Geschichte des Unterseebootes

Köbis17

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Die technische Entwicklung des Unterseebootes wurde schon mehrfach hier in Verbindung anderer Themen beginnend diskutiert.
Um eine sachliche Linie im allgemeinen über die Entwicklung der Unterseeboote oder sachlich richtig bezeichnet als Tauchboote, denn erst nach 45 können Unterseeboote auch diesen Titel tragen, zu beschreiben, würde ich mich freuen, wenn hier viele Meinungen, Sichtweisen, technische Fragen usw. zu diesen Thema zusammengetragen werden können. Als Diskussion oder einfach nur Informativ oder wie auch immer...

Na dann alle Mann auf Tauchstation.
 
Rössler, Eberhard: Geschichte des deutschen U-Boot-Baus Band 1+2, 1996
Ich beziehe meine Informationen über den deutschen Ubootbau aus diesen o.g. hervorragenden Werk. Kann ich nur empfehlen, da es sehr sachlich ist und in keinerlei Hinsicht politische Strömungen darstellt.
[wilhelm II / Tirpitz bzw. Hitler / Raeder sehen auf dem deutschen Weg zur Weltmacht U-Boote als kaum notwendig an.]
Was steckt hinter dieser Behauptung?

Hier wird einseitig dargestellt, dass die U-Boot-Waffe der einzig richtige Weg der strategischen taktischen Ausrichtung der deutschen Marine wäre.

Das halte ich für falsch, denn hier wird eine spezielle Waffe als richtungsweisend für eine ganze Strategie hervorgestellt. Doch bewährte sich das Uboot im 1.WK als ein Mittel des Zufuhrkrieges. Es stellt damit kein offensiv Mittel dar.

Bei der Auswertung der Ergebnisse der Aktionen deutscher Uboot von 1914-1918 ist eindeutig festzustellen, dass der Gegener relativ einfache Mittel entgegensetzen konnte.
Der Einsatz des Ubootes in einem Krieg war ziemlich kontrovers, da dieses Mittel im Zufuhrkrieg nicht nach den damalig geltenden „Regeln“ des Seekrieges eingesetzt werden konnten (Prisenkommando). Durch den rücksichtslosen Einsatz der deutschen Uboote ab 1917 wurde nicht das strategische Zeil erreicht, sondern vielmehr wurde klar, welche politische Sprengwirkung dahinter steckte (Eintritt der USA in den Krieg).

Wenn jetzt behauptet wird, das Wilhelm II und Tirpitz nicht erkannten, das der deutsche Weg zu Weltmachtstellung nur durch Uboote zu erringen sei, sollte sich ernsthaft mit der Entstehung der Ubootewaffe auseinandersetzen, denn das erste einsatzfähige Uboot, U1, kam erst 1906 in Dienst, die nächsten weiteren Baureihen hatte allesamt noch Pertoleummotoren und dampften stärker als die Linienschiffe bei voller Fahrt.

Als der 1.WK ausbrach gab es gerademal ein Hand voll Boote, für die in der kaiserlichen Marine noch keine taktische Einbindung ausser für die Aufklärung, vorgesehen war. Es fehlten einfach Ergebnisse und Aktionen um diese neue Waffe einschätzen zu können
Wie um himmelswillen sollte dann der Kaiser und sein Marinebauherr die Uboote als richtungsweisend sehen? Schau die Flottenbauprogramme des Tirpitz an, dann weist Du, dass hier das Uboot ab auch absolut keine Rolle spielte!

In der Zeit zwischen den Kriegen wird wohl auch hier vergessen, daß es Deutschland nach dem VV verboten war Uboote zu entwickeln, zu planen oder gar zu bauen!
Ich finde das ist ein wichtiger Punkt in der Verzögerung der Weiterentwicklung der Ubootwaffe.

Was dennoch alles von der Reichsmarine während dieser Zeit in Richtung Uboot unternommen wurde habe ich schon kurz in einem anderen Beitrag:

Und nun noch zum Thema Ubootwaffe zwischen 1919 - 1935:
Hierzu empfehle ich Informationen zur Firma N.V. Ingenieurskaantir voor Scheepsbouw, kurz IvS (Telegrammabkürzung Inkavos).
Diese Firma wurde 1922 gegründet, als schon 1920 von der GW und Vulcan U-Kreuzer (U-142) an Japan verkauft wurden und auch deutsche Konrtukteure den Weiterbau unter japanischen Plänen beaufsichtigten. Desweitern 1922 für Argentinien und Schweden.
Dies war das getarnte Ubootplanungs- und -konstruktionsbüro der Reichsmarine. Erfahrungen sammelte man praktisch mit mittleren IvS-Booten bei der türkischen und finnischen Marine.
So plante die Reichmarine schon bis 1932 mit einem Mob-Ubootbau und gab so die Bauvorbereitungen z.B. für die Typen IA und IIA bis 1935 weiter.
angerissen.


