch türkische Makamlare Tonleitertechniken fussen zT. auf altgriech.Tonleitern oder arab. Vierteltonleitern.
bitte hier einmal lesen
Quelle:http://www.tu-berlin.de/fb1/AGiW/Aud...O9/TkMusTr.htm http://www.tu-berlin.de/fb1/AGiW/Aud...O9/TkMusTr.htm
In ihrem Werk 'Musik der Türkei (Bd. 1: Die Kunstmusik, Bd. II: Die Volksmusik), Wilhelmshaven 1984' erörtern die Musikwissenschaftler Kurt und Ursula Reinhard u. a. auch die Frage der in der türkischen Kunstmusik verwendeten Tonsysteme, die dort 'Makame' heißen (Bd. 1, S. 58 ff.). Eine unten wiedergegebenes Einlageblatt des 1. Bandes läßt in etwa erkennen, wo die in der türkischen Kunstmusik verwendeten 'Makame' in der griechisch-römischen Tonleitertradition, wo sie auf persischer und wo möglicherweise auch auf anderer Tradition fußen. Bei den Mustern der türkischen 'Makame' fällt zum Beispiel auf, daß sie - anders als die griechisch-römischen und die heutigen westlich-europäischen Tonleitern - nicht nur unterschiedliche Tonfolgen, sondern auch unterschiedliche Tonmengen und und Tonlängen vorgeben.Was die Rhythmik, im türkischen Bereich 'usul' genannt, betrifft, so gibt es - wie bei der Dichtung - 'gebundene' (ca. 40) und 'freie' rhythmische Muster, die in ähnlicher Weise wie die melodischen Muster teils römisch-griechisch-antik geprägt sind, teils auf andere Traditionen zurückgehen, so neben der persischen (und indischen) insbesondere auch - im Bereich der religiösen Musik - auf eine arabisch-nomadische und im Bereich der Volksmusik auf eine turk-nomadische Tradition (Reinhard, Musik der Türkei, Bd. 1, S. 63 ff. und 205 ff., Bd. 2, S. 16 ff.).
 
Zuletzt bearbeitet:
sie wurden dennoch theoretisch wie praktisch auch von altgriechisch byzantinischer Musik mitgeprägt oder beeinflusst


Wenn du die Links sorgfältig durchliest stellst du fest, dass die musikalische Tradition persisch, indisch, arabisch-nomadisch und antik-byzantinisch geprägt sein soll (so die Autoren).. Bei dieser unglaublichen Vielfalt kann man nicht davon sprechen, dass eine bestimmte Tradition vorhanden ist. Da ist etwas ganz neues entstanden, aber nichts fortgeführt worden.
 
Nur als ganz kleiner Einwurf vor allem in Richtung Irene:
"DAS Rom" gab es nicht. Der östliche Teil Roms, Griechenland, Kleinasien und vorderer Orient, waren schon immer von ihren dort stämmigen Kulturen stärker geprägt.

So ist es nicht verwunderlich, woder Schnitt letztlich erfolgte und wo sich das Reich spaltete.
Was Kultur angeht, da halte ichs mit Cicero, der einen wunderbaren Absatz zum Vergleich lateinischer und griechischer Sprache schrieb.

Die Thematik: 3. Reich und Rom ist und verdient in eigenen Themen abgehandelt zu werden, am besten im Bereich 3. Reich oder Rom :D
Nebenbei: 1 - 3 % der Bevölkerung Roms dienten im Heer, welches bis auf wenige Wacheinheiten urbaner natur an den Grenzen des Reiches standen.
Dies einen Militärstaat zu nennen würde ich als einer Neudefinition für nötig erachten.
Rom die Stadt ist nicht das RM, sicher wird man mir zustimmen, dass das RM die zahlenmäßig u. technisierteste Armee der damaligen Zeit besaß, woraus sich die Legionen rekrutieren bleibt dahingestellt, die von dir genannten 1 - 3 % sind daher irrelevant. Es dürfte strategisches Denken gewesen sein, die Legionen nicht gerade mit der Bevölkerung Roms zu bestücken. Hierbei dürfte die Statistik der Zusammensetzung der Bevölkerung auch noch eine Rolle spielen. Vielleicht hilft es ja, mal die Anzahl der Legionen zur Bevölkerung Roms in ein Verhältnis zu setzen, dann kommen wir dem Begriff Militärstaat vielleicht etwas näher. Zur Verteidigung Roms standen sie jedenfalls nicht in Aktion, sie verteidigten die okkupierten Gebiete und gewannen neue hinzu.
 
