Eiszeit - Warmzeit

Dieses Thema im Forum "Geschichte der Naturwissenschaften" wurde erstellt von Repo, 30. Juli 2009.

  1. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Wenn Du die Luftverschmutzung um gut 150 Jahre reduzierst, würde ich Dir so weit recht geben wollen, dass wir in Europa sauberere Luft haben, als vor zwanzig Jahren (z.B. schulfrei wegen Smog 1985). Die Luftverschmutzung ist nicht mehr so sichtbar, wie in Zeiten, als die Kohle im Ruhrgebiet noch direkt durch den Schlot gefeuert wurde... In anderen Gegenden holt man dagegen erst auf, was wir schon hinter uns haben, da steckt ne Menge Feuerkraft dahinter. Und es ist eben nicht jeder Rückstand auch gleich sichtbar.
    Was die Wasserverschmutzung angeht, die in der Tat bis zum Beginn menschlicher Siedlungstätigkeit zurückzuverfolgen ist, so ist hier einschränkend festzuhalten, dass auch sie zunächst wenig Auswirkungen auf das Klima hatte, da es sich um organische Verschmutzung handelte und Verfaulungsprozesse zwar das Wasser ungenießbar machte, aber keinen nachhaltigen Schaden verursachte. Auch das ist Folge industrieller Verschmutzung.
    Einen Grund zur Desinformation haben eigentlich nur die, die Angst um ihre Profite haben.
     
  2. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Die Ostsee ist ein Sonderfall. Sie friert im Winter oft zu, mit Ausnahme Südwesten und Rigaer Bucht. Es gab im Mittelalter noch Sattelrobben, Walrosse und Eisbären.
    Sie wird von Seeleuten oft unterschätzt, die sich dann wundern...
     
    Zuletzt bearbeitet: 31. Juli 2009
  3. Repo

    Repo Neues Mitglied


    OK
    Aber:D
    Was ist jetzt mit dem Ausläufer des Golfstroms in der Ostsee, was ist mit dem Ausbleiben der Heringe in der Ostsee.
    Beides ist ja wohl Fakt. Hängt es zusammen? Ist die Ostsee damals dann nicht zugefroren?
     
  4. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Sehr heiß heute.
    Also ich persönlich neige jetzt und heute doch sehr zur kommenden Klimakatastrophe....

    Zu Hanse, Golfstrom in der Ostsee und Heringe gibt es weiter keine Meinung?
    Schade.
     
  5. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    1394 lag die Flotte der Vitalienbrüder vor Stockholm im Eis fest und die Stockholm belagernden Dänen versuchten die Schiffe zu erobern, was ihnen nicht gelang.
     
  6. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ein Geograph oder noch besser ein Ozeanographiephysiker wird Dir sicherlich kompetenter Antwort geben können, aber imho ist der Skagerrak/Kattegat zu eng und außerdem liegen die britischen Inseln im Weg. Da er Motor des Golfstroms das Absinken des erkaltenden Salzwassers in der Arktis ist, ist kaum anzunehmen, dass der Golfstrom irgendwann einmal in die Ostsee geflossen ist.
     
  7. Rurik

    Rurik Aktives Mitglied

    In der Mitte des 14. Jahrhunderts gingen die Siedlungen der Nordmänner auf Grönland langsam ein und waren um 1400 gänzlich verschwunden. Das kann auch mit der Verlagerung von Fischfanggründen zu tun gehabt haben, denn man ernährte sich stark aus dem Meer. Robben-, Wahl- und Fischfang. Es muss sich also durch die damals einsetzende Kaltzeit einiges im Nordatlantik und damit auch in der Nord- und Ostsee getan haben. Was mich wundert, ist, dass die grönländischen Nordmänner nicht auswanderten. Also nicht nach Island oder Norwegen. Wenn es Sippen taten, dann haben sie es dorthin getan, woher sie ihr Holz bezogen. Sie wurden dann sicher von den Skraelingern aufgerieben oder assimiliert.
     
  8. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Moment mal, den Golfstromausläufer in der Ostsee hielt ich aber jetzt für einen Fakt!
    Bis heute sollen immer mal wieder temporär welche in der Ostsee auszumachen sein.
    OK, muss ich Nachweise suchen. (hielt es bisher für unbestritten)

    Ein anderer Fakt sind die Heringe, denen die Hanse ihren Aufstieg verdankte.
    Die im Hochmittelalter vor Rügen gefangen wurden, dann vor Schonen der schwedischen Südküste (damals dänisch), ab 1425 definitiv ausblieb in der Nordsee laichte und den Aufstieg der holländischen Hafenstädte begründete. Dazu habe ich Nachweise, und ja, sogar das Jahr ist bekannt.