Die große Entwicklungsphase des deutschen Ubootbaus beginnt erst richtig wieder mit dem Beginn des 2.WK und es werden enorme Ideen umgesetzt, die für die Entwicklung des Ubootbaus nach dem 2.WK enorm wichtig sind.

Aber die oben genannte These wurde auch mit dem massivsten Aufgebot an Ubooten im 2.WK nicht erreicht. Im Gegenteil, keine deutsche Waffe hat prozentual gesehen an der Gesamtzahl der Mitgleiderzahl mehr Verluste gehabt, als die Uboot-Waffe!

Wer dann solche Aussagen trifft, wie die von deiner Quelle genannten, hat sich nie wirklich mit der Marinegeschichte sachlich auseinandergesetzt! Im Gegenteil, da klingt schwer nach Revanchismus.
 
@ursi und @pelzer, ist doch interessant.
Euer schweizer Uboot daucht immer im Juli auf. Da wird doch wohl nichts mystisches dran sein?:grübel:
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
[FONT=Verdana, sans-serif]Ich beziehe meine Informationen über den deutschen Ubootbau aus diesen o.g. hervorragenden Werk. Kann ich nur empfehlen, da es sehr sachlich ist und in keinerlei Hinsicht politische Strömungen darstellt.[/FONT]



[FONT=Verdana, sans-serif]Das halte ich für falsch, denn hier wird eine spezielle Waffe als richtungsweisend für eine ganze Strategie hervorgestellt. Doch bewährte sich das Uboot im 1.WK als ein Mittel des Zufuhrkrieges. Es stellt damit kein offensiv Mittel dar.[/FONT]

[FONT=Verdana, sans-serif]Die große Entwicklungsphase des deutschen Ubootbaus beginnt erst richtig wieder mit dem Beginn des 2.WK und es werden enorme Ideen umgesetzt, die für die Entwicklung des Ubootbaus nach dem 2.WK enorm wichtig sind.[/FONT]

[FONT=Verdana, sans-serif].[/FONT]


Volle Zustimmung.

[FONT=Verdana, sans-serif]In der Zeit zwischen den Kriegen wird wohl auch hier vergessen, daß es Deutschland nach dem VV verboten war Uboote zu entwickeln, zu planen oder gar zu bauen![/FONT]
[FONT=Verdana, sans-serif]Ich finde das ist ein wichtiger Punkt in der Verzögerung der Weiterentwicklung der Ubootwaffe.[/FONT]
Hierzu noch kurz ein Hinweis:
Varta hat durch seine internationalen Verflechtungen, in der VV-Beschränkungszeit laut Lawrenz kein Problem gehabt seine Spitzenstellung bei den Batterien zu behalten.

So wäre zB "international" der Stand Vartas (resp. Vorgängerfirmen) von 1907 erst 1925 eingestellt worden, geschweige der von 1925 erreicht gewesen.
 
@ Köbis
Irgendwie verstehe ich Deinen Aufbau vom Thread nicht.

Ist das nun chronologisch gedacht oder eher eine Art Brainstorming (jeder sagt, was er über U-Boote weiß)?

Ganz schön wäre für mich, auch wenn ich wahrlich nicht so viel davon verstehe, schonmal ein Überblick vielleicht über schon existierende Threads.
Ich erinnere mich noch an diesen Thread: http://www.geschichtsforum.de/f6/zdf-history-das-erste-uboot-25683/
Wobei man gleich sagen kann, dass schon der Name der Sendung "Das erste U-Boot" eher verwirrend ist, da zumindest die "Hunley" eindeutig eben nicht das erste U-Boot war.
U-Boot ? Wikipedia
 
@ Köbis
Irgendwie verstehe ich Deinen Aufbau vom Thread nicht.

Ist das nun chronologisch gedacht oder eher eine Art Brainstorming (jeder sagt, was er über U-Boote weiß)?