Wenn du die Links sorgfältig durchliest stellst du fest, dass die musikalische Tradition persisch, indisch, arabisch-nomadisch und antik-byzantinisch geprägt sein soll (so die Autoren).. Bei dieser unglaublichen Vielfalt kann man nicht davon sprechen, dass eine bestimmte Tradition vorhanden ist. Da ist etwas ganz neues entstanden, aber nichts fortgeführt worden.
habe ich auch nicht behauptet!!!Was richtig ist, das türkische Musik sehr vielfältig ist.Arabisch, Persisch-Byzantinisch beeinflusst und natürlich darf man die mitgebrachte turknomadische Tradition (Uzun Hava usw.) nicht vergessen.Beeinflussung usw. bedeutet keinesfalls, das etwas zwingend weitergeführt wurde.Aber es ist zu einem Teil davon geworden.
PS:Es gibt unterschiedliche Ansichten, wie türkische klassische Musik beispielsweise klingt.Ich halte mich da aber wegen der Vielfältigkeit der Einflüsse hierbei zurück oder weil ich kein oberflächliches Urteil abgeben möchte.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ob sie sich die römisch-byzantinischen, oder doch die arabischen Badeanstalten zu eigen machten, die ihrerseits natürlich eine Weiterentwicklung der römischen Thermen sind, das wäre zu untersuchen. Sprachlich jedenfalls lehnt sich das türkische Bad meines Wissens an den arabischen Hammam an. Aber da lasse ich mich gerne von einem des Türkischen Mächtigen belehren.
Quelle: www.info-antike.de/BAD.htm
Die Idee der Einrichtung eines warmen Bades stammte aus Griechenland, und erreichte schließlich am Ende des 3. Jahrhunderts v. Chr. auch Rom. Obwohl die Badeanstalten griechischen Ursprungs waren ( thermos - warm), hatten die römischen mit den griechischen nicht mehr viel gemeinsam. Die gewaltige Größe und die Verbindung mit anderen sportlichen oder kulturellen Möglichkeiten war allein eine römische Erfindung.
die byzantinische Bäderkultur gab es bereits im byz. Raum.Hiervon profitierten natürlich die Eroberer.das ist naheliegend.Ob sie ggf. auf der anderen Seite aus Arabien usw. stammen, weiss ich nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Rom die Stadt ist nicht das RM, sicher wird man mir zustimmen, dass das RM die zahlenmäßig u. technisierteste Armee der damaligen Zeit besaß, woraus sich die Legionen rekrutieren bleibt dahingestellt, die von dir genannten 1 - 3 % sind daher irrelevant. Es dürfte strategisches Denken gewesen sein, die Legionen nicht gerade mit der Bevölkerung Roms zu bestücken. Hierbei dürfte die Statistik der Zusammensetzung der Bevölkerung auch noch eine Rolle spielen. Vielleicht hilft es ja, mal die Anzahl der Legionen zur Bevölkerung Roms in ein Verhältnis zu setzen, dann kommen wir dem Begriff Militärstaat vielleicht etwas näher. Zur Verteidigung Roms standen sie jedenfalls nicht in Aktion, sie verteidigten die okkupierten Gebiete und gewannen neue hinzu.

Ich möchte auch bzgl. dieser Punkte zu etwas höherer Sorgfalt ermahnen, denn ohne mich selbst sonderlich in der Materie auszukennen, weiß ich doch, daß man dies nicht so pauschal charakterisieren kann.
Zum Einlesen dazu (die Spezialisten können das sicher noch präzisieren):
http://de.wikipedia.org/wiki/Römisches_Heerwesen
http://de.wikipedia.org/wiki/Spätantike#Die_sp.C3.A4tr.C3.B6mische_Armee
http://de.wikipedia.org/wiki/Römische_Legion

Quelle: www.info-antike.de/BAD.htm

die byzantinische Bäderkultur gab es bereits im byz. Raum.Hiervon profitierten natürlich die Eroberer.das ist naheliegend.Ob sie ggf. auf der anderen Seite aus Arabien usw. stammen, weiss ich nicht.