    Der Hering, als Salzhering in seiner konservierten Form, hatte immense wirtschaftliche Bedeutung im Spätmittelalter und der beginnenden Neuzeit. Auch der Aufstieg Lüneburgs hat ganz erheblich damit zu tun.
    Mit den ausbleibenden Heringen begann der Niedergang der Hanse.

    Die wunderschönen Ostseestädte, soweit die Bomben sie verschont haben, haben ihren Ursprung ja darin, dass später in ihnen nicht mehr soviel los war.

    Und mir hat man einst beigebracht, dass Hering und Golfstrom in der Ostsee ursächlich zusammenhingen.

    Um den Faden weiter zuspinnen, werte Diskutanten, schaut Euch mal die geografische Breite von Norwegen oder Schottland an, da ist in anderen Weltgegenden "ewiges" Eis.
     
  9. Neddy

    Neddy Aktives Mitglied

    War die Position des (Salz)herings tatsächlich so dominant? Die Hanse hat ja auch mit Getreide, Salz, Stockfisch (hauptsächlich aus Kabeljau und Dorsch), Tuch usw. gehandelt.
    Das Monopol der Hanse bezüglich Fischgroßhandel ist meines Wissens eher mit dem Einsetzen der Island- und später der Neufundlandfischerei durch nicht in der Hanse organisierte Briten, Franzosen etc. gebrochen worden. Die haben den Kabeljau billiger und in größeren Mengen angeschleppt.

    Des weiteren müsste nochmal geprüft werden, ob der Hering von wärmerem Wasser profitiert. U. a. link scheint mir eher nahezulegen, dass der Hering ein Kaltwasserfisch ist.
    Nordseefischerei und Klimawandel: Wolfsbarsch und Sardine, statt Kabeljau und Hering | IQ - Wissenschaft und Forschung | Bayern 2 | BR
    Darüberhinaus sind unsere Ostseefjorde zumindest in der Frühlingszeit offenbar nicht zu kalt für die Viecher. Und regelmäßig sind wohl auch größere Heringsschwärme in der Ostsee unterwegs, das ist jedenfalls jedesmal Medienthema, wenn sich in ihrem Schlepptau der nächste Jungwal in die Ostsee verirrt hat.
    Vielleicht wird ja umgekehrt ein Schuh draus und der Hering begann im 15. Jahrhundert vermehrt in der Nordsee zu laichen, weil diese im Zuge des Ausgangs des mittelalterlichen Klimaoptimums KÄLTER wurde?
     
  10. jschmidt

    jschmidt Neues Mitglied

    Die große Bedeutung der Viecher für die Hanse ist vielfach bezeugt. Beispiel (Beer, Geschichte des Welthandels, Bd. 1, S. 257 f.): "Der Fang und Verkauf des Härings bildete eine Hauptquelle des kaufmännischen Gewinns für die nordische Handelswelt. [...] Wie wichtig der Häringsfang war, ersieht man auch aus der grossen Anzahl eingehender Berathungen, die auf den allgemeinen Hansatagen über Fang, Einsalzung und Verpackung der Häringe stattfanden."

    Warum auch immer, so war es (aaO, S. 277): "Der Häring nahm, merkwürdigerweise fast gleichzeitig mit den Tannenberger Schlacht, seinen Zug nach der Westsee. Holländer und Flanderer legten sich besonders auf den Häringsfang... Der Schaden, der dem hanseatischen Kaufmann und Handwerker daraus erwuchs, war beträchtlich..."
     
  11. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Zum Golfstrom in der Ostsee habe ich wider erwarten bisher keinen Nachweis gefunden, hat mir da jetzt das Gedächtnis einen Streich gespielt? Hat der Historienpauker lediglich von einer Vermutung seinerseits gesprochen? Oder habe ich einfach an der falschen Stelle gesucht?

    Nehme ich diesen Punkt jedenfalls besser mal aus der Diskussion.
     
  12. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Da wirst du auch nichts finden. Der Klimabedeutene Fluss treibt sich im Atlantik rum.
     
  13. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Das provoziert mich jetzt fast, weiter zu suchen.
    Mal sehen.
     
  14. Repo

    Repo Neues Mitglied

  15. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Habe ich mich heute mit einem Landwirt vulgo Bauer unterhalten.
    Die sind jetzt bei uns immer noch mit der Heuernte beschäftigt, 7-8 Wochen später als sonst.
    Die letzten 8 Wochen gab es bei uns höchstens 5 Tage an denen es nicht irgendwann im Tagesverlauf geregnet hat.

