Historizität Jesu von Nazareth

Dieses Thema im Forum "Das Christentum" wurde erstellt von Vineta, 30. Mai 2007.

  1. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Dann halt nicht Synode, für die andere Aussage bin ich nicht verantwortlich.
     
  2. Tom

    Tom Mitglied

    Ja. Synoden, Konzile, Parteitage, wissenschaftliche Konferenzen, die irgendwelche Lehren vereinheitlichen oder praktikabel machen sollen, blamieren sich meistens. Das liegt in der Natur solcher Versammlungen.
     
  3. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ah so...
     
  4. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Und von welcher Synode sprichst Du nun konkret? Welche Texte wurden da bearbeitet?
     
  5. Tom

    Tom Mitglied

    Unsere Bemerkungen über Synoden etc. waren doch nur Frotzeleien am Rande. Die Entstehung des Neuen Testaments war natürlich ein längerer Prozess. Widersprüche findet man bei solchen mit der Zeit zusammengestellten kanonischen Schriften immer. Die Reduzierung der Maria-und-Joseph-Familie auf die drei Personen der Krippe war seit dem Konzil in Ephesus 431 theologisch notwendig geworden (Jungfräulichkeit Marias).

    Obwohl alt und aus der DDR stammend, erscheint mir heute noch als großartige Zusammenfassung Walter Beltz: Gott und die Götter. Biblische Mythologie, Berlin und Weimar 1975.
     
  6. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ich möchte sogar meinen, dass die frühe Kirche ausgesprochen widerspruchstolerant war, denn die vier Evangelien, auch die drei Synoptiker untereinander, widersprechen sich z.T. in den Abläufen, besonders augenfällig der Passionsgeschichte. Die Kirche hat diese Widersprüche nicht geglättet, sondern nebeneinandergestellt.

    Ging es denn 431 wirklich um die Jungfräulichkeit Mariens?
     
  7. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Also, dann noch einmal speziell an Dich die Frage ohne Synode: In welchen Texten wurden Tilgungen vorgenommen?
     
  8. Tom

    Tom Mitglied

    Im Prinzip schon. Siehe auch das dann 433 verfasste Glaubensbekenntnis:

    Konzil von Ephesos – Wikipedia

    Arbeitskreis Origenes

    Okay, okay, der Ablauf der Textentstehung ist nicht mehr rekonstruierbar. Unten verlinkte Seite spricht zum Beispiel von dem von jüdischen Spuren „gereinigten“ Lukasevangelium. Die Evangelien waren wohl von Anfang an eine Mischung aus mündlichen Überlieferungen und Phantastik und sind dann noch überarbeitet, „gereinigt“ worden.

    Bibelkunde :: bibelwissenschaft.de
     
  9. Tom

    Tom Mitglied

    MariaundJoseph, eigentlich hatte ich gestern doch nur auf eine gewisse Wahrscheinlichkeit der Existenz eines historischen Jesus hinweisen wollen! :mad: Jedenfalls soweit man sie aus den Evangelien erahnen kann.
     
  10. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Im Prinzip nicht.
    Die Anschauung der Jungfräulichkeit war lang und breit vorher vertreten.
    Strittig 431 war der Status Theotokos.
    Der Disput um fortgesetzte Jungfräulichkeit vor und nach Geburt Jesus ging lange weiter.

    Z.B. Miri Rubin, Mother of God.A History of the Virgin Mary, New Haven/London Yale University 2010.
     
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  11. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Das bezieht sich ganz konkret auf Markion, dessen "Reinigungs"-Versuche sich bekanntlich nicht durchgesetzt haben.
     
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  12. andreassolar

    andreassolar Aktives Mitglied

    So 'bekanntlich', also unbestritten, wird das inzwischen nicht mehr vertreten. ;) Beispielsweise Jason BeDun, Markus Vincent oder Matthias Klinghardt und Judith Lieu bieten in der neuesten Wissenschaftslit. differenzierte Positionen, siehe jener ' Marcion'-Artikel bei Tante Wiki, u.a. Abschnitt 'Jüngere Rezeption und Wirkungsgeschichte'.
     
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  13. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Daraus mache ich mal einen eigenen Thread.
     

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