Dies stellt keineswegs einen Widerspruch zu El Quijotes Aussagen dar; das türkische Bad entwickelte sich wohl tatsächlich aus dem arabischen Hamam, welches seinerseits wiederum eine Weiterentwicklung des griechisch-römischen Bades war, welches in Byzanz weiterhin genutzt wurde.
Vgl. auch http://de.wikipedia.org/wiki/Hamam
 
Dies stellt keineswegs einen Widerspruch zu El Quijotes Aussagen dar; das türkische Bad entwickelte sich wohl tatsächlich aus dem arabischen Hamam, welches seinerseits wiederum eine Weiterentwicklung des griechisch-römischen Bades war, welches in Byzanz weiterhin genutzt wurde.
Vgl. auch [URL="http://de.wikipedia.org/wiki/Hamam"]http://de.wikipedia.org/wiki/Hamam[/URL]
Wenn man die Wikipedia als seriös ansehen kann, akzeptiere ich das.Nur warum die Osmanen nicht auch später durch existente Bäder in Byzanz inspiriert sein sollen neben der Inspiration durch die Araber, erscheint mir unklar.Na ja, alles Spitzfindigkeiten.Was solls.
 
Werte Mods, wäre es möglich diese Nebendiskussion hier raus zu lösen? Danke :)
Rom die Stadt ist nicht das RM, sicher wird man mir zustimmen, dass das RM die zahlenmäßig u. technisierteste Armee der damaligen Zeit besaß, woraus sich die Legionen rekrutieren bleibt dahingestellt, die von dir genannten 1 - 3 % sind daher irrelevant.

Kunststück, wissen wir doch wenig über die realen Größenverhältnisse in den anderen Staaten. Sollten die Beschreibungen der persischen Armee aber auch nur Ansatzweise zutreffen, was diskutabel ist, so wäre diese Armee in der klassischen Zeit sogar größer gewesen.
Auch die vorderasiatischen und völkerwandernden Gruppen, Stämme und Völker dürften eine hohe bis vergleichbare Zahl Krieger und Soldaten aufgebracht haben, die mitunter auch ein mehrfaches des relativen Prozentsatzes der Bevölkerung ausmachten, als dies in Rom der Fall war.
Und schon dieser kleine Einblick zeigt die Problematik unterschiedlicher Zeiten und Regionen.
Faszinierend wird Rom oftmals neben dem faschistoiden Zügen auch gerne der reine Technikklau vorgeworfen, und setzen wir dieses Licht neben die Behauptung des technisch überlegenen Heeres wird dies zu einem Widerspruch. Nicht die Römer haben demnach die Belagerungsmaschinen erfunden, das waren Griechen und Syrakuser, den Römern war es zeitweise sogar gleichgültig und ein "störe meine Kreise nicht" führte zur Gewalttat.
Quod erat demonstrandum: will man aus Rom einen reinen Militärstaat machen muß man die Charakteristika eines solchen benennen.
Wie bereits gesagt ist das Militär ein wichtiges Element des Lebens in den äußeren Provinzen (nicht mehr in Sizilien, Spanien usw.), aber nicht das dominierende im Reich. Dabei sind die 1 - 3 % keineswegs irrelevant, denn der preußische Militärstaat etwa definiert sich u.a. durch seine hohe Wehrbereitschaft und die Ausrichtung des Staatssystems auf das Militär.

Eine "Uniformierung" der Bevölkerung findet im antiken Rom nicht statt, ein Aufstieg innerhalb geregelter Bahnen, dem sog. cursus, ist keineswegs militärisch vorbestimmt und würde als reines Faktotum auch jegliche andere Zivilisation mit einer Verwaltungsstruktur zum Militärstaat verkommen lassen.

Es dürfte strategisches Denken gewesen sein, die Legionen nicht gerade mit der Bevölkerung Roms zu bestücken.
Keineswegs, im Gegenteil. Es wird ab der Kaiserzeit unendlich darüber geklagt, dass sich die stadtrömische und Halbinselbevölkerung immer mehr und mehr dem Militärdienst entzieht. Zwar hätte der Kaiser das Recht auf einen delectus, ein ziehen der wehrfähigen Männer gehabt, in der Praxis verzichtete man aber darauf. Die notwendige Mannesstärke erreichte man über die Freiwilligen.