    Originalton:
    "Wir brauchen auch heute, trotz Silo und Folie, mindestens 1 Tag an dem es nicht regnet.
    Eine Situation wie dieses Jahr vor 50 Jahren, und man hätte die Hälfte des Viehs im Oktober schlachten müssen, da es keine Möglichkeit gegeben hätte es durch den Winter zu füttern."

    Da sieht man mal wieder, wie knapp man doch auch heute noch an einer Hungersnot entlang schrammen kann.
     
  16. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Des einen Freud, des anderen Leid.
    Immerhin reichte das für 3.000 Schiffe usw. usw.
    http://www.geschichtsforum.de/f287/aufstieg-der-niederlande-24728/

    Vielleicht hattest du die Rückwirkungen bei Veränderungen des Golfstroms im Gedächtnis? Klimatische Auswirkungen findet man bis Finnland.
    Geography of Finland - Wikipedia, the free encyclopedia
     
  17. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Das ist mir soweit alles klar. Die oft vereiste Ostsee (Bottnischer Meerbusen jährlich) und das eisfreie Murmansk, siehe Narvik und 1940.

    Aber den "Golfstrom-Arm in der Ostsee" bis zum ausgehenden Mittelalter hielt ich für einen Fakt. Gefunden habe ich bisher keinen Nachweis, und das Mittelalter ist nun nicht gerade meine Zeit.
    Das Ausbleiben des Golfstroms, das Ausbleiben des Herings und der Niedergang der Hanse in der Folge des 1. war mir ein Faktum an sich. Eine folgerichtige Ereigniskette.
    Aber, sorry, Nachweis kann ich bis dato nicht liefern:confused:
     
  18. Klaus

    Klaus Neues Mitglied

  19. jschmidt

    jschmidt Neues Mitglied

    Eine vergleichbare Veränderung hat es in unserem Postglazial (oder besser Interglazial?) seitdem nicht mehr gegeben, und auch der Golfstrom fließt wie ehedem.

    Bei Hansjörg Küster (Geschichte der Landschaft in Mitteleuropa, S. 59 ff.) wird kurz beschrieben, wie die Zugänge der Ostsee zur Nordsee - und damit zum Ozean - sich nach dem Wegschmelzen der über Skandinavien liegenden Eismassen entwickelten. [1] In geschichtlicher Zeit jedenfalls hat sich daran nichts Wesentliches mehr verändert: Die Ostsee ist "mit dem System der Weltmeere gewissermaßen nur durch einen 'seidenen Faden' verbunden. Nur wenig Meersalz dringt in ihr Wasser ein, beinahe ist sie ein Süßwassersee." Das bedeutet zugleich, daß das Ostseewasser "nur in geringem Maße durch Wasseraustausch mit der Nordsee und anderen Meeren gereinigt werden (kann)", also ökologisch empfindlicher ist.

    An Einflußfaktoren, die sich auf den Fischbestand ausgewirkt haben könnten, bleiben demnach außer ökologischen die Temperatur und der Salzgehalt des Wassers sowie die Art und Weise des Fischfangs (Überfischung?).

    Zum Hering habe ich noch weitere Literaturhinweise gefunden, die in die Richtung des von mir zitierten gehen. Es gibt aber auch Gegenstimmen, welche die Behauptung, der Hering hätte die Ostsee Anfang des 15. Jh. (wenigstens zeitweise) verlassen, für unsinnig bzw. stark übertrieben halten; vgl. z. B. Das Salz. Seine Geschichte, Seine ... - Google Bcher mit konkreten Zahlenangaben.

    Unbestritten scheint zu sein, dass der Ostseehering gegenüber dem Nordsee- und Atlantikhering (ab wann?) kleiner ausfiel.


    [1] Für eine "Langfassung" siehe sein Buch Die Ostsee: eine Natur- und ... - Google Bcher.
     
  20. Lepidus

    Lepidus Neues Mitglied

    Sollte die Eiszeit kommen, dann wird es sowieso egal sein was wir glauben 2009...sollte diese nicht kommen: Runieren wir unsere Welt munter weiter :weinen:bis unser Klima komplett zerstört :motz:wurde und somit damit wieder wir und die Welt:
    Du darfst es dir aussuchen :angeln: , denn ...eine von beiden Varianten wird sowieso kommen....:aua::weinen:
    (..oder verzichtet:devil: wer auf sein Auto, Plastik, Flugreisen etc.:rofl:):heul:
     

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