Eigndlich habe ich schon bei einigen Themen eine gewisse Chronolgie vermisst, daß sich gerade im Hinbilck auf militär-historische Themen sagen lasst. Meist entwickeln hier die Diskutanten mit ihren Beiträgen eine Eigendynamik deren Gründe ich hier nicht erwähnen möchte.

Darum habe ich auch hier weniger auf eine Einleitung des Themas verzichtet und es auch so allgemein wie möglich betitelt und es im freien Bereich des Forums angesiedelt.

Nun kann jeder hier schreiben, wie und was er möchte, wenn es zum Thema gehört und das sollte sich ebend auch mal nicht nur auf dem militärischen Aspekt beziehen, denn das Unterseeboot diente nicht nur dem Krieg.
 
Na dann steuere ich zur Geschichte des U-Bootes doch mal die CSS Hunley bei.
CSS Hunley ? Wikipedia
Die Hunley war das erste U-Boot,das kriegsmäßig zum Einsatz kam.
Am 17. Februar 1864 versenkte sie die USS "Housatonic" ,ein 1240-Tonnen-Kriegsschiff der Nordstaaten.
 
Na dann steuere ich zur Geschichte des U-Bootes doch mal die CSS Hunley bei.

Schönes Beispiel, aber kann man denn bei diesen Boot von einem U-Boot sprechen?:grübel:
Immerhin konnte es weder Ab- noch Auftauchen. Es schwam halt nur sehr flach unter der Wasseroberfläche, die Türme dabei über Wasser. Oder?
 
Nun ja,der Tauchmechanismus war noch nicht vollkommen.Aber ich meine, irgendwo gelesen zu haben, daß auf den Probefahrten tatsächlich leicht getaucht wurde. So auch bei jenem Tauchversuch am 15.10.1863,bei dem auch der Konstrukteur Hunley selbst ums Leben kam.
Im Prinzip war die Hunley aber tauchfähig.Sie verfügte ein Tiefen- und ein Seitenruder sowie über zwei Ballasttanks, die geflutet und mit Handpumpen wieder geleert werden konnten. Angeblich konnte in Notfällen auch der eiserne Kiel abgeworfen werden, um schnell aufzutauchen.
Nur beim Angriff auf die "Housatonic" verzichtete man wohl darauf,da hier die echte Tauchfahrt zu unsicher schien und es auch Probleme mit der Navigation ins Ziel gegeben hätte..
 
Schönes Beispiel, aber kann man denn bei diesen Boot von einem U-Boot sprechen?:grübel:
Immerhin konnte es weder Ab- noch Auftauchen. Es schwam halt nur sehr flach unter der Wasseroberfläche, die Türme dabei über Wasser. Oder?

Moin

Die Hunley hatte ein Tiefenruder, daher nehme ich mal schwer an, dass sie auch tauchen konnte! Hab aber keine Infos darüber, wie tief?!

Gruß
Andreas
 
@Köbis17
mhorgran
[wilhelm II / Tirpitz bzw. Hitler / Raeder sehen auf dem deutschen Weg zur Weltmacht U-Boote als kaum notwendig an.]

[FONT=Verdana, sans-serif]Was steckt hinter dieser Behauptung? [/FONT]
[FONT=Verdana, sans-serif]

Hier wird einseitig dargestellt, dass die U-Boot-Waffe der einzig richtige Weg der strategischen taktischen Ausrichtung der deutschen Marine wäre.
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[FONT=Verdana, sans-serif]Wenn jetzt behauptet wird, das Wilhelm II und Tirpitz nicht erkannten, das der deutsche Weg zu Weltmachtstellung nur durch Uboote zu erringen sei, sollte sich ernsthaft mit der Entstehung der Ubootewaffe auseinandersetzen,[/FONT]
Diese Interpretation ist falsch und sie ist aus dem Kontext gerissen.
Die gesamte Aussage hier:
http://www.geschichtsforum.de/507001-post215.html
 
Zuletzt bearbeitet:
Noch ein paari historische U-Boote:

Im Deutsch-dänischen Krieg 1850 soll Wilhelm Bauer aus Dillingen ein U-Boot ,den "Brandtaucher" konstruiert haben, mit dem ein Tauchversuch im Kieler Hafen gemacht wurde.Aufgrund eines Konstruktionsfehlers sank das Boot und Bauer gelang mit knapper Not der Ausstieg.