Hierbei dürfte die Statistik der Zusammensetzung der Bevölkerung auch noch eine Rolle spielen. Vielleicht hilft es ja, mal die Anzahl der Legionen zur Bevölkerung Roms in ein Verhältnis zu setzen, dann kommen wir dem Begriff Militärstaat vielleicht etwas näher.
Welche Logik ist dies?
Zu republikanischen Zeiten wurden natürlich kleinere Heere aufgestellt und wenn sie nicht mehr gebraucht wurden entlassen. Wobei ich die Republik Rom für wesentlich militärischer halte als die Kaiserzeit.
Nur zum Verständnis: wollen wir die Bundeswehrstärke (oder die Wehrmachtsstärke) mit der Einwohnerzahl Bonn vergleichen und daraus ableiten ob die BRD ein Militärstaat ist?

Zur Verteidigung Roms standen sie jedenfalls nicht in Aktion, sie verteidigten die okkupierten Gebiete und gewannen neue hinzu.
Ein wenig Auseinandersetzung mit der gesamten römischen Geschichte ist bei solchen Äußerungen jedoch Pflicht. Oder wie timo es ausdrückte: etwas mehr Sorgfalt.
Zwar gibt es Phasen, in denen Rom sich aggressiv ausdehnt und okkupiert, gleichzeitig gibt es aber auch Phasen, die genau dies eigentlich nicht bezweckten. Ich bitte darum sich einmal die makedonischen Kriege anzusehen.
Auch die Vererbung Kleinasiens ist eine Aussage ihrer Zeit, und die sich daraus entspannenden Kämpfe zeugen von der damaligen politischen Lage, nicht vom Expansionismus Roms.
Zwar diskutiert aber m.E. auch eine Aussage: der erste Dakerkrieg Trajans endete damit, dass dieser dem bereits einmal abtrünnig gewordenen Decebalus noch eine Chance einräumte, bevor er dessen Staatsgebiet wirklich vereinnahmte.
Beispiel Grenzsicherung: die Errichtung des Limes in verschiedenen Regionen war kein Zeitvertreib sondern deutliches Zeichen der Konsolidierung der Grenzen und des Reiches. Alles was darüber hinausging kann und sollte als Reaktionen auf die sich ändernden politischen und militärischen Situationen verstanden werden (und damit sind Bewegungen in beide Richtungen gemeint).
Dazu empfehle ich das 2006 erschienen Buch "Die römische Germanienpolitik". Dort wird der Blick auch auf andere als klassische schwarz-weiß Gemälde gelenkt.

Wahr ist, dass die Kaiser meist ihre Position dem Militär verdankten, ein severischer Aussprach lautet auch dementsprechend: "Seid einig, bereichert die Soldaten, den Rest verachtet".
Einen Kehrschluß daraus zu ziehen, das halte ich für sehr subjektiv und voreingenommen, wenn nicht gar auf eine seltsame Art rassistisch.
 
Der Begriff Militärdiktatur ist für das Imperium tatsächlich nicht angemessen. Die Verteidigung des Imperiums fand vornehmlich an den Grenzen statt. Aber im Hinterland (z.B. Gallien, Spanien, Nordafrika oder Italien), dürfte es sehr ruhig und zivil zugegangen sein. M.E. sollte man nicht Römer oder Griechen gegeneinander ausspielen, sondern die Entwicklung als ein Kontinuum betrachten, in welchem die Römer (neben eigenen originären Entdeckungen) griechisches Kulturgut tradierten. Als Militärdiktatur könnte man auch Sparta betrachten und auch im byzantinischen Bereich war der Einfluss des Militärs teilweise überwältigend. (s. z.B. Narses und Belizar)
 
Der Begriff Militärdiktatur ist für das Imperium tatsächlich nicht angemessen. Die Verteidigung des Imperiums fand vornehmlich an den Grenzen statt. Aber im Hinterland (z.B. Gallien, Spanien, Nordafrika oder Italien), dürfte es sehr ruhig und zivil zugegangen sein. M.E. sollte man nicht Römer oder Griechen gegeneinander ausspielen, sondern die Entwicklung als ein Kontinuum betrachten, in welchem die Römer (neben eigenen originären Entdeckungen) griechisches Kulturgut tradierten. Als Militärdiktatur könnte man auch Sparta betrachten und auch im byzantinischen Bereich war der Einfluss des Militärs teilweise überwältigend. (s. z.B. Narses und Belizar)
Ausspielen ist nicht immer zutreffend.Manchmal ist es angebracht, zu differenzieren, bevor alles "römisch" bezeichnet wird.Dies hat man hier schon an einigen Beispielen gesehen.Und das ist geschichtsverzerrend.Ansonsten das die Römer griechische Kultur weiterführten, steht nicht unbedingt im Gegensatz dazu.
 
Ausspielen ist nicht immer zutreffend.Manchmal ist es angebracht, zu differenzieren, bevor alles "römisch" bezeichnet wird.Dies hat man hier schon an einigen Beispielen gesehen.Und das ist geschichtsverzerrend.Ansonsten das die Römer griechische Kultur weiterführten, steht nicht unbedingt im Gegensatz dazu.

Genau das habe ich getan und einige nicht originär römische (sondern originär griechische Innovationen) erwähnt. Die Leistungen der griechischen Wissenschaftler sind teilweise erst sehr spät wieder erreicht worden, manche auch heute noch nicht ganz. Gleichwohl führt kein Weg daran vorbei, den Griechen geniale "theoretische Leistungen" zu attestieren, den Römern eine Genialität, diese dann auch praktisch umzusetzen. M.E. hat das auch viel mit dem "Arbeitsethos" und den wirtschaftlichen Gegebenheiten in beiden Kulturen zu tun.
 
Wer war der Erbe von Byzanz? Wir gehen ganz sicher mit einer modernen, unserer Zeit und unseren Lebensumständen angepassten Denkweise an dieses Thema heran. Vielleicht würde ein Byzantiner zu anderen Schlussfolgerungen kommen. Einige Fakten wurden oben schon genannt. Im RR gab es keine Dynastien, aber eines war Grundvoraussetzung zur Erlangung der Macht. Der Cäsar oder in der Republik der Konsul – sie waren immer Römer. Im Ostreich gab es von Anfang an in dieser Hinsicht eine völlig andere Struktur. Jeder, der die Kraft und die Energie aufbrachte, konnte den Thron okkupieren, egal ob Albaner oder sonst eine Nationalität. Wer auf dem Thron saß war der Basileus, war Byzanz. Inwieweit dieser die Traditionen seines Vorgängers übernahm, hing von den äußeren Umständen ab und von seiner eigenen Einstellung, seine Wurzeln waren selten das RR oder die röm. Antike. Er führte fort was bestand, was allein zählte, war die Macht. Die Agressoren kamen von innen, der Thron war immer vakant. Wo ist der Unterschied zu Mehmed aus dem Haus Osman? Er war ein Agressor von außen, aber gerade von ihm ist bekannt, dass er ein großer Bewunderer griech.-röm. Traditionen war. Sein Hof- und Verwaltungsapparat war nach byzant. Muster aufgebaut, z. T. sogar völlig identisch übernommen. Ob Paläologen, Komnenen oder Kantakuzcenen oder Osmanen, Römer waren sie allesamt nicht, sie waren Menschen, die die Macht ergriffen und versuchten diese auszuweiten, das Reich zu vergrößern. Insofern kann man, wenn es überhaupt eine reale Diskussion zu diesem Thema gibt, das OR sehr wohl als Erbe besser gesagt Nachfolger von Byzanz bezeichnen.
Wir können noch endlos darüber diskutieren, es bleiben trotzdem nur Spekulationen.
 
Der Cäsar oder in der Republik der Konsul – sie waren immer Römer. Im Ostreich gab es von Anfang an in dieser Hinsicht eine völlig andere Struktur. Jeder, der die Kraft und die Energie aufbrachte, konnte den Thron okkupieren, egal ob Albaner oder sonst eine Nationalität.


Das ist historisch falsch. Die Herrscher des Imperium Romanum kamen überwiegend nicht aus Italien, sondern aus Spanien, Illyrien, Gallien, Moesien, Dakien und anderen Reichsteilen, sogar aus Vorderasien. Eine ganze Reihe der Caesaren waren von niedriger Herkunft. Etwas mehr Sorgfalt bitte!
 
Da muß ich Dieter nochmal ausdrücklich zustimmen und mal klare Worte sprechen: wenn man sich in ein Thema nicht einarbeitet oder darin nicht auskennt sollte man ganz schlicht und ergreifend darauf achten was man sagt.
Ich bemerke eine extreme Voreingenommenheit die nicht auf Recherche und Wissen beruht, sondern auf einem oberflächlich gewonnenen Eindruck und möglicherweise emotionaler Grundeinstellung.

Schon die Konsuln sind nicht immer Stadtrömer, der berühmte Cicero bspw. stammte, wie auch der bekannte Marius aus Arpinum.
Der "optimus princeps", der schon in römischer Antike so bezeichnete Kaiser Trajan stammte gar aus Italica in Spanien, wie auch sein Nachfolger Hadrian.
Nicht zu vergessen Septmus Severus, der aus Leptis Magna stammte.
Der erste Soldatenkaiser wurde nicht umsonst Thraex genannt, so wie ein späterer Arabs hieß.