Erfolgreicher war der nach Amerika ausgewanderte Julius Kröhl
Er konstruierte 1864 ein U-Boot mit einer Druckschleuse zum Ausstieg unter Wasser.Zu Beginn des Civil War hatte er im Hafen von New York Marineoffizieren der Nordstaaten vorgeführt, daß seine Erfindung funktionierte, sich im Hand- und Fußbetrieb von der Besatzung vorantreiben und beliebig manövrieren ließ. Doch die Unions-Marine verzichtete und Kröhl bot das Schiff,die "Explorer" der Pacific Pearl Company als ziviles Tauchboot für die Perlenfischerei an, die es vor der pazifischen Küste Panamas drei Jahre lang im Einsatz hatte.Es ist vor San Telmo gesunken und 2005 dort wieder entdeckt worden.


Im gleichen Jahr wie die CSS "Hunley " bauten die Nordstaaten den USS."Alligator" ,über dessen Schicksal und Verbleib allerdings nichts näheres bekannt ist.

Ebenfalls 1864 baute Narcis Montoriol das erste maschinell angetriebene U-Boot,die "Ictineo II" , mit dem er im Hafen von Barcelona Tauchversuche machte Der Antrieb bestand aus einem mit einem Gemisch aus Zink,Magnesiumperoxid und Kaliumchlorat angetriebenen Motor

Ab1881 folgten dann U-Boote mit Elektromotoren, die spanische "Peral" und die französische "Gymnote"
Das erste deutsche Marine-U-Boot war die 1902 gebaute "Forelle", das erste im militärischen Einsatz die "SMU1",die heute im deutschen useum in München steht.


Interssant ist in diesem Zusammenhang, daß John Philipp Holland in den uSA 1879 vier U-Boote für die Fenian United Brotherhood aute,mit der diese der Royal Navy heimleuchten und Waffen nach Irland schmuggeln wollte
 
Zuletzt bearbeitet:
Noch ein paari historische U-Boote:
Im Deutsch-dänischen Krieg 1850
Wenn es darum geht, die älteste Quelle zur Unterwasser-Kriegführung aufzuspüren, dürfte ich mit dieser (siehe Anlage) ganz vorn dabei sein. :scheinheilig:
 

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Die Entwicklung der U-Boote ging aber erst richtig los, als ihre originäre Waffe entwickelt worden ist, der Torpedo. Davor war die Benutzung eines U-Bootes eigentlich zu gefährlich, weil sie sich zu stark dem Gegner annähern mussten. Gleichzeitig wurden dann die diversen Torpedoboot-Familien entwickelt.

Apvar
 
Vielleicht sollte man hier den Namen Wilhelm Bauer, unter sehr vielen anderen, erwähnen. Fulton wird auch oft vergessen, heute gilt er fälschlich als "Erfinder" des Dampfers, dass er auf dem Tauchboot-Sektor lange tätig war, fast unbekannt.

Bis auf den Antrieb wurden die Probleme des UBoots im 19. Jahrhundert faktisch alle gelöst.
Aber ein Schicksal das das UBoot mit sehr vielen anderen Anwendungen teilt.
Die Energiequelle fehlte noch.

In den knapp 12 Jahren von 1905 bis 1917 hat sich die Entwicklung dann überschlagen, danach bis zum Atomantrieb in den 50ern ist im Detail vieles, grundsätzlich nichts großes mehr gegangen.
Das U-Boot des Jahres 1917 war nicht soviel anders, wie das konventionelle U-Boot des Jahres 1960.
 
ja,:yes: Von wann datiert denn die Graphik mit diesr interessanten Konstruktion?

In dem von mir benutzten Werk von Cyril Field [1] ist kein Datum angegeben. Die Zeichung könnte aus dem Mittelalter stammen, deshalb auch der Hinweis des Autors, dass die Alexander-Geschichte "must be received with the utmost reserve, for in the Middle Ages, Alexander the Great occupied the place now reserved for Baron Munchausen and De Rougemont". [2]

Das Inhaltsverzeichnis zeigt, dass der Autor sehr viel Mühe gerade auf die Verläufer der U-Boote verwendet hat; siehe auch seine chronologische Liste in Anhang I. In welchem Jahr man das "richtige" U-Boot anfangen lässt, ist eine Definitionsfrage.


[1] The Story of the Submarine: From the Earliest Ages to the Present Day. London 1908. - Das Frontispiz der Originalausgabe zeigt eine andere Variante: Alexanders "Boot" oder "Fass" ist tiefer unter Wasser und wird von einem walartigen Wesen umkreist...
[2] The Story of the Submarine - From ... - Google Bücher S. 3
 
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