Auch ist Caesar entgegen der späteren Bedeutung dieses Titels für die Wortgenese "Kaiser" oder "Zar" nicht der bedeutende Faktor, sondern "Augustus".
Okkupation im übrigen als Zeichen eines "Sozialstaates" oder als Gegenteil eines "Militärstaates" zu sehen verschließt sich mir völlig.
Einer Okkupation stand Rom auch selbst jederzeit offen, von den legendären etruskischen Königen der römischen Ursprungszeit bis hin zu den germanischen Siegern über Rom.

Auch die von dir Irene angesprochene Tradition "von Anfang an aus allen Regionen" die Kaiser zu akzeptieren stammt nur aus der römischen Tradition.
Die Spaltung und somit Entstehungsgeschichte Ostroms beginnt nun mal mit Diokletian (geboren in Illyrien) und Maximian (Pannonien). Auch die folgenden Caesaren stammten aus Illyrien.
Was dies beweist: löst man die Methoden der byzantinischen Kaiserfolge von ihrem römischen Vorbild übersieht man einfach die Grundlage dieser Traditionen und Reflexe.
Das hat auch nicht das geringste mit Spekulation zu tun.
 
Zuletzt bearbeitet:
KTSKNS 23.01.2007, 22:09 Es wurden in Kleinasien über Persien bis nach Afghanistan und Indien Städte nach hellenistischem Muster gegründet.Alleine über 70 Pflanzstädte wurden querbeet in der Zeit Alexander des Grossen gegründet.


Ich möchte niemanden provozieren, aber die Geschichte mit der Gründung der „über 70 Pflanzstädte” fand ich immer nicht glaubwürdig, anders gesagt ein Mythos. Warum? Sehr einfach. Sagen Sie mir bitte, wie gründet man eine Stadt, sogar in der Antike. Wie stellen Sie sich diese „Gründung vor. Der große Alexander steht auf einer Wiese und mit einer befehlshaberischen grausamen Stimme sagt: Hier werde ich eine Stadt gründen!!! Booom!!! Unsinn natürlich. Ich vermute, dass Alexander in Wirklichkeit nicht eine einzige Stadt gegründet hat (er hatte zumindest keine Zeit dafür). Die meisten Städte existierten Jahrhunderte lang vor Alexander dem Grosse. Sie wurden einfach umbenannt. Es war eine Art Mode, beabsichtigt die Eitelkeit und den Wahn der damaligen Herrscher zu befriedigen. Von heutiger Sicht ist das lächerlich aber damals…….der große Herrscher……..
 
Ich möchte niemanden provozieren, aber die Geschichte mit der Gründung der „über 70 Pflanzstädte” fand ich immer nicht glaubwürdig, anders gesagt ein Mythos. Warum? Sehr einfach. Sagen Sie mir bitte, wie gründet man eine Stadt, sogar in der Antike. Wie stellen Sie sich diese „Gründung vor. Der große Alexander steht auf einer Wiese und mit einer befehlshaberischen grausamen Stimme sagt: Hier werde ich eine Stadt gründen!!! Booom!!! Unsinn natürlich. Ich vermute, dass Alexander in Wirklichkeit nicht eine einzige Stadt gegründet hat (er hatte zumindest keine Zeit dafür). Die meisten Städte existierten Jahrhunderte lang vor Alexander dem Grosse. Sie wurden einfach umbenannt. Es war eine Art Mode, beabsichtigt die Eitelkeit und den Wahn der damaligen Herrscher zu befriedigen. Von heutiger Sicht ist das lächerlich aber damals…….der große Herrscher……..

Alexandreia in Ägypten wurde definitiv von alexander gegründet.Vor seiner Ankunft gab es dort nichts.Genauso wurde auch Antiochia definitv von den Selevkiden gegründet.Was den Rest der Städte angeht,könntest du in einem eher beschränktem Umfang recht haben.Für eine Stadtgründung braucht man Kolonisten,Architekten,Arbeiter,Sklaven,Ingeneure,Soldaten und Künstler.Alexander hatte von allem mehr als genug...Vor allem hatte er Geld...der Persische Staatsschatz war immens für die damaligen Verhältnisse.
 
Zurück
